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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 4
Reihe: Küsse auf Französisch-Reihe
Lauriel Sommerduft und Weißweinküsse
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98637-188-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 4
Reihe: Küsse auf Französisch-Reihe
ISBN: 978-3-98637-188-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Lässt sich zwischen duftenden Weinreben und dunklen Geheimnissen die Liebe finden?
Der stimmungsvolle Liebesroman vor der traumhaften Kulisse Frankreichs
Die junge Übersetzerin Leah Bonnet verliebt sich bei einem Urlaub an der Elsässer Weinstraße in den attraktiven und geheimnisvollen Winzer Marc Wolfler. Obwohl Leah in Momenten der Nähe glaubt, dass er ihre Gefühle erwidert, bleibt Marc abweisend. Leah bezweifelt immer mehr, dass sie seinen Schutzpanzer aus Unnahbarkeit aufbrechen kann. Das Werben des gut aussehenden Winzers André Kern, der mit seiner lebensbejahenden Einstellung eine glückliche und sorgenlose Zukunft zu versprechen scheint, lässt sie ebenso nicht kalt. Doch die beiden Winzer scheint ein düsteres Geheimnis zu verbinden und auf dem traditionellen Weinfest eskaliert die angespannte Beziehung zwischen ihnen. Leah muss sich nun entscheiden …
Alle Bände dieser Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.
Erste Leser:innenstimmen
„Gefühlvolle und spannende Liebesgeschichte zum Wegträumen.“
„Hier gibt’s gleich zwei Traummänner auf einmal … und es wird prickelnd!“
„Allein die Landschaftsbeschreibungen und die Atmosphäre überzeugen schon, aber auch die Story geht ans Herz und fesselt!“
„Bildhaft erzählter Liebesroman, perfekt für den Urlaub oder für alle, die sich nach Frankreich sehnen.“
Angelika Lauriel hat in Saarbrücken Übersetzen und Dolmetschen Englisch/Französisch studiert. Sie schreibt Kinder- und Jugendbücher sowie zeitgenössische Romane für Erwachsene, außerdem Kurzgeschichten für Anthologien und wird seit 2010 verlegt. Neben Humor, Emotion und dem 'allzu Menschlichen' sind ihr gut gezeichnete Charaktere wichtig. Für fünf Jahre unterrichtete sie Deutsch als Zweitsprache an weiterführenden Schulen. Seit 2020 übersetzt sie Romane aus dem Englischen und ist für mehrere Verlage als Lektorin tätig. Lauriel ist Mitglied bei 'Mörderische Schwestern e.V.', 'DELIA - Vereinigung zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur', 'Montsegur Autorenforum' und dem 'Selfpublisherverband'. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und der französischen Bulldogge Banou im Saarland. Ihre drei Söhne sind inzwischen erwachsen und haben nach und nach das heimische Nest verlassen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 2
Am nächsten Morgen spürte Leah nur leichten Druck im Kopf. Gut, dass sie gestern nicht zu viel getrunken hatte. Nach einer ausgiebigen Dusche setzte sie sich mit einer Tasse Kaffee und ihrem Frühstücksmüsli an den Schreibtisch und fuhr den PC hoch, um die Mail von Herrn Wolfler zu öffnen. Sie klickte auf »Antworten«.
Sehr geehrter Herr Wolfler,
gern übernehme ich diesen Auftrag. Meine Konditionen finden Sie in meiner Honorartabelle im Anhang.
