E-Book, Deutsch, Band 1967, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Laurence Riskantes Spiel mit der Versuchung
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-2363-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1967, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2363-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Amelia Kennedy träumt von der perfekten Hochzeit. Natürlich mit dem perfekten Mann. Doch aus einer verrückten Laune heraus heiratet sie spontan ihren besten Freund Tyler in Las Vegas. Nicht so schlimm, man kann sich ja wieder scheiden lassen ... Könnte man, wenn Tyler nicht seine Unterschrift verweigern würde. Trotz ihrer Freundschaft glaubt Amelia nicht an eine Zukunft mit dem Selfmade-Millionär. Aber sie gibt ihm eine Chance: Einen Monat lang darf er versuchen, sie von seinen Liebhaber-Qualitäten zu überzeugen ...
Bereits im Alter von zehn Jahren begann Andrea Laurence damit, Geschichten zu schreiben - damals noch in ihrem Kinderzimmer, wo sie an einer alten Schreibmaschine saß. Sie hat immer davon geträumt, ihre Romane eines Tages in der Hand halten zu können, und sie arbeitete jahrelang hart, bis sich ihr Traum dann wirklich erfüllte. Ihre Fähigkeit, trockenen Humor und sinnliche Beschreibungen auf ganz spezielle Art und Weise gekonnt zu vermischen, macht ihre Texte zu einem besonderen Leseerlebnis, und sie selbst ist sehr froh, ihre kreativen Geschichten heute mit der Welt teilen zu dürfen! Ihre Freizeit verbringt sie außerdem gerne mit ihren Tieren, zu denen auch ein sibirischer Husky zählt.
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2. KAPITEL
Es war ein Albtraum.
So hatte sie sich ihr Leben nicht vorgestellt. Ihr erstes Kind sollte ein Segen sein. Sie sollte sich freuen, anstatt sich elend zu fühlen. Ihrem Ehemann die Neuigkeit mitzuteilen hätte ein Moment voll wunderbarer Glücksfühle sein sollen.
Wunderbare Glücksgefühle sprachen nicht gerade aus Tylers Gesicht. Ihm sackte der kantige Unterkiefer herunter, die hellblauen Augen waren weit aufgerissen. Nicht einmal sein teurer Anzug konnte ihren selbstbewussten, erfolgreichen besten Freund davor bewahren, sich sofort wieder in den verunsicherten Teenager zu verwandeln, der er an seinem ersten Tag an der neuen Schule gewesen war.
Sie erinnerte sich noch, wie ihr Vater, der Leiter der El Dorado High School, mit Tyler im Schlepptau in ihren Englischkurs gekommen war. Sie hatte auf einen leeren Platz neben sich gezeigt und sich mit dem Neuen angefreundet. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Tyler war der tollste Freund, den ein Mädchen sich wünschen konnte.
Als sie jetzt wieder diesen verlorenen Ausdruck auf seinem Gesicht sah, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Sie hatte keine tröstenden Worte zu bieten – ihr schwirrte ja selbst immer noch der Kopf von all den unerwarteten Entwicklungen.
Sie war von Tyler schwanger und kam einfach nicht dahinter, wie das überhaupt möglich sein konnte. Seit sie heute Morgen zwei rosafarbene Linien auf dem Schwangerschaftstest gesehen hatte, kam es ihr unwirklich vor. Sie mochte Tyler mehr als sonst irgendjemanden und kannte ihn, seit sie vierzehn war. Aber ein Kind von ihm zu bekommen passte nicht zu ihren Plänen – und Amelia hatte große Pläne.
Anscheinend passte es auch nicht zu seinen Plänen. Bis eben hatte er den Blick noch so über ihren Körper schweifen lassen, dass sie rot geworden war, weil sie erkannt hatte, dass er im Kopf ihre gemeinsame Nacht noch einmal durchlebte. Das konnte sie nur zu gut nachvollziehen. Als sie ihn charmant lächelnd in seinem Maßanzug vor sich gesehen hatte, war es ihr schwergefallen, sich daran zu erinnern, dass sie eigentlich verärgert sein wollte.
