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E-Book, Deutsch, Band 4, 354 Seiten
Reihe: Agent Lovers
Landis Lost in Love - Unstillbare Sehnsucht: Agent Lovers Band 4
2. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96415-077-6
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 354 Seiten
Reihe: Agent Lovers
ISBN: 978-3-96415-077-6
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Joey McAdams ist einer der besten in seinem Job. Als Agent einer Top Secret Spezial Einheit kann er sich auch keine Fehler leisten, denn die könnten seinen Tod bedeuten. Er kennt weder Angst noch Reue, bis er seine Jugendliebe Kayla unverhofft wiedertrifft. Die Trennung von ihr ist das einzige, was er jemals bereut hat. Als er ihr nach mehr als zehn Jahren zum ersten Mal wieder gegenübersteht, kann Joey sein Glück kaum fassen. Die erhoffte zweite Chance ist zum Greifen nah. Und diesmal will er alles richtig machen. Nichts und niemand sollte sie jemals wieder voneinander trennen. Wäre da nur nicht Kaylas Verlobter ...
Kayla fällt aus allen Wolken, als sie ausgerechnet an einer Tankstelle über ihren Ex-Freund Joey stolpert. Sie hat niemals wirklich überwunden, dass er ihr grundlos vorwarf, ihn zu betrügen. Umso überraschter ist sie, weil er ihre Liebesbeziehung wieder aufnehmen will. Mit aller Kraft wehrt sie sich gegen die neu aufgeflammten Gefühle für Joey und kann ihm dennoch nicht widerstehen.
Nach einer wundervollen Liebesnacht muss Joey fassungslos mit ansehen, wie Kayla ihn verlässt und zu ihrem Verlobten zurückkehrt. Aber er wäre nicht der gerissene Agent, der er ist, wenn er keinen Ausweg mehr sehen würde. Um zu bekommen, was er will, gibt es nur noch eine Möglichkeit. Joey muss die Braut entführen ...
Sky Landis, geboren im Januar 1976 und aufgewachsen in Calbe/Saale, ist Mutter zweier Kinder und gelernte Anlagenmechanikerin. Nach ihrem Fachabitur im Bereich Wirtschaft verbrachte sie 16 Monate in den USA. Sky mag es vor allem humorig, gern auch mal schräg und will mit ihren Büchern hauptsächlich eines erreichen: Die Leser sollen sich unterhalten fühlen und Spaß dabei haben. Unter dem Pseudonym Gillian Hunter schreibt sie fesselnde erotische Liebesromane.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Frustriert starrte Kayla auf ihren Notizblock. Die Zahlen verschwammen schon vor ihren Augen. Diese statistischen Berechnungen raubten ihr den letzten Nerv. Konnte es sein, dass die Ziffern vor ihren Augen bereits lustig über das Papier hüpften und sie verspotteten? Alles, was in irgendeiner Weise mit Mathematik zu tun hatte, war noch nie ihr Ding gewesen. Und würde es wahrscheinlich auch niemals sein. Die Abschlussprüfung war schon morgen und sie wusste noch immer nicht, wie man die „Varianz“ richtig berechnete. Ständig schlichen sich Fehler in ihre Berechnungen ein. Kayla wickelte sich unbewusst eine ihrer Haarsträhnen um den Zeigefinger, während sie mit dem Bleistift in einem schnellen Takt nervös auf den Block klopfte.
„Ist doch ganz einfach“, setzte Ben zu einer Erklärung an. „Die Varianz gibt immer die mittlere quadratische Abweichung der Ergebnisse einer Stichprobe um ihren Mittelwert an.“
„Das hast du jetzt schon gefühlte tausend Mal erklärt. Und ich verstehe es trotzdem nicht.“ Kayla warf den Bleistift auf den Tisch und rieb sich mit der flachen Hand über die Stirn. Überall auf dem runden Tisch verteilt lagen zusammengeknüllte Blätter mit ihren fehlerhaften Berechnungen zwischen Lehrbüchern und Tabellen. Was für ein deprimierender und entmutigender Anblick. In ihrer letzten Prüfung würde sie wohl jämmerlich versagen.
