Landis | Der Versuchung ergeben: Agent Lovers Band 1 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 354 Seiten

Reihe: Agent Lovers

Landis Der Versuchung ergeben: Agent Lovers Band 1


2. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96415-074-5
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 354 Seiten

Reihe: Agent Lovers

ISBN: 978-3-96415-074-5
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Liz war nie auf der Suche nach der großen Liebe. Durch einen Schicksalsschlag in ihrer Kindheit musste Liz am eigenen Leib erfahren, wie schmerzhaft der Verlust eines geliebten Menschen sein kann. Liebe und Geborgenheit verband sie seitdem mit Verlustängsten und Schmerz. Um sich davor abzuschotten, kehrte Liz dieser gefühlsduseligen, ach so perfekten Welt ein für alle Mal den Rücken. Im wahrsten Sinne des Wortes bewaffnet bis an die Zähne hielt sie jeden auf Abstand.
Und ehe sie sich versah ... verliebte sie sich in einen traumhaft schönen Prinzen, der sie mit auf sein Schloss nahm. Sie heirateten, bekamen drei süße Kinderlein und lebten glücklich bis an das Ende ihrer Tage!
Ja sicher, wer’s glaubt!



Sky Landis, geboren im Januar 1976 und aufgewachsen in Calbe/Saale, ist Mutter zweier Kinder und gelernte Anlagenmechanikerin. Nach ihrem Fachabitur im Bereich Wirtschaft verbrachte sie 16 Monate in den USA. Sky mag es vor allem humorig, gern auch mal schräg und will mit ihren Büchern hauptsächlich eines erreichen: Die Leser sollen sich unterhalten fühlen und Spaß dabei haben. Unter dem Pseudonym Gillian Hunter schreibt sie fesselnde erotische Liebesromane.
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1. Kapitel


Vollkommen ruhig lehnte Liz an dem Stamm einer Buche. Die Beine hatte sie lässig über die Knöchel gekreuzt. So stand sie im Schatten der bereits tief stehenden Sonne, verschmolz beinahe mit ihm und war auf den ersten Blick nicht mehr erkennbar.

Einige Minuten lang beobachtete sie nun schon das Pärchen, das sich in einiger Entfernung von ihr und weit abseits des großen Herrenhauses befand. Liz wandte ihren Blick von dem Pärchen ab und ließ ihn durch den weitläufigen Garten mit seinen üppig blühenden Blumenbeeten schweifen. Perfekt gestutzte Bäume umgaben das riesige Anwesen und schirmten es zusätzlich zur massiven Mauer, die das gesamte Grundstück einfasste, vor neugierigen Blicken ab.

Der Rasen, die Rabatten und Zieranpflanzungen, die von einer Horde Landschaftsgärtner in symmetrischen Formen angelegt worden waren, unterstrichen noch die herrschaftliche Note des Anwesens. Liz fragte sich, wie lange wohl die unterbezahlten Gärtner täglich an den Rabatten und Blumenbeeten zugange waren, um die gesamte Gartenanlage in einem nahezu makellosen Zustand zu halten.

Unwillkürlich musste sie an die Zeit zurückdenken, als der Garten längst nicht so gnadenlos perfekt aussah, zwar von liebevoller Hand gepflegt, aber eben nicht den Eindruck erweckte, aus einem Expertenmagazin für Garten- und Parkanlagen zu stammen. Über fünfzehn Jahre war es her, dass sich Isabell Gibson, ihre Mutter, mit einiger Unterstützung um den Garten kümmerte. Es verging wohl kein Tag, an dem sich Isabell nicht ihrem Garten widmete.

So liebevoll wie sie die Blumen pflegte, so sanft war ihr Wesen auch ihren recht rebellischen Kindern gegenüber. Wie ein süßes Parfum umgab Liebe ihre Mutter und ließ sie von innen heraus strahlen. Liz hatte niemals genug davon bekommen können. Die bedingungslose Liebe ihrer Mutter gab ihr ein unbeschreibliches Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Allein ein aufmunterndes Lächeln von ihr reichte aus, um Liz’ kindliche Sorgen und später die eines Teenagers in Luft aufzulösen. Sicher, ihr Vater, Harold, liebte seine Kinder ebenso vorbehaltlos. Aber er konnte nicht immer für sie da sein, der Aufbau seiner Firma nahm ihn unentwegt in Anspruch. Schmerzhaft zogen sich Liz’ Eingeweide zusammen, als sie an den Tag des Unfalls dachte, der ihr Leben schlagartig veränderte.

