Kneifel | Atlan 5: Strafkolonie Erde (Blauband) | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 5, 416 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

Kneifel Atlan 5: Strafkolonie Erde (Blauband)

Die Zeitabenteuer
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-3304-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Zeitabenteuer

E-Book, Deutsch, Band 5, 416 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

ISBN: 978-3-8453-3304-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Rund 10.000 Jahre lang lenkt der unsterbliche Arkonide Atlan, später der beste Freund Perry Rhodans, die Entwicklung der Menschheit. In der Antike wirkt Atlan mehrfach als Hüter des Planeten: Er kämpft gegen außerirdische Sklavenhalter, die Menschen jagen, und er hilft den Herrschern Ägyptens gegen übermächtige Bedrohungen. Sogar bei der Belagerung Trojas ist der Unsterbliche dabei: Als er entdeckt, dass abenteuerlustige Außerirdische an den Kämpfen beteiligt sind, wittert er seine Chance, ein Raumschiff zu kapern und in seine Heimat zu fliehen ...

Hans Kneifel (1936 bis 2012) war einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die sich mit großer Sicherheit in und zwischen den unterschiedlichsten Welten bewegten: Er verfasste historische Romane, Science Fiction, Horror und Fantasy. Dank seiner ausgefeilten Charakteren und seiner Vorliebe für klarsichtige Beschreibungen hatte Kneifel geradezu einen eigenen Fan-Kreis. Geboren wurde Hans Kneifel am 11. Juli 1936 in Gleiwitz/Oberschlesien; er wuchs in München auf, wo er zuerst den Beruf eines Konditors erlernte. Darauf folgte ein Studium der Pädagogik, das er mit dem Staatsexamen abschloss. Schon als Jugendlicher verfasste er erste Romane; unter dem Titel 'Uns riefen die Sterne' publizierte der damalige Konditorgehilfe bereits 1956 sein erstes Science-Fiction-Werk. Als Berufsschullehrer verschlug es ihn nach Kitzingen; dort beschloss er, den Beruf des Lehrers an den Nagel zu hängen und stattdessen freier Schriftsteller zu werden - ein Entschluss, den der Autor in all den Jahren nie bedauerte. In der Folge schrieb er Hunderte von Heftromanen und Taschenbüchern; seit 1965 verfasste er Romane für die PERRY RHODAN-Serie. Zeitweise betrieb er sogar das Stadtmagazin 'Wir Münchner', über das er später in einem Interview sagt: '... wenigstens hatte man fast überall freien Eintritt, lernte nette (aber auch miese) Leute kennen, und ich weiß seitdem, wie man eine Zeitschrift macht.' Vorrangig schrieb er in den 60er und 70er Jahren für PERRY RHODAN und ATLAN. Farbenprächtige Charaktere wie Sandal Tolk, der Rächer, oder 'der Einsame von Terra' prägten seine Werke. Besonders berühmt machten ihn die Dutzende von 'Zeitabenteuern', in denen Kneifel die bekannte Geschichtsschreibung der Erde durch den Arkoniden Atlan und seine zahlreichen Eingriffe ergänzte. Viele Science-Fiction-Leser erinnern sich darüber hinaus gern an seine Romane, die er zur Fernsehserie 'Raumpatrouille' verfasste und die danach mit weiteren Abenteuern der ORION-Besatzung fortgesetzt wurden. In den 70er Jahren gehörte er mit DRAGON, in den frühen 80er Jahren mit MYTHOR zu den ersten Schriftstellern, die im deutschsprachigen Raum die Fantasy populär machten. In den 90er Jahren wurde Hans Kneifel durch seine historischen Romane einem breiten Leserkreis bekannt. In 'Babylon - Das Siegel des Hammurabi' oder 'Hatschepsut' transportierte er historische Epochen in die heutige Zeit; mit 'Telegonos' erzählte er einen Odysseus-Roman, hinzu kamen biografische Romane über den Perserkönig Darius der Große oder den Seefahrer Francis Drake. Und immer wieder schrieb Hans Kneifel einen PERRY RHODAN-Roman. In seiner Rolle als Gastautor fühlte sich der Altmeister der Serie sichtlich wohl, und viele Fans begrüßten seine regelmäßigen Beiträge zur größten Science-Fiction-Serie der Welt. Sein Auftritt beim PERRY RHODAN-WeltCon 2011 in Mannheim wurde umjubelt, er gab stundenlang Autogramme. Hans Kneifel starb, für alle völlig unerwartet, am 7. März 2012 in München. Er wurde 75 Jahre alt.
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2.


