Kuegler | Red Rock Ranch 02: Verdurstet! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 156 Seiten

Reihe: Red Rock Ranch

Kuegler Red Rock Ranch 02: Verdurstet!


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-95719-340-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2, 156 Seiten

Reihe: Red Rock Ranch

ISBN: 978-3-95719-340-7
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



US-Marshals in Arizona müssen hart sein. Aber kein Mann ist so hart wie eine Kugel. Ric Stanwell verfolgt wie ein Bluthund zwei Banditen, die eine Bank in Globe überfallen haben. Stanwell wird angeschossen. Big John Taylor findet ihn in der Wüste und rettet ihm das Leben. Die Jagd geht weiter. Big John und Stanwell müssen verhindern, dass die beiden Desperados die mexikanische Grenze erreichen und sich in Sicherheit bringen können.

Dietmar Kuegler 4.06.1951 - 3.12.2022 Geboren in Dolberg/Westfalen. Historiker, Nordamerikanist, Redakteur, Vortragsredner. Seit 1968 im Verlagsgeschäft. Er schuf die Western-Serien RONCO, LOBO, WESTWIND, TRUCKER-KING, DER SCHWARZE RITTER u. a. Autor von ca. 400 Roman-Exposés und ca. 300 Romanen. Autor von 70 Fachbüchern zur Geschichte Amerikas und von über 2.500 Fachartikeln und Essays in Deutschland, Österreich, England und den USA. Gründung des 'Verlag für Amerikanistik' 1982. Verleger von rd. 260 Fachbüchern. Herausgeber des 'Magazin für Amerikanistik', der ältesten und größten Fachzeitschrift zur amerikanischen Geschichte. Referent an der Universität Kiel, an der Hermann-Ehlers-Akademie-Kiel, der Landesbibliothek Schleswig-Holstein, dem Überseemuseum Bremen, dem Karl-May-Museum Radebeul, u. a. Institutionen. Zu seinen Bestsellern - regelmäßig in den Amazon-Verkaufslisten unter den ersten 10 Plätzen - zählen die Bücher DIE TEXAS RANGERS, DIE WELT IN FLAMMEN, SUCHT MEIN HERZ IN DER PRÄRIE - JIM BRIDGER und ICH ZIEHE MIT DEN ADLERN - KIT CARSON.
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Kapitel 7

Es war am späten Nachmittag. Die Dünenschatten wechselten fast alle Viertelstunden in Form und Farbton. Das Spiel der wogenden Sandschleier und Sonnenstrahlen belebte die starre Weite. Die Sandkristalle stachen wie heiße Nadeln, wenn der Wind von Süden sie auf das Gesicht John Taylors treffen ließ. Sie durchdrangen die Fasern der Kleidung, das feinste Gewebe, setzten sich auf der schwitzenden Haut fest, verstopften die Poren.

Der Rancher fluchte leise. Er hatte sein Pferd mit der Bahre, auf der der Verletzte lag, im Schatten einer Düne stehen und stand selbst auf der Spitze eines Dünenkamms. Seine Augen waren rot entzündet. Seine Mundwinkel waren mit verkrustetem Sand verdeckt. Sand bedeckte seine Kleidung, verstopfte seine Nasenlöcher und Ohren, setzte sich in den Augenbrauen fest und sogar im Haar, trotz des Hutes. Die Falten in dem harten Gesicht Big Johns hatten sich noch schärfer ausgeprägt, sie durchschnitten seine Haut dunkel wie schmale Striche.

Der Rancher stand lange so da und blickte nach Norden. Dort lag seine Ranch. Noch fünf Stunden, vielleicht sechs. Big John Taylor hätte fluchen mögen. Aber er war innerlich so ausgedörrt, dass es eine Kraftverschwendung gewesen wäre, und auf seinem Gesicht regte sich kein Muskel.

Als er sich umwandte und den Weg zu seinem Pferd antrat, sah er in der Ferne eine Bewegung. Er konnte sich auch getäuscht haben. Seine entzündeten Augen waren nicht mehr sicher. Einige Dünenkämme, die wie rollende, in der Bewegung erstarrte Meereswellen das Land durchzogen, verbauten ihm die Sicht. Aber John Taylor blieb stehen und wartete, bis er sah, dass er sich nicht getäuscht hatte.

Aus einem Dünental tauchten zwei Reiter auf. Sie waren nicht größer als schwarze Punkte in der gewaltigen Weite, aber es waren Reiter, Menschen. Und John Taylor begann zu zittern. Er warf die Arme in die Höhe und wollte schreien. Doch dazu war seine Kehle zu trocken. Mehr als ein müdes Krächzen kam nicht über seine aufgeplatzten Lippen. Aber seine Augen, die in tiefen Höhlen lagen, glänzten, und seine Arme schwangen wie Windmühlenflügel durch die Luft.