Ihr Kopf sank gegen die brüchige Rinde des Baumes und ihre Lider schlossen sich, während sie die Vergangenheit vor ihrem inneren Auge Revue passieren ließ. Dreizehn war sie gewesen, nur knapp vier Wochen trennten sie von ihrem vierzehnten Geburtstag. Hätte sie Maggie, ein rothaariger Wirbelwind und ihre damalige Freundin, die für jeden Spaß zu haben war, nicht dazu überredet, den Bummel durch die Mall zu verlängern, hätten sie den Bus nicht verpasst und dann hätte sie nicht zu Hause anrufen müssen. Ihre Mutter schalt sie zwar am Telefon wegen ihrer Trödelei, aber, so wie eigentlich jedes Mal, mit sanfter Stimme und versprach, sie und Maggie abzuholen. Nach über zwei Stunden standen sie noch immer wartend vor dem Eingang der Mall. Das vertraute beigefarbene Ford Thunderbird Coupé fuhr jedoch nicht vor. Also rief Maggie ihre Mutter an. Als die dann eine knappe halbe Stunde später am Straßenrand hielt, ausstieg und bei Liz’ Anblick in Tränen ausbrach, wusste sie, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste. Maggies Mutter zog Liz in ihre Arme, presste sie fest, beinahe schmerzhaft an ihren Leib und flüsterte immer wieder, wie leid es ihr täte.

„Was tut dir leid?“, fragte Liz leise, mit erstickter Stimme, bereits ahnend, dass ein fürchterliches Unglück geschehen sein musste, wenn die sonst so unerschütterliche Beatrice in aller Öffentlichkeit in Tränen ausbrach. „Was tut dir leid? … Wo ist meine Mutter? … Was ist passiert?“ Erst ängstlich, dann panisch wiederholte sie die Fragen ein ums andere Mal, bis Maggies Mutter von ständigen Schluchzern unterbrochen stockend erzählte, was geschehen war. Voller Unglauben und mit weit aufgerissenen Augen starrte Liz Beatrice an. Sie schüttelte mehrmals den Kopf ob des Gehörten, schlang die Arme um ihren Oberkörper und ging auf Abstand zu der Frau, die etwas behauptete, das einfach nicht stimmen konnte. Nicht stimmen durfte. Als Maggies Mutter dann jedoch ihre zitternde Hand nach ihr ausstreckte und sie erneut tröstend in ihre Arme zog, konnte sich Liz ihrer Tränen nicht mehr erwehren. Erst klammerte sie sich laut schluchzend an die ältere Frau, bevor sie diese mit aller Kraft von sich stieß. Orientierungslos und tränenblind rannte Liz davon. Ihre Gedanken überschlugen sich, waren ein heilloses Durcheinander. Vollkommen verstört lief Liz über den riesigen Parkplatz, stolperte achtlos auf die nahe gelegene, dicht befahrene, mehrspurige Fahrbahn und brachte sich damit in Lebensgefahr.

Dass sie jenen Tag überlebte, hatte sie nur dem schnellen Eingreifen eines aufmerksamen Streifenpolizisten zu verdanken. Gerade noch rechtzeitig zog er sie vor einem Truck weg, dessen Fahrer verzweifelt auf die Bremsen trat, um Liz nicht zu überrollen und unter den Rädern zu zerquetschen. Auf dem Rasenstreifen neben der Straße hielt der Polizist Liz, die gleichzeitig weinte, um sich schlug und nach ihrer Mutter schrie, eisern fest, damit sie nicht wieder auf die Fahrbahn rannte. Eine scheinbare Ewigkeit verging, bis Liz zu schreien aufhörte, in den Armen des Polizisten zusammenbrach und nur noch teilnahmslos vor sich hinstarrte, während unablässig Tränen über ihre Wangen rannen. Maggie und Beatrice, die Liz immer wieder abwechselnd ansprachen, den herbeigerufenen Krankenwagen und die Sanitäter, die sie versorgten, die Fahrt ins Krankenhaus, nichts davon nahm sie mehr wahr. Ihre Gedanken kreisten nur noch um das, was sie von Beatrice erfahren hatte, um den schweren Unfall, der den Tod ihrer geliebten Mutter zur Folge hatte.