Jetzt konnte er nur noch ihren Bauch anstarren und verzweifelt nach einem Indiz dafür Ausschau halten, dass sie sich irrte. Sie wünschte, sie hätte sich getäuscht, aber der Schwangerschaftstest hatte eigentlich nur bestätigt, was das Elend der letzten paar Tage überdeutlich gemacht hatte.
„Sag etwas“, bat sie am Ende.
Ihre Worte holten Tyler ins Hier und Jetzt zurück. Er räusperte sich. „Es tut mir leid. Ich habe nicht damit gerechnet …“ Er brach ab.
„Ich glaube, keiner von uns beiden hat mit irgendetwas gerechnet. Schon gar nicht damit, dass ich schwanger werde. Aber passiert ist passiert. Jetzt müssen wir uns überlegen, was wir unternehmen werden.“
Sie brauchte unbedingt seinen guten Rat, denn sie wusste nicht weiter. In jeder anderen Situation hätte Amelia sich auf Tylers Unterstützung verlassen. Wenn sie von einem anderen Mann ungeplant schwanger geworden wäre, hätte sie in ihrer Panik gleich Tyler angerufen. Er hätte beruhigend auf sie eingeredet. Aber es war sein Baby, und das machte alles schwieriger.
„Musst du immer noch zu deinem Meeting?“, fragte er.
Jetzt, da die Katze oder vielmehr das Baby aus dem Sack war, war ihr das Meeting nicht mehr so wichtig. Vorhin war sie nur aus Ärger über seine Rücksichtslosigkeit so dickköpfig gewesen. Sie liebte Tyler, aber manchmal vergaß er, dass er nicht der Chef von allen und jedem war. Wenn man ihm nicht Einhalt gebot, setzte er sich einfach über andere hinweg. Amelia war eine der wenigen, die sich das nicht gefallen ließen.
Aber eigentlich konnte das Meeting warten. Es war wichtiger, mit Tyler zu besprechen, was sie tun sollten. Sie brauchte einen Plan, bevor sie sich wieder zu ihren Freundinnen wagte, denn die würden sie gnadenlos mit Fragen löchern, auf die sie keine Antwort hatte. Noch nicht.
„Nein, lass uns einfach …“ Sie sah sich um, und ihr Blick blieb an der offenen Tür der Hochzeitskapelle hängen.
Die in Weiß und Grau gehaltene Kapelle war sehr elegant und kunstvoll gestaltet, aber doch schlicht genug, um weder der Braut noch der Dekoration die Schau zu stehlen. Seit der Bau vollendet war, malte Amelia sich aus, wie sie in einem trägerlosen elfenbeinfarbenen Kleid von Pnina Tornai selbst dort heiraten würde. Gestecke aus weißen und rosafarbenen Rosen würden den Raum mit ihrem zarten Duft erfüllen, während Freunde und Familie vor Freude weinten.
So hätte sich ihr großer Tag abspielen sollen. Nicht um ein Uhr morgens in der Li’l Chapel of Love mit pinkfarbenen Glitzerpolstern und verstaubten Seidenblumen. Herrgott, sie hatte ein schwarzes Cocktailkleid getragen! In Schwarz zu heiraten war ein Sakrileg – und brachte offensichtlich Unglück. Sie hätte sich gern zusammengerollt und geweint wie eine enttäuschte Fünfjährige.
Sie hätten auch in ihrem Büro reden können, aber plötzlich wollte sie so weit entfernt wie möglich von der Kapelle sein. „Bring mich einfach von hier weg“, bat sie.
Rasch holte sie ihren Mantel und streifte ihn sich über. Sie hätte die anderen informieren sollen, dass sie wegging, aber sie wagte es nicht, den Kopf noch einmal in den Konferenzraum zu stecken. Sie würde Gretchen von unterwegs eine SMS schreiben und sie wissen lassen, dass sie später zurückkommen würde.
Gemeinsam verließen sie From This Moment. Tyler hielt ihr wie immer die Tür auf und führte sie über den Parkplatz zu einer schwarzen Limousine.
„Netter Mietwagen“, sagte sie. Wenn sie eine Flugreise unternahm, mietete sie am Ziel normalerweise irgendein kleines Auto, keine Luxuslimousine. Das war der Unterschied zwischen ihr und Tyler mit seinem Jetset-Leben und seinen reichen Geschäftspartnern.
