Kohlrausch | Das Geheimnis des Wassers | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Kohlrausch Das Geheimnis des Wassers

Bereicherte Ausgabe. Das Rätsel um Erna Herterich (Krimi-Klassiker)
1. Auflage 2017
ISBN: 978-80-272-3738-8
Verlag: Musaicum Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Bereicherte Ausgabe. Das Rätsel um Erna Herterich (Krimi-Klassiker)

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-80-272-3738-8
Verlag: Musaicum Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In 'Das Geheimnis des Wassers' von Robert Kohlrausch taucht der Leser in eine faszinierende Welt ein, in der das Wasser im Mittelpunkt steht und seine mysteriösen Eigenschaften erforscht werden. Kohlrausch präsentiert eine Vermischung aus Fakten und Fiktion, die den Leser dazu bringt, über die Natur des Wassers und seine Rolle im Universum nachzudenken. Der Autor widmet sich einer präzisen und wissenschaftlichen Herangehensweise, die durch seine poetische Sprache bereichert wird, was dem Buch einen einzigartigen literarischen Stil verleiht. 'Das Geheimnis des Wassers' steht in einer Tradition von Werken, die das Unsichtbare und Unerklärliche der Natur erforschen, und lädt den Leser ein, die Welt des Wassers auf eine neue und tiefgreifende Weise zu betrachten. Robert Kohlrausch, ein renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Hydrologie, schöpft aus seinem Fachwissen und seiner Begeisterung für das Thema, um dieses Buch zu verfassen. Seine Expertise in der Erforschung der Eigenschaften des Wassers und sein Talent, komplexe wissenschaftliche Konzepte verständlich darzulegen, machen ihn zu einem vertrauenswürdigen und authentischen Autor. Für Leser, die an der faszinierenden Welt des Wassers interessiert sind und tiefer in seine Geheimnisse eintauchen möchten, ist 'Das Geheimnis des Wassers' von Robert Kohlrausch ein Muss. Dieses Buch bietet eine einzigartige Perspektive auf ein allgegenwärtiges Element und eröffnet neue Horizonte des Verständnisses und der Wertschätzung für die Natur.

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Zweites Kapitel


Eine Nacht war hingegangen, seit Erna den Weg ins Verderben gemacht hatte. Jetzt war wieder neues Licht in der Welt, und es fiel auch in das Amtsgemach des Kriminalrats Dr. Karl Berninger. Er saß an seinem Arbeitstisch, auf dem ein offenes Aktenheft vor ihm lag. Ein zur Protokollführung bestimmtes, ältliches Männchen mit einem klugen, kahlen Kopfe beugte sich über einen anderen in der Nähe stehenden Tisch und studierte im Strafgesetzbuch.

Jetzt richtete Berninger an seinen Adlatus Naumann eine Frage: »Haben Sie gesehen, ob unsere Plakate schon angeschlagen sind?«

»Jawohl, Herr Doktor! Die Leute stehen bereits in Haufen davor. Aber ob die Plakate diesmal mehr einbringen werden als falsche Bekundungen —«

»Wir müssen es abwarten. Die Haverland hat einen Vorsprung von ein paar Tagen; sie hat sich schon in Sicherheit bringen können. Ich bin eben dabei, den Fall van Berg nach Ihrem Protokoll noch einmal durchzugehen. Die Sache liegt anscheinend sehr einfach. Durch die Flucht hat sich diese Haverland eigentlich selbst schon ihr Urteil gesprochen.«

Herr Naumann antwortete nur mit einer Neigung des Kopfes, in der sich ein wenig Zweifel aussprach. Berninger aber wandte sich wieder seinem Aktenstudium zu.

