Knip | Bob und Ben - Die fliegenden Abenteurer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 340 Seiten

Knip Bob und Ben - Die fliegenden Abenteurer


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86305-172-3
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 340 Seiten

ISBN: 978-3-86305-172-3
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Diese werkgetreue Umsetzung als Roman umfasst den kompletten Inhalt aus den Piccolo-Comicheften 1-9 sowie den Großbänden 1-14 von Hansrudi Wäscher. - Die unzertrennlichen Freunde Bob und Ben waren Jagdflieger im Koreakrieg und bestreiten zehn Jahre nach Kriegsende ihren Lebensunterhalt als Kunstpiloten. Während einer Flugschau am Grand Canyon kommen sie unverhofft in den Genuss einer gut honorierten, abenteuerlichen Amazonasexpedition. Im Lehning Verlag erschienen die Bob und Ben-Piccolos 1 bis 9 von Februar bis April 1963 in schwarz-weiß. 14 Bob und Ben-Großbände, teilweise zwei- und teilweise vierfarbig, erschienen von April bis November 1963 im Abstand von zwei Wochen.

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ZWEI


Der Mann im maßgeschneiderten Anzug zündete sich eine Zigarette an und blickte durch die Glasfront auf den gepflegten Park seines Anwesens. Im Hintergrund hatte er den Fernseher laufen. Gedankenversunken stieß er den Rauch aus und sah den Chrysler auf den Hof fahren. Er verfolgte, wie die beiden Insassen ausstiegen und direkt auf sein Büro zukamen.

Es klopfte kurz an der Tür, dann standen die beiden Männer im Türrahmen.

»Und? Wie ist es gelaufen?«, begrüßte er sie und betrachtete die Glut an der Zigarettenspitze.

»Es war nicht einfach, Boss, aber wir haben den Auftrag er…«

»Still!«, wurde er unterbrochen. »Ich höre gerade Nachrichten.«

Der Boss setzte sich auf die Kante seines Schreibtisches und verfolgte die laufende Sendung.

»… der Fahrer des Unglückswagens ist wie durch ein Wunder am Leben geblieben. Es handelt sich um den Privatgelehrten Paul Brookfield …«

Ohne ein Wort zu sagen, drehte er sich zu den beiden Ankömmlingen um und musterte sie.

»Was?!«, entfuhr es Dan, dem Fahrer des geflohenen Fahrzeugs. »Das ist ja …«

»Ruhe!«, wurde er mit einer herrischen Bewegung von dem Mann im teuren Anzug unterbrochen. Er wollte die weiteren Details hören.

»… dem schnellen Eingreifen der bekannten Showflieger ›Blue Devils‹ hat Brookfield es zu verdanken, dass er in Sicherheit war, als er das Bewusstsein wiedererlangte. Es folgt nun auf Hinweis der Polizei die Nummer des Fahrzeugs, das Paul Brookfield offensichtlich in den Abgrund gedrängt …«

»Schalte ab, Dan!«, befahl er seinem Untergebenen. Dieser beeilte sich, der Anweisung nachzukommen. Er sah seinen Boss dabei an, wie dieser sich über die Stirn rieb, sich dann erhob und zu der kleinen Bar hinüberging, um sich einen Drink einzuschenken.

»So, ihr Helden«, sagte der Gangsterboss schließlich. »Ihr habt also den Auftragt erledigt?!«

»Aber, Boss«, versuchte sich Dan zu verteidigen, »wer konnte denn damit rechnen?« Sein Kollege Jeff hielt sich wohlweislich im Hintergrund und sagte keinen Ton.

Ihr Chef sah sie lange an, nahm einen kräftigen Schluck des eingeschenkten Bourbon und stellte das Glas lautstark ab.«Nur gut, dass wenigstens eine falsche Nummer am Wagen angebracht war. Bring den Wagen in die Garage und wechsle das Schild aus, Jeff!«

Der Mann mit der Boxernase zupfte am Revers seines Anzugs. »Okay, Boss!«, entgegnete er knapp und verschwand durch die offene Tür.

»Jeff und ich …«, versuchte sich Dan erneut zu verteidigen, als ihn das Klingeln des Telefons unterbrach.