„Geht so“, meinte er und öffnete ihr die Beifahrertür. „Ich wollte einen SUV, aber sie hatten keinen vorrätig.“
„Ach, du Ärmster“, murmelte sie beim Einsteigen. Was für eine Zumutung! Die Lederpolster waren weich, und das Auto roch nagelneu. Fabrikfrisch. Das hatte sie schon lange nicht mehr erlebt. Sie fuhr immer noch den kleinen Crossover, auf den sie nach ihrem Abschluss gespart hatte. Er war ideal, um Cateringzubehör zu transportieren, aber eher zweckmäßig als schick.
Es musste schön sein, Geld zu haben. Sie hatte nie viel gehabt. Ihr Vater, der Alleinverdiener der Familie, war Mathelehrer und später Schulleiter gewesen. Sie nagten nicht am Hungertuch, aber über die Mittelschicht war ihre Familie nie hinausgekommen. Als Erwachsene hatte Amelia jeden Penny in From This Moment gesteckt.
Zu ihrer Schulzeit hatte Tyler noch weniger als sie gehabt. Er war eines von sechs Kindern einer Familie, die kaum zwei ernähren konnte, obwohl seine Eltern hart arbeiteten.
In einem brandneuen Auto durch die Gegend zu fahren hätten sie sich als Jugendliche in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Tyler hatte im Laufe der Jahre viel erreicht, und niemand war auf seinen Erfolg stolzer als sie. Wenn er es schaffte, sich von seinem Smartphone loszureißen und mehr als einen Tag auf einmal im Lande zu bleiben, würde er für irgendeine Frau einmal einen großartigen Ehemann abgeben. Sie konnte sich nur nicht vorstellen, selbst diese Frau zu sein.
„Wohin fahren wir?“, fragte er.
„Ein paar Blocks weiter gibt es einen Coffeeshop.“
„Okay.“ Tyler startete das Auto, fuhr vom Parkplatz und bog in die Richtung ab, in die sie gezeigt hatte. In dem nahe gelegenen Geschäftsviertel lagen mehrere Lokale, in denen man in Ruhe miteinander reden konnte. So, wie ihr Magen sich anfühlte, würde sie zwar aufs Essen verzichten, aber sie konnte einen heißen Tee vertragen – und vielleicht, wenn alles gut ging, einen Scone.
Im Auto schwiegen sie, was für sie ungewöhnlich war. Sie hatten immer Millionen von Neuigkeiten auszutauschen und konnten über Gott und die Welt reden. Doch der Sex hatte alles verändert. Sie hatte es ja geahnt! Genau aus dem Grund hatte sie nie gewollt, dass ihre Beziehung diese Grenze überschritt.
Sie seufzte und sah aus dem Fenster. Es gab vieles zu bereden, aber sie wusste, dass keiner von ihnen schon bereit war, es auszusprechen. Er hatte gerade erfahren, dass er Vater werden würde. Das musste er erst einmal verdauen. Tyler hatte nie erwähnt, ob er sich eine Familie wünschte – zumindest nicht seit seiner Trennung von Christine. Danach hatte er sich hundertprozentig aufs Geschäft konzentriert. Die Schwangerschaft musste ein schwerer Schlag für ihn sein. Amelia hatte immer Kinder gewollt, aber auch für sie war es ein Schock gewesen.
Am Ende erreichten sie den kleinen Coffeeshop. Tyler half ihr aus dem Auto und folgte ihr dann ins Gebäude. Er kaufte ihnen beiden etwas zu trinken und für sich eine riesige Zimtschnecke, während Amelia ein Plüschsofa in einer geschützten Ecke des Lokals fand.
Tyler kam ein paar Minuten später mit einem Tablett dorthin, stellte es auf den Tisch und setzte sich neben sie. Sein Knie streifte ihres unmerklich. Schon dieser winzige Kontakt brachte ihre Nerven zum Prickeln. Es war das erste Mal seit der Hochzeitsnacht, dass er sie berührte. So nahe bei ihm zu sein war verwirrend. Ihr Körper erinnerte sich an seinen und sehnte sich danach, sich an ihn zu lehnen und seine Hände zu spüren.
Sei nicht so kindisch! Es war doch nur eine ganz unschuldige Berührung, und es hatte nichts zu sagen, dass ihre Libido explodierte wie...




