Koeck | Spurlos | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Koeck Spurlos

ein Tagebuchroman nach einer wahren Begebenheit
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-9583-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

ein Tagebuchroman nach einer wahren Begebenheit

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-3-7568-9583-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es ist etwas Verbotenes, etwas, das man nicht machen darf und machen sollte und dennoch ist der Reiz danach groß. Die Neugierde, Dinge und Details zu erfahren, die man sich nie vorstellen hätte können und die authentisch und ehrlich sind, denn sie wurden ohne Scham und Zensur zu Papier gebracht. Die Rede ist vom Lesen eines Tagebuchs. Ritas grosse Liebe Stefan verschwindet von heute auf morgen spurlos und lässt sie mit dem gemeinsamen Kind Laura im Stich. Es bleiben tausend unbeantwortete Fragen und die Ungewissheit, ob er noch am Leben ist und ob sie ihn eines Tages wiedersehen werden. Um ihren Gefühlscocktail irgendwie verarbeiten zu können, schreibt Rita über Jahre Briefe in Form von Tagebucheinträgen an Stefan. In einem unerwarteten Moment ereilt sie ein Anruf der Kriminalpolizei: Stefan ist am Leben und wird überstellt. Diese wahre Geschichte lässt tief in die Seele einer jungen Frau Einblicke und wie sie mit all den Schicksalsschlägen umgeht. Ein ausführliches Interview mit unbequemen Fragen mit dem zuvor verschollen geglaubten Stefan zeigt auch seine ehrlichen Beweggründe und wie das Leben für die an dieser dubiosen Sache Beteiligten weiterging oder eben nicht.

Bandi Koeck, geboren am 28. Oktober 1980 in Feldkirch/Österreich, glücklich verheiratet und Vater von vier Kindern, schreibt, seitdem er schreiben gelernt hat. Er unterrichtete in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Spanien und arbeitete zudem als Jugendleiter in der offenen Jugendarbeit sowie als Trainer für Erasmus+. Die dort gesammelten Erfahrungen sind für ihn von unschätzbarem Wert. Zudem ist er als freier Journalist und Publizist tätig und darf im Zuge dieser Tätigkeit immer wieder spannende Menschen interviewen und deren Lebensgeschichten erfahren. Seine True-Crime-Podcasts behandeln die Schicksale verschwundener sowie wiedergefundener Personen, aber auch lost und hidden places. Auf seinen unzähligen Reisen an alle Ecken und Enden der Welt bekommt er stets neue Inspiration für seine Publikationen und Bühnenstücke. Weitere Infos auf www.koecktail.com.
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Autoren/Hrsg.


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Ich weiss nun, was du getan hast und wovor du flüchtest.

Melde dich bei mir. Ich bin deine Frau und stark genug, um dich, uns da hindurch zu geleiten.

Meine Liebe ist gross für uns drei.

LAURA – DICH – MICH.

Nach vier Stunden tiefem Schlaf bin ich um 3.30 Uhr aufgewacht und habe laut geweint.

Bin in die Küche, habe ein Foto von uns drei an meinen Busen gedrückt. Andy, die bei mir schlief, kam und wir sprachen eine Stunde. Danach fand ich keinen Schlaf mehr.

Am Morgen war mir schlecht und heiss zugleich. Bist du da von dieser Welt geschieden?

Wolltest du mir noch etwas sagen? Nur etwas vielleicht? Morgen werden sie dich suchen und finden. Ich muss dich sehen, noch einmal berühren – auch wenn sich dieses Bild immer in meinem Herzen einbrennen wird. Ich möchte mich zumindest von dir verabschieden. Ich habe dich pendeln lassen. Ich weiss, du glaubst nicht daran und tust es als „Hokuspokus“ ab. Du gibst nicht viel auf Übernatürliches, aber Tina hat gute Arbeit geleistet und gut daran getan, mir nicht gestern ihr erpendeltes Ergebnis zu sagen. Erst heute Mittag rief sie an. Ihre Mutter hat den Ort nochmals festgelegt. Zum Glück bist du da und nicht weg ins Ausland. Wieso hast du nicht wenigstens zu mir ehrlich sein können? Du weisst, wie sehr ich dich liebe. Ich hätte dich niemals verlassen. Aus diesen Gründen. Aber ich hätte verlangt, dass du dich stellst. Das weisst du ganz genau. Darum vielleicht dein mir schier unerklärliches Verhalten. Wenn du dich nicht stellst, dann wirst du auch nicht frei. Das kannst du mir ruhig glauben.

