Knight / DiLouie / Mckinney | SCHLACHTHAUS (Retreat 2) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 244 Seiten

Reihe: Retreat

Knight / DiLouie / Mckinney SCHLACHTHAUS (Retreat 2)

Horror-Thriller
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-95835-724-2
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Horror-Thriller

E-Book, Deutsch, Band 2, 244 Seiten

Reihe: Retreat

ISBN: 978-3-95835-724-2
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
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Kapitel 3


»Ein Sack voll Schwänze kommt hoch«, sagte Sergeant First Class Renner.

Captain Terrence Mash wog seinen M4-Karabiner in seinem Schoß, während der aufgerüstete M1116, ein leichtes, geländefähiges Fahrzeug der US-Army – im Militär besser bekannt als Humvee – die von Bäumen umsäumte Straße hinunterraste, die Hanscom Drive genannt wurde. Die Straße verband den Luftwaffenstützpunkt hinter ihnen mit der Route 2A, und auch wenn sie nicht nur militärischen Zwecken diente, hatte das Militär sie schon Wochen zuvor gesperrt. Nichtsdestotrotz war sie hier und dort von Kadavern übersät. Aufgeblähte Leichen, die von schwarzen Fliegenwolken umhüllt waren. Die sterblichen Überreste von Menschen, die auf dem Hanscom-Luftwaffenstützpunkt gelebt hatten, lagen zu ihrer Linken. Man hatte die Körper hinter einer Reihe dünner Bäume versteckt. Marsh wünschte, sie hätten die Bäume weggerissen, um eine bessere Sicht zu haben. Es war der Luftwaffe nicht gelungen, alle Familien von der Basis zu evakuieren. Viele von den Zurückgebliebenen waren wahrscheinlich infiziert worden und das Letzte, was Marsh wollte, war, in einen Kampf zu geraten, bevor sie überhaupt zur ersten Phasenlinie gekommen waren. Aus diesem Grund hatte er dem Schützen des MK19-Granatwerfers in der Kuppel seines Humvees befohlen, die linke Baumreihe unter Beschuss zu nehmen, welche die vierspurige Straße von der Wohnsiedlung abgrenzte.

»Dann mal los«, sagte Marsh, während er aus den kugelsicheren Fenstern des Humvees starrte.

Vor ihnen schwebten zwei Apache über die Kreuzung, die Nasen nach Westen zeigend. Licht flammte unter ihren Stummelflügeln auf und jeder Hubschrauber feuerte vier Mark 66 Raketen ab. Ausgestattet mit Sieben-Kilo-Sprengköpfen schwirrten die Raketen durch die Luft und zogen feine Säulen schwarzen Rauchs hinter sich her. Sie kurvten in Richtung Boden und verschwanden hinter den Bäumen, schlugen bei Zielen ein, die Marsh nicht sehen konnte.

»Der Kampf ist im Gange«, sagte Renner in einem Tonfall, als ob er über das Wetter diskutieren würde. Er fuhr das letzte Fahrzeug in der Kolonne, die aus vier Humvees und einem M925-Fünf-Tonnen-Lastwagen bestand. Der Lkw transportierte zwei Squads Lightfighter.

