Cartland | Ein schottisches Erbe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 171 Seiten

Reihe: Highland Sky

Cartland Ein schottisches Erbe

Schottland-Roman | Highland Sky 1
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-829-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Schottland-Roman | Highland Sky 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 171 Seiten

Reihe: Highland Sky

ISBN: 978-3-98952-829-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er folgt dem Ruf der Highlands - zu einer Frau, die sein Glück oder sein Ende bedeuten könnte... 1822: Taran MacNarn, verfolgt von den Schatten seiner Vergangenheit, kehrt zurück in das wilde schottische Hochland - denn der Tod seines Vaters hat ihn zum widerwilligen Oberhaupt des MacNarn-Clans gemacht. Doch nicht nur der verlorene Sohn, auch eine uralte Fehde hält Wiedereinzug in Strathnarn: Der benachbarte Kilcraig-Clan nimmt Tarans Neffen gefangen. Er kann nur eins tun, um den Jungen zu retten - er muss die Tochter des Kilcraig-Lairds heiraten. Chola ist ebenso wunderschön wie geheimnisvoll, doch für Taran ist sie nur eine Natter im Nest seiner Familie. Trotz allem fühlt er sich wie magisch von ihr angezogen. Aber darf er ihr vertrauen? Oder schwebt die Zukunft seines Clans in unvorstellbarer Gefahr...? »Die Liebe ist sogar noch schöner als all die Hügel und Seen Schottlands.« Barbara CartlandEin atemberaubender historischer Liebesroman von der Schöpferin des Genres - Barbara Cartland ist ein Must-Read für Outlander-Fans!

Barbara Cartland war die produktivste Schriftstellerin der Welt. Sie schrieb zu Lebzeiten 723 Bücher, von denen nicht weniger als 644 Liebesromane waren, die sich weltweit über eine Milliarde Mal verkauften und in 36 Sprachen übersetzt wurden. Neben Liebesromanen schrieb sie außerdem historische Biografien, Theaterstücke und Ratgeber. Ihr erstes Buch schrieb sie im Alter von 21 Jahren - es wurde auf Anhieb ein Bestseller. Ihr letztes Buch schrieb sie im Alter von 97 Jahren und es trug den vielleicht prophetischen Titel »Der Weg zum Himmel«. Zwischen den 1970er und 1990er Jahren wurde Barbara Cartland dank zahlreicher Fernsehauftritte und ihrer Beziehung mit der jungen Lady Diana zu einer Medienikone, doch ihr großes Vermächtnis werden ihre vielen inspirierenden Liebesromane bleiben. Barbara Cartlands offizielle Website: www.barbaracartland.com Bei dotbooks erscheinen von Barbara Cartland mehrere historische Liebesromane in der der HIGHLAND SKY-Reihe sowie in der REGENCY SCANDALS-Serie und Exotikromane in der Reihe TRÄUME UNTER FERNER SONNE.
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Kapitel 1


1822

»Gott sei Dank ruhige See!«

Lord Hinchley goß sich ein Glas Kognak ein und leerte es mit einem Zug.

»Dabei sind Sie noch glimpflich weggekommen«, entgegnete sein Begleiter. »Ich habe schon viel schlimmeren Seegang erlebt als auf dieser Reise.«

»Ein Grund mehr, nicht ein zweites Mal in diese abgelegene Gegend zu kommen. Ich bin auf alles gefaßt: Hier ist der Teufel zu Hause, und die Menschen sind Barbaren.«

»Das denkt zwar ganz England über Schottland, aber diese Auffassung ist falsch.«

Der Ton des Herzogs von Strathnarn war zynisch.

Zum ersten Mal seit sieben Tagen konnte man wieder in dem eleganten Salon sitzen, ohne mit dem Sessel von Wand zu Wand zu rutschen.

»Wenn Sie mich fragen«, fuhr Lord Hinchley fort, »so haben Sie nichts Besseres tun können, als diesem Schottland den Rücken zu kehren und nach Süden zu kommen. Daß Sie jetzt zurückkehren, ist ein Fehler, Taran.«

Die Miene des Herzogs wurde finster. Er sah aus dem Bullauge. Draußen zog langsam das bewaldete Ufer der Tay-Mündung vorbei.

Alles in ihm sträubte sich bei dem Gedanken, in ein Land zurückzukehren, das er vor zwölf Jahren voll Zorn verlassen hatte, aber nicht einmal einem seiner besten Freunde wollte er das eingestehen.

Er war damals erst sechzehn gewesen und hatte sich geschworen, nie wieder mit Schottland und seinen Bewohnern in Kontakt zu treten. Die Grausamkeit seines Vaters war der Anlaß dazu gewesen.

