E-Book, Deutsch, Band 2, 405 Seiten
Reihe: Olympic Academy
Laforge Olympic Academy 2: Amelie & Julien
25001. Auflage 2025
ISBN: 978-3-646-61162-5
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Spicy New Adult Sports Romance an einer Olympischen Akademie
E-Book, Deutsch, Band 2, 405 Seiten
Reihe: Olympic Academy
ISBN: 978-3-646-61162-5
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Emilia Laforge wurde in Ostwestfalen, NRW geboren . Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Hund lebt sie heute immer noch dort . Hauptberuflich arbeitet sie als Pädagogin im sozialen Bereich. I n ihrer Freizeit is t sie neben dem Schreiben am liebsten mit ihre m Pferd unterwegs. Außerdem widmet sie sich als Hobbysängerin der Musik, was sie in ihren musikalischen Lesungen mit ihrer Leidenschaft zu schreiben gern verbindet. Bereits als Kind hat sie ihre Nase immer in ein Buch gesteckt. Heute schreibt sie Romane voller Magie und großer Gefühle. Aktiv ist sie auf Instagram (@ emilia.laforge ), Tiktok (@emilialaforge) sowie auf ihrer Homepage www.emilialaforge.de
Autoren/Hrsg.
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1. Kapitel Amelie
Mit gemischten Gefühlen betrete ich den Flughafen. Ein Stimmenmeer schallt mir entgegen und das Knallen meiner Rollen auf Kopfsteinpflaster geht in ein weit weniger nervtötendes Surren auf ebenem Boden über. Hinter mir klackern die Absätze meiner kleinen Schwester Cecile und meiner Mutter bei jedem ihrer Schritte.
Wie dezent.
Ich suche mir ein einigermaßen ruhiges Fleckchen, bleibe stehen und scanne die große Anzeigetafel, die von so ziemlich überall in der riesigen Halle zu sehen sein müsste. Schnell entdecke ich den Flug nach Griechenland – keine Verspätung. Außerdem muss ich zum Terminal 4.
Nun, dann heißt es wohl: Abschied nehmen. Langsam drehe ich mich zu meiner Familie um.
Meine Mutter und Cecile könnten Zwillinge sein. Beide haben wallendes blondes Haar, tragen Designerklamotten und Absatzschuhe, auf denen ich mir die Beine brechen würde. Sie Lächeln mich sogar exakt auf die gleiche Art und Weise an. Immer, wenn ich sie zusammen sehe, versetzt es mir einen kleinen Stich. Nicht nur optisch könnten sie ein und dieselbe Person sein, sondern auch von ihrem Charakter und Interessen her. Beide haben ein Faible für Mode und Kunst und mit Sport überhaupt nichts am Hut. Nicht selten habe ich mich gefragt, ob ich tatsächlich mit ihnen verwandt bin.
»Hast du auch wirklich an alles gedacht?«, fragt Mum mich zum gefühlt hundertsten Mal, was Dad, meinem großen Bruder André und mir ein Augenrollen entlockt. Das wiederum beschert mir ein unglaubliches warmes Gefühl. So fremd mir Mum und Cecile manchmal sind, so nah sind mir André und Dad – und auch das nicht nur optisch. Dieser Teil der Familie hat dunkelbraune Haare abbekommen, genau wie Sportaffinität und den guten Musikgeschmack.
André stupst mich mit dem Ellbogen an. »Vielleicht solltest du noch mal deine Tasche aus- und wieder einpacken, damit sie auch wirklich zufrieden ist.«
Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. »Genau, und dann verpasse ich am besten noch meinen Flug.«
Er lacht. »Aber wenigstens hast du dann alles bei dir.«
»Jaja, macht euch bloß über mich lustig.« Auch Mum muss nun lächeln. »Ich erinnere dich daran, wenn du mich anrufst und stöhnst, was du alles vergessen hast.«
»Als ob das passieren wird!« Empört schnaube ich.
»Na ja, dein Volleyball nimmt so viel Platz im Koffer weg, da kannst du ja nur etwas vergessen.« Cecile schüttelt den Kopf, doch auch sie muss lachen. »Ich verstehe nicht, warum du ausgerechnet einen Ball mitnehmen musst. Können die sich an der Akademie keine leisten?«
Tief hole ich Luft. »Du weißt genau, dass …«
»Da das Autogramm deines Lieblingsspielers drauf ist.« Kopfschüttelnd breitet sie die Arme aus und umarmt mich. »Lass dich nicht immer ärgern, mon rayon de soleil.«
Ich verziehe mein Gesicht. Mein Sonnenschein. Ich weiß gar nicht, wann Cecile angefangen hat, mich so zu nennen. Vermutlich als sich unser Verhältnis umgekehrt hat und sie eher die Rolle der großen Schwester eingenommen hat. Allerdings hat sie diese Worte für eine lange Zeit nicht mehr benutzt. Genau wie alle anderen hat sie mich wie ein rohes Ei behandelt. Auch am Anfang des Sommers ist das noch so gewesen. Deshalb wollte ich auch nicht nach Hause. Auch jetzt, nach acht Wochen Ferien, ist zwar bei Weitem noch keine Normalität eingekehrt, allerdings ist zumindest nicht mehr alles total verkrampft.
»Ich werde dich vermissen.« Erneut streicht sie mir über die Arme, bevor sie mich ganz aus ihrer Umarmung entlässt.
In meinem Hals bildet sich ein Kloß. Zu gerne würde ich ihr sagen, dass ich sie auch vermissen werde, doch ich kann nicht.