Die beiden Reiter sahen die Gestalt des Ranchers auf dem Dünenkamm erst, als sie auf etwa eine Meile herangekommen waren. Dann erkannten sie ihn, diesen wuchtigen, kantigen, breiten Mann, der aussah wie ein Felsklotz, und der stark war und groß wie ein Baum. Sie erkannten Big John Taylor, und sie trieben ihre Pferde zu größerem Tempo an und sprengten heran. Und so stand der Rancher da, als die beiden Männer vor ihm ihre Pferde zügelten und aus den Sätteln glitten.

„Ihr hättet die Tiere nicht so treiben sollen in der Hitze.“, sagte John Taylor streng. Aber in seiner Stimme schwang wilde Freude mit.

„Mensch, Big John.“ Lee Bronson trat auf ihn zu und legte dem Freund die große rechte Hand auf die Schulter. Er schluckte schwer und blickte ihm in die hellen Augen. „Dass wir dich gefunden haben.“

Die Männer drückten sich die Hände. Und dann ließ die eiserne Kraft des Ranchers doch nach. Er schwankte leicht und fühlte einen leisen Schwindel in sich. Er senkte den Kopf, taumelte und sank dann in den Sand. Hier hockte er schweratmend, hatte den Blick gesenkt und wartete, bis das wilde Drehen und Kreisen von grellen Punkten und Farben nachgelassen hatte und sein Blick sich wieder lichtete. Das stechende Hämmern in seinen Schläfen ließ nach. Er hob wieder den Kopf und schaute die beiden Männer an, die abwartend vor ihm standen und bis jetzt noch nicht begriffen hatten, was alles geschehen war.

„Gebt mir Wasser“, krächzte John Taylor heiser. „Gebt mir viel Wasser. Dann erzähle ich euch alles. Und steht nicht herum wie zwei Büffel. Ihr werdet schon alles erfahren; warum dieser Mister bei mir ist, und warum er ein Loch im Fell hat, und wo ich ihn gefunden habe.“

„Ein guter Mann sollte keinen Staub fressen.“ Lee Bronson reichte dem Rancher seine Feldflasche. Und John Taylor setzte sie an die Lippen und trank, als habe er nie etwas Köstlicheres bekommen. Das Schlucken fiel ihm erst schwer. Denn seine Kehle schmerzte. Aber das Wasser belebte und erfrischte ihn. John Taylor setzte die Flasche ab, wischte sich mit dem Handrücken einige Tröpfchen von dem stoppelbärtigen Kinn und schob sich den Hut weiter in den Nacken. Er atmete schwer.

„Ich habe drei Broncos verfolgt.“, sagte er dann.

„Das wissen wir.“ Lee Bronson stand an der Schleppbahre und hatte die Decke von dem Mann gezogen. Er schaute auf den Verband, der inzwischen mit Schweiß und Sand durchsetzt war. Vorsichtig löste er ihn. Der Marshal war bewusstlos. Er atmete flach.

Der andere Cowboy hatte aus einem wassergefüllten Ziegenbalg an seinem Sattel einige Unzen in seine Hutkrone laufen lassen. Jetzt soff das Pferd gierig und dankbar.

„Wir haben die Spuren gefunden“, sagte Lee Bronson wieder. „Mit dem Mann sieht es verdammt böse aus, John.“

John Taylor nickte schwer. „Ich habe ihn in der Gila gefunden, drei oder vier Meilen hinter der versandeten Prärie. Er lag halbtot im Sand. Sein Pferd lag neben ihm. Er hat einen glatten Durchschuss. Ric Stanwell heißt er und kommt aus Globe.“

„Aus Globe?“ Lee Bronson richtete sich auf. Sein hageres Gesicht wandte sich dem Rancher zu. In seinen Augen stand Ungläubigkeit.

„Er hat es mir gesagt.“, beharrte Big John. Er nahm wieder einen Schluck aus der Feldflasche. „Es steht auf seinem Stern.“

„Was, beim Himmel, macht ein US-Marshal aus Globe in dieser Gegend?“

„Genau das habe ich ihn auch gefragt.“ John Taylor verschloss die Feldflasche und richtete sich langsam auf. Es ging ihm schon besser. Er fühlte sich wieder kräftiger und sicherer. Er trat zu Jeds Pferd und hielt sein Halstuch unter den Verschluss des Wassersacks. Stumm ließ er die Flüssigkeit über den Stoff rinnen und wusch sich damit das Gesicht.