Ich hatte begriffen, was ich gesehen hatte, aber ich erkannte die Bedeutung hinter diesem erbittert rasenden Kampf nicht, der nur Teil einer gewaltigen Auseinandersetzung sein konnte. Wieder senkte sich Mattigkeit über meinen Körper, und mein Verstand weigerte sich, tiefer ins Geschehen einzudringen und eine Analyse zu versuchen. Ich merkte, dass andere Maschinen und Geräte sich um mich kümmerten, ehe ich einschlief: Das Gefühl, neu geboren worden zu sein, hatte ich nach so vielen Weck- und Reanimationsphasen nicht mehr. Bevor sich meine Gedanken verloren, blitzten zwei Begriffe oder Namen durch den dunkelgrauen Nebel: Zakanza-Upuaut und Ptah-Sokar.

Projektionen der Planetenoberfläche, Ziffern und Zahlen, ein halbes Hundert kurzer und langer Berichte über Naturkatastrophen, Inseln und kleine Reiche, die aufblühten oder verschwanden, eine Dokumentation Ricos über das letzte Jahrhundert des Hapireiches und die Folge seiner göttlichen Herrscher, über Kupfer und Bronze, Gubla und die Insel Kefti, über das Schicksal meiner früheren Gefährtinnen, die längst zu Asche zerfallen waren, über Ricos erfolgreiche Versuche, seinen Robotkörper und seinen positronischen Verstand nicht nur menschenähnlicher, sondern auch leistungsfähiger, »klüger« und autarker zu gestalten, einige Erklärungen über mein Erwachen aus dem langen, totenähnlichen Schlaf; ich fühlte mich von Tag zu Tag stärker, vermochte Fragen zu stellen und die Antworten zu verstehen, erkannte klar, dass mit einiger Verzögerung meine zwei menschlichen Freunde der gleichen Wiederbelebungsprozedur unterworfen wurden und im stählernen Gefängnis am Meeresgrund von mir und Rico erfahren wollten, was die Vergangenheit verbarg und die nahe Zukunft für uns bereithielt. Und … warum wir geweckt worden waren.

Zum ersten Mal meldete sich ruhig, fast beschwichtigend mein Extrahirn: Die Versuche, den achten Mond zu vernichten, hast du bewusst erlebt. Ebenso die Kämpfe um die Große Stadt Babyla. Auch in der folgenden Zeit wird euch ES als willfährige, gut funktionierende Werkzeuge behandeln. Gib acht, Arkonide!

Ich entsann mit, dass ES meine Erinnerungen ausradierte, wie es ihm gefiel. Irgend etwas fing wieder von vorn an. Die Namen meiner Freunde hatte ES nicht gelöscht; durchs Halbdunkel der Monitorenebene erkannte ich drei Puppen, an denen Kleidung und Ausrüstung hingen. Auf den ersten Blick sahen sie aus, als würden wir uns im Hapiland bewegen müssen. Totale Desorientierung! Tausend Fragen! Keine Antwort. Ich zwang mich zum Warten, Schlafen, an Kraftmaschinen unter Solarlampen zu arbeiten und zu versuchen, die Gegenwart, wie immer, schrittweise zu begreifen. Ich bedeutete Rico, mich wieder unter den Einfluss der Reanimationsbatterien zurückzubringen.

