Koontz | After Death - Ein Thriller | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Koontz After Death - Ein Thriller

Thriller
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98676-239-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

ISBN: 978-3-98676-239-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In einem geheimen Forschungslabor stirbt die gesamte Belegschaft innerhalb von Minuten durch einen künstlich geschaffenen Mikroorganismus – doch Michael Mace beginnt in der Leichenhalle wieder zu atmen.
Als wäre dies nicht schon Wunder genug, muss er feststellen, dass er nun über besondere Fähigkeiten verfügt. Er kann mit seinen Gedanken online gehen und bekommt so Zugriff auf Smartphones, GPS-Transponder und Sicherheitssysteme. Kurz gesagt, alles Digitale ist für Michael wie eine offene Tür.
Nachdem Michael aus der Leichenhalle flüchtet, setzt sich ein psychopathischer Agent auf seine Spur. Dessen einziges Ziel: Michael wieder zu töten.

Hightech-Thriller mit viel Action und Nervenkitzel. Superspannend und voller haarsträubender Szenen.

People Magazine: »Koontz hat ein Händchen dafür, das Bizarre und Unheimliche so alltäglich erscheinen zu lassen wie einen Sonnenaufgang.«

Tampa Tribune: »Weit mehr als ein Genre-Autor. Die Seele seines Werks sind die Figuren und die Suche nach Sinn. Deshalb wird man seine Romane noch lesen, wenn die Geister und Monster der meisten Genre-Autoren längst auf dem Dachboden verstauben.«

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EIN WENIG NACHTARBEIT

Die Sterne sind erloschen und der ertrunkene Mond treibt knapp unter der Oberfläche eines Sees aus durchsichtigen Wolken.

Ratten nisten in den Kronen der Dattelpalmen: von Flöhen geplagte Eindringlinge, die überwiegend in ihren hohen Nestern bleiben und sich nur selten in dieser illustren Villenkolonie zeigen, in der Größen aus Kunst und Wirtschaft auf bewachten Landsitzen leben, in denen es kein Ungeziefer gibt.

Um 3:10 Uhr morgens, als Michael Mace in flottem Tempo durch eine elegante Wohngegend unterwegs ist, erstarrt eine wohlgenährte Ratte mit langem Schwanz bei ihrem Abstieg einen Palmenstamm hinunter. Ihre Öltropfen gleichenden Augen glänzen im gelblichen Widerschein der nächsten Straßenlaterne. Er stellt keine Gefahr für das Tier dar, aber es denkt anders und verschwindet schleunigst wieder in der Kaskade aus Palmwedeln, aus der es sich vorgewagt hat.

Keine zehn Meilen südlich von hier sind Straßen, die einst stattlich wie diese waren, heute für Ratten und Menschen gleichermaßen gefährlich. Die zugemüllten Gehwege und Parks sind teilweise unpassierbar, durch die chaotischen Lager der Süchtigen und Geisteskranken blockiert, die eine kleinere Anzahl von vernünftigen, geistig gesunden echten Obdachlosen, deren Bedürfnisse die Behörden ignorieren, unverdient in Verruf bringen. In diesen Bezirken wimmelt es von wilden Katzen, die genau wissen, wo reichlich Nagetiere, Kakerlaken und andere Leckerbissen zu finden sind.

Im Gegensatz dazu toleriert diese reiche Gemeinde solche degoutanten Festmähler nicht. Als Reaktion auf den starken Anstieg von Straftaten, die aus umliegenden Bezirken herüberschwappen, deren herrschende Klasse sich für bewundernswert tolerant und aufgeklärt hält, hat der Stadtrat eine Aufstockung seiner Polizei beschlossen.

Ein Dodge Charger, ein Streifenwagen der hiesigen Polizei, biegt einen halben Block entfernt um die Ecke. Schatten werden größer, wandern und verkürzen sich wieder, als die Scheinwerfer die Avenue ausleuchten, auf der einst zu jeder Tages- und Nachtzeit reger Verkehr herrschte. Jetzt sind die Fahrspuren leer. Und auf den Gehwegen ist nur ein Fußgänger unterwegs.

In einer stinkreichen Stadt wie dieser muss ein einzelner Fußgänger nach Mitternacht unweigerlich die Aufmerksamkeit der Ordnungsmacht erregen. Trotzdem bleiben die Blinkleuchten auf dem Dach des Streifenwagens dunkel. Beim Näherkommen beschleunigt das Fahrzeug sogar.