»Wahrscheinlich unser Auftraggeber«, meinte sein Boss und wies seinen Untergebenen mit einem Fingerzeig an, still zu sein. Er drückte die Zigarette aus und nahm den Hörer ab.

»Hallo?«, sagte er und wurde umgehend von einer aufgeregten Stimme unterbrochen. Er hörte zu und wartete ab. »Ja … beruhigen Sie sich!«, redete er auf den Anrufer ein. »Noch ist nichts verloren …«

Wieder unterbrach ihn die Stimme. »Ja, ich verstehe!«, antwortete er schließlich. »Ende!«

Er legte auf und sah Dan mit einem undeutbaren Blick an.

»Wie sieht es bei dir aus?«, fragte Bob.

»Oh, Mann! Unser armer ›Donald‹ hat schon ein paar Schrammen abbekommen!« Ben Durkin betrachtete sich die Einschusslöcher im Rumpf der Spitfire. Zum Glück hatten die Kugeln wie durch ein Wunder nur die Hülle durchschlagen und kein empfindliches Teil getroffen.

Dennoch waren Bob und er bemüht, die Löcher herauszuhämmern und notdürftig zu versiegeln. Eine Rundumüberholung stand in der nächsten Zeit dringend an.

Bob Hart setzte die Abdeckplatte unterhalb des Motorblocks wieder auf und drehte die Schrauben ein, als er aus den Augenwinkeln einen Mann auf sie zulaufen sah. Sie hatten ihr Flugzeug am Rande der provisorischen Piste vor dem Hotel geparkt. Der Hoteleigentümer hatte sich großzügig gezeigt und ihnen die vereinbarte Summe ausgezahlt, nachdem er von den Vorkommnissen gehört hatte.

»Mr. Hart, Sie werden am Telefon verlangt! Zelle drei«, gab der Angestellte atemlos von sich.

Bob nickte ihm kurz zu und wischte sich die ölverschmierten Hände an einem Tuch ab. »Ich komme«, erwiderte er und verschraubte die Abdeckplatte. Er duckte sich unter der Nase des Flugzeugs hinweg, als Ben trotz seiner Körperfülle behände von der Tragfläche sprang.

»Moooment! Ich begleite dich! Falls das Mr. Brookfield ist, muss ich verhindern, dass du eine Belohnung ablehnst!«

Bob Hart seufzte, lächelte seinem Freund aber zu. Sie machten sich gemeinsam auf den Weg ins Foyer des Hotels und zwängten sich in die verglaste Telefonkabine. Bob nahm den Hörer auf.

»Ja, Bob Hart am Apparat. Mit wem spreche ich, bitte?«, fragte er nach. Ben konnte undeutlich eine Stimme aus dem Hörer vernehmen.

»Oh, Mr. Brookfield …«, antwortete Bob. »Aber ich bitte Sie, das war doch selbstver…«

»Gar nicht selbstverständlich«, unterbrach ihn Ben schnell. »Gib mir den Hörer!«

Bob Hart bedachte seinen Freund mit einem kritischen Blick und hielt den Hörer weit von sich. »Hände weg!«, meinte er. »Entschuldigen Sie, Sir. Sie waren nicht gemeint. Wie? Heute Abend? Ja, gern. Wie ist die Adresse?«

Ben zog den Mund zu einer Schnute und lehnte sich gegen die Kabinenwand. Ihn juckte es in den Fingern, seinem Freund den Hörer aus der Hand zu reißen. Stattdessen musste er tatenlos danebenstehen.

»Schön!«, erwiderte Bob Hart und stockte mit einem Mal. »Wie bitte? Aber … sind Sie sicher?! Dann rufen Sie sofort die Polizei!« Ben wurde unruhig und sah seinen Kollegen fragend an. Dieser lauschte und fuhr fort. »Oh, ich verstehe! Ja, bleiben Sie ruhig!«

Hastig legte Bob den Hörer auf und stürmte aus der Telefonzelle.

»Los, komm!«, wies er seinen Freund an. »Es ist keine Zeit zu verlieren!«

Ben sah ihn verdutzt an. »Was? Was ist denn los?«, wollte er wissen.