„Meine Füße sind in Fetzen, Lee“, murmelte er grimmig. „Ich glaube, ich bin halb um die Welt gelaufen. Ich meine, Lee, der Marshal war hinter jemandem her und ist von diesem Jemand angeschossen worden. Sieh dir seinen Revolver an, Lee. So einen Revolver trägt nur ein Mann, der damit umgehen kann. So ein Mann kann nicht von jedem Strolch angeschossen werden. Den muss man von hinten erwischen, oder man muss schießen, wenn er keine Chance hat. Ich glaube, dass er keine Chance hatte, Lee.“

„Wird er einen Doc brauchen?“ Jed trat näher und warf einen scheuen Blick auf den Verwundeten, dessen Gesicht bleich war wie das eines Toten, verfallen und knochig. Die Haut des Marshals wirkte gelblich, wie durchsichtiges, altes Pergament. Seine Augen waren geschlossen. Er atmete flatternd.

„Ich glaube nicht, dass er einen Doc braucht.“ John Taylor trat neben die beiden Männer und stemmte die Fäuste in die Hüften. „Er hat keinen Wundbrand bekommen. Er hat gutes Heilfleisch. Der Mann braucht Ruhe, weiter nichts. Der ist zäh wie eine Katze. Seht ihn euch gut an. So ein Mann reitet sogar auf dem Schwanz des Teufels. In ein paar Tagen wird er aus dem Bett steigen und über das Loch in seiner Schulter lachen.“

„So sieht er noch gar nicht aus.“ Jed zuckte mit den Schultern und spuckte aus.

„Ich sage dir, so wird es sein“, sagte der Rancher fest. „Du wirst jetzt voraus zur Ranch reiten, Jed. Du wirst dafür sorgen, dass unser Gästezimmer in Ordnung gebracht wird. Al soll eine kräftige Suppe kochen, die einen toten Apachen aus dem Grab holen kann.“

„Sicher, Boss. Es wird alles erledigt“, sagte Jed.

„Mrs. Mary wird heißes Wasser machen, damit er gebadet werden kann.“, fügte Lee Bronson hinzu. „Wir werden in zwei bis drei Stunden auf der Ranch sein. Und jetzt mach, was der Boss dir gesagt hat.“

Jed ging hastig zu seinem Pferd. Er stieg in den Sattel, tippte sich an die Hutkrempe und wendete das Tier. Im Galopp ritt er davon.

„Wir werden zu zweit auf einem Pferd reiten, Big John.“ Der hagere Vormann hustete hohl. Er blinzelte in die Sonne.

Der Rancher nickte gleichmütig. „Ich würde auf einem Longhornstier nach Hause reiten, Lee, wenn ich nur nicht zu laufen brauche. Es ist schon höllisch für einen Reiter, einen Tag und eine Nacht in der Wüste zu Fuß zu gehen, Lee.“

John nahm sein Pferd beim Zügel und führte es zu dem Tier Lee Bronsons hinüber. Er schlang die Zügel um das Sattelhorn und wartete, bis Lee Bronson im Sattel saß, dann stieg er hinter ihm auf.

Der hagere Vormann trieb sein Pferd an. Im langsamen Trab setzten sie sich in Bewegung. Mit knirschenden Lauten schleiften die Enden der Schleppbahre durch den Sand.

„Er hat viel Blut verloren.“, sagte John Taylor leise. „Als ich ihn fand, war der Sand um ihn herum dunkel. Wenn er nicht so schwach wäre, wäre er jetzt wach. Er würde brüllen bei jedem Stoß.“

„Er hat Glück, dass er keinen Wundbrand bekommen hat.“ Der Vormann schaute starr nach vorn. In fast einer Meile Entfernung tauchte aus einem Dünental Jed Fuller auf. Ein feiner Staubschleier hing über ihm und wanderte beständig mit dem Reiter. Aber die Männer konnten ihn nur wenige Sekunden sehen. Dann war er wieder hinter einem Dünenkamm verschwunden.

„Sollen wir Clay in Tucson benachrichtigen?“ Lee Bronson wandte sich halb um.

Der Rancher zuckte mit den Schultern. „Nein, Matt. Wir wissen bis jetzt nicht, was eigentlich mit dem Mann los ist. Er ist Marshal aus Globe, schön. Wir vermuten, dass er hinter einem Banditen her war und dieser ihn angeschossen hat, gut. Aber wir wissen es nicht genau. Wir wissen nicht, wer ihn überfallen haben könnte und...



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