Sieben Tage und Nächte später, als ich mich richtig bewegen und überlegt handeln konnte, überfiel mich, mitten in den Versuchen, die Veränderungen an der Oberfläche von Larsaf Drei in ein gedankliches System zu zwängen, das Gelächter von ES, das meinen Schädel zu sprengen schien. Ich kannte jene dröhnenden Laute meines makabren Befehlsgebers, meines schrecklichen Herrschers. Dass ES uns geweckt hatte, wusste ich vom treuen Rico, und jetzt sprach, lautlos und mit seltsamem Nachhall, ES zu mir – auch zu Zakanza-Upuaut und Ptah-Sokar? Ich wusste es nicht.

Ich habe euch lange schlafen lassen. Deine Barbarenwelt, Arkonide, war nach meiner Meinung ruhig und ohne aufregende Zwischenfälle. Die üblichen Kleinkriege, die üblichen Machtkämpfe kleiner Fürsten, die meist vergeblichen Versuche der Barbaren, die, ohne wirklich zu wissen, was sie tun, sich zu einer besseren Zukunft entwickeln. Und ihre zahllosen bluttriefenden Irrtümer auf diesem überaus langen Weg zu diesem kaum erreichbaren Ziel.

Mein Kehlkopf, der Gaumen und die Lippen waren inzwischen fähig, klare Worte zu formulieren. Ich stellte die erste Frage.

»Und warum sind wir geweckt worden?«

Ich leckte über meine Lippen. Sie fühlten sich nicht mehr trocken und spröde an. Die Antwort ertönte in meinem Verstand augenblicklich.

Weil mir auf Wanderer, dem Kunstplaneten, derzeit nicht unweit einer herrlichen Barbarenwelt, ein bedauerliches Missgeschick unterlaufen ist. Ich weiß, dass du nicht nur in der Lage bist, diese Fehlentwicklung zu beseitigen, sondern dies auch, weil du auf dem Planeten umherreisen kannst, gern und mit persönlichem Einsatz betreibst. Dass dir deine Freunde helfen, ist ein vorteilhafter Nebennutzen.

Ich lehnte mich zurück und umspannte die Knie mit meinen Händen. Ich sagte laut, fast protestierend:

»Wenn du von ›bedauerlichem Missgeschick‹ sprichst, bedeutet es für deine halb willenlosen Geschöpfe eine mittlere, existenzbedrohende Katastrophe!«

Das ist zutreffend, Wächter des Planeten! Vor etwa zwei Jahrhunderten in der Berechnung der Barbarenwelt verselbständigte sich ein Spiel, das sich zwei meiner Androiden ausgedacht hatten. Es war, um deinen Zeitbegriff zu präzisieren, gegen Ende der Herrschaft einer weiblichen Gottkönigin aus der Sippe Amenemhets und Senwosrets. Sie hieß Sebekneferu. Du weißt, dass das Land am Hapistrom schon immer das Ziel einzelner Menschen, von Familien, Horden, Gruppen und Stämmen war. Vielen wurde die Erlaubnis erteilt zu bleiben; sie wurden als Bauern, Handwerker oder Sklaven gebraucht und erreichten ein Leben in bescheidenem Glück niedriger Stände. Das änderte sich, als die Barbaren aus Osten eindrangen, mit Pferden und leichten Kampfwagen. Hast du begriffen, was ich berichtete?

Ich nickte und versuchte mich erfolgreich an meine eigenen Erfahrungen und an Ricos Berichte über das Land der Rômet zu erinnern. Die Stimme, die in meinem Schädel zu hallen schien wie in einer riesigen Höhle, sprach weiter:

