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Kozicki | Wer schützte die Ebert-Republik? – Ein Heer von Spitzeln! | Buch | 978-3-86464-275-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 67, 376 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 400 g

Reihe: Hochschulschriften

Kozicki

Wer schützte die Ebert-Republik? – Ein Heer von Spitzeln!

Das Büro Kölpin 319. Die Spitzelzentrale in Westfalen
Monografie
ISBN: 978-3-86464-275-3
Verlag: trafo Wissenschaftsverlag

Das Büro Kölpin 319. Die Spitzelzentrale in Westfalen

Buch, Deutsch, Band 67, 376 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 400 g

Reihe: Hochschulschriften

ISBN: 978-3-86464-275-3
Verlag: trafo Wissenschaftsverlag


Während der Novemberrevolution 1918 bildeten die politischen Kräfte des alten Regimes, die Anhänger der Monarchie und des Militarismus, die Verbände des Antisemitismus und die antidemokratische Unternehmerschaft ein vielfältiges Netz von Spitzelorganisationen in der gesamten Weimarer Republik und besonders in der Hauptstadt Berlin als strategisches Element der Konterrevolution. Das einigende Band dieser reaktionären, teilweise präfaschistischen politischen Akteure war die imaginierte „große bolschewistische Gefahr“?, die angeblich dem deutschen Land von außen durch die siegreiche russische Revolution von 1917 und der revolutionären Linken von innen her drohte. Insbesondere die neugegründete KPD, die USPD als Antikriegspartei von 1917 und alle weiteren Organisationen der rätedemokratischen Bewegung bildeten die Objekte der Spitzel, Lockspitzel, Provokateure und Agenten. Das Ziel bildete die Wiederherstellung der ehemaligen Machtverhältnisse vor der Novemberrevolution zu Lasten der Arbeiterschaft.
Die Spitzenfunktionäre der SPD um die Führungsperson Friedrich Ebert, also die sozialdemokratischen Vertreter der Burgfriedenspolitik, förderten und benutzten diese gigantische Spitzelei in der neuen Republik, um ihre strategischen, politischen Ziele durchzusetzen, und erkannten nicht, welche Büchse der Pandora in Richtung der Entwicklung des deutschen Faschismus mit dem Datum 30. Januar 1933 sie öffneten. Kernstück der Konterrevolution bildete das Bündnis der SPD-Spitze in der Person von Friedrich Ebert als Reichskanzler und Volksbeauftragter, später als Reichspräsident, und der „Obersten Heeresleitung“ um Generalquartiersmeister Wilhelm Groener und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg. Daneben avancierte der Generalstabsoffizier Waldemar Pabst von der „Garde-Kavallerie-Schützen-Division“ zur Schlüsselfigur der deutschen Konterrevolution, der frühzeitig während der Novemberrevolution Geheimdienste gegen die „bolschewistische Gefahr“ einrichtete. Seine Kontakte waren reichsweit organisiert mit den örtlichen Nachrichtenstellen des Militärs.
Im Interesse des neuen Militarismus in Form der präfaschistischen Freikorps verhängte Ebert in seinen Funktionen als Volksbeauftragter und Reichspräsident insgesamt 136mal den Belagerungs- und Ausnahmezustand mit der Außerkraftsetzung demokratischer Rechte, besonders des Streikrechts der Arbeiterschaft. An dieser Stelle bekamen die „Berichte“ und Provokationen der Spitzel ihren strategischen Stellenwert. Häufig schufen sie die Vorwände für die Verhängung des Belagerungs- oder – nach der Verabschiedung der Weimarer Verfassung- des Ausnahmezustandes. Die bürgerliche Presse spielte in der Konterrevolution eine wichtige Rolle, denn sie wurde mit den erfundenen Spitzelberichten versorgt, um großformatig über die „bolschewistische Gefahr“ zu berichten.
Friedrich Eberts Regierung hatte einen erheblichen Einf?luss auf die Entwicklung der politischen Polizei in der neuen Weimarer Republik. Unter seiner Führung und der seines Reichswehrministers Gustav Noske wurde die politische Polizei durch den Berliner Polizeipräsidenten Eugen Ernst (SPD) systematisch wieder ausgebaut und genutzt, um die Arbeiterbewegung und die revolutionären Bestrebungen zu überwachen und zu unterdrücken. Der Sozialdemokrat Ernst blieb sogar während des reaktionären Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch im Amt des Berliner Polizeipräsidenten.
Ebert nutzte während seiner Reichspräsidentschaft den Artikel 48 der Weimarer Verfassung, um den Belagerungs- und Ausnahmezustand zu verhängen, was der politischen Polizei und den reaktionären, präfaschistischen Freikorps und der vorläufigen Reichswehr weitreichende Befugnisse zur politischen Unterdrückung der revolutionären Arbeiterbewegung ermöglichte. Es wurden Tausende von Spitzeln und Agenten eingesetzt, um die Aktivitäten der politischen Linken auszuspionieren und zu untergraben. Die politische Polizei spielte eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Arbeiterbewegung durch Überwachung, Verhaftungen („Schutzhaft“?) und weiteren Repressionen.
Philipp Scheidemann sprach in seinen im Exil 1935 niedergeschriebenen Erinnerungen von der „Militärfrömmigkeit Eberts“ und „Gutgläubigkeit Noskes“ sowie davon, dass das Verhältnis von Ebert zu der „Obersten Heeresleitung“ des Ersten Weltkriegs, zu den Generälen und den höheren Offizieren der Republik „teuer zu stehen kam“?. Aufgrund dieser Feststellungen von Scheidemann aus dem Innenleben der SPD-Führungsetage überrascht es nicht, dass Scheidemanns Erinnerungen erst nach fast 60 Jahren gegen den Willen der SPD-Spitze veröffentlicht werden konnten, unter dem Titel „Das historische Versagen der SPD – Schriften aus dem Exil“?.
Die vorliegende Recherche dokumentiert die Funktion von Spitzelberichten, die Auswirkungen von Handlungen der Lockspitzel, der Provokateure und Agenten in den Anfängen der Weimarer Republik, insbesondere vor, während und nach dem Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch im März 1920 und unter der politischen Herrschaft des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert.

