Landon | Skandal um Lady Amelie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Landon Skandal um Lady Amelie


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6474-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6474-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Um einem Skandal zu entkommen, flieht die schöne junge Lady Amelie aus London und zieht nach Richmond. Hier, in dem hübschen Städtchen an der Themse, begegnet sie dem Mann wieder, den sie für einen arroganten Aristokraten hält: Nicholas Elyot. Doch der elegante Lord ist gar nicht so, wie sie dachte! Das wird ihr klar, als er sie spontan beschützt, um einen weiteren Skandal zu vermeiden. Er verlobt sich sogar mit ihr, und in Amelie erwachen zärtliche Gefühle. Aber was empfindet er für sie? Nichts, muss sie leider vermuten. Denn er verlässt Richmond ohne ein einziges Wort des Abschieds...



Juliet Landon hat Anleitungen für Stickarbeiten veröffentlicht. Die Umstellung ins Romangenre war für sie kein großer Wechsel, die Anforderungen sind ähnlich: große Fantasie, einen Sinn für Design, ein Auge fürs Detail, genauso wie Liebe zu Farben, Szenen und Recherche. Und ganz wichtig, bei beidem muss man bereit sein, innere Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. Hingabe ist genauso wichtig für Juliet: Da sie auf dem Land lebt, ist die Leidenschaft ihre Zeit damit zu verbringen, zu picknicken oder Sightseeing zu machen anstelle des Schreibens sehr groß. Im alltäglichen Leben ist Juliet Landon eine professionelle Stickerin und Lektorin. Wenn sie das eine nicht tut, tut sie das andere. Oft beides am gleichen Tag. Ihre Romane spielen meistens im mittelalterlichen Zeitalter. Gewöhnlich 1350 und es ist kein Wunder, das die Stickereien, die sie entwirft, angelsächsische Motive sind. Aber wie fing es an? Wie jede Geschichte, mit einer Recherche. Juliet Landon beschäftigte sich eingehend mit der frühen angelsächsischen Geschichte. Sie erfuhr von vielen Geschehnissen, die ihr im Geschichtsunterricht in der Schule verborgen geblieben waren, aber einen großen Einfluss auf die Historie hatten. Nuancen und Charaktereigenschaften von Ereignissen und Menschen der damaligen Zeit wurden ihr plötzlich bewusster. Und natürlich waren auch die Gesetze und Verhaltensweisen der damaligen Zeit ganz andere als heute und die Möglichkeiten für gute und tiefgehende Geschichten waren reichlich. Juliet Landon ist in Yorkshire geboren und ihr erster Roman spielte im mittelalterlichen York. Für ihn erhielt sie 1994 den 'Golden Laure Award' und mit ihrem zweiten war sie im Jahr danach von Harlequin Mills & Boon für den 'Romantic Fiction Writers Award' nominiert. Heute hat Juliet Landon noch hunderte von Ideen in ihrem Kopf, die alle in der Zukunft zu Papier gebracht werden müssen.

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2. KAPITEL

Bis zum Frühstück hatte Lord Elyots Überraschung sich ein wenig gelegt, und in seinem Kopf begann sich ein Plan zu formen, wie nun am besten vorzugehen wäre, da, wie er fand, die Instruktionen seines Vaters einer kleinen Korrektur bedurften. Eine Weile hörte man nur das leise Rascheln der Zeitungsblätter und gedämpftes Besteckklappern. Schließlich schob Lord Elyot seinen Teller fort, lehnte sich zurück und legte seinem Bruder dar, wie er sich den Verlauf des heutigen Tages dachte, wobei seine Vorschläge nicht die erwartete Billigung fanden.

„Nick“, sagte Lord Seton vorwurfsvoll, „wenn ich gewusst hätte, dass du mich heim nach Richmond schleppst, damit ich Kinderfrau für ein grünes Dingelchen spiele, hätte ich dir was gehustet. Du weißt, ich tue alles für dich, aber das ist doch wirklich Blödsinn!“ Mit unnötigem Nachdruck legte er seine weiße Damastserviette nieder und lehnte sich, immer noch kauend, zurück. „Verdammt! Das Mädchen ist gerade aus dem Schulzimmer entlassen.“

„Das ist kein Blödsinn“, erwiderte Lord Elyot, „ich meine es ernst. Schließlich sollst du die junge Miss ja nicht heiraten! Du sollst sie ein wenig amüsieren, während ich …“

„Während du dich mit Lady Chester amüsierst. Vielen Dank, aber ich habe eine bessere Idee. Du nimmst die Kleine mit dem Rüschenkleidchen und ich den strahlenden Diamanten. Wie klingt das?“

„Zwei Gründe sprechen für meine Version. Erstens bist du nicht ihr Typ, und zweitens reicht deine Zeit nicht dafür.