Ich danke dir so sehr, dass du mit mir sprichst, auch wenn es „nur“ ein „Entschuldigung“ ist. Ich bitte dich, fass den Mut, wenn ich Kontakt durch ein Medium aufnehmen möchte, mit mir EHRLICH zu sprechen.

So kannst du mir helfen. Ich bin stark, doch ich weiss nicht wann. Du weisst das, dass ich es kann. Doch du weisst auch, dass ich schreckliche Sehnsucht nach dir habe.

Ich bitte dich, hilf mir durch diese Zeit. Sei du jetzt mein Begleiter, wenn ich es schon nicht für dich sein konnte. Dann kannst du diesen Teil völlig ins Reine bringen. Ich werde sicher manchmal auch böse auf dich sein, doch in mir quellt die Liebe für dich. Ich bin ruhig.

Jetzt bist du da. Jetzt bist du mein grosser, starker Held. Irgendwie spüre ich das. Das was du irdisch nicht fähig warst zu geben, kannst du mir jetzt schenken. DANKE!

Du fehlst mir, dein Geruch, deine Haut, deine Umarmung…

Doch jetzt gibt es diesen Menschen, dich, in diesem Körper, in dieser Hülle, nicht mehr.

Morgen werde ich dies erkennen!

Ich fühle mich scheisse bei dem Gedanken.

Aber du bist da – auch ohne Hülle!

Richtig beschissen und schade und trotzdem hatten wir es getan:

Unseren letzten schnellen Sex. Vergangenen Sonntag.

Es ging alles so schnell, nicht nur der Sex mit dir.

Aber es war wie immer fantastisch. Deine Haut. Wie Babyhaut. Ja, grins nur, du Angeber!

Es ist geschehen: Realität kehrt in mein Bewusstsein.

Was auch immer du getan hast, es sind schwerwiegende Dinge.

Ich bin nicht mehr bestürzt oder schockiert – das bist du. Und trotzdem:

Für alles gibt es eine Lösung! Nicht die angenehmste, aber es gibt sie.

Du hast so viel Scheisse gebaut, aber Daniela, Konrad und ich werden dir helfen, falls du doch noch lebst.

Und wenn nicht, verdammt nochmal, dann lass dich finden. Es ist dann eh alles anders und für dich soweit erledigt.

Aber mein Leben und das von Laura geht weiter.

Konntest oder wolltest du uns wirklich in solch einen Scheiss mit rein ziehen?

Diese Antwort bist du mir schuldig – bist du deiner Tochter schuldig!

Bist du doch nicht tot?

Bist du wirklich abgehauen? Getürmt?

Hast deine zwei Mädels im Stich gelassen – einfach so?

Du scheiss verdammtes Arschloch.

So, nun ist es raus.

Denkst du auch mal an uns?

Ich habe dich in jeder Situation unterstützt. Bin immer für dich da gewesen. Wäre es auch jetzt noch. Ja, du hast dein Gesicht verloren.

Doch du hast somit die Chance, und glaub mir, jeder kriegt im Leben eine zweite Chance, ein neues Gesicht zu gestalten. Ein wahrhaftiges. Ein reines Gesicht. Ohne Masken und ohne Maskerade.

Ich fange an, dich immer mehr zu sehen, wie und was du wirklich bist.

Es gelingt mir allmählich, hinter deine Fassade zu blicken, hinter die Mauern zu sehen. Zuerst war es nur ein klitzekleines Guckloch, doch es wächst von Tag zu Tag mehr zu einem Fenster und erlaubt Einblicke, die ich zuvor noch nie hatte. Nun sehe ich die Fotos anders an als vorher.

Trotz alledem behältst du deine guten Seiten. Doch kapieren tust du das nicht, stimmt` s?

Wenn du abgehauen bist, dann mit Hilfe von Pipo. Ich mochte ihn noch nie. Er hat etwas Unreines an sich und solche Menschen sind ein Magnet für dich.