Zuerst würde Lieutenant Haberman seine Einheit direkt hinter der Einmündung des Hanscom Drive positionieren und den Concord Turnpike sichern, damit sich von Osten niemand nähern konnte. So sollte eine feindliche Invasion aus dieser Richtung verhindert werden. Marshs Humvee würde sich nach rechts wenden, weg von Habermans Einheit und weiter die Schnellstraße herunterfahren. Phasenlinie Alpha war die taktische Bezeichnung für den Kreisverkehr direkt hinter dem Concord, wo eine Kaserne der Staatspolizei vom Massachusetts Correctional Institute ihren Sitz hatte. Marshs drei Humvees und der M925-Lastwagen voller Lightfighter würden an der westlichen Seite des Kreisverkehrs anhalten und aussteigen. Mit ihren Fahrzeugen würden sie eine Straßensperre bilden und alle Fahrspuren, die in dem Kreisverkehr mündeten, zeitweilig abriegeln. Die Einheit direkt hinter Marsh – die auch Truppen der Bravo Kompanie einschloss – würde die östliche Seite des Kreisverkehrs sichern. Dies, gepaart mit Marsh Straßensperre, würde dazu beitragen, dass der Konvoi sicher durch das Gebiet fahren und dann nach Westen zum Union Turnpike gelangen konnte. Die Bravo Kompanie – die Bushmaster – würden die Position halten, bis die Fahrzeuge des Konvois hindurchgefahren wären. Marsh würde dann die Sperrung aufgeben und sich wieder der Formation anschließen. Bis zur nächsten Phasenlinie würden sie zunächst die Nachhut sein und sich durch die Kolonne nach vorne arbeiten, bis sie ihre nächste Position einnahmen. Das wäre bei Phasenlinie Golf, die ein paar Stunden entfernt war.

»Lasst uns hoffen, dass wir ein paar von ihnen kriegen«, sagte hinten einer der Soldaten, ein E-5 namens Weir. Er war ein kräftiger Junge aus Minnesota und sie nannten ihn ›Lars der Wikinger‹, wegen seiner breiten Statur, der käsigen Haut und dem blonden Haar.

»Lasst uns hoffen, dass es nicht so ist«, entgegnete Marsh. »Nach dem, was wir in Cambridge durchgemacht haben, wollen wir wahrscheinlich die Kugeln für den Moment sparen, an dem wir sie wirklich brauchen.« Die Bushmaster hatten Tage damit verbracht, sich in Harvard zu verschanzen. Danach war dem Kompaniechef nicht mehr nach Kämpfen, aber das Versteckspiel war noch schlimmer, weil man dauernd befürchten musste, eventuell entdeckt zu werden. Doch Kämpfen war auch kein Spaziergang durch den Park. Was Marsh wollte, wonach er sich jetzt sehnte, war Bewegung. Ständige Bewegung. Das nie endende Geräusch der großen, knorrigen Humvee-Reifen, die über das Pflaster heulten. Er dachte, sie würden Phasenlinie Alpha nicht mehr als zehn Minuten besetzen und Luftunterstützung von den Apaches bekommen. Drei weitere Einheiten würden zusammen mit ihnen anhalten, damit sie drei .50, zwei MK19 und fünfundzwanzig Lightfighter hätten, die auf ihrem Posten sind und sich um das kümmern, was auch immer die Klowns nach ihnen werfen. Jeder trug seine Waffe in Alarmbereitschaft. Also wenn die Klowns kommen würden, gäbe es keine Diskussion.

»In Ordnung. Volle Schutzkleidung«, sagte Marsh. Er nahm seinen Helm ab und zog seinen Overall und die Handschuhe an, die ihn vor chemischen und biologischen Angriffen schützen sollten. Schlussendlich streife er sich eine Gesichtsmaske über. Der Schütze in der Kuppel war bereits in voller MOPP-IV-Montur. Das war das höchste Maß an Schutz, das den Soldaten gegen atomare, biologische und chemische Angriffe zur Verfügung stand. Weil es die primäre Mission der Klowns war, die Infektion auszubreiten, wurde etwas mehr benötigt als eine schusssichere Weste. Zwar gewährte diese dem Schützen einen angemessenen ballistischen Schutz, aber nicht gegen eine biologische Kontamination. Das Bataillon hatte zahlreiche Truppen an die »schmutzigen Bomben« verloren, die von den Infizierten benutzt worden waren. Gewöhnliche Luftballons, die mit Pisse gefüllt waren. Es wurde beschlossen, dass Kämpfer an vorderster Front ihre Operationen nur unter MOPP-IV-Bedingungen durchführen durften.

