E-Book, Deutsch, Band 1, 432 Seiten
Reihe: Olympic Academy
Laforge Olympic Academy 1: Yvi & Nick
25001. Auflage 2025
ISBN: 978-3-646-61161-8
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Spicy Sports Romance an einer Olympischen Akademie
E-Book, Deutsch, Band 1, 432 Seiten
Reihe: Olympic Academy
ISBN: 978-3-646-61161-8
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Emilia Laforge wurde in Ostwestfalen, NRW geboren . Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Hund lebt sie heute immer noch dort . Hauptberuflich arbeitet sie als Pädagogin im sozialen Bereich. I n ihrer Freizeit is t sie neben dem Schreiben am liebsten mit ihre m Pferd unterwegs. Außerdem widmet sie sich als Hobbysängerin der Musik, was sie in ihren musikalischen Lesungen mit ihrer Leidenschaft zu schreiben gern verbindet. Bereits als Kind hat sie ihre Nase immer in ein Buch gesteckt. Heute schreibt sie Romane voller Magie und großer Gefühle. Aktiv ist sie auf Instagram (@ emilia.laforge ), Tiktok (@emilialaforge) sowie auf ihrer Homepage www.emilialaforge.de
Autoren/Hrsg.
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1. Kapitel Yvi
Tief atme ich die frische Meeresluft ein. Schon immer habe ich eine Vorliebe für den Ozean und nun mitten auf dem Mittelmeer im Sommer auf einem Katamaran meinem Traumziel entgegenzusteuern … es könnte einfach nicht besser sein. Das kleine Schiff wiegt sanft auf und ab. Einige meiner Mitreisenden hängen seekrank über der Reling, doch ich nicht. Ich genieße die frische Brise, die Sonne, die auf mich herunterscheint, und das Geräusch der Wellen, die sich am Schiff brechen. Fast bin ich versucht, meine Arme auszubreiten und wie Jack im Film Titanic zu rufen: »Ich bin die Königin der Welt!«
Denn genau so fühle ich mich. Wie eine Königin, die ihrem Ziel am Horizont entgegenschippert. Tria Aderfi, das Zuhause der Akademie. Eine kleine Insel, die die Olympic Academy gekauft und für ihre Zwecke ausgestattet hat. Von hier aus wirkt es, als würde sie an ihrem höchsten Punkt stehen und auf die Insel aufpassen. Die weißen Gebäude mit ihren markanten blauen Dächern reflektieren das Sonnenlicht. Auf dem Dach des größten Gebäudes, das sich im Zentrum befindet, flattert eine Fahne mit dem Akademielogo im leichten Wind. Zudem kann ich mehrere Balkone und Säulen aus Marmor ausmachen. Das alles erinnert mich an ein Hotel im griechischen Stil.
Auf den verschiedenen Plateaus befinden sich unterschiedliche Areale und Hallen, vermutlich die Sportstätten.
»Hi, du hast bestimmt auch ein Stipendium bekommen und zählst zu den Nachrückern, oder?«
Ich zucke zusammen, als jemand neben mir an die Reling tritt. Die Fremde ist etwas größer als ich und schätzungsweise in meinem Alter. Sie spricht akzentfreies Englisch, weshalb ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, woher sie kommen könnte. Daran, dass hier alle Englisch sprechen, kann ich mich allerdings gut gewöhnen, immerhin war das in der Schule nicht mein schlechtestes Fach. Wobei ich mir vorstellen kann, dass die Dialekte eine Herausforderung darstellen werden.
»Ähm, ja, tue ich. Du auch?«, frage ich ein wenig unbeholfen.
Sie nickt. Ihre blauen Augen blitzen vergnügt und aufgeregt. Ihre ganze Art strahlt eine lockere Offenheit aus, die sie direkt sympathisch wirken lässt. »Ein bisschen Schiss habe ich ja, dass wir mit den anderen nicht mithalten können. Immerhin sind die schon viel länger hier.«
»Ja, da müssen wir uns ordentlich ins Zeug legen.«
In dem Webmeeting habe ich erfahren, dass es immer mal wieder ein paar Plätze gibt, die frei werden. Durch Verletzungen oder Abbrüche beispielsweise. Die Akademie besetzt diese einmal im Jahr nach – und damit sind wir ganz klar im Nachteil. Schließlich haben wir nur ein Jahr für die Vorbereitung auf die nächsten Spiele. Aber immerhin habe ich eine riesige Chance, überhaupt an Olympia teilzunehmen. Denn wer letzten Endes aufgestellt wird, entscheidet das jeweilige Land und das bedeutet in meinem Fall Deutschland und damit hoffentlich wenig Konkurrenz, schließlich zählt mein Heimatland nicht gerade zu den Favoriten im Skateboarden.
»Das müssen wir wohl.« Die Fremde lacht. »Ich bin Turnerin und du?«
Ich kann nicht sagen warum, doch der Sport passt zu ihr. Vielleicht liegt es an ihrer zierlichen Figur, ihren blonden, zu einem akkuraten Dutt frisierten Haaren und ihrer blassen Haut, die darauf schließen lässt, dass sie mehr Zeit in der Turnhalle als draußen verbringt.
»Skateboard.«
»Ja, so etwas habe ich mir schon gedacht, zumindest deinem Outfit nach zu urteilen.«
Automatisch schaue ich an mir herunter. Eine kurze Shorts, Chucks, ein schwarzes Top und darüber ein hellblau-weiß kariertes Hemd. Meine langen braunen gewellten Haare trage ich offen, wobei ich erst jetzt bemerke, dass ich damit ziemlich alleine dastehe. Die meisten Mädels tragen sie kurz oder zusammengebunden. Eine Cap oder Mütze finde ich bei niemandem außer bei mir. Genauso wenig wie Schmuck. Ich trage schwarze Armbänder. Auch die Kleidung der anderen unterscheidet sich wesentlich von meiner. Turnschuhe, Sporthosen, Sportshirt oder eine Trainingsjacke. Mit einem Mal fühle ich mich wie eine Außenseiterin.