Vergiss nicht, in Kürze wirst du dich den Truppen Seiner

Majestät anschließen.“

„Ich bin nicht ihr Typ? Aber du schon, was?“

„Ja!“, war die entschiedene Antwort.

Zögerlich gestand Lord Seton sich ein, dass, wenn überhaupt ein Mann bei Lady Chester Erfolg hätte, dieser Mann sein älterer Bruder war, denn von dessen dunklem, grüblerischem Typ würde sich höchstens ein Eisblock unbeeindruckt zeigen; nicht zu vergessen, dass Nick jeder Frau das Gefühl vermittelte, sie sei die Einzige, der sein Interesse galt. Und was die Zeit anging, hatte Nick auch damit recht. Die Dame war ihm höflich begegnet, doch gewiss nicht überschwänglich. Von heute auf morgen wäre sie nicht zu erobern. „Und was bekomme ich dafür?“

Lord Elyot hatte sein Frühstück wiederaufgenommen, und seine gequälte Miene bezog sich nicht nur auf die Geschäftstüchtigkeit seines Bruders, sondern auch auf die klebrige Beschaffenheit des Marmeladentoasts, den er eben verzehrte. „Hör mal, ich tue dir einen Gefallen, Schwachkopf“, erklärte er. „Das Mädchen ist ein keckes Ding, kein Dummchen. Hat hübsche Augen; noch ist sie ein Rohdiamant, aber es müsste dir ein Vergnügen sein, ihr ein wenig Schliff zu verpassen. Bestimmt hätte sie nichts dagegen. Glaub mir, bis die Saison vorbei ist, ist sie ein Knaller, dann kannst du sie einem anderen überlassen. Du siehst, keine Verpflichtungen! Was willst du mehr, Junge?“

„Ein paar Gäule! Als Offizier brauche ich zwei oder drei ordentliche Pferdchen.“

„Was ist mit deinem Monatswechsel?“

„Das weißt du doch. Hätte ich mich sonst von dir überreden lassen, mich zur Erholung aufs Land zurückzuziehen?“

„Gut denn. Vier Pferde für deine Hilfe.“

„Für meine ungeteilte, großzügige, umfassende Hilfe. Sehen wir sie uns gleich an.“

„Die Damen werden wir uns ansehen. Heute Vormittag noch. Wir nehmen meinen neuen Phaeton, und du darfst ihn lenken.“ Zufrieden lehnte Lord Elyot sich zurück.

„Nur eins noch, Nick.“ Rayne grinste. „Woher weißt du, dass da nicht irgendwo ein Ehemann lauert?“

„Hab mich erkundigt.“

„Du verschwendest wirklich keine Zeit, was? Und was ist mit Vaters dringlicher Angelegenheit? Was hat die damit zu tun?“

„Ist in Arbeit, doch ich muss dich bitten, das absolut für dich zu behalten. Ein Wort ins falsche Ohr, und das Täubchen fliegt uns davon.“

Das Täubchen, auf das sich Lord Elyot bezog, flog gerade mit forscher Geschwindigkeit mittels eines hocheleganten Phaetons am Rande des Richmond Park entlang. Die Fahrerin dieses hübschen Gefährtes trug sich mit Fluchtgedanken, wohingegen ihre Beifahrerin angestrengt nach zwei Herren Ausschau hielt, die seit dem gestrigen Treffen für sie das Muster des perfekten Weltmannes waren. Caterina sonnte sich triumphierend in dem Glauben, aus dem Streit um die morgendliche Ausfahrt als Sieger hervorgegangen zu sein. Da sie die Empfehlung ihrer Tante verworfen hatte, einen Schal über ihr zartblaues Ausgehkleid zu werfen, fröstelte sie nun in der frischen Brise. Während sie ihr Hütchen an seinen Bändern festhielt, klammerte sie sich mit der freien Hand an dem gut gefederten Wagen fest, der eben durch ein paar tiefe Pfützen holperte. „Tante“, rief sie, „könntest du … nicht vielleicht … ein wenig langsamer? Da drüben … ups … sehe ich einen Phaeton. Bitte.“

Amelie fasste die Zügel fester. Sie zog es vor, ohne Unterbrechung in höchster Eile nach Kew Gardens durchzufahren, um dem Besuch Lord Elyots und seines Bruders auszuweichen, mit dem sie rechnete, nachdem die Herren sich um ihre Bekanntschaft bemüht hatten. Gegen die Methode, die beiden einfach mit der Nachricht abzuwimmeln, man sei nicht zu Hause, hätte Caterina heftigen Protest eingelegt. Amelie wiederum wäre es nach der gestrigen Enttäuschung und einer beinahe schlaflosen Nacht schwergefallen, zu diesen beiden herzlosen, unempfindsamen Burschen auch nur andeutungsweise höflich zu sein, und so war ihr Caterinas Bitte, auszufahren, gerade recht gekommen, obwohl sie vorgab, ihrer Nichte einen Gefallen zu tun.