Bob eilte die Lobby entlang und achtete nicht auf die Gäste, die zur Seite sprangen, als die beiden Piloten an ihnen vorbeirannten.

»Mr. Brookfield hatte wirklich nur eine Beule und ist nach kurzer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden«, erklärte Bob seinem Freund, während sie über den Vorplatz sprinteten. »Dann hat man ihn im Büro des Sheriffs vernommen und nach Hause geschickt.«

»Ja, und?«, schnaufte Ben, der das Tempo seines Freundes kaum mithalten konnte. »Und was hat das mit deiner Eile zu tun?«

»Los, los in die Kiste!«, wies Bob ihn an. »Uns bleiben vielleicht höchstens zehn Minuten Zeit, sonst haben wir Brookfield umsonst gerettet!«

»Hä?!«, gab Ben von sich, der überhaupt nicht verstand, wovon sein Freund redete. Dennoch folgte er ihm, ohne zu zögern, in die bereitstehende Spitfire und setzte sich auf den hinteren Pilotenplatz.

Bob betätigte den Zünder und ließ die Maschine anrollen. Er lenkte das Flugzeug auf die Piste und nutzte die Zeit, seinen Freund aufzuklären.

»Während er mit uns telefonierte, um uns zum Abendessen einzuladen, bemerkte er, wie ein Wagen vor seinem Haus hielt. Zwei Männer stiegen aus. Er hat sie wiedererkannt.«

Die Spitfire hob trotz ihrer kleinen Blessuren in einer eleganten Bewegung ab und stieg in den Himmel. Bob orientierte sich einen Moment an den Karten und ließ Ben mit seinen Gedanken allein. Schließlich setzte er fort.

»Es waren die beiden, die in dem Wagen saßen, der ihn in den Abgrund gedrängt hatte«, erklärte er. »Und zu allem Unglück ist Brookfield allein zu Hause.«

»Was haben wir damit zu tun?«, maulte Ben. »Warum hat er nicht die Polizei gerufen?«

»Sein Haus liegt abseits«, gab Bob zurück. »Es dauert mindestens eine knappe Stunde, bis die Polizei dort eintrifft. Aber wir …«, er wies mit dem Zeigefinger nach vorne, »… sind schon da!«

Sie hatten die Distanz dank ihres Flugzeugs schneller zurückgelegt, als es jedem Wagen möglich gewesen wäre. Der Pilot hielt auf das flache Anwesen zu, das sich kaum sichtbar vor den umstehenden Bäumen erhob.

»Ich sehe keine Landemöglichkeit«, stellte er fest. Ben sah sich um. Er betrachtete die Landschaft und stellte dann zufrieden fest: »Dort hinten ist ein freies Feld!«

Bob Hart sondierte die Umgebung und löste seinen Sicherheitsgurt.

»Das ist zu weit, Ben! Ich steige aus. Klettere auf tausend Meter!«

Sein Freund übernahm das Steuer und zog die Maschine steil in die Höhe. Bob überprüfte den Sitz seines Fallschirms und öffnete dann die Plexiglaskuppel. Sie wurde durch die starken Winde nach hinten gezogen. In einem gewagten Sprung ließ sich der Pilot aus dem Cockpit fallen, während die Spitfire über ihm verschwand. Bob wartete bis zum letzten Augenblick, um den Fallschirm zu öffnen. Er zog an der Leine vor seiner Brust und wurde durch den geöffneten Schirm nach oben gerissen.

Mit geübten Manövern dirigierte er seinen Sinkflug in Richtung des Anwesens, das still vor ihm lag. Er landete auf der mit Fliesen verkleideten Auffahrt, auf der ein ihm wohlbekannter Chrysler parkte.

Bob kam hart auf und rollte sich ab. In diesen Augenblicken lief die Ausbildung, die er beim Militär erfahren hatte, wie ein eingespieltes Uhrwerk in ihm ab. Abfedern und Schirm lösen erfolgte in einer Bewegung. Er verlor keine Zeit, befreite sich aus seinem Gurt und sprintete auf das Haus zu. ›Hoffentlich komme ich nicht zu spät!‹, dachte er bei sich.

Die Eingangstür war nur angelehnt. Bob hörte sich einen...



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