Mit freundlichen Grüßen
Leah Bonnet
Er reagierte schnell. Zehn Minuten später hatte sie seine Bestätigung. Wunderbar, durch den kleinen Zeitdruckaufschlag würde sie damit eine schöne Summe verdienen. Entschlossen begann sie mit dem ersten Flyertext und war nach kurzer Zeit so in ihre Arbeit vertieft, dass sie alles um sich herum vergaß. Wie immer, wenn sie in die Feinheiten des Weinbaus einstieg, fühlte sie sich ihrem Vater nahe. In ihrer Kindheit hatten sie oft die Sommerferien in seiner Heimat verbracht und ihren Onkel besucht, der Kellermeister bei einer der berühmtesten Champagnermarken war. Den Geruch der Crayères, der unterirdischen Kreidestollen bei Reims, in denen der Champagner lagerte, verband sie mit wunderschönen Erinnerungen, und der typische, leicht gärige Traubenduft in den Kellern löste unweigerlich Wohlbefinden bei ihr aus. Der Effekt stellte sich auch ein, wenn sie an Texten arbeitete, die mit der Thematik zu tun hatten, so wie jetzt. Wahrscheinlich war das der Grund, weshalb sie ihre Arbeit so liebte.
Als das Telefon klingelte, schrak sie auf. Sie checkte die Nummer auf dem Display und ging ran. »Hallo Silvie!«
»Na, wie geht’s dir?«
»Prima. Ich habe einen neuen Übersetzungsauftrag. An dem sitze ich gerade.«
»Es tut mir so leid, dass ich gestern nicht kommen konnte.« Silvie wusste alles über Leah und sie alles über Silvie. Seit der Oberstufe im Gymnasium waren sie beste Freundinnen. Sie hatte Leah damals ein paar Jahre hintereinander zur Weinlese mitgenommen – meist im Elsass, weil ihre Großeltern von dort stammten. Sie hatte nicht lange gebraucht, um Leah zu überzeugen. Seit Silvie ein Kind hatte, war sie für Leah wie eine Heldin. Leah verstand nicht, wie sie es schaffte, den Familienalltag und ihren Beruf unter einen Hut zu bekommen. Sie schrieb immer noch für die größte Württembergische Tageszeitung und außerdem für mehrere Magazine, darunter das eine oder andere für Frauen.
»Ja, schade. Geht’s Kim wieder gut?«
»Geht so. Sie schläft noch. Du, sag mal, magst du nicht auf eine Tasse Kaffee vorbeikommen? Hier wartet eine Überraschung auf dich. Und ich kann ja nicht weg wegen Kim.«
In letzter Zeit schafften sie es selten, sich zu treffen. Leah schielte auf den Bildschirm und sah, dass sie ein ordentliches Stück weggearbeitet hatte. Eine Pause konnte nicht schaden.
»Super Idee«, sagte sie also. »Ich bin in ein paar Minuten bei dir.«
Silvie wohnte in ihrem Elternhaus im historischen Zentrum des Städtchens. Wenig später huschte Leah durch die angelehnte Eingangstür ihres Häuschens hinein und zog sie leise ins Schloss. Ihre fünfjährige Patentochter Kim hatte einen leichten Schlaf, und wenn sie krank war, wachte sie noch schneller auf. Leah schlich zur Küche, aus der sie leise das Radio hörte.
Silvie stellte gerade zwei Untertassen neben eine Schale mit Gebäck auf den Tisch. Sie sah Leah, kam auf sie zu und zog sie in die Arme. »Alles Liebe! Wie war die Karaokeparty?«
Während Silvie Kaffee aufbrühte, schilderte Leah, wie sie den Tag verbracht hatte. »Es war schön«, schloss sie, »nur eines nervt.«
»Was meinst du?«
Sie schnalzte mit der Zunge. »Die ewige Frage, warum ich Single bin.«
Silvie zog eine Braue hoch und schob ihr den Teller mit den Keksen hin. »Mach dir nichts daraus. Wahrscheinlich meinen sie es gut.«
»Kann sein, trotzdem fühle ich mich, als müsse ich mich rechtfertigen.« Silvie beobachtete sie über den Rand ihrer Tasse hinweg und schwieg. Leah machte eine vage Bewegung mit dem Arm. »Außerdem ist Tom gestern aufgekreuzt, stell dir vor! Und er wurde umso anhänglicher, je mehr er intus hatte.«
Silvie wusste, wie lange Leah gebraucht habe, um ihren Groll über Tom zu verarbeiten. Wie oft hatte ihre Freundin sie getröstet und ihr Papiertaschentücher gereicht, um sich die rotverheulten Augen zu wischen und die Nase zu putzen.
