E-Book, Deutsch, 234 Seiten
Reihe: Parker's 7
Kowalsky Parker's 7
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-911071-08-6
Verlag: POG-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Duell der Meister
E-Book, Deutsch, 234 Seiten
Reihe: Parker's 7
ISBN: 978-3-911071-08-6
Verlag: POG-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Daniel Kowalsky (Jg. 1966) Autor der erfolgreichen Jugendbuch-Reihe 'Joe Hart und die Blauen Tiger', der Kinderbuch-Reihe 'Käpten Sturm' und der Jugendbuchreihe 'Lion Daniels' oder auch 'Babylon Reihe' genannt. Geboren in Detmold, wohnt im Südschwarzwald, verheiratet, 2 Söhne, Realschullehrer. Hobbys: Pianist & Songwriter, Kajakfahren, Fußball, Biking, Reisen, Abenteuer... SPANNUNG - DAS IST MEIN DING Ein spannendes Buch hat mich selbst zum Lesen gebracht. Jede Leseratte kennt dieses einzigartige Leseerlebnis, wenn man ein Buch am liebsten von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen möchte, ohne es wegzulegen. Actiongeladene Hochspannung, und zwar schon von der ersten Seite an, gepaart mit viel Realismus aber auch Humor: Das ist für mich als Autor auch der Anspruch an meine Bücher, die jugendlichen Lesern genau dieses kribbelnde Leseerlebnis geben sollen.
Zielgruppe
ab 12 Jahre, Teenager, junge Erwachsene
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Indonesien – 5. März, 23.15 Uhr
Ein Black Eye Helikopter schwebte dicht über der Wasseroberfläche des in über 2000 Meter Höhe liegenden Bergsees. Starker Regen hatte eingesetzt und sorgte mit dafür, dass der Spezial-Hubschrauber von der geheimen Bergfestung aus nicht gesehen werden konnte. Diese lag etwa zweihundert Meter über ihnen auf einem Bergkamm. Damit auch keine Geräusche nach oben drangen, hatte die Pilotin den Flüstermodus aktiviert – eine völlig neue Antriebsart, die das Fluggerät für kurze Zeit absolut lautlos durch die Luft gleiten ließ. Ein Radarstörgerät an Bord der Maschine sorgte außerdem dafür, dass sie nicht von den Überwachungsgeräten des Gegners geortet werden konnten. Das war wichtig, denn der Erfolg dieses Einsatzes hing maßgeblich davon ab, dass sie vollkommen unbemerkt blieben.
Jeff Parker, der den Einsatz persönlich anführte, gab Marielle, der Pilotin des Hubschraubers, das Signal. Sie legte einen Schalter um. Sofort öffnete sich am Boden des Fluggeräts eine kleine Luke.
„Du zuerst!“, raunte Jeff seinem sechzehnjährigen Sohn Ben zu, der wie er selbst einen schwarzen Taucheranzug trug und nur noch auf das Kommando zum Absprung gewartet hatte.
Ben setzte sich an den Rand der Luke, die Beine in der Luft baumelnd. Dann ließ er sich ins kalte Wasser fallen, das in vollkommener Dunkelheit unter ihnen lag. Als nächstes begab sich Jeff zur Luke. Er warf zwei Schwimmsäcke ins Wasser, welche die für den Einsatz benötigte Ausrüstung enthielten, und folgte anschließend seinem Sohn.
Der Hubschrauber drehte ab und verschwand in der Dunkelheit. Jeff und Ben setzten die Tauchermasken auf, die mit empfindlichen Nachtsichtgeräten ausgestattet waren. Die Innenseiten der Masken verfügten über Displays, die nicht nur das Bild der Nachtsichtgeräte, sondern auch streng geheimes Kartenmaterial anzeigten, das Jeff von einem befreundeten Geheimagenten bekommen hatte.
„Siehst du den kleinen dunklen Fleck auf dem Display?“, fragte Jeff seinen Sohn. „Das ist er – der Eingang zur Wasserhöhle.“
Sie legten die Sauerstoffmasken an und tauchten unter. Kurz darauf erreichten sie den Grund des Sees. Direkt vor ihnen lag der Eingang zu einer Höhle, die in den Berg hineinführte.