Auf das nächstbeste Schiff hatte er sich geschleppt und war heilfroh gewesen, daß er in der billigsten Klasse unter Deck noch einen Platz bekommen hatte.

Die Reise war eine einzige Qual gewesen, aber die Verwandten seiner verstorbenen Mutter hatten ihn in London mit offenen Armen empfangen.

Sie hatten ihn auf ein erstklassiges Internat geschickt und anschließend zum Studium auf die Universität von Oxford. Sein Großvater, ein guter Freund des Prinzregenten, hatte ihn als Marquis von Narn in die Londoner Gesellschaft eingeführt, und er hatte das Leben in vollen Zügen genossen.

Er hatte schon fast vergessen gehabt, daß es überhaupt ein Schottland gab.

Nach dem Tode seines Großvaters hatte er dessen Landsitz und ein stattliches Vermögen geerbt. Der Prinzregent, inzwischen König George IV., hielt große Stücke auf ihn, und London lag ihm zu Füßen.

Die Nachricht vom Tode seines Vaters hatte vor drei Monaten wie eine Bombe eingeschlagen. Von einem Tag zum anderen war er nicht nur Erbe des Titels, sondern auch noch Oberhaupt des Clans der McNarn geworden.

Wenn er an seinen Vater gedacht hatte, was selten genug vorgekommen war, hatte er ihn als angsteinflößenden, alterslosen Mann gesehen, der an die Riesen der klassischen Sagen des Altertums erinnerte.

Lord Hinchley goß sich noch ein Glas Kognak ein.

»Sie machen einen deprimierten Eindruck, Taran«, sagte er. »Wenn Sie mit einem solchen Gesicht ankommen, kriegen es Ihre Clanleute mit der Angst zu tun.«

»Das schadet gar nichts«, entgegnete der Herzog. »Dann gehorchen sie wenigstens.«

Doch er wußte, daß die Mitglieder eines Clans dem jeweiligen Oberhaupt blind gehorchten. Das war ungeschriebenes Gesetz. Widerstand gab es nicht. »Das Oberhaupt eines Clans«, hatte sein Vater einmal gesagt, »steht zwischen seinen Leuten und Gott.«

Die Zeiten halten sich allerdings geändert. Totale Unterwürfigkeit – für den Herzog etwas Abscheuliches – gab es nicht mehr. Das Oberhaupt eines Clans konnte nicht mehr über Leben und Tod seiner Leute bestimmen.

»Ich weiß auf alle Fälle jetzt schon«, sagte Lord Hinchley und nippte an seinem Kognak, »daß ich mich in meiner Kabine vollaufen lasse, wenn ich mit Seiner Majestät auf der ,Royal George zurückfahren muß.«

»Bei Ihrer Rückreise wird das Meer ruhig sein«, entgegnete der Herzog. »Der König ist sehr seetüchtig und wird von Ihnen erwarten, daß auch Sie es sind. Außerdem wird er erwarten, daß Sie ihm Gesellschaft leisten und ihm immer wieder sagen, wie sehr sich die Schotten über seinen Besuch gefreut haben.«

»Es fragt sich bloß, ob das der Wahrheit entsprechen wird«, entgegnete Lord Hinchley. »Dieser Walter Scott ist daran schuld, daß der Monarch plötzlich nicht mehr von diesem Besuch in Edinburg abzuhalten war. Wenn die Schotten noch einen Rest Mumm in den Knochen haben, dann gehen sie auf ihn los.«

Der Herzog äußerte sich nicht dazu.

»Mein Großvater«, fuhr Lord Hinchley fort, »hat im Cumberland-Regiment gedient, und dieses Regiment war an der Schlacht von Culloden beteiligt. Er hat oft erzählt, wie brutal die Schotten niedergemetzelt worden sind und wie man die Überlebenden gefoltert hat. Ich finde, jeder Engländer sollte zweimal überlegen, ehe er die Rache herausfordert, die noch in diesen Menschen leben muß.«

»Das ist lange her«, entgegnete der Herzog.

»Aber nicht vergessen – da gehe ich jede Wette ein«, antwortete der Lord.

»Da haben Sie wahrscheinlich recht.«

»Natürlich habe ich recht«, sagte Lord Hinchley. »Alle primitiven Völker sind gleich. Fehden, Vendetten, Racheschwüre – davon leben sie.«

»Sie scheinen gut Bescheid zu wissend bemerkte der Herzog.

»Tue ich auch«, entgegnete Lord Hinchley. »Als ich von Seiner Majestät erfuhr, daß ausgerechnet ich als Vorreiter fungieren und dafür sorgen muß, daß der König gebührend empfangen wird, habe ich mir die Mühe gemacht, mich über Schottland und seine Bewohner zu informieren.«

»Daß sich die Engländer dem besiegten Volk gegenüber miserabel verhalten haben«, fuhr er fort, »ist eine Tatsache, Taran. Und gesiegt haben sie lediglich deshalb, weil sie besser organisiert und ausgerüstet waren.«

Wieder äußerte sich der Herzog nicht dazu.

