Kunde | König Putin | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Kunde König Putin


3. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-4959-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

ISBN: 978-3-6951-4959-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es geschah Ende 2034, dass sich die drei Könige Putin, Trump und Xi Jinping auf eine Dreiteilung der Welt einigten... Das einzige Land, das sich erfolgreich der Vereinnahmung durch die drei Weltmächte widersetzte, war ausgerechnet das kleine Island. König Trump hatte erst einmal seine Berater konsultieren müssen, um zu erfahren, wo dieses Land lag. In einem Telefonat teilte ihm Putin mit, dass er dieses Eiland nicht haben wollte. Als Trump erfuhr, dass das Land voller Vulkane und Gletscher wäre, verkündete er, dass auch Trans-Amerika diese »Shit-Hole-Insel« nicht haben wolle. Zumal er über den Namen eines dieser Vulkane gestolpert war: Eyjafjallajökull. Alle seine Nackenhaare hatten sich gesträubt, als er wieder und wieder versucht hatte, diesen Namen zu lesen. Ein solcher Name grenzte aus Sicht von Trump an eine Unverschämtheit. Einen Vulkan mit einem derart zungenbrecherischen Namen zu belegen. Sollten sie ihn doch behalten, ihren Eierlukull-Vulkan. Dabei hatten die Wissenschaftler behauptet, auf Inseln käme es zu Verzwergung. Diese Namen sprachen eine andere Sprache! Es bestärkte König Trump wieder einmal in seiner Einschätzung von Wissenschaftlern. Diese Eierköpfe hatten keine Ahnung. Xi fand es unter seiner Würde, sich mit einem solch trostlosen Eiland überhaupt zu beschäftigen. Und so kam es, dass Island als einziges Land unabhängig blieb. Wie das Leben so spielt...

Geb. 1950, Studium der Mathematik, zwei Kinder, Interesse für Kosmologie und Neurowissenschaften, Wandern am Meer
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Trump auf der Couch


Dystopie

2029

Wir schreiben das Jahr 2029. Trump sitzt in seinem vergoldeten Sessel im Oval Office des Weißen Hauses. Er hatte es geschafft, ein drittes Mal Präsident der USA zu werden. Dazu hatte er sich eines Tricks bedient: Sein Vize Vance trat zum Präsidentschaftswahlkampf an mit ihm als Vizepräsident. Er gewann die Wahl dank starker Unterstützung von Trump und zahlreicher großer Unternehmer des Landes sowie einer neuen Wahlkreiseinteilung in den sogenannten Swing-States. Nach der Wahl trat Vance dann zurück und machte damit Platz für Trump. Manche hatten sich gefragt, warum Vance nicht im Besitz der Macht diese einfach behielt. Was nur wenige wussten, war, dass Trump ein Geheimnis von Vance kannte, dessen Offenlegung diesen sofort aus dem neuen Amt katapultiert hätte.

So war er also wieder Präsident – mit inzwischen 82 Jahren.

Aber Trump haderte trotz des Erfolgs. So viele hatte er niedergemacht, einschließlich ehemaliger Alliierter. Doch irgendetwas ließ ihn unzufrieden zurück. Sein Umfeld ertrug seine Launen zusehends stoisch. Das ärgerte Trump maßlos. Er wechselte sein Personal beständig, aber all das änderte nichts an seiner Unzufriedenheit. Selbst das Golfspiel machte keinen Spaß mehr. Zwar hatte er zuletzt per Dekret die Lochgröße auf allen Golfplätzen der USA vergrößern lassen, nachdem ihm wiederholt das Einlochen misslungen war, nur es nützte nichts. Er haderte und haderte.