Dank eines speziellen Kommunikationssystems konnten sie auch unter Wasser miteinander sprechen. Die beiden schwammen in die Höhle hinein und folgten dem vor ihnen liegenden Gang, der nur etwa anderthalb Meter hoch war. Nach etwa fünfzig Metern öffnete sich der Gang zu einer großen Unterwasserhöhle, die fünf bis acht Meter hoch und zehn bis zwölf Meter breit war.
„Laut unserer Karte ist das die ‚Kathedrale‘“, stellte Jeff fest. „Sie liegt direkt unterhalb der Festung.“
Sie folgten einem Schacht, der senkrecht nach oben führte und erreichten eine Höhle oberhalb der Wasseroberfläche.
„Von hier ist es nicht mehr allzu weit“, murmelte Jeff. „Dort geht es lang.“
?•?
Lilly und Anna waren frustriert. Seit Wochen wurden sie in dieser Festung gefangen gehalten, die sich irgendwo hoch oben im Bergland einer der westlichsten Inseln Indonesiens befand.
Anna schaute sehnsüchtig aus dem vergitterten Fenster ihrer neuen Zelle, in die sie wenige Stunden zuvor verlegt worden waren.
„Ich habe vorhin den Hubschrauber gesehen. Jeff ist im Anmarsch. Meinst du, er kann uns immer noch hier rausholen, obwohl wir verlegt wurden?“
Lilly schüttelte sanft den Kopf und legte ihre Hand auf die Schulter der jüngeren Schwester.
„Soll ich ehrlich sein?“
„Ja, bitte.“
„Nein, keine Chance. Die Zellen hier im Hauptgebäude sind viel zu gut bewacht. Jeff Parker ist auf so etwas nicht vorbereitet.“
Beide schwiegen und dachten darüber nach, woran sie sich noch wenige Stunden zuvor festgeklammert hatten. Alles war eigentlich zu schön gewesen, um wahr zu sein. Jeff Parker hatte über ein geheimes Kommunikationssystem Kontakt mit ihnen aufgenommen und ihnen mitgeteilt, dass er sie aus der Festung herausholen würde. Und sein Plan schien absolut durchführbar zu sein, weil Lilly und Anna in einem der Außentürme der Festung eingesperrt gewesen waren.
Die einzige Herausforderung bestand darin, unbemerkt in die Festung zu gelangen. Sie brauchten extrem schlechtes Wetter, damit Jeffs Fluggerät nicht von der Flugabwehr gesehen werden konnte.
Als sich dann am Vorabend ein Unwetter angekündigt und sie endlich die erlösende Nachricht von Jeff bekommen hatten, dass es noch in dieser Nacht losging, war die Vorfreude groß gewesen. Doch dann war alles ganz anders gekommen.
Anna und Lilly waren noch am selben Abend ins Hauptgebäude der Festung verlegt worden, Jeffs Fluchtplan damit zunichte gemacht.
Und es gab noch ein weiteres Problem:
„Hast du Jeff erreicht und ihm gesagt, dass wir verlegt wurden?“, fragte Lilly. „Du weißt ja, dass mein Gerät ausgefallen ist.“
„Ich habe es versucht, aber er meldet sich nicht“, flüsterte Anna.
„Wir müssen die beiden unbedingt warnen, sonst laufen sie noch in eine Falle.“
Anna fing zu weinen an.
„Dann ist alles aus, oder?“
Lilly umarmte sie und ruderte schnell etwas zurück. Sie durfte nicht zulassen, dass Anna ganz den Mut verlor.
„Ach, das passiert schon nicht. Jeff passt immer auf sich auf. Anna, wir dürfen nicht alles so schwarzsehen – denken wir doch einfach mal an das, was alles immer noch gut ist.“
„Was meinst du?“
„Dass wir mit Jeff Parker und sogar mit unserer Familie nach wie vor Kontakt halten können, ohne dass es jemand merkt. Schau, wir sind Tausende von Kilometern auseinander, doch dank dieser HFS-Geräte (HFS = Hyper-Funk-Sender) in unseren Backenzähnen können wir alle miteinander reden. Wie gut, dass Jeff jedem von uns so ein geheimes Kommunikationsgerät eingebaut hat. Hab immer noch keine Ahnung, wie die Dinger funktionieren. Alex Parker war ein super Erfinder…“
Ein eisiger Windstoß drang durch das geöffnete Fenster nach drinnen und ließ Anna frösteln. Sie verschloss das vergitterte Fenster.