Ich bitte dich inständig: Bleib im Land, ohne gefälschte Papiere. Nimm dir die Zeit und dann steh zu deinem Scheiss. Wenn nicht für dich, dann für unsere gemeinsame Tochter. Dann wirst du auch dann noch ehrenhaft sein. Dann kannst du ihr somit zeigen, wie wahrhaftig es ist, zu seinen Taten zu stehen. Dann bist du auch noch der Held, der Grosse, den du uns und dir immer vorgespielt hast. Ich erreiche dich mit meiner Energie, das weiss ich. Denn zwischen uns gibt es ein Band. Das haben du und auch ich bereits mehrmals erfahren. Also fang an, zu denken und zu fühlen. Du hast Angst, doch ich bin da. Laura ist da. Daniela ist da.

Andrea ist da. Tina ist da. Also komm zur Vernunft, denn das, was du machst, ist der langsam schleichende Tod.

Hallo Stefan!

Am Vormittag ging es mir schlecht. Doch im Laufe des Tages immer besser. Sitzt du irgendwo verzweifelt und traurig da und überlegst, was du tun sollst? Alles läuft darauf hin, dass du abgehauen bist.

Also ehrlich: Die Sache mit dem Scheck. Ich weiss nicht, ob du dafür einen Preis für Genialität, Dreistigkeit oder Kriminalität bekommst.

WAS SOLL DAS?

Du bist eindeutig krank!

Dass du eine ziemlich schwarze Seite hast, das wurde mir zunehmend klarer. Oder du hast eindeutig zu viele Krimis angesehen.

Also Mann, überlege, nimm dir halt die Auszeit. Überlege sorgfältig, denn es gibt nur einen Weg. Sandras Engel sind schon bei dir. Ich sende dir auch ein paar Engel und Helferlein dazu. Alle beten für dich und auch für mich und Laura. Ich sende dir hiermit gute Gedanken, dass du den Mut und die Kraft aufbringst, zurück zu kommen und dich zu melden!

Bis zum Nachmittag ging es mir gar nicht gut. Magdalena hat da geschlafen und das Frühstücksthema war somit für diesen Tag gerettet.

Doch als sie ging und ich den geregelten Samstagseinkauf machte, hätte ich am liebsten davonlaufen wollen. So wie du. Diese vielen Menschen.

Anschliessend habe ich sämtliche Bücher von dir (bis auf «Im Namen der Ehre») zum Samariterbund gebracht, für deren grossen Bücherflohmarkt.

Das hat gut getan. Es hat irgendwas Reinigendes, Dinge loszuwerden, die nur belasten. Deine Bücher handeln fast alle von Geld. Ist das dein Schicksal? Dein Verderben?

Am Nachmittag war ich bei Chiara. Nachdem ich mich bei ihr ausgeheult habe, war es doch noch ganz fein. Jedoch als Chiara und ihr Mann daraufhin nochmals wegfuhren, hätte ich schreien können. So darf man nicht voneinander gehen. Und was hätte ich darum gegeben, wenn dies mein derzeitiges «Problem» wäre. Alles – bis auf mein Kind! Karlheinz rief mich an und erklärte mir, dass Bertram und Bettina und er und Uschi dich anzeigen wollen. Ich kann sie sehr gut verstehen, doch bringt es nichts. Du wirst dieses Geld schon lange nicht mehr haben.

Tina und ihre Mama wiederum sind mit dem Pendel auf den Ardetzenberg Richtung Levis gelaufen. Bis an eine Stelle, an der es hinabgeht.

Es hat ausgeschlagen. Doch es liegt viel zu viel Schnee. Wenn es taut, versuchen sie Hunde zu organisieren.

Bist du gestürzt? Oder hast du dich in ein Zimmer eingemietet? Was auch immer geschieht, alles hat sich verändert. Doch ich sende den Wunsch an das Universum: «Dass ich dich wiedersehe – tot oder lebendig!»

Wie es dann weitergeht, das weiss die göttliche Kraft allein. Mein Weg, den ich beschreiten muss, wird immer deutlicher…

Vor einer Woche war meine Welt noch in Ordnung. Wir waren noch eine Familie, wir drei. Stefan, es tut so weh, so unglaublich weh.

Wir hatten das letzte Mal Sex miteinander, genau jetzt vor einer Woche. Schnell und gierig. Ich ging dann in die Badewanne, du sahst dir das Skirennen an. Wir gingen essen nach Maria Grün im schönen Fellengatter. Anschliessend...



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