Im Jahr 2027 war er erneut für den Friedensnobelpreis nominiert worden – vom argentinischen Präsidenten Javier Milei. Er hatte sich im Vorfeld eigens den Dalai Lama, jenen bekannten buddhistischen Mönch, der als besonders friedfertig galt, zum Berater genommen. Nebenbei hatte er mit dieser Wahl seinen Dauerrivalen Xi Jinping in China düpiert, denn der Dalai Lama galt als das geistige Oberhaupt der Menschen Tibets, einem Gebiet hinter den größten Bergen der Erde, das von China zu Zeiten Mao Zedongs 1950 annektiert worden war. Trump liebte – als alter Wrestling-Fan - solch kleine »Rempeleien«. Im Zuge der Beratung durch den Dalai Lama hatte er dann zeitweise sogar sein Outfit geändert,um dem Nobelpreiskomitee zu signalisieren, dass er ein würdiger Träger des Friedensnobelpreises wäre. Aber es hatte nichts geholfen. Er hatte keinen Anruf des norwegischen Komitees erhalten. Diese verdammten Norweger! Er hatte überlegt, die anstehende Annexion von Grönland auf Norwegen auszudehnen und beide dann zum 51 .Bundesstaat der USA zu machen, bekam aber aus dem Kreml Signale, dass Putin das unter keinen Umständen dulden würde. Putin hatte nämlich selbst ein Auge auf Spitzbergen und das Nord-Norwegische Festland geworfen – das Baltikum konnte warten.

Durch Zufall hatte Trump Anfang 2029 von der Firma »Famous Proxys« gehört. Diese Firma hatte sich spezialisiert auf die Produktion von Robotern, die berühmte Personen der Vergangenheit wieder zum Leben erweckten. Einer ihrer Werbesprüche war: „“. Die Roboter wurden als Proxys bezeichnet und trugen Kleidung, die der auf alten Bildern der Personen entsprach und vergangene Jahrhunderte für den Betrachter wiederauferstehen ließ. Aber das wirkliche Alleinstellungsmerkmal von »Famous Proxys« waren die Köpfe. Die Gesichter der Roboter waren aus einem speziellen Latex und denen ihrer Ebenbilder zum Verwechseln ähnlich. In den Köpfen arbeitete eine Feinmechanik, die die Gesichtszüge je nach Ausdruck, der vermittelt werden sollte, nahtlos und völlig geräuschlos wiedergab. Das Herz im Kopf der Maschinen war aber die KI-Einheit. Sie war auf Basis der umfangreichen Archivdaten, die zu diesen bekannten Personen existierten, jahrelang trainiert worden. Dazu wurden in einer Art Nachkorrektur Interaktionstests mit lebenden Experten gemacht. Deren Verbesserungsvorschläge waren in die Modelle der Proxys eingearbeitet worden. Ganz wesentlich war in der Trainingsphase, dass keinerlei »Verunreinigung« der Trainingsdaten durch Informationen aus neuerer Zeit erfolgten – etwa durch Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften. Auf diese Weise wirkten die Proxys völlig lebensecht und authentisch. Und ein Proxy einer dieser bekannten Persönlichkeiten war der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud. Er war außerordentlich gut gelungen. Bewusst hatte man beim Design auf fast jede Beweglichkeit verzichtet, was Freud sehr preiswert machte. Der Freud-Proxy wurde immer zusammen mit einer roten Couch und einem Sessel, in dem er saß, ausgeliefert. In dem Sessel saß er und beobachtete mit stark berandeter Brille und etwas sorgenvollem Blick seine Umgebung. Wenn eine Therapiesitzung im Therapiezimmer von Freud stattfand, bat er den Patienten, sich auf die Couch zu legen und zu erzählen, was er heute geträumt hätte. Erzählte der Patient von seinen Träumen, machte er sich Notizen in einem Notizblock. Das wurde eigentlich nur zur Beruhigung der Patienten und um das frühere Verhalten Freuds getreu wiederzugeben, gemacht, denn natürlich merkte sich der Proxy jedes Wort des Patienten im Cloud-Speicher, mit dem er verbunden war. Mehr noch: Alles, was der Patient sagte, wurde zum weiteren Training der KI des Proxys verwendet. Der Proxy lernte also sozusagen mit jeder neuen Fallgeschichte hinzu. Hatte der Patient eine Frage, legte der Freud-Proxy nach einer scheinbaren Phase der gründlichen Überlegung den Notizblock beiseite und antwortete sehr profund auf Basis der gesamten Theorie zur Psychoanalyse und sprach dabei sehr prononciert. Die Lippenbewegungen dazu waren eigentlich ein Gedicht. Schade nur, dass sie unter dem grauen Vollbart kaum zur Geltung kamen.