Seit etwa dieser Zeit verstärkt sich der Druck fremder Einwanderer auf das Land. Sie kommen ebenfalls aus dem Osten, aus dem Asmach. Das Gebiet südlich der Lagunen und das fruchtbare Mündungsdreieck sind die letzte Station einer langen Wanderung. Nur nahe der Stadt Djanet können die Einwanderer vordringen, denn weiter südlich versperren die Gebirgsausläufer den Wagen jeden Weg. Die Rômet nennen die Fremden »Heka Chasut«; du übersetzt es zutreffend mit »Fürsten der Fremdländer«. Sie verachten Ackerbestellung und Viehzucht und haben schnell viele, aber nicht alle wichtigen Stellen im Unteren Hapiland besetzt. Sie haben das Pferd und den leichten Wagen endgültig ins Land gebracht. Die Zivilisation, die Bräuche und die hohe Kultur des Landes haben sie korrumpiert; einige Kampfwagenfürsten wurden zu Herrschern. Rico kennt ihre Namen: Scharek, Sekenen-Rê, Apophis, Seworen-Rê-Chian oder Nebshepesh-Rê-Apophis. Diese Umstände waren aber nicht der Grund, euch aufzuwecken.

»Sondern?« Ich gähnte wieder. Ich verarbeitete die Information, von der die Bedeutung von Ricos Einspielung klarer wurde. Der Schock würde für Ptah und Zakanza größer sein als für mich. ES schien zu zögern.

Das Spiel, von dem ich sprach, machte sich selbständig. Auf Wanderer wurden einzellige Molekülverbände entwickelt, mit der Wirkung programmierbarer Parasiten. Zunächst dienten sie zur Ermittlung statistischer Daten; auf Wanderer laufen bevölkerungspolitische Untersuchungen. Es wurden zwei Gruppen getestet; mit sämtlichen Fähigkeiten für die Sicherung eines interessanten Versuchs. Die Zielsetzung war: Wie kann in kürzester Zeit und mit geringstem Aufwand ein Weltreich gegründet werden? Zwei Spieler dirigierten je bis zu zwölf Figuren.

»Der Versuch hat Ähnlichkeiten mit der Beziehung zwischen dir und mir«, sagte ich nicht ohne Bitterkeit.

Du hast recht. Unterschiedliche Probleme erfordern oft identische Lösungen. Das Spiel lief. Vierundzwanzig Parasiten sammelten bei ihren Wirten eine gewaltige Datenmenge und lernten deren Verhaltensweisen. Sie nahmen Anweisungen für Spielzüge an. Während des langen Spiels entwickelten sie Eigenleben und Selbstinitiative, blieben aber steuerbar.

Zum ersten Mal meldete sich in meinen Überlegungen der Logiksektor: Du ahnst, was folgt? Was ES dir befehlen wird?

Beide Spieler flüchteten in einem unkontrollierten Augenblick von Wanderer, und ich bin sicher, dass der dritte Planet von Larsafs Stern ihr Ziel war. Ich weiß nicht, ob sie noch leben und wo sie sich befinden. Aber ich muss als sicher annehmen, dass sich vierundzwanzig Parasiten auf deiner Welt befinden. Ebenso sicher scheint mir zu sein, dass sich eine große Zahl auf Angehörigen der Heka Chasut niedergelassen hat. Sie überleben ohne Wirt nur kurze Zeit.

Der Logiksektor hatte recht behalten. Ich erkannte das Problem, das ES hatte – bald war es auch mein Problem. Ich fragte laut:

»Was bewirkt ein Wanderer-Parasit bei seinem Träger? Wie erkennen wir, ob ein Mensch von einem deiner Spiel-Sukkuben besessen ist? Wie erkenne ich einen Parasiten? Denn dein Befehl wird sicher lauten: Suche und zerstöre die Parasiten!«

Rico drehte sich halb zu mir herum; ich wusste nicht, ob er die ES-Stimme ebenfalls hörte.

Wieder ist deine Annahme richtig. Wenn die Spieler tot sein sollten, bekommen die Parasiten keine Befehle mehr. Leben die Spieler noch, erhalten die Geschehnisse eine ganz andere Bedeutung. Aus einem unwichtigen lokalen Prozess wird eine geplante Einmischung, in der sich Spiel in bitteren Ernst verwandelt. Ihr kennt das Land am Hapi, du und deine Freunde. Ich versprach dir zuverlässige, langlebige Helfer. Nun hast du sie. Sie sind einige Tage nach dir voll einsatzfähig.

Die Aufgabe erschien mir schwer zu lösen. Ich hatte Hunderte von Fragen. Einige...



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