Vielleicht ist der Mann am Steuer gegen Ende seiner Schicht abgelenkt und schläfrig. Oder vielleicht hat ein Kollege über Funk sofortige Unterstützung angefordert. Im Widerschein des Computerterminals und des digitalen Verwarnungsdruckers wirkt der vorbeiflitzende Fahrer gespenstisch, weniger Fakt als Form, sein Gesicht ein blasses Oval, spektral und ohne deutliche Züge.

Zwei Blocks weiter erreicht Michael ein Geschäftsviertel. Das aufsteigende Motorengeräusch unsichtbarer Lastwagen und anderer Fahrzeuge wird von Reihen hoher Gebäude zurückgeworfen, sodass es von einer geheimnisvollen Maschinerie tief unter der Erde zu kommen scheint.

Hier brennen keine Straßenlaternen. Die Stadt bezieht ihren Strom von einem regionalen Versorgungsunternehmen, das den Verbrauch in dieser Zeit der Engpässe durch Strafzahlungen und hohe Preise eingeschränkt hat. Um Einbrüche und Raubüberfälle einzudämmen, bleibt die Straßenbeleuchtung überwiegend für Wohngebiete reserviert. In diesen von mehrstöckigen Häusern gesäumten Straßen mit Restaurants und Luxusgeschäften sind Geschäfte, die früher die ganze Nacht hindurch glitzerten, nach Ladenschluss dunkel.

Abgestellt wurden die zu einer Plage gewordenen Diebstähle durch eingeschlagene Türen und Schaufenster mittels Einbau schussfester Scheiben mit versteckten Rollläden aus Stahl, die mit Druckluft herunterrattern, sobald das Glas bei einem Einbruchsversuch nachzugeben droht. Sie halten sogar Autos auf, die als Rammen eingesetzt werden. Potenzielle Kunden werden noch auf dem Gehweg nach Waffen gescannt – Pistolen, Messer, Hämmer, was auch immer –, bevor sie die Tür erreichen, die sich automatisch verriegelt, wenn eine Gefahr erkannt wird. Geschätzte Stammkunden und -klienten werden durch Gesichtserkennung identifiziert und eingelassen. So bleibt ihnen die Peinlichkeit erspart, sich erklären zu müssen, wenn sie zur Selbstverteidigung Schusswaffen tragen. Dank dieser Vorsichtsmaßnahmen können die teuersten Geschäfte die Illusion von zeitlosem Glamour und risikolosen Privilegien aufrechterhalten.

An einer mit Klinkersteinen gepflasterten überraschend sauberen Gasse liegen die Türen der Hintereingänge von Restaurants und Warenlagern, die sicher wie die Türen von Munitionsbunkern sind. Sie werden mit schlichter Eleganz präsentiert, die sonst in den Gassen von Geschäftsvierteln selten anzutreffen ist. Sogar die Abfallcontainer sind in gutem Zustand, frisch gestrichen und diskret.

In Düsternis, die der verschleierte Mond nur wenig aufhellt, lieber bei Licht unterwegs, aber gut ans Dunkel angepasst, geht Michael zu einem vierstöckigen Bau rechts voraus weiter. Die Haustür und das Rolltor einer Doppelgarage sind mattschwarz lackiert, tragen aber weder eine Hausnummer noch einen Firmennamen.

Hier gibt es ein elektronisches Schloss, das er öffnen muss, und eine Alarmanlage, die er deaktivieren muss, als er den schwach beleuchteten Eingangsbereich betritt und die Tür leise hinter sich schließt. Für ihn sind dieses Leben und seine Fähigkeiten so neu, dass sie ihn noch immer staunen lassen.

Die Anwaltsfirma Woodbine, Kravitz, Benedetto & Spackman besitzt dieses Gebäude, nutzt alle fünf Geschosse selbst und beschäftigt 81 Mitarbeiter. Links von Michael führt eine Tür in die zweigeschossige Tiefgarage hinunter.

Er geht durch die Schwingtür direkt vor ihm weiter und folgt dem Korridor im Erdgeschoss, der an der Registratur und den Büros bestimmter juristischer Mitarbeiter vorbeiführt. An seinem Ende geht er durch eine weitere Schwingtür.