Ja, so war es: Im Villenvorort Heide war vor drei Tagen abends Herr Christian van Berg mit Morphium vergiftet worden. Er war schon längere Zeit schwer leidend gewesen, wenn er auch seine — vielleicht nicht ganz einwandfreien Geldgeschäfte bis kurz vor seinem Tode vom Krankenlager aus fortgeführt hatte. Jeden Abend bekam er eine ziemlich starke Dosis Morphium in Wasser, um seine Schmerzen für die Nacht erträglich zu machen. Die Tropfen waren ihm bis vor einiger Zeit von seiner Frau Hilde, geborenen Urban, regelmäßig persönlich gereicht worden; seit ein paar Wochen hatte sie jedoch dieses Amt ihrer Gesellschafterin, Fräulein Berta Haverland, übertragen. Sie selbst hatte sich ihrer Angabe nach die Nerven durch die lange Krankenpflege völlig ruiniert, und so hatte sie begonnen, gegen Abend ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Auch an dem Abend, als ihr Mann starb, war sie nicht zu Hause gewesen und erst wiedergekommen, als er schon tot war. Der Kranke hatte während ihres Fortseins Besuch von einer ihrer Verwandten, Fräulein Erna Herterich, gehabt. Beim Fortgehen Fräulein Herterichs hatte der Diener die Gesellschafterin rufen müssen, weil sie sich von ihr verabschieden wollte. Fräulein Haverland war im großen Gartenzimmer gewesen, als der Diener sie suchte; gerade hatte sie dort aus einem kleinen Wandschrank das Morphium-Fläschchen herausgenommen und neben einem Glas mit Wasser auf den Tisch gestellt. In Begleitung des Dieners war Fräulein Haverland auf den Flur hinausgegangen und hatte dort ein paar Minuten lang mit Erna Herterich gesprochen, die dann das Haus verlassen hatte.

Als Berninger so weit im Lesen gekommen war, machte Naumann eine der Bemerkungen, die den Vorgesetzten immer aufs neue überraschten.

»Die paar Minuten, in denen Fräulein Haverland mit Fräulein Herterich auf dem Flur draußen sprach, standen Wasserglas und Morphiumtropfen unbeaufsichtigt im Gartenzimmer.«

Berninger lachte. »Mein lieber Naumann, Sie zimmern sich wohl wieder einen Kriminalroman zusammen?«

»Ich denke nur an den Fall Winterstein, in dem die Sache ähnlich lag. Damals kam es gerade noch zu rechter Zeit heraus, daß ein scheinbar Unbeteiligter Gift in das ebenfalls unbeaufsichtigte Glas geschüttet hatte. Sonst hätte man leicht einen Unschuldigen geköpft.«

Ein wenig Mißbehagen war jetzt in Berningers Lachen, als er antwortete: »Die Nürnberger köpfen keinen, sie hätten ihn denn. Wer aber sollte den Mord verübt haben, wenn nicht Fräulein Haverland?«

»Herr Doktor, ich frage nur, wer außer ihr die zu große Dosis des Giftes in das Glas hineingetan haben könnte, bevor sie wieder ins Gartenzimmer kam und es holte?«

»Mein lieber Naumann, Sie werden heute wieder Herr Phantasus!« entgegnete Berninger.

»Macht nichts. Der Herr Phantasus hat schon ein paarmal mit seinen Phantastereien recht behalten.«

»Soll nicht abgestritten werden! Aber wen haben Sie denn als Mörder in petto, wenn Fräulein Haverland unschuldig sein soll?«

»Noch keinen Bestimmten. Ich frage bisher nur, wer es außer ihr getan haben kann? Es waren, von ihr und Herrn van Berg abgesehen, an dem Abend unseres Wissens nur noch drei Personen im Hause; Frau van Berg war ausgegangen, Fräulein Herterich war fort. Blieben also: die Köchin, das Hausmädchen, der Diener, die aber meines Erachtens weniger in Frage kommen. Viel wahrscheinlicher ist mir, daß der Mörder von außen gekommen ist.«

»Von außen?«

»Jawohl, aus dem Garten. Wir kennen doch die Lage des kleinen Vorzimmers. Dann folgt ebenfalls nach dem Garten hinaus, neben dem Vorzimmer der geräumige Flur. Von ihm aus konnte niemand eindringen, weil hier Fräulein Herterich mit Fräulein Haverland sprach. Wohl aber von der anderen Seite des Gartenzimmers.«

»Dort läuft ein schmaler Korridor nach einem Seiteneingang für die Lieferanten.«

»Jawohl, jawohl!« Phantasus war in Feuer gekommen. »Diese Tür wurde nie vor neun Uhr abends geschlossen, wie der Diener bekundet hat. Wer die Gelegenheit genau kannte, für den war es das Werk von ein paar Minuten, hier einzudringen. Er konnte von außen sehen, ob das Gartenzimmer leer war, brauchte nur die Tür des Nebeneingangs aufzumachen und konnte mit einem Griff auch die nahe gelegene Zimmertür öffnen.«

»Das wäre doch ein höchst gefährliches Unternehmen gewesen! An die Sache kann ich nicht glauben, wenn ich sie selbst auch bereits in Betracht gezogen habe.«