»Als ich noch ein Bub war«, berichtete Lord Hinchley weiter, »hat mir mein Großvater oft erzählt, wie die Clans bei Culloden ausgerottet worden sind. Von ihren Oberhäuptern angeführt, sind sie nach einer Nacht im Freien direkt in den Feuerregen hinein marschiert.«

Der Herzog stand auf.

»William«, sagte er in verärgertem Ton, »können Sie nicht endlich aufhören, mir von Schlachten zu erzählen, die ausgefochten wurden, als wir noch längst nicht auf der Welt waren. Wir sind beide zu dieser verfluchten Reise gezwungen worden, und je eher wir unsere Pflichten erledigen und zurückkehren, desto besser.«

Lord Hinchley sah den Freund erstaunt an.

»Ich hatte schon manchmal den Verdacht«, sagte er schließlich nachdenklich, »daß Schottland Ihre Heimat ist.«

Er sah, wie der Herzog die Hände zu Fäusten ballte. Sollte er mit seiner Bemerkung den Nagel auf den Kopf getroffen haben?

»Trinken Sie doch noch einen Schluck, Taran«, bat er schnell. »Es geht nichts über französischen Kognak, wenn einem alles etwas rosiger erscheinen soll.« Der Herzog goß sich noch ein Glas ein, doch der Alkohol verfehlte seine Wirkung. Statt ihn zu beruhigen, machte er ihn noch nervöser und aufgebrachter.

Nicht einmal zur Beerdigung seines Vaters war er nach Schottland zurückgekehrt. Als er damals mit blutigem, zerschundenem Rücken von zu Hause weggelaufen war, hatte er mit den McNarn gebrochen.

Ihn für einen Abtrünnigen zu halten, stand ihnen frei. Mochten sie denken, was sie wollten. Für ihn galt nur seine eigene Meinung.

Nachdem er sein Studium an der Universität beendet hatte, hatte ihn erst einmal nur das eigene Vergnügen interessiert. Da er fabelhaft aussah, umschwärmten ihn die Frauen wie die Motten das Licht, und Geld war nie ein Problem gewesen.

Der Prinzregent hatte sich damals gern mit jungen Männern umgeben, die ebenso lebenslustig waren wie er und die sich genauso extravagant kleideten, wie er es zu tun pflegte.

Und nun wollte der König auch noch in der Tracht der Hochländer in Schottland erscheinen.

Diejenigen, die in Edinburg zu seinem Gefolge gehören sollten, hatten den Befehl bekommen, in Kilt und Plaid zu erscheinen. Zu der Parade, die am 23. August, das war ein Freitag, auf den Portobello Sands stattfinden sollte, mußten sie ihre Clans anführen.

Der Herzog hatte nicht einen Moment damit gerechnet, daß man mit seiner Anwesenheit rechnete, aber der König hatte ihm unmißverständlich zu verstehen gegeben, daß er da zu sein habe, und eine plausible Entschuldigung war dem Herzog nicht eingefallen.

Der Befehl Seiner Majestät – und es war ein Befehl – hatte ihn allerdings erreicht, als er bereits erwog, ob er der dringenden Bitte seines Verwalters, eines gewissen Robert Dunblame, nachkommen und nach Schottland fahren sollte.

Robert Dunblame war schon zu seines Vaters Zeiten Verwalter gewesen, und der Herzog erinnerte sich, daß er der einzige Mensch gewesen war, mit dem er sich als Kind hatte unterhalten können, ohne Angst haben zu müssen.

Dunblame war es auch gewesen, der ihn vom Tod seines Vaters informiert und der Hoffnung Ausdruck gegeben hatte, der Herzog möge so bald wie möglich nach Schottland kommen.

Der Herzog hatte den Brief gelesen und in den Papierkorb geworfen.

Seinetwegen konnten sein Clan, das Schloß und die Ländereien, die er nun besaß, verkommen.

Den Titel, den er geerbt hatte, war er bereit zu benutzen, aber sonst konnte ihm der Norden gestohlen bleiben.

Schon nach ein paar Tagen war der Brief des Verwalters vergessen gewesen.

Der zweite Brief war anders. Während er ihn las, wurde die Miene des Herzogs immer finsterer.

»Dieser Narr!« fluchte er. »Dieser verdammte junge Narr! Wie kann man bloß so idiotisch sein?«

Seinen Neffen Torquil McNarn kannte er bloß als schreiendes Baby. Torquil war 1808 zur Welt gekommen, also zwei Jahre,...



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