Ein Schatten legt sich auf ihr Gesicht, als ich nichts erwidere, und das verpasst mir den nächsten Stich. Warum kann ich sie nicht einfach anlügen? Denn die Wahrheit ist, dass ich froh bin, dass die Ferien vorbei sind und ich wieder zur Olympic Academy kann. Zu Hause hat mir alles die Luft zum Atmen genommen. Das ist nicht ihre Schuld und deshalb tut es mir unheimlich leid. Ändern kann ich es trotzdem nicht.
Cecile wendet sich von mir ab und als Nächstes zieht mich Mum in ihre Arme. Ihre Umarmung ist so fest, dass ich mich automatisch versteife. Auch das tut mir leid, schließlich macht sie sich unglaubliche Sorgen um mich und würde mich am liebsten gar nicht gehen lassen. Doch sie weiß auch, dass ich zu Hause zerbrochen wäre. »Ruf an, wenn du sicher angekommen bist.«
»Mach ich.« Vermutlich eine Lüge. Aber zumindest werde ich eine Nachricht schicken.
Als Nächstes ist mein Dad dran. Unsicherheit flackert in seinem Blick auf. Auch er weiß nicht recht, wie er mit mir umgehen soll. Er weiß es jetzt nicht und wusste es den ganzen Sommer nicht. Deshalb ist er mir aus dem Weg gegangen. Ich kann es verstehen und bin ihm nicht böse gewesen, immerhin musste ich mir so keine Gedanken darum machen, was ich tun kann, damit es ihm besser geht. Wobei ich das weiß – gehen. Auch wenn sie es niemals zugeben würden, ist mein Weggang nicht nur für mich gut.
Gerade will ich den Mund öffnen, als eine männliche Stimme zu mir rüber schallt. Keine Ahnung, warum sie sich durch das Stimmengewirr durchsetzt, doch sie tut es. »Also dann, wir sehen uns in den Semesterferien.«
Doch, jetzt dämmert es mir – der Typ spricht so laut, als hätte er ein Megafon. Automatisch schaue ich zu ihm. Viel erkenne ich nicht von ihm, da er sich im Rückwärtsgang in meine Richtung bewegt. Allerdings hat er braune, ziemlich wuschelige Haare, trägt eine Sporthose und ein weißes Shirt, sodass ich seine Muskeln durchaus gut erkenne. Er ist schätzungsweise in meinem Alter und seine Worte richtet er an eine Fünfergruppe, vermutlich seine Freunde, von der er sich gerade entfernt.
»Macht nichts, was ich nicht auch machen würde.« Er hebt seine Hände und hält beide Daumen in die Höhe.
Was ein Vollpfosten.
Vor allem denkt der Vollpfosten nicht daran, sich umzudrehen, im Gegenteil, er setzt seinen Rückwärtsmarsch fort – mit direktem Kurs auf meinen Koffer. Shit!
»Hey!«, rufe ich gerade noch, doch er reagiert nicht.
Ich greife nach meinem kostbaren Gepäck, versuche es wegzuziehen – vergeblich. Wie bei der Titanic kann die Kollision nicht aufgehalten werden.
»Waaaaa!« Wild mit den Armen rudernd versucht der Kerl irgendwie wieder ins Gleichgewicht zu kommen – ebenfalls vergeblich. Es scheppert und Koffer und Mann knallen auf den Boden.
»Verdammt, autsch!« In Sekundenschnelle rappelt er sich wieder auf und reibt sich sein Schienbein. »Pass doch mal auf, wo du deine Sachen rumstehen lässt!«
»Ich soll aufpassen? Du hast sie wohl nicht mehr alle!«, fauche ich ihn an. »Schon mal was vom Vorwärtsgang gehört?«
»Immer vorwärtsgehen ist doch langweilig.« Er scheint sich von seinem Schock erholt zu haben, immerhin grinst er mich an. Irgendwie sieht er ganz süß dabei aus, was aber nichts daran ändert, dass seine Worte dämlich sind.
»Von mir aus kannst du so viel rückwärtslaufen, wie du willst. Wenn du dabei meine Sachen in Ruhe lässt.«
Abwehrend hebt er die Hände. »Bleib mal locker, war ja keine Absicht.« Er wirft einen prüfenden Blick auf meinen Koffer. »Außerdem ist er noch heile. Also keinen Grund zur Aufregung.« Mit tänzelnden Schritten entfernt er sich von mir – rückwärts. »Schönen Tag dir noch. Guten Flug und so.«
Kopfschüttelnd schaue ich ihm hinterher. »Pass auf, dass du nicht in den nächsten Koffer knallst.«
Grinsend dreht er sich um und setzt seinen Weg immerhin vorwärts fort.
Ich drehe mich wieder zu meiner Familie. Fassungslos schüttelt meine Mutter den Kopf. »Was für ein unhöflicher junger Mann.«
»Aber ein ganz heißer.« Fehlt nur noch, dass meine Schwester sabbert, so wie sie ihm hinterherschaut.
»Mund zu, Cecile«, sagt mein Bruder mit einem Lachen.
Die wirft ihm einen empörten Blick zu. »Was denn? Ihr musst zugeben, dass er eine Sahneschnitte ist.«
Demonstrativ rolle ich mit den Augen. Das könnte mir nicht egaler sein und ich will die letzten Minuten mit meiner Familie ganz sicher nicht damit verbringen, über einen Typen zu sprechen, den ich niemals wiedersehen werde.
»Also, ich muss dann wirklich los.«
Mum wirft einen Blick auf die Anzeigentafel. »Oh, ja.« Sie nimmt mich noch mal in den Arm. Cecil verzichtet auf eine weitere Umarmung und mein Vater erledigt das kurz und schmerzlos. So als würde er nicht wissen,...