Phantasus legte den Kopf auf die Seite: »Das Unternehmen war ziemlich ungefährlich, wenn der Eindringling in irgendeiner Beziehung zum Hause stand, also dort anstandslos aus- und eingehen konnte.«

Berninger lachte: »Ich merke schon, worauf Sie zielen. Ihre Vorbedingung trifft ganz ausgezeichnet auf Fräulein Herterich zu. Sie wußte genau dort Bescheid, konnte nach dem Gespräch mit Fräulein Haverland rasch durch den Garten gehen, die beiden Türen öffnen, das Gift in das Glas tun und so den Mann ihrer Kusine vergiften. So war es gemeint, nicht wahr?«

Naumann legte den Kopf noch ein wenig mehr auf die Seite. »Doch nicht so ganz, Herr Doktor. Der Fall ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Da könnten doch andere Leute noch eher in Frage kommen. Herr van Berg war ein reichlich dunkler Ehrenmann, und sein Tod bedeutet keinen Verlust für die Menschheit. Aber solch ein Mann hatte natürlich unter seinen sogenannten Freunden bittere Feinde.«

»Ach, Unsinn, Phantasus! Machen Sie mir den Kopf nicht wirr. Wir haben in der für eine Schuldlose völlig sinnwidrigen Flucht Fräulein Haverlands einen starken Beweis für ihre Schuld.«

Naumann machte mit Kopf und Schultern eine zweifelnde Bewegung. »Es war kaum wunderbar, wenn sie Besinnung und Überlegung verlor. Sie war von Frau van Berg als Giftmischerin beschuldigt worden. Sie selbst, sehr verehrter Herr Doktor, hatten eine Menge verdächtiger Indizien um sie aufgehäuft, — da muß ein junges Mädchen schon eine hübsche Summe gesunden Menschenverstandes haben, wenn es keine Dummheiten machen soll.«

»Ach was, darum braucht man doch nicht bei Nacht und Nebel zu verduften!«

»Man brauchte es nicht. Aber solche Torheiten können sehr menschlich sein, wenn man sich unschuldig verfolgt fühlt.«

»Unschuldig! — Wer sagt Ihnen denn, daß dies Fräulein Haverland unschuldig ist?«

»Mein Gefühl, Herr Doktor! Ich habe sie genau beobachtet und behaupte: so beträgt sich keine Schuldige.«

Berninger, der ärgerlich aufgesprungen war, ging ein paarmal überlegend auf und ab. Dann nahm er seinen Sitz wieder ein und sagte: »Na, schuldig oder unschuldig, die Person ist uns jedenfalls durch die Lappen gegangen, und wir werden —«

Ein Öffnen der Tür unterbrach ihn, und ein Schutzmann meldete —, daß die Schneiderin Minna Hilsenbeck eine Meldung in der Mordsache van Berg zu machen wünsche.

Berninger gab Auftrag, sie hereinzuführen. »Da geht es los, das Gelaufe nach ausgeschriebenen Belohnungen. Wollen sehen, was diesmal dabei herauskommt!«

Fräulein Hilsenbeck ging mit kleinen Schritten auf Berninger zu: »Hier bin ich doch wohl am rechten Ort, um wegen der ausgeschriebenen Belohnung etwas auszusagen?«

»Allerdings. — Was haben Sie zu berichten?«

»Der Herr Doktor müssen mir gütigst gestatten, zunächst ein paar Worte von mir selbst zu sagen. Ich bin Schneiderin und arbeite für die reichsten Häuser der Stadt. Auch Frau van Berg darf ich zu meinen Kundinnen zählen.«

»Haben Sie für Fräulein Haverland auch gearbeitet?«

»Ich wollte darauf gerade kommen. Das eine muß ich nur noch bemerken, daß ich stets nur nach eigenen, selbstgezeichneten Modellen arbeite, deshalb auch kein Stück aus der Hand gebe, das ich nicht sofort auf den ersten Blick als meine Schöpfung wiedererkenne. — Vor kurzem nun hat Fräulein Haverland sich einen Mantel von mir machen lassen. —«

»Von welcher Farbe war dieser Mantel?«

»Von einem sehr feinen, ganz aparten, dunklen Grau, mit etwas Gelb gemischt. Und ein Besatz befand sich darauf, der einfach aber wirklich außerordentlich geschmackvoll war.«

»Solch ein Mantel wird in der Tat im Zimmer von Fräulein Haverland vermißt. Aber was haben Sie weiter über diesen Mantel zu sagen?«

Minna Hilsenbeck trat stolz ein paar Schritte vor. »Daß ich Fräulein Haverland...



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