Langer | Jugendliche begleiten und beraten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 160 Seiten

Reihe: Personzentrierte Beratung & Therapie

Langer Jugendliche begleiten und beraten


2. Auflage 2011
ISBN: 978-3-497-60040-3
Verlag: Ernst Reinhardt Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 160 Seiten

Reihe: Personzentrierte Beratung & Therapie

ISBN: 978-3-497-60040-3
Verlag: Ernst Reinhardt Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen -- viele Erfahrungen und Konflikte können in der Pubertät ernsthafte Krisen auslösen. Depression, Risikoverhalten, Gewalt können entstehen, wenn Jugendliche die entwicklungsbedingten Lebensaufgaben nicht mehr angemessen bewältigen. Der Personzentrierte Ansatz weist den Weg, wie man Jugendliche in Krisensituationen verständnisvoll und einfühlsam berät und begleitet. Ein hilfreicher Leitfaden für alle, die in der psychosozialen Jugendarbeit tätig sind.

Prof. Dr. Inghard Langer lehrt Psychologie an der Universität Hamburg mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsförderung, Sprach- und Kommunikationspsychologie. Dipl.-Soz. Päd. Stefan Langer, Lüneburg, arbeitet in der Jugendhilfe (Betreuung, Beratung, Jungenförderung und Anleitung von Jugendlichengruppen).
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Weitere Infos & Material