Ein voll beladener Truck war auf das Ende eines Staus, der sich vor einer Baustelle auf der Bundesstraße gebildet hatte, aufgefahren und hatte mehrere Wagen zusammengeschoben. Mehr als ein Dutzend Fahrzeuge waren in die Karambolage verwickelt gewesen. Die Rettungskräfte hatten schwere Gerätschaften benutzen müssen, um die Insassen aus den ineinander verkeilten Fahrzeugen befreien zu können. Liz’ Mutter in ihrem Coupé traf es am schlimmsten. Der Thunderbird stand am Stauende und war jener Wagen gewesen, auf den der Truck als erstes und mit voller Wucht auftraf. Zwar hatten die Bergungskräfte Liz’ Mutter als Erste befreit, doch die Verletzungen, die sie durch den Aufprall davontrug, waren zu schwerwiegend gewesen. Isabell war noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.

Wie ein Kartenhaus stürzte Liz’ kleine, heile Welt an jenem Tag in sich zusammen. Und für eine sehr lange Zeit gab sie sich die Schuld am Tod ihrer Mutter. Hätte sie nicht die Zeit vertrödelt, wäre ihre Mutter zum Zeitpunkt des Unfalls nicht auf der Straße gewesen und noch immer am Leben. Die Schuldgefühle bewirkten, dass Liz ihre Familie zu meiden begann und sich immer mehr von ihr zurückzog, sich selbst von ihr ausschloss. Sie wähnte sich ihrer Zuneigung und Liebe einfach nicht mehr würdig. Liz mied ihren Bruder, John, den sie vergötterte. Und sie ließ ihren Vater nicht mehr an sich heran, der den Verlust seiner geliebten Frau, der sie so ähnlich sah, kaum verkraften konnte.

Es dauerte Jahre, bis Liz endlich begriff, dass der Tod ihrer Mutter nicht ihre Schuld war und auch niemand ihr dies vorwarf. Doch zu dem Zeitpunkt war die Kluft zwischen ihr, ihrem Bruder und ihrem Vater bereits unüberwindlich.

Langsam öffnete Liz ihre Augen und starrte für einen Moment blicklos in die dichten Baumkronen über ihrem Kopf, bevor sie die trüben Gedanken an die Vergangenheit abschüttelte. Allein das Hier und Jetzt zählte und dies bedeutete, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit an diesem Abend noch eine Auseinandersetzung mit ihrem Vater haben würde. So wie jedes Mal, wenn sie beide aufeinandertrafen.

Liz benötigte dringend Ablenkung von dem Treffen mit ihrem Vater. Also richtete sie ihren Blick zurück auf das Pärchen und beobachtete sie weiter.

, dachte sie nach einiger Zeit, strich sich eine hellblonde Haarsträhne aus dem Gesicht und schob sie hinters Ohr, bevor sie auf die Uhr an ihrem Handgelenk sah. Mehr als zehn Minuten beobachtete Liz das elegant gekleidete Pärchen, das sich leise und angeregt unterhielt, nun schon neugierig. Zwar wusste sie nicht, wer der Mann war, dafür kannte sie die junge Frau neben ihm umso besser. Es war Annie, die Verlobte ihres Bruders. Vom Gespräch der beiden verstand Liz kein einziges Wort, dafür war die Entfernung zwischen ihnen einfach zu groß. Aber was sollten ein Mann und eine Frau allein in diesem abgeschiedenen Teil des Gartens wollen?

Liz musterte den Fremden genauer, besser gesagt, das, was sie von ihm sehen konnte. Und das war im Moment „nur“ seine beeindruckende Rückansicht. Jede Kleinigkeit an ihm nahm sie wahr. Groß war er; sie schätzte ihn auf ungefähr einen Meter fünfundachtzig, vielleicht sogar etwas größer. Sein dunkelbraunes Haar trug er kurz, beinah militärisch...



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