„Schau mal …“ Ben, der sich seit Wochen abmühte, ihre Mathekenntnisse auf Vordermann zu bringen, reagierte wie immer mit einer Engelsgeduld. Er wirkte auf Kayla wie der typische Nerd mit seiner schwarzen Nickelbrille. Seine Hemden trug er fast schon überakkurat gebügelt und die dunkelbraunen Haare … wahrscheinlich berechnete er schon während des Kämmens den korrekten Winkel, in dem er den Scheitel ziehen würde. Aber Ben war nett und ließ sie niemals spüren, wie unzulänglich sie in mathematischen Belangen war. In den letzten Wochen wurde er für Kayla zu einem echten Freund. Obwohl Joey, der Mann, den sie trotz seiner aufbrausenden Art über alles liebte und mit dem sie mittlerweile seit fast zwei Jahren zusammen war, das gar nicht gerne sah.
„Alles andere hast du doch auch verstanden“, riss Ben sie aus ihren Gedanken, schob die Nickelbrille auf seiner Nase zurecht und lächelte aufmunternd.
„Aber erst nach unzähligen Stunden, Tagen und Wochen, in denen du es mir wieder und wieder und immer wieder erklärt hast. Das muss dir doch selber schon zum Hals raushängen.“
„Vielleicht hätte ich die Geduld auch schon mit dir verloren“, räumte er ein und legte den Kopf schief, ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, „… wenn du dir nicht so offensichtlich Mühe beim Lernen geben würdest.“
Aus einer Laune heraus beugte Kayla sich zur Seite, küsste ihn auf die Wange und grinste von einem Ohr zum anderen. „Du bist ein Schatz, Ben. Ohne dich wäre ich echt verloren. Wenn du …“
„Wenn er was?“, hörte sie Joey in ihrem Rücken knurren und wandte sich erschrocken um. Mit einem lauten Knall warf er die Wohnungstür hinter sich zu, während sein Blick von ihr zu Ben wanderte. Joey kam näher und musterte ihren Studienkollegen abschätzend. In seinem Unterkiefer zuckte ein Muskel. Ein untrügliches Anzeichen dafür, wie aufgebracht er war.
„Joey! Was machst du denn schon hier?“ Kaum war die Frage heraus, hätte Kayla sie am liebsten zurückgenommen. Denn Joeys Miene verfinsterte sich noch mehr.
„Hätte ich lieber später kommen sollen?“ Er kam näher, entdeckte durch die geöffnete Schlafzimmertür das zerwühlte Bett und presste seine vollen Lippen zusammen. „Oder bin ich vielleicht sogar schon zu spät gekommen?“
Kayla atmete tief durch und wandte sich zu Ben um, der mit weit aufgerissenen Augen neben ihr auf seinem Stuhl hockte und dessen Gesichtsfarbe eine unnatürliche Blässe angenommen hatte. Ihr Studienkollege hatte wahrscheinlich nur deswegen noch nicht die Flucht ergriffen, weil er glaubte, sie im Notfall vor ihrem aufgebrachten Verlobten verteidigen zu müssen. Er konnte nicht wissen, dass Joey ihr niemals etwas tun würde, ihm vielleicht schon.
„Vielen Dank für deine Hilfe. Ich schaue mir nachher noch einmal alle Notizen an und dann schaffe ich bestimmt die Prüfung“, sagte sie mit einem aufmunternden Lächeln. „Aber jetzt wäre es wohl besser, wenn du gehst, Ben.“
„Bist du dir sicher?“ Er wagte einen vorsichtigen Blick in Joeys Richtung, der sich mit vor der Brust verschränkten Armen direkt neben dem Tisch aufgebaut hatte, allein schon mit seiner muskulösen Erscheinung furchteinflößend auf ihn wirken musste und ihn mit einem eisigen Blick durchbohrte.
Noch ehe Kayla darauf antworten konnte, packte Joey Ben am Kragen, zerrte ihn mühelos von seinem Stuhl hoch und Richtung Tür. „Selbst wenn sie sich nicht sicher ist, ICH bin mir absolut sicher, dass du jetzt verschwinden solltest.“
„Lass ihn sofort los!“ Kayla sprang auf, lief hinter Joey her, der Ben noch immer wie einen widerspenstigen Welpen im Nacken gepackt hielt und gerade die Tür öffnete. Mit zusammengekniffenen Augen blickte er sie über seine Schulter hinweg an.