Trump hatte den CEO von »Famous Proxys« zu sich auf sein Anwesen in Mar-a-Lago eingeladen und mit ihm einen Deal zur Lieferung einer Sonderausfertigung eines Freud-Proxy gemacht. Die Sonderausfertigung berücksichtigte die Sicherheitsinteressen des Präsidenten und natürlich war sie mit einem symbolischen Preis von 1$ eigentlich ein Geschenk an Trump. Allerdings fiel für die Nutzung des Proxys ein Salär an, das jeder Proxy für seine Dienste im laufenden Betrieb erhielt und das er mit dem Nutzer in einem gewissen Rahmen, der von »Famous Proxys« vorgegeben war, aushandeln konnte.

Im Weißen Haus war ein separates Zimmer für Freud eingerichtet worden, mit Möbeln aus der Zeit des angehenden 20.Jahrhunderts und natürlich dem roten Sofa. In einem Vorzimmer saß eine Sekretärin und koordinierte Behandlungswünsche von Patienten, vergab Termine und kümmerte sich um die Abrechnung – was sie natürlich nur sehr eingeschränkt tat, denn Trump war der einzige Patient. Aber sie war Teil des Ambientes. Alles sollte so naturgetreu wie möglich sein. Als Trump die neuen Räumlichkeiten das erste Mal besichtigte, begrüßte ihn zuerst im Vorzimmer die Sekretärin. Trump ignorierte sie und ging sofort zu Freud ins Behandlungszimmer. Freud saß in seinem Sessel und blickte erstaunt auf. In der Tür sah er seine Sekretärin stumm und wild gestikulierend. Sie war in der Gebärdensprache ausgebildet. Freud dagegen nicht - in Übereinstimmung mit seiner Vita. So war Freud zwar irritiert, hatte sich aber vollständig unter Kontrolle. Er begrüßte Trump und bat ihn, sich auf die rote Couch zu legen. Trump war völlig verblüfft. Da weit und breit keine weitere Sitzgelegenheit zur Verfügung stand, setzte er sich auf die Couch. Dann hob er an zu sprechen. Freud hörte ihm aufmerksam zu. Es wurde ihm schnell klar, dass Trump über sein, Freuds Salär verhandeln wollte. Man könnte sich wundern, wieso ein Roboter ein Salär erhalten sollte, aber das war Teil des ausgefeilten Geschäftsmodells von »Famous Proxys«. Sie verlangten für die Bereitstellung eines Proxys samt Kontext ein Basisentgelt und strichen ein Salär für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen des Proxys ein, um laufende Kosten für das andauernde Training der Einheit zu decken – und ihren eigentlichen Gewinn zu machen. Freud mochte im echten Leben ein konzilianter Mensch gewesen sein, in seinem Proxy-Dasein war er das keineswegs. Er sah Trump durch seine dicke Brille durchdringend an und sagte: „Nein!“. Trump fluchte, dass das Salär Wucher wäre. Aber Freud wich keinen Millimeter von seinem Anspruch ab.

Dagegen war Freud ihm als Patienten gegenüber sehr empathisch. Denn der Vater der Psychoanalyse wusste, dass der Erfolg einer Therapie maßgeblich davon abhing, dass sich der Therapeut dem Patienten gegenüber empathisch verhielt. Freud versuchte unermüdlich, eine Vertrauensbasis zu seinem Patienten aufzubauen. Das war Trump von Anfang an nicht geheuer und beförderte sein Misstrauen.

Aus den Therapiesitzungen


Die ersten Therapiesitzungen verliefen zäh. Trump klagte über die Verzagtheit, die ihn ständig befiel, dass ihm nichts mehr richtig Freude machen würde, konnte sich aber kaum an seine Träume erinnern. Geduldig erklärte Freud ihm immer wieder, warum es wichtig wäre, die eigenen Träume zu erinnern. Sie wären der Schlüssel zum Unterbewussten und...



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