Reichtum und Macht der Anwaltsfirma werden durch den höhlenartigen unproduktiven Raum demonstriert, den die Eingangshalle einnimmt, die zu dieser späten Stunde nur schwach indirekt beleuchtet ist. Schwarzer Granitboden. Wandpaneele aus honigfarbenem Anigré-Edelholz. Mit Weißgold abgesetzte hohe Gewölbedecke. Große, dramatische – und nach Michaels Ansicht langweilige – Gemälde von Jackson Pollock, die Millionen gekostet haben, präsentieren bedeutungslose Farbklecksereien, die von der schlichten Eleganz der makellos glatten Paneele ablenken.

Die beiden Aufzüge haben Edelstahltüren mit angedeuteten Art-déco-Motiven. Aus Sicherheitsgründen erfordert ihre Benutzung die Eingabe eines fünfstelligen Zahlencodes. Jeder Mitarbeiter hat einen persönlichen Code. Tagsüber werden Gäste und Mandanten von einer der beiden Empfangsdamen zu den Aufzügen geleitet. Obwohl Michael selbst keinen Code hat, weiß er alle und könnte mit dem eines beliebigen Mitarbeiters einen Aufzug benutzen, aber obwohl der pneumatische Lift sehr leise ist, könnte er den Mann alarmieren, den er hier aufsuchen will.

Für den Brandfall sind Notausgänge zu einem Treppenhaus vorgeschrieben. Auf den Plänen, die im Bauamt der Stadt archiviert und für Michael leicht zugänglich sind, ist eines eingezeichnet. Die Treppe verbirgt sich hinter einem Paneel, auf dem ein riesiger Pollock hängt, der das mentale Chaos von extremem Alkoholmissbrauch überzeugend abbildet und zelebriert. Eine verdeckte Taste am Bilderrahmen entriegelt das Schloss, sodass die Geheimtür nach außen schwingt.

Die in Absätze unterteilte Treppe ist aus Beton, nicht aus Stahl. Um das Risiko zu vermindern, dass jemand stürzt und auf Schadenersatz klagt, haben ihre Stufen Trittflächen aus Gummi. Die in regelmäßigen Abständen angebrachten LED-Wandleuchten brennen 365 Tage im Jahr Tag und Nacht.

Oben im vierten Stock horcht Michael auf seine Atemzüge, die so leise sind, dass er vielleicht nur interne Geräusche hört: das rhythmische An- und Abschwellen seiner Lungenflügel. Ein Beobachter könnte vielleicht glauben, dort stünde ein Toter, aber er ist nicht mehr tot.

Von dieser Seite aus ist die Tür nicht versteckt, und das elektronische Schloss lässt sich durch einen einfachen Hebel entriegeln. Er betritt einen Raum mit Anigré-Paneelen. Der Fußboden ist nicht mit billigen Fliesen, sondern mit hell glänzendem Quarzit in großen Tafeln ausgelegt. Die Empfangstheke ist ein wie geschmolzen fließendes Wunderwerk aus gebürstetem Edelstahl mit einer Platte aus Quarzit. Acht bequeme Sessel stehen für Besucher bereit, die durch langes Warten begreifen lernen, dass sie weniger bedeutend als der Mann sind, dessen Rat sie einholen möchten.

Gegenwärtig besteht die ganze Beleuchtung aus zwei Alabaster-Wandlampen auf beiden Seiten einer Tür in der Rückwand des Raums.

Links davon, hinter einer Glaswand mit eingeätzter Stadtsilhouette, liegt ein Konferenzraum im Schatten – 20 Stühle an einem langen Tisch. Rechts führt ein Fenster auf Straßen hinaus, die arm an Licht und reich an Gefahren sind.

Michael geht um die Theke herum und zu der beleuchteten Tür weiter. Hinter ihr liegt das Büro von Carter Woodbine, Gründer und Seniorpartner von Woodbine, Kravitz, Benedetto und Spackman.

Normalerweise vereinbart Woodman Termine nur zwischen zehn und 16 Uhr. Bei dieser Gelegenheit trifft er sich jedoch nicht mit gewöhnlichen Mandanten, und selbst dieser große Mann ist vor Tagesanbruch aktiv, wenn die Angelegenheit, mit der er sich befassen soll, lohnend genug ist.

Wie in den öffentlichen Bereichen...


Koontz, Dean
Dean Ray Koontz wurde im Juli 1945 in Pennsylvania geboren. Er verkaufte weit über 500 Millionen Bücher, die in 38 Sprachen übersetzt wurden. Dean Koontz ist einer der erfolgreichsten Autoren der Welt.
Er lebt mit seiner Frau Gerda in Südkalifornien.

The Times: »Dean Koontz ist nicht nur der Experte für unsere dunkelsten Träume, sondern auch ein literarischer Künstler.«



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