Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
Landgraf Gestern schüchtern - heute Bühnenprofi
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98641-110-7
Verlag: Mentoren-Media-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Selbstbewusst in Vorträgen und Präsentationen
E-Book, Deutsch, 164 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 170 mm
ISBN: 978-3-98641-110-7
Verlag: Mentoren-Media-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Daniela Landgraf ist Moderatorin, Vortragsrednerin und Buchcoach. Sie selbst schreibt und hält Vorträge zu ihren Herzensthemen Selbstwert und Mentale Stärke. Aufgrund ihres Tourette-Syndroms ist sie einst selbst durch die »Selbstwerthölle« gegangen und weiß somit aus eigener Erfahrung, wie sehr Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe dem Lebensglück entgegenstehen können.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Hilfe – ich soll einen Vortrag halten
Welche Bühnen gibt es überhaupt?
Über Schüchternheit und Selbstzweifel
Erste Tipps für den Umgang mit Schüchternheit,
Unsicherheit und Selbstzweifeln
Welche Arten von Vorträgen gibt es überhaupt?
Typische Ängste und Befürchtungen
Dein Körper und die Bühne
Powerpoint: Fluch oder Segen?
Storytelling
Stimme macht Stimmung
Unterschied Online – Offline
Kleider machen Leute
Innere Haltung – Äußere Haltung
Körpersprache
Warum es auf die richtige innere Haltung ankommt
Alles ist Energie
Training für die richtige innere Haltung
Aufbau und Struktur eines Vortrags
Die Vorbereitung auf einen Vortrag
Elemente eines Vortrags
Der Dreiklang
Überzeugender Start – Souveränes Ende
Komm, lass uns Fehler machen
Tipps und Tricks für den Notfall
Umgang mit Pleiten, Pech und Pannen
Und Atmen nicht vergessen!
Flexibilität trainieren
Gedankenspiele
Umgang mit schwierigen Fragen von Teilnehmenden
Umgang mit schwierigen Teilnehmenden
Souveränität trotz totaler Verunsicherung
Innere Haltung – Äußere Haltung
Deine innere Haltung bestimmt deine äußere Haltung. Mit der richtigen inneren Haltung brauchst du dir über viele Themen wie Körpersprache, Hände, Gesamtwirkung etc. keine Gedanken mehr zu machen. Doch schauen wir uns das noch einmal im Detail an.
Körpersprache
Perspektivwechsel: In diesem Kapitel geht es nur indirekt um dich, denn wir wechseln für den Moment in die Perspektive des Publikums.
Stell dir vor, du sitzt im Publikum und schaust selbst bei einem Vortrag zu. Was wirst du voraussichtlich wahrnehmen? Natürlich nimmst du den gesamten Raum wahr – wie hell oder dunkel ist der Raum, wie viele Menschen sind im Raum und wie viele können theoretisch da sein? Wie sieht die Bühne aus? Wie ist die Gesamt-Atmosphäre?
Das passiert bereits lange bevor die Sprecher und Sprecherinnen auf die Bühne kommen. Die Person, die den Vortrag hält, kommt nach einer eventuellen Anmoderation auf die Bühne. Nennen wir unsere heutige Rednerin einfach mal Judith.
Judith kommt also auf die Bühne und bereits ab der ersten Sekunde an wird sie eine entsprechende Wirkung haben. Gerade deswegen kommt es auf einen professionellen und überzeugenden Start an. Genau aus diesem Grund gibt es weiter hinten noch ein separates Kapitel zum Thema Wie startest du deinen Vortrag?. Doch konzentrieren wir uns erst einmal auf Judith.
Sie kommt also auf die Bühne und irgendwann fängt sie an zu sprechen. Dein logischer Verstand hört die Worte, die Judith sagt. Doch das ist nicht alles. Du nimmst noch viel mehr wahr, denn es gibt noch andere Ebenen, die mitwirken und mitschwingen. Dazu gehören neben der Stimme und des Outfits auch noch die Mimik, Gestik, die Körpersprache und die Ausstrahlung als Ganzes.
Vielleicht hast du es selbst schon mal erlebt: Du sitzt im Publikum, hörst einem Redner zu, kannst ihm inhaltlich zustimmen und hast dennoch ein Störgefühl. Es ist ein Gefühl von »irgendwas ist hier nicht stimmig« und es lenkt dich vom Inhalt ab.