„Oder sollte vielleicht besser ich gehen, damit du dich noch eine Runde mit diesem schmierigen Lackaffen vergnügen kannst?“ Er warf den vermeintlichen Rivalen im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer Wohnung. Kayla konnte noch sehen, wie Ben quer über den Flur stolperte und sich mit beiden Händen an der gegenüberliegenden Wand abstützte, um nicht dagegen zu prallen. Im nächsten Moment knallte Joey die Tür hinter ihm zu, dass selbst der Türrahmen unter der Wucht erzitterte.
„Was sollte das denn? Ben und ich haben nur gelernt.“ Als er mit verkniffener Miene an ihr vorbeigehen wollte, verstellte sie ihm den Weg und verschränkte die Arme vor der Brust. Aufgebracht funkelte sie ihn an. „Ich will wissen, was in dich gefahren ist, dass du meinen Studienkollegen aus meiner Wohnung schmeißt. Und das auch noch vollkommen grundlos.“
„Du hast ihn geküsst“, stieß er gepresst hervor.
„Freundschaftlich auf die Wange.“
„Und das Bett?“ Seine Kiefer mahlten aufeinander und sein Blick bohrte sich in ihren, als versuche er herauszufinden, ob sie ihn offen anlog.
„Ich habe es schlichtweg heute Morgen vergessen zu machen. Na und? Da ist nun wirklich nichts dabei. Ich habe schon öfter vergessen, das Bett zu machen. Das solltest du eigentlich wissen.“ Er schien zu überlegen und kam nach einem Moment offensichtlich zu dem Schluss, dass sie die Wahrheit sagte. Denn die Kälte verschwand aus seinen Augen und sein kantiges Gesicht nahm weichere Züge an.
Dass er eifersüchtig auf andere Männer reagierte, war nichts Neues. Joey war ständig in Alarmbereitschaft, sobald einer ihrer männlichen Studienkollegen in ihrer Nähe auftauchte. Aus dem Grund hielten sich auch alle wohlweislich von ihr fern, wenn Joey bei ihr war. Bisher hatte er sich immer im Griff gehabt und war nie so weit gegangen wie heute. Normalerweise verteilte er nur unausgesprochene, aber eindeutige Warnungen. Ein stechender, unnachgiebiger Blick aus seinen eisblauen Augen genügte oftmals schon. Manchmal steckte er sein Revier aber auch ab, indem er sie besitzergreifend an seine Seite oder in seine Arme zog und sie vor den Augen des vermeintlichen Rivalen küsste.
Aber dieses Mal war es anders gewesen. Ganz so, als würde das, was seit Langem in ihm brodelte und ihm zu schaffen machte, aus ihm hervorbrechen. Was Kayla an seinem Verhalten am meisten schmerzte, war nicht einmal, dass er ihren Nachhilfelehrer aus der Wohnung geworfen hatte, sondern dass er überhaupt hatte überlegen müssen, ob er ihr glauben konnte. Joeys Vertrauen in sie schien erschüttert. Und sie konnte sich keinen Reim darauf machen, warum das so war.
„Was ist mit dir los, Joey?“, fragte sie leise. „Was ist passiert, dass du wie ein wutschnaubender Rottweiler hier reinstürmst, so unüberlegt handelst und sogar fast handgreiflich wirst? Ich weiß ja, dass du es nicht magst, wenn Ben oder ein anderer Mann sich in meiner Nähe aufhält. Aber ich werde auch in Zukunft immer wieder mit anderen Männern zusammentreffen und mit ihnen zusammenarbeiten. Das heißt noch lange nicht, dass ich dich mit einem von ihnen betrügen würde. Ich liebe dich, Joey. Und zwar nur dich.“
„Ich weiß. Und ich liebe dich, Kleines. Aber …“ Er fuhr sich mit einer Hand durch sein dichtes, dunkelblondes Haar und stieß geräuschvoll den Atem aus. „Ich hätte ihm einfach nicht zuhören dürfen, so wie allen anderen auch. Es tut mir leid, Kayla.“
Sie runzelte die Stirn und überlegte, von wem er gerade gesprochen hatte. Bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Mit „ihm“ hatte er seinen Vater gemeint, der von ihr nichts hielt und von ihrer Verbindung zu seinem Sohn noch weniger. In der Vergangenheit hatte sie vergeblich versucht, sich Joeys Vater, der dem Alkohol mehr zusprach als gut für ihn war,...