Mein Gegenüber scheint das zu merken, denn sie lächelt mich an. »Also nicht falsch verstehen, ich finde dein Outfit super.«
Misstrauisch schaue ich sie an, doch nichts deutet darauf hin, dass sie es nicht ernst meint. »Danke«, sage ich daher schließlich. »Vielleicht sollte ich mich trotzdem der Allgemeinheit anpassen …«
Eigentlich etwas, das ich nicht will. Mein Style gehört nun mal zu mir.
»Mach das nicht. Skateboard ist halt eine Besonderheit unter den Disziplinen, es würde einfach nicht passen, wenn du das ablegst.«
Ich ziehe die Augenbraue hoch. »Wieso eine Besonderheit?«
»Na ja, du weißt schon. Ihr seid noch ganz neu dabei und eher so die Individualisten. Außerdem hielt sich eure Begeisterung in Grenzen, dass die Disziplin olympisch wird. Einige Spitzenskateboarder haben sich sogar geweigert, an Olympia teilzunehmen.«
Ihre Worte versetzen mir einen Stich. Leider habe ich das selbst erfahren. Meine Skaterfreunde sind auch nicht begeistert gewesen, sie wollten mich sogar überzeugen, nicht an die Akademie zu gehen – Olympia presse uns in ein Schema, haben sie gesagt. Ein Argument, das ich durchaus nachvollziehen kann. Schließlich macht Individualität und Freiheit, abseits von Regeln und Normen, unseren Sport aus. Die starren Strukturen von Olympia mit festgelegten Bewertungsmaßstäben, nationalen Teams und Sponsoren untergraben diese freie Haltung.
Dennoch will ich der Olympia und Skateboard-Kombination eine Chance geben. Und genau deshalb habe ich mich fast wie eine Ausgestoßene in meinen eigenen Kreisen gefühlt.
Soll das hier etwa genauso sein? Nein. Zeit, etwas klarzustellen. »Mag sein, aber ich zähle eher zu den Ausnahmen, die das Ganze befürworten. Ich meine … Hallo? Olympia und Skateboard, kann es überhaupt etwas Cooleres geben?«
»Ja. Olympia und Turnen.« Die Fremde grinst mich an. »Nein, Spaß. Also ich finde es super, dass Skateboarden mit dabei ist.« Sie zwinkert. »Ein bisschen Individualität tut dem Verein auf jeden Fall gut.«
Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. Es scheint zumindest so, als würde sie das vollkommen ernst meinen. »Wo kommst du her?«
»Aus Dänemark und du?«
»Deutschland.«
»Da war ich schonmal im Urlaub. In Hamburg.«
Ich lache. »Klassiker. Ich komme aus Bielefeld. Wesentlich kleiner und bei Weitem nicht so cool. Aber hey, wir haben eine Burg mitten in der Stadt.«
»Immerhin.« Grinsend hält sie mir ihre Hand hin. »Ich bin übrigens Svea. Also eigentlich Svea Rike, aber ganz ehrlich, wer mag schon Doppelnamen?«
»Yvi … also Yvette. Aber wer bitte mag schon lange Namen?«
Wir lachen und mir wird warm ums Herz. Habe ich soeben meine erste Freundin an der Akademie gefunden?
***
Der Katamaran ankert an einem kleinen Anleger. In dem urigen Hafen gibt es drei weitere Boote ähnlicher Größe und Segelschiffe. Dahinter erstreckt sich eine Wiese, auf der eine Holzhütte steht. Außerdem liegen an dem Ufer einige Kanus und Surfbretter. Etwas weiter links erstreckt sich ein Strand mit mehreren Volleyballnetzen.
Mein Herz macht einen Hüpfer. Kanu, Surfen, Beachvolleyball, Segeln. Olympia scheint zum Greifen nahe.
Während der Kapitän die Brücke vom Schiff zum Anleger ausfährt, hibble ich von einem Bein aufs andere. Svea scheint es nicht anders zu gehen. Zumindest zappelt sie ähnlich neben mir.
Wo der Skatepark wohl sein wird? Ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen. Zum Glück stehen wir ganz vorne, so können wir direkt los, als der Kapitän den Weg freigibt. Der Steg klappert unter mir, doch das nehme ich kaum wahr. Pure Euphorie überschwemmt mich, als ich den ersten Fuß auf die Insel setze.
»Wir sind wirklich hier!«, quietscht Svea aufgeregt und ich kann nur nicken. Mit uns steigen circa zwanzig weitere zukünftige Akademieschüler aus. Zumindest gehe ich davon aus, dass die etwa Gleichaltrigen aus demselben Grund wie ich hier sind.
Am Ufer erwartet uns eine Frau mit dunklen Haaren und sonnengebräunter Haut, die ich auf Mitte dreißig schätze. Sie trägt eine kurze Jeans und ein schwarzes Poloshirt mit dem Akademielogo auf der Brust. Ein Lächeln liegt auf ihren Lippen und sie hält ein Klemmbrett in der Hand. Vor ihr steht ein kleiner Klapptisch mit einer Pappkiste darauf. Automatisch stellen wir uns im Halbkreis um sie herum.
»Herzlich willkommen auf Tria Aderfi. Der Heimat unserer Summer Olympic Academy.« Ihre Stimme klingt angenehm weich und die ganze Zeit strahlen ihre Augen. »Mein Name ist Dimitra Glaraki. Ich bin hier...