1;1 Pubertät – Lebensphase wichtiger Wandlungen;9
1.1;1.1 Orientierende Haltungen;9
1.2;1.2 Wandlungen im Leben;10
1.3;1.3 Was ist charakteristisch an Pubertät und Adoleszenz? –Ein kurzer Überblick;12
1.3.1;1.3.1 Klärung der Begriffe Pubertät, Vor-Pubertät, Adoleszenz,Heranwachsen und Jugend;12
1.3.2;1.3.2 Körperliche Entwicklungen;13
1.3.3;1.3.3 Hormonelle Steuerung und Bahnungen im Gehirn;15
1.4;1.4 Erkunden, Bewerten, Sich-Ausrichten –Entwicklungsschritte im Jugendalter;16
1.4.1;1.4.1 Erkundungsimpulse;17
1.4.2;1.4.2 Reaktionen und Erfahrungen;17
1.4.3;1.4.3 Lernlandschaft „Dazwischen“;17
1.4.4;1.4.4 Im Wandel wankend werden;19
1.5;1.5 Wie Jugendliche Verletzungen abwehren;25
1.5.1;1.5.1 Selbstwert-Gefährdungen;25
1.5.2;1.5.2 Halteversuche und Schutzmuster;27
1.6;1.6 Tragische Entwicklungen;33
1.6.1;1.6.1 Jugendkrisen als fokussierte gesellschaftliche Realität;33
1.6.2;1.6.2 Schizophrene Störungen;34
1.6.3;1.6.3 Den Körper extrem reduzieren und Leistung erzwingen;36
1.6.4;1.6.4 Emotionaler und sexueller Missbrauch;38
1.6.5;1.6.5 Depression und Suizidgefährdung;40
1.6.6;1.6.6 Selbstverletzungen;44
1.6.7;1.6.7 Unfallgefährdende Wagnisse;46
1.6.8;1.6.8 Gewalttätigkeit;48
1.6.9;1.6.9 Kontaktabbru?che – „Straßenkinder“ in Deutschland;54
1.7;1.7 Aufbau eines unterstu?tzenden Gefu?ges;56
1.8;1.8 Bis das Leben erst richtig anfängt – Frank;59
1.8.1;1.8.1 Zur Situation in Franks Familie;59
1.8.2;1.8.2 Franks Schwierigkeiten;60
1.8.3;1.8.3 Wenn Jugendliche ihre Eltern verachten …;60
1.8.4;1.8.4 Zur Eigenständigkeit verhelfen;61
1.8.5;1.8.5 Interessen wecken;61
1.8.6;1.8.6 Respektvoll sein;62
1.8.7;1.8.7 Orientierung geben;63
1.8.8;1.8.8 Vorbereitung zur Selbstständigkeit;63
1.9;1.9 Begleitet leben lernen – Gaby;63
1.9.1;1.9.1 Eine Familienberatung;64
1.9.2;1.9.2 Der weitere Entwicklungsprozess;65
1.9.3;1.9.3 Sinne-voll werden und Freude finden;66
1.9.4;1.9.4 Den Körper spu?ren – Kontakt zum Naturfundament;67
1.9.5;1.9.5 Zwanghaftes Verhalten: „Schallplatte mit Sprung“;67
1.9.6;1.9.6 Wahrnehmen, Wählen und Kontakt zu anderen Menschen;67
1.9.7;1.9.7 Frauenschicksale u?ber Generationen hinweg;68
1.9.8;1.9.8 Als eigenständige Person gehört und wichtig genommenwerden;69
2;2 Jugendliche begleiten – Was unterstu?tzt und fördern kann;70
2.1;2.1 „Das Brot der fru?hen Jahre“;70
2.2;2.2 Zur Wandlungs-Unterstu?tzung nach Virginia Satir;71
2.2.1;2.2.1 Das „Fremde“;71
2.2.2;2.2.2 Fu?nf Stadien der bewussten Veränderung;72
2.3;2.3 Aus sich heraus tätig werden und in dieser Tätigkeitaufgehen – Flow erleben;75
2.4;2.4 Als Person gegenwärtig und in Beziehung sein –Zur personzentrierten Psychologie von Carl R. Rogers;79
2.5;2.5 Selbstwert erleben, ausgerichtet auf „Sein“und „Werden“;89
2.5.1;2.5.1 Positives Selbstwerterleben;89
2.5.2;2.5.2 Das hierarchisch ausgerichtete innere Bezugssystem;90
2.5.3;2.5.3 Sich auf „Sein“ und „Werden“ ausrichten;91
2.5.4;2.5.4 Übung zum Lebensgefu?hl „Ich bin“;93
2.5.5;2.5.5 Machtkämpfe;96
2.6;2.6 Werden am „Du“;98
2.6.1;2.6.1 Ich-Du-Beziehungen;99
2.6.2;2.6.2 Ich-Er-Sie-Es-Verhältnisse;101
2.6.3;2.6.3 Zu einer Balance finden;103
2.7;2.7 Engagement „Fu?r“;103
2.8;2.8 Freiheit unterstu?tzen, Grenzen setzen,Wahlmöglichkeiten erschließen;107
2.8.1;2.8.1 Freiheit zur Selbstentfaltung;107
2.8.2;2.8.2 Freiheit, Grenzen und Wahlmöglichkeiten wachsenmit Jugendlichen mit;109
2.9;2.9 Die personzentrierte Basis fu?r das Gelingeneines Gespräches;111
2.10;2.10 Ringen um Wahlmöglichkeiten –Beispiel der Betreuung von Addo;113
2.10.1;2.10.1 Addos Schwierigkeiten;113
2.10.2;2.10.2 Beziehungsschwierigkeiten;114
2.10.3;2.10.3 Initiativen wecken;114
2.10.4;2.10.4 Materielle Armut;116
2.10.5;2.10.5 Fehlende Autorität ersetzen;117
2.10.6;2.10.6 Isolierende Manöver;117
2.10.7;2.10.7 Kung-Fu;118
2.10.8;2.10.8 Vertrauen als Chance;118
2.11;2.11 Vision quest – Arne auf dem Weg zu sich selbst;118
2.11.1;2.11.1 Arnes Schwierigkeiten;118
2.11.2;2.11.2 Die Betreuung;119
2.11.3;2.11.3 Aufbau einer Beziehung;119
2.11.4;2.11.4 Vertiefung des Kontakts;120
2.11.5;2.11.5 „Vision quest“;121
2.11.6;2.11.6 Der Brief;122
2.11.7;2.11.7 Bilanz;124
3;3 Ein theoretischer Ansatzfu?r die Handlungsebene –Der sozialpädagogische Standpunkt;125
3.1;3.1 Problemstruktur – Zielsetzung;125
3.2;3.2 Erziehung als Basis sozialpädagogischer Theorie;127
3.3;3.3 Die drei Dimensionen des sozialpädagogischenProblems;130
3.4;3.4 Konsequenzen fu?r die Handlungsebene;133
3.5;3.5 Anwendungsbeispiele;137
3.5.1;3.5.1 Fallbeispiel: Frank;137
3.5.2;3.5.2 Fallbeispiel: Gaby;137
3.5.3;3.5.3 Fallbeispiel: Addo;139
3.5.4;3.5.4 Fallbeispiel: Arne;140
4;Nachwort und Dank;142
5;Literatur;144
6;Sachregister;148