»Nicht wirklich, oder?« Silvie zog eine missbilligende Grimasse. »Warte eine Sekunde.« Sie sprang auf und verließ die Küche. Kurz darauf kam sie mit ihrem Notebook zurück. »Ich sagte doch, ich hätte eine Überraschung für dich …« Sie schob ihre Tasse zur Seite, öffnete das Notebook und fuhr es hoch. »Ich finde, du solltest dir was gönnen.«
»Was gönnen?«
Sie hackte auf die Tastatur ein und nickte. »Genau, und damit kommen wir zu meinem Geschenk. Was hältst du von ein paar Wellnesstagen? Einfach ausspannen und dich verwöhnen lassen.«
Leah musste lachen. »Hm, nicht gerade jetzt, ich habe doch diesen Übersetzungsauftrag bekommen.«
»Erzähl!«
»Genau mein Ding: ein paar Werbetexte für einen Weinbaubetrieb. Wolfler heißt er, im Elsass.«
»Im Elsass?« Ihr Gesicht strahlte. »Weißt du noch, die drei Jahre, in denen wir bei der Weinlese waren?«
»Allerdings.« Leah lächelte, weil Silvie verträumt aus dem Fenster blickte und dort offenbar Dinge sah, die sie selbst nicht wahrnahm.
»Erinnerst du dich, wie die Weinberge in der Sonne lagen? Sattgrün, und morgens der Tau in den Spinnweben?«
Sofort entstand das Bild vor Leahs innerem Auge. Die Weinberge, die sich in wellenförmigen Hügeln in der Region von Colmar und Ribeauvillé erstreckten. Sie sahen sich an und brachen in Kichern aus. Unvermittelt hob Silvie die Rechte, Leah klatschte ab.
»Das war eine geile Zeit«, sagte Silvie.
»Und nicht nur wegen der Landschaft.«
Silvie konzentrierte sich wieder auf den Computer und murmelte vor sich hin. Dann blickte sie auf. »Erinnerst du dich an meine Kolumne neulich über Ruheoasen in unserer hektischen Zeit?«
»Klar.«
»Dadurch bin ich auf die Idee für dein Geschenk gekommen. Bei der Recherche habe ich ein paar sehr schöne Wellnesshotels gefunden.«
Leah begriff. »Du willst mich in eines dieser Häuser schicken?«
Silvie nickte begeistert. »Genau, und das so schnell wie möglich.« Schon tippte sie wieder auf der Tastatur herum.
Leah konnte auf dem Bildschirm aufgrund des Winkels, in dem er eingestellt war, nicht viel erkennen; sie sah nur, dass Silvie mehrere Seiten nacheinander öffnete.
Währenddessen redete sie weiter. »Du kannst im Prinzip deine Übersetzung auch mitnehmen, oder? Wenn das so ein Traumjob ist, stört er ja nicht die Ruhe, die du dir gönnen sollst.«
»Schon … Was soll ich abends auch machen, allein im Hotel? Dort sind eh nur Rentner und Frauenbanden unterwegs.« Leah grinste.
Silvie zwinkerte ihr zu. »Sei dir mal nicht so sicher.« Sie klickte sich weiter durch ein paar Seiten. »Du würdest also fahren?«
»Muss es sofort sein?«, fragte Leah. So war Silvie schon immer gewesen. Sie war nicht der Typ, der Dinge aufschob.
»Warum nicht?«, stellte sie die lapidare Gegenfrage. »Du bist doch frei.« Sie feixte. »Jedenfalls sagst du das ständig.« Silvie drehte den Minirechner zu ihr um.
Darauf waren mehrere Hotels zu sehen, die in der besagