Knop | Wer ich bin - und das sind viele | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Knop Wer ich bin - und das sind viele


1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86415-399-0
Verlag: mvg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

ISBN: 978-3-86415-399-0
Verlag: mvg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als Deutschlands Top-Parodist schaut Matze Knop bei den Promis ganz genau hin: Was macht Beckenbauer so erfolgreich? Worin besteht das Geheimnis, Deutschlands kultigster Kaiser zu werden? Warum hat Luca Toni den Dreh raus, trotz Rumjammerns und Torlosigkeit zur unangefochtenen Numero Uno der Herzen zu werden? Was hat Paris Hilton, was andere Blondinen nicht haben? Steckt nicht ein kleiner Kaiser in jedem von uns? Oder anders gesagt: "Mach den Luca, wenn du dich unverstanden fühlst." Der lustigste und nicht ganz ernst gemeinte Erfolgscoach, seit es Lichtgestalten gibt.

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Vorwort


Hallo liebe Leserin, lieber Leser. Dieses Buch, das du hier in den Händen hältst, ist ein Sachbuch. Daher rede ich dich ab sofort auch nur noch mit »Sie« an. Einfach um der ganzen Sache die nötige Glaubwürdigkeit zu geben. Auch wenn du erst sieben bist und normal nur Die Wilden Kerle liest oder Conni auf dem Bauernhof oder die Rückseite vom Nutella-Deckel. »Sie« ist eine förmliche Anrede und für dieses Buch genau richtig.

Im Laufe meiner Arbeit als Comedian – insofern man das überhaupt als Arbeit bezeichnen kann – habe ich die unterschiedlichsten Charaktere und Persönlichkeiten dargestellt, parodiert und ein wenig aufs Korn genommen. Dafür musste ich mich als Vorbereitung stets intensiv mit der jeweiligen Person und ihren Eigenarten auseinandersetzen. Zumeist waren es sehr bekannte und äußerst erfolgreiche Personen. Hierbei fiel mir immer wieder auf, dass es einen Grund gibt, warum diese Menschen in ihrem Leben eventuell mehr »Erfolg«, mehr »Verdienst« oder auch einfach nur mehr »Glück« haben oder hatten als wir Durchschnittsbürger.

Und genau diese Besonderheiten, diese Eigenarten und Charaktereigenschaften möchte ich Ihnen auf den folgenden Seiten näher erläutern. Aus dem einfachen Grund: UM SIE ZU KOPIEREN!

Reiner »Calli« Calmund würde sagen: »Et is wie bei juten Essen, nimm die rischtigen Zutaten und dat Gerischt schmeckt am Ende à la boneur«. Und der Calli hat recht. Alle Personen, mit denen ich mich auf den folgenden Seiten näher befasse, haben irgendetwas richtig gemacht in ihrem Leben. Aber was ist es?

Nehmen wir Angelina Jolie. Die amtierende Miss Perfect, die Schlauchboot-Lippen-Susi an der Seite von Brad Pitt, dem ehemaligen Pin-up-Boy aus Thelma und Louise. Dem Joe Black aus Sieben Jahre in Tibet, dem Vampir aus Legenden der Leidenschaft. Man könnte auch sagen: Aus der Mitte entspringt ein Fluss und jedes Jahr ein neues Familienmitglied. 6 Kinder haben Brangelina inzwischen, und man hat das Gefühl, 12 Monkeys werden es am Ende mindestens sein. Aber warum? Weil beide absolute Weltstars sind. So berühmt und bekannt, dass sie sogar bei einem einsamen Tauchgang im Marianengraben östlich von Guam am Rande des Pazifik in 10.899 Meter Tiefe wahrscheinlich von einem Borstenwurm für die BILD-Aktion 1414 abgeschossen würden.

Daher schaffen sich Brangelina eben ihre eigene kleine Welt. Ein Kind aus Kambodscha, eins aus Vietnam und eins aus Afrika. Drei aus eigenem Anbau – also aus Nordamerika. Fehlt eigentlich nur noch ein Australier. Vielleicht ein kleiner Brasilianer und zwei Europäer. Vielleicht sind die zwei deswegen so oft in Berlin. Aber wer mag es ihnen verdenken? Im Zeitalter von Google Street View und Handylocator.com gibt es für Superpromis eben kein Entrinnen.

»Alte Zöpfe soll man abschneiden.« Beim FC Schalke 04 hat Felix Magath 2010 deswegen gleich die komplette Mannschaft ausgetauscht. Sogar die Arena-Klosteine sind inzwischen neu.

Und für viele von uns »Normalos« bald auch nicht mehr. Daher mein Tipp: Kinder machen. So viele wie geht. In kurzen Abständen. Am besten 50. Oder sagen wir 53, damit’s nicht so geplant aussieht. Und dann links und rechts im Garten eine 20 Meter hohe Mauer hochziehen und Ruhe is!!! Dann können die Lehman-Brothers ruhig unsere ganze Kohle verschleudern und die Amis noch 30 Jahre in Afghanistan »dem Shut« hinterherjagen. Dann juckt uns das nicht mehr. Dann sind wir autark. Quasi die Amish People von Bad Nenndorf, die Eremiten von Aurich oder wo immer Sie Ihre Homebase haben.

Aber keine Angst, es sind nicht alle Tipps in diesem Buch derart übertrieben. Manchmal sind es auch nur ganz kleine Hinweise, die ich gebe. Verhaltensweisen, Wesenszüge und Handlungen, die Ihr Leben positiv auf den Kopf stellen können. Nehmen wir Felix Magath, Fußballtrainer und Drill Instructor in Personalunion. Es gibt Schalke-Spieler, die der Meinung sind, gegen Quälix war Gunnery Sergeant Hartmann aus Full Metal Jacket nur ein Erdhörnchen. Aber was lernen wir von Felix?! Ganz klar, wenn unser Talent – beispielsweise als Maurer – deutlich geringer einzuschätzen ist als das der Konkurrenten, dann muss ich zumindest der Schnellste sein, der Fitteste und der Sparsamste. Heißt: Sie müssen den Zement zur Not auch mit der Zahnbürste anrühren und in der Lage sein, die Kathedrale von Palma während der 5-Minuten-Siesta zu renovieren. Am Ende sind Sie dann zwar vielleicht für den Schiefen Turm von Pisa verantwortlich oder die U-Bahn in der Kölner Südstadt, aber immerhin! Besser als arbeitslos werden und anschließend bei ’ner rumänischen Drückerkolonne maximal den Fluchtwagen zu steuern. Und genau deswegen trainiert der FC Schalke Freistöße nur mit Medizinbällen statt mit der Jabulani-Plastik-Pille von Adidas und wurde 2010 zu Recht Vizemeister.

Sie merken schon, worauf dieses Buch im Groben hinausläuft. Auf einen Ratgeber der ganz besonderen Art. Ein Buch, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Ein weiteres Beispiel gefällig? Vielleicht ein etwas ausführlicheres? Bitte schön!

Der erste deutsche Staatsmann, der mit einem Mann verheiratet ist. Wobei man Loki Schmidt jetzt auch nicht unbedingt als Vollblutweib bezeichnen konnte. Deswegen: Heiraten Sie ruhig Ihre Mutter oder Ihren Hamster, wenn’s nun mal der Deckel zu Ihrem Topf ist.

Nehmen Sie Guido Westerwelle, den Oberhäuptling der FDP. Die gelbe Gefahr aus Bad Honnef – wie man ihn zur Kolonialzeit vermutlich genannt hätte. Dieser Westerwelle absolvierte zunächst ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn, welches er 1987 mit dem ersten und 1991 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1994 erfolgte seine Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) an der FernUniversität in Hagen mit einer Dissertation. Seit 2001 ist Westerwelle Bundesvorsitzenderder Freien Demokratischen Partei (FDP). Ferner war Westerwelle von 2006 bis 2009 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Seit Ende Oktober 2009 ist er designierter Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler im Kabinett Merkel II.

Er ist also das lebende Beispiel dafür, dass man auch mit leichter Problemhaut – und das ist, ACHTUNG: »eine wichtige Info für alle Pubertöre« – durchaus die Möglichkeit hat, auf politischem und gesellschaftlichem Parkett Lorbeeren einzuheimsen. Und in der Disco sowieso. Auch ich hatte als Jugendlicher den einen oder anderen Pickel auf der Stirn und im Schläfenbereich. Leider gab’s damals außer Schmirgelpapier und dem Mitesser-Messer keine geeigneten Gegenmaßnahmen. Es gab sogar Tage, da hätte ich im Clearasil-Windkanal arbeiten können und war kurz davor, ein eigenes Akne-Forum zu gründen, nur blöderweise gab’s noch kein Internet. Also hab ich mir den Pony lang wachsen lassen und den ganzen Pustelkram daruntergeschoben. Irgendwann waren sie dann weg. Einfach so. Über Nacht. Schwups. Matze hatte glatte Haut. So zart und weich wie die Satinunterwäsche vom Guido. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Was ich eigentlich sagen wollte:

Sie haben alle Chancen der Welt – liebe Acht- und Neuntklässler, wenn »ihr« euch auf den Hosenboden setzt und lernt. Und lernt. Und lernt. Und lernt. Und lernt. Ich freue mich, dass bereits an dieser Stelle des Buches auch alle Lehrer anfangen werden, heftig zu nicken und zu denken: »Der Knop – manchmal hat sogar er helle Momente.«

Übrigens: Seit 1991 schon ist Guido Westerwelle als Rechtsanwalt zugelassen.

Mit anderen Worten, unser Vize-Guido, die zweite starke Frau im Staate Deutschland, hat einen anständigen Beruf erlernt. Insofern man das über einen Anwalt überhaupt sagen kann. Kommt dieser in der Hierarchie der sogenannten Vertrauenspersonen doch erst hinter dem Versicherungsvertreter und nur ganz knapp vor dem Gebrauchtwagenhändler. Wenn man aber bedenkt, das Guido W. eigentlich ja Politiker ist, so erzielt der Anwalt in Relation zum Job des Politikers in Sachen Vertrauenswürdigkeit wiederum einen absoluten Spitzenplatz. Kapiert? Nicht? Nicht schlimm. Schließlich haben viele Politiker heutzutage ein Ansehen, das selbst die imagemäßig arg gebeutelten Taliban in tiefe Depression stürzen würde. »Was, Politiker? Wir? Niemals, wir sind anständige, wohlerzogene Terroristen mit gutem Elternhaus.«

Wie auch immer. Sollte die Polit-Karriere von Guido Westerwelle eines Tages abrupt zu Ende gehen – was wir natürlich schon aus rein kabarettistischen Gründen nicht hoffen wollen –, dann hat Mr. Westwave als Rechtsanwalt immer noch die Möglichkeit, vor dem Amtsgericht Erlangen den neunjährigen Tunjal Selifiloglu wegen seines maskierten Raubüberfalls auf ein Dixiklo vor 35 Sozialstunden in einer Seniorentagesstätte oder gar der Abschiebung in die kurdische Grenzregion zu bewahren. Und auch damit würde der Guido wahrscheinlich noch so viel Kohle verdienen, dass er sich sowohl seine tägliche Ration Frühstücksflocken als auch einen Alterswohnsitz im 7-Sterne-Klotz Burj Al Arab vor der Retortenküste von Dubai locker leisten könnte.

Um es griffiger zu machen: Wenn Sie den großen Wunsch hegen, als Maler, Bildhauer oder Rumpelstilzchen Karriere zu machen, lernen Sie vorher...



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