(S. 56-57)

Die Wurzeln der beschriebenen Notreaktionen liegen in einem verbreiteten Kontaktverlust zu Kindern und Jugendlichen und einem Im-Stich-Gelassen- Sein der an ihrem Werde- und Wachstumsprozess beteiligten Personen. Es ist nicht hilfreich, wenn diese einander Schuld zuschieben, wie unlängst z. B. in Hamburg: Lehrerinnen und Lehrer geben den Eltern von ver haltens auf fälligen Schülerinnen und Schülern die Schuld, dass sie nicht erziehen oder nicht erziehen können.

Eltern klagen vielfach ihrerseits über die Schule, über Lehrerinnen und Lehrer, aber auch über mangelnde Plätze an Kindertagesstätten oder einer Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche. Und Vater oder Mutter, ob alleinerziehend oder gemeinsam, lechzen nach entlastenden und unterstützenden Erwachsenen sowie nach verlässlichen Kinder- und Jugendangeboten, vor allem, wenn nicht gerade engagierte Großeltern, Verwandte oder Nachbarn zur Verfügung stehen. Eine Familie oder das, was von ihr im einen oder anderen Fall übrig geblieben ist, ist in der Regel am dichtesten dran an der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sollte eine schützende und Anregung bietende „Lebensschale“ für das Werden, Wachsen und sich Entwickeln von Kindern und Jugendlichen sein.

Sie ist jedoch vielfach überfordert, wenn sie keine weitere schützende und förderliche Umgebung aufweist. Quasi konzentrisch um Familien herum bedarf es weiterer „Schalen“ unterstützender, haltgebender, anregender und beratender Begleitung, nicht nur als Notversorgung nach einem Jugendhilfegesetz, sondern als eine gesellschaftlich selbstverständliche, wohlmeinende, warmherzige, kluge und tatkräftige Unterstützungskultur, die auch all das würdigt, was in oft über die eigenen Kräfte hinausgehendem Engagement von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Helferinnen und Helfern im psychosozialen Bereich geleistet wird.

Dies fehlt zur Zeit vielerorts. Der erste wirksame Schritt besteht darin, uns über unsere eigene Not und die darin gewählten Entlastungsmuster klar zu werden, sie zunehmend weniger mittels überforderungsgespeister Schutzmuster zu tarnen, sondern sie stattdessen unter allen Beteiligten anzusprechen, einander Verständnis und Mitgefühl entgegenzubringen sowie haltgebende Ressourcen einzufordern bzw. sie einander vorübergehend, unter Umständen kreativ-improvisierend, zu geben.

Es bedarf eines ineinander greifenden Unterstützungssystems um die Lebensschale von Kindern und Jugendlichen herum, wie eine Schale, umgeben von einer Schale, umgeben von einer Schale. Damit kann eine lebensfreundlichere Gestaltung der Lebensverhältnisse in Familien, Familienverbündeten bzw. Großfamilien, Wohnort-Gemeinschaften einsetzen. Mit einem solchen sicht- und spürbaren Unterstützungsgefüge er halten Kinder und Jugendliche eine für sie greifbare Orientierung, sich daran zu beteiligen bzw. mitzumachen, ihr Leben ohne einen sie extrem überfordernden Lebens stress aktiv und gestaltend in die Hand zu nehmen sowie Lebensschwierigkeiten zu bewältigen. Wer sich als erwachsene Person in dieser Weise am Aufbau eines Unterstützungsge füges zum Werden und Wachsen beteiligt, ist für Kinder und Jugendliche ein glaubwürdiger Ansprechpartner, eine glaubwürdige Ansprechpart nerin.


Prof. Dr. Inghard Langer lehrt Psychologie an der Universität Hamburg mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsförderung, Sprach- und Kommunikationspsychologie. Dipl.-Soz. Päd. Stefan Langer, Lüneburg, arbeitet in der Jugendhilfe (Betreuung, Beratung, Jungenförderung und Anleitung von Jugendlichengruppen).



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