Nur SFC Renner blieb unmaskiert, weil er nicht aus dem Fahrzeug aussteigen würde. Es sei denn, die Kacke war am Dampfen, und für diesen Fall lag seine Maske griffbereit. Die Truppen hatten ihre Ärmel hochgekrempelt, die Handschuhe angezogen und sichergestellt, dass ihre Hemden fest in ihren ACU-Hosen steckten und dass ihre Hosen an den Stiefeln befestigt waren. Ihnen lief trotz des klimatisierten Innenraums in dem Humvee der Schweiß am Körper herunter. Der bevorstehende schwüle Sommertag versprach nicht viel Erleichterung. Hydratisierung würde ein Hauptanliegen werden, weil das CBR X CamelBak Trinksystem, das den Truppen ausgegeben wurde, nur drei Liter Wasser fasste. Das würde wahrscheinlich bei der zunehmenden Hitze und der Luftfeuchtigkeit nicht lange reichen. Trotz des Schutzes vor Kontamination hatte die MOPP-IV-Ausrüstung eine erhebliche taktische Verschlechterung zufolge. Die sperrigen Outfits schränkten die Beweglichkeit, Sicht, manuelle Geschicklichkeit und die Fähigkeit zu kommunizieren ein, auch mit den Funkgeräten. Die Ausrüstung verschaffte ihnen gegen biologische Angriffe etwas Zeit, jedoch wurde es schwieriger für die Soldaten des Ersten Bataillons, die Klowns einfach zu erschießen.

Der Konvoi erreichte die Kreuzung und Habermans Einheit trennte sich und begab sich nach links. Dann kamen sie in der Mitte der Route 2A zum Stehen. Renner zog das Fahrzeug nach rechts und beschleunigte den Highway hinunter. Marsh sah aus seinem Fenster. Der Humvee schlingerte gefährlich nah an einer Leitplanke, die die Straße von einem brachliegenden Feld trennte. Dahinter stand in circa zweieinhalb Meter Entfernung eine Steinmauer. Diese endete abrupt und Marsh starrte auf eine Baumreihe, während der Humvee quälend langsam auf sechzig Kilometer pro Stunde beschleunigte.

Er überprüfte den Seitenspiegel. Der Rest der Einheit wendete auf der Straße hinter ihm, während Habermans Leute ausstiegen. Über ihnen waren Rotoren zu hören, aber es klang nicht wie ein Apache oder Scout. Marsh schaute hoch und sah einen rot-blauen Helikopter über der Einheit. Eine große, stilisierte 5 schmückte den Rumpf des Hubschraubers und Licht reflektierte von einer drehbar aufgehängten Kamera, die unter der Nase des Helikopters befestigt worden war. Die Kamera war direkt auf die Humvees gerichtet.

»Hey, wir sind im Fernsehen«, sagte Weir. Seine Stimme war durch die Maske gedämpft.

Marsh schaltet das Funkgerät ein. »Wizard, hier ist Bushmaster Zwei-Sechs. Ein ziviler Nachrichten-Chopper beschattet uns. Over.«

»Roger, Bushmaster. Man kümmert sich bereits darum. Over.«

Kaum waren die Worte aus dem Kopfhörer gekommen, da tauchten zwei OH-58D Kiowa Warrior Hubschrauber auf. Einer positionierte sich zwischen den Konvoi und dem Nachrichten-Chopper, während der Zweite hinter den zivilen Vogel zog. Die Scouts waren mit einem modifizierten M2 .50-Kaliber, das an die linke Waffenaufhängung montiert war und einem Sieben-Schuss-Raketenrohr auf der rechten Seite bewaffnet. Die olivgrünen Hubschrauber hängten sich einige Augenblicke an den helleren zivilen Flieger, bevor der Typ, der den Nachrichten-Chopper flog, reagierte. Der Helikopter drehte langsam ab und wandte sich nach Süden. Die Kiowa Warrior hielten ihre Position noch etwas. Dann flogen sie mit donnernden Rotoren weg.

»Verdammt, ich habe meine Nahaufnahme nicht bekommen«, sagte Renner. Er fuhr mit beiden Händen am Lenkrad. Seine Augen waren...



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