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Zielgruppe


Für Interessenten an der deutschen Geschichte nach 1918 - Revolution und Gegenrevolution in der Weimarer Republik


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
1. Der falsche Mayer – Lockspitzelei unter einer sozialistischen Regierung am 30. Januar 1919 14
2. Der lange Arm der „Garde-Kavallerie-Schützen-Division“ in Halle 29
3. Othmar Toif?l und Mordprozess Karl Blau 1920 39 3.1 „Vorwort: Der Spitzel“ 39 3.2 Der Lockspitzel als Zeuge 49 3.2 Gabriele Schröder-Mahnke: Gründungsmitglied der KAPD und weiblicher Spitzel im Blau-Prozess 67 3.3 Die Leiden des Spitzels Emil Günther in Altona 93 3.4 Der Mann, den Max Hoelz reich machte… 106
4. Gewaltherrschaft und Spitzelpolitik der sozialistischen Regierung 117
5. Die Putsch- und Lockspitzeltaktik der Reaktionäre – Artur Crispien aus seiner Rede „Eine Abrechnung mit den Rechtssozialisten“ 29. Juni 1919 135
6. Spitzelorganisation „Büro Kölpin“ des Wehrkreiskommandos VI in Münster 140
7. Die Erfindung der Roten Armee und ihre Funktion für den neuen Militarismus 167
8: „Mein Verhältnis zu Gottfried Karusseit“ – ein Agentenführer und sein Spitzel in der Roten Ruhr-Armee 190
9. Im Spitzeltal der Wupper – August Schnickmann im Dienst des „Büros Kölpin“ 207
10. Aus der Spitzelwerkstatt des Elberfeld-Barmer Bürgerrats – „Volkstribühne“ (USPD-Tageszeitung) klärt auf 223
11. Hans Tombrock vom Reichswehrspitzel zum Freund von Bertolt Brecht 232
12. Die Netzwerke der Magdeburger Spitzelzentrale 247
13. Überwachungskultur nach der Novemberrevolution in der Republik von Friedrich Ebert 277

13.1 Emil Eichhorn – Der Volkskommissar und Polizeipräsident 277
13.2 Eugen Ernst – der neue Polizeipräsident und die alte Politische Polizei 291
13.3 Der stockkonservative Staatskommissar in Preußen unter einer sozialdemokratischen Regierung 297
14. Die Spitzel und ihre Auftraggeber der Gegenrevolution 301
14.1 Das inszenierte Staatsmassaker oder Spitzel im „Spartakusaufstand“ 308
14.2 Das Spitzelsystem wird institutionalisiert: Preußischer Staatskommissar und Reichskommissar sorgen für „Ordnung“ 323
14.3 Der Reichskommissar für die Überwachung 335
15. Resümee: Die wichtigsten Formen und Methoden der Provokation und der Spitzelei 342

Nachworte 345
- Die Ebert-Legende von Kurt Tucholsky 345
- NOVEMBER-UMSTURZ von Kurt Tucholsky (1928) 351
- Friedrich-Ebert-Stiftung zum 150. Geburtstag von Friedrich Ebert 353
- Deutscher Bundestag: „100. Todestag Friedrich Eberts am 28. Februar 2025 353

Quellen- und Literaturverzeichnis 355
Personenregister 363
Über den Autor 373



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