Als ich selbst am Anfang meines Rednerinnen-Daseins stand, hat mal jemand zu mir gesagt:
»Dein Körper spricht so laut, dass ich deinen Inhalt nicht mehr hören kann.«
Wow, der Satz hat gesessen. Aber er war seinerzeit sehr heilsam, denn ich begriff, wie viel mehr zu einem Auftritt dazugehört, als einfach nur inhaltlich fit zu sein. Heute weiß ich, dass all meine Unsicherheit und der daraus resultierende Perfektionismus dafür gesorgt hatten, dass meine Wirkung auf das Publikum alles andere als begeisternd war.
Dabei hatte ich doch alles umgesetzt, was man mir so gesagt hatte. Viele gut gemeinte und teilweise auch durchaus sinnvolle Tipps zum Thema Hand- und Armgesten waren dabei, so zum Beispiel, die Hände stets oberhalb der Hüfte zu halten und Aussagen mit den Händen zu unterstreichen. Allerdings weiß ich heute, dass gelernte Gesten niemals so richtig zu dir passen werden, wenn nicht auch die innere Haltung dazu passt. Dein logischer Verstand ist langsamer als dein Unterbewusstsein. Solange du darüber nachdenkst, welche Gesten du zu deinen gesagten Worten machen willst, wird es immer eine, wenn auch minimale, zeitliche Verzögerung geben, die das Publikum jedoch bewusst oder unbewusst wahrnimmt. Das sind genau die Momente, in denen du an Wirkung verlierst. Du wirst nur authentisch und gewinnend auf der Bühne wirken können, wenn deine innere Haltung mit deinen äußeren Bewegungen und deinen Worten übereinstimmt. Ausnahme: Du bist ein großartiger Schauspieler und hast die Methoden gelernt, in bestimmte Charaktere hineinzuschlüpfen.
Mein Tipp:
Mir selbst hat Impro-Theater spielen sehr geholfen, meine eigene Bühnenperformance massiv zu verbessern. Durch das Impro-Theater habe ich gelernt, in Sekundenschnelle bestimmte Emotionen auf die Bühne zu bringen. Aber unter uns gesagt: Es gibt Situationen, da funktioniert das auch bei mir nicht und dann lasse ich es lieber. Das, was auf der Bühne gerade nicht zu dir passt, macht deine Wirkung kaputt. Und genau deswegen ist die richtige innere Haltung viel entscheidender als alle gelernten Gesten.
Warum es auf die richtige innere Haltung ankommt
Stelle dir zwei Personen vor, beide gehen in die Stadt. Eine dieser Personen ist Tom. Er hat gerade so eine richtig schlechte Phase, in der scheinbar alles schiefgeht. Im Job gibt es viel Ärger mit den Kollegen, dann die Kunden, die plötzlich abspringen, seine Finanzprobleme drücken und außerdem machen familiäre Sorgen sein Leben gerade schwer. Er geht in die Stadt, weil er einen neuen Anzug kaufen möchte und betritt das Geschäft. Was denkst du: Wie wird wohl seine Wirkung auf andere sein, wenn er selbst gerade in einer so negativen Stimmung ist? Wie werden Verkäufer oder Verkäuferinnen auf ihn reagieren? Was wird er erleben?
Bei der anderen Person handelt es sich um Jan. Er hat gerade eine richtig gute Lebensphase zu fassen. Alles scheint ihm mit Leichtigkeit zuzufliegen. Beruflich ist alles bestens, privat ist er frisch verliebt und genau das strahlt Jan auch aus. Sein Leben ist gerade einfach schön. Auch er möchte sich einen neuen Anzug kaufen. Er geht in dasselbe Geschäft und wird von derselben Person beraten. Was meinst du, wird Jan wohl etwas anderes mit diesem Verkäufer oder dieser Verkäuferin erleben als Tim?
Wir Menschen gehen stets in die Resonanz mit der Energie von anderen Menschen. Du wirst immer das erleben, was du gerade ausstrahlst, und deine Ausstrahlung hängt von deinen Gedanken und Emotionen ab. Du wirst immer mehr von dem erleben, was in dir drin ist – im Positiven, wie im Negativen. Deine innere Haltung bestimmt deine Energie. Deine Energie ist dafür verantwortlich, welche Wirkung du auf andere hast – auch auf der Bühne. Weil das Thema Energie so wichtig ist, bekommt es noch einmal ein eigenes Kapitel.
Alles ist Energie
Vielleicht kommt dir gerade der Gedanke: »Bitte nicht so einen esoterischen Schnickschnack.« Doch denke an Tim und Jan. Die jeweils innere Haltung von beiden verursacht unterschiedliche Reaktionen der Menschen, mit denen sie zu tun haben, im Beispiel von eben die Verkäufer in einem Geschäft. Die Ausstrahlung eines jeden Einzelnen hat mit der inneren Haltung zu tun. Diese entsteht aus deinen Gedanken und Gefühlen. Genau das ist Energie. Nichts auf dieser Welt ist wirklich statisch, alles ist in Schwingung.
Für einen gewinnenden und begeisternden Vortrag ist es also wichtig, dass nicht nur der Inhalt passt, sondern auch deine Energie. Ich behaupte sogar, dass das Thema Körpersprache dann nur noch nebensächlich ist, weil du durch dich selbst eine entsprechende Wirkung auf das Publikum ausübst und sich dein Körper ganz von selbst richtig bewegt.
Natürlich sollten dennoch ein paar Grundregeln beachtet werden. Hier empfehle ich dir, dass du dir durchaus ein paar Stunden bei einem entsprechenden Coach gönnst. So kannst du beispielsweise die Dinge trainieren, über die du weiter vorne im Buch schon einiges gelesen hast, zum Beispiel stets in Richtung Publikum zu sprechen und nicht in Richtung Flipchart oder Präsentation. Weiterhin schaut kaum jemand gerne zu, wenn der Vortragende wie ein Tiger im Käfig immer hin- und herläuft. Ein weiterer typischer Anfängerfehler ist, über die Köpfe des Publikums hinweg zu sprechen und nicht in das Publikum hineinzuschauen. Das sind nur ein paar Beispiele von Bühnenskills, die du schnell und einfach erlernen kannst. Doch auch all diese Skills helfen dir nur bedingt, wenn deine innere Haltung und damit deine Energie nicht passt. Deswegen vertiefen wir das Thema noch ein wenig.
Training für die richtige innere Haltung
So wie du bestimmte Bühnenskills erlernen kannst, so kannst du auch lernen, deine Energie und damit deine Ausstrahlung zu verändern. Die gute Nachricht ist: Alles beginnt mit deinen Gedanken. Und die kannst du mit deinem logischen Verstand steuern. Die schlechte Nachricht ist: Gedanken allein reichen nicht. Um tatsächlich eine Veränderung deiner Energie und somit deiner Ausstrahlung und Wirkung zu erreichen, müssen deine Gefühle zu dem passen, was du sagst. Das ist manchmal herausfordernd, vor allem, wenn es dir vielleicht aus irgendwelchen Gründen nicht gut geht und du dennoch auf die Bühne musst. Doch wie geht das?
Es fängt mit dem Bewusstsein oder vielmehr mit dem Gewahrsein darüber an, in welchen Gedankenspiralen du dich selbst gefangen hältst. Woran denkst du den lieben langen Tag? Wie stark ist beispielsweise dein innerer Kritiker? Wie sehr drängen deine inneren Stimmen dich zu übertriebenem Perfektionismus und erzählen dir, dass es immer noch nicht ausreiche, was du leistest? Oder bist du zu oft und zu viel in negativen oder sorgenvollen Gedanken gefangen? Denkst du viel über deine Probleme und Herausforderungen nach? Bist du häufig traurig, wütend, genervt oder gereizt? Hast du viel zu viel negativen Stress?
Dann wirst du diese Gefühle kurz vor dem Vortrag nicht auf die Schnelle durch krampfhaftes positives Denken und Affirmationen ändern können. In eine positive Grundhaltung zu kommen, ist ein Prozess und hat nichts mit äußeren Rahmenbedingungen zu tun.
Und damit komme ich zu einer weiteren guten Nachricht: Die positive Grundhaltung kannst du, genau wie deine Gedanken, trainieren.
Für mich selbst war es ein sehr langer Prozess. Zu sehr hatte ich mich früher selbst abgelehnt. Und dadurch hatte ich auch unglaublich viel Angst vor Ablehnung durch andere....