„Lilly, kapierst du es denn nicht?“, wimmerte Anna, die immer tiefer in ihren trüben Gedanken versank. „Jeffs Vater Alex ist tot. Wir sind alle gefangen. Unsere Flucht ist gescheitert. Was soll daran gut sein?“
Lilly schwieg und dachte über ihre Schwester nach, die erst zwölf Jahre alt war. Obwohl sie die Jüngste von allen war, besaß sie einen außergewöhnlichen Verstand, um den sie jeder in der Familie beneidete. Gerade jetzt brauchten sie dringend ihre Kreativität und ihren Ideenreichtum, um vielleicht doch noch hier herauszukommen. Nur leider hing Anna derart in ihrem gefühlsmäßigen Loch fest, dass sie überhaupt nicht mehr denken konnte.
Lilly beschloss, etwas dagegen zu unternehmen.
„Anna, wir lassen uns jetzt nicht unterkriegen! Noch ist nichts verloren. Und ich brauche dich jetzt ganz dringend. Nur gemeinsam kriegen wir das hin.“
Anna setzte sich aufs Bett und starrte ihre fünfzehnjährige Schwester erwartungsvoll an. Lilly kannte Anna gut. Sie musste sie jetzt aufheitern und irgendwie ihren Ehrgeiz wecken.
Ihr fiel nichts Besseres ein, als einfach laut loszulachen.
„Also wir beide sitzen ja mal wieder ganz schön in der Patsche, Anna, findest du nicht? Und … eigentlich ist es ja völlig unmöglich, hier herauszukommen. Denn … es gibt da einfach zu viele … Probleme!“
Den letzten Satz, und vor allem das letzte Wort, sprach sie mit einer ganz speziellen Betonung aus – mit Erfolg.
Denn als Anna das Schlüsselwort ‚Probleme‘ hörte, legte sich in ihrem Gehirn ein Schalter um und sie blickte ihrer Schwester frech ins Gesicht.
„Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Wir müssen doch nur aus dieser lausigen Zelle herauskommen und uns zur richtigen Zeit am Westturm befinden. Welche Probleme meinst du genau?“
Lilly wusste, dass sie Anna nun endlich gepackt hatte. Jetzt musste sie das neu entzündete Feuer in ihr nur noch weiter schüren und ihren Ehrgeiz weiter anstacheln.
„Da fragst du noch? Fangen wir doch mal ganz hinten an. Stell dir vor, wir schaffen es tatsächlich bis zum Treffpunkt und werden dort mit dem Hubschrauber abgeholt. Dann wird der Heli sofort ins Visier genommen und mit einer Rakete abgeschossen.“
„Wie Jeff uns hier herausbringt, ist nicht unsere Sache. Wir kümmern uns um unsere eigenen Aufgaben“, konterte Anna.
In einem ironischen Unterton fuhr Lilly fort.
„Na gut, dann konzentrieren wir uns doch mal auf unsere eigenen Aufgaben! Ist ja alles kein Problem! Wir besorgen uns einfach den Zellenschlüssel, überwältigen mal eben die Schlechte-Laune-Wächter, entschärfen im Vorbeigehen die Alarmanlage, welche die Tür nach draußen sichert und hoffen, dass die Soldaten im Überwachungszentrum unsere Flucht nicht bemerken. Und wenn wir das alles hingekriegt haben, begeben wir uns ganz gemütlich zum vereinbarten Treffpunkt, in der Hoffnung, dass Jeff und Ben zur richtigen Zeit dort auftauchen werden. Also alles ganz easy! Nur hab ich immer noch keinen blassen Schimmer, wie wir das in so kurzer Zeit hinkriegen sollen. So etwas muss ja eigentlich lange vorher gut geplant...