Leider schien es so, als sei ihre Strategie durchschaut worden, denn der fragliche Wagen hatte eine gefährlich knappe Kehrtwendung gemacht und folgte ihnen nun.

Sosehr es sie drängte, wäre es doch töricht gewesen, mit dem leichten Phaeton noch schneller zu fahren, allerdings sah Amelie auch keinen Grund, ihre feurigen Grauen zurückzuhalten. Letztendlich jedoch bestimmte der Warnruf ihres jungen Reitknechts sie, die Geschwindigkeit zu dämpfen, denn ihnen entgegen rollte ein Landauer, den sie an und für sich problemlos hätten passieren können. „Achtung, M’lady!“, rief der Bursche jedoch. „Das sind Oglethorpes neue Gäule! Dacht’s mir gleich! Sind ’n bisschen zappelig! Halt’n Sie besser an, M’lady!“ Noch während das Gefährt ausrollte, sprang er vom Wagen und lief nach vorn zu den Pferden. „Ja, gut, M’lady, hab sie beim Zaum!“ Ihr blieb nur, zu warten und den Wagen mit den aufgeregten Rössern passieren zu lassen, wofür sie von dem Kutscher einen freundlichen Dank erntete, von den zwei weiblichen Insassen jedoch nur ein kaum merkliches Nicken.

Etwas anderes hätte Amelie allerdings sehr verwundert, denn nur die Herren der Richmonder Gesellschaft hatten ihr bisweilen einen freundlichen Gruß gegönnt, nicht eine Dame hatte ihre Visitenkarte geschickt.

Ehe sie wieder anfahren konnte, hatte der Phaeton sie eingeholt und hielt neben dem ihrem, der im Vergleich dazu plötzlich nachgerade gesetzt wirkte. Amelie, die spürte, wie aufgeregt ihre Nichte war, warf ihr einen verstohlenen Blick zu und sah, wie Caterina unruhig die Rüschen ihres Kleides glättete und sich angespannt aufrichtete. So schnell also war sie schon verliebt und ganz verwirrt! Doch spürte auch Amelie in ihrer Brust einen unbehaglichen Druck, schob es indes auf das Gerangel am vergangenen Abend.

„Lady Chester, Miss Chester!“ Lord Elyot tippte grüßend an die Krempe seines Hutes. „Welch glücklicher Zufall! Sie sind schon früh unterwegs. Fahren Sie den Hügel hinauf? Sie wissen schon – sehen und gesehen werden.“

Richmond Hill war der bevorzugte Ort, um Wagen oder Pferde vorzuführen, was Amelie bisher vermieden hatte.

„Nein, Mylord“, entgegnete sie, sich der Blicke, die Caterina und Lord Seton wechselten, sehr bewusst, „wir wollen nach Kew, der Blumen wegen. Ich lehre meine Nichte gerade das Zeichnen.“ Sofort wünschte sie, sie hätte nicht so gouvernantenhaft geklungen, doch der Beutel mit den Malutensilien lag sichtbar zu ihren Füßen, und die Männer mussten ihn von ihrer Höhe aus gesehen haben.

Lord Seton beugte sich vor und sah Caterina an. „Das Studium der Blüten wurde bei meiner Bildung leider sehr vernachlässigt, Mylady. Würden Sie uns ausnahmsweise erlauben, Sie zu begleiten, um zu sehen, wie man dabei vorgeht?“

Schon wollte Caterina enthusiastisch zustimmen, doch Amelie stieß ihr unauffällig einen Ellenbogen in die Seite. Weder diesen beiden noch sonst jemandem außer ihrer Nichte würde sie Unterricht erteilen, und das gespielte Interesse Lord Setons nahm sie verärgert zur Kenntnis; es sollte wohl nur ein Scherz sein. „Sicherlich kann ich Sie nicht hindern, zu fahren, wohin Sie möchten“, entgegnete sie, „doch wir sind nicht geneigt, Ihnen die Maltechnik zu demonstrieren. Bitte entschuldigen Sie uns.“

Erneut dachte sie unwillig daran, mit welch gemeinen Worten sich die Männer erst gestern geäußert hatten. Die Menschen in Buxton hatten ihr gedankt und sie beherzt genannt, hier betrachtete man, was sie tat, als Einmischung und wollte sie nach Möglichkeit aufhalten. Nicht einmal um Caterinas sprießender Gefühle willen mochte sie solcher Hartherzigkeit gegenüber Nachsicht üben, noch konnte sie den Gedanken an die arme, von ihr enttäuschte Schwangere verdrängen. Da sie diese beiden Gegebenheiten im Augenblick nicht getrennt betrachten konnte, vermochte sie nicht einmal geheucheltes Wohlwollen aufzubringen.

Da Lord Elyot als Beifahrer näher bei Amelie saß, bemerkte er ihre Kälte wie auch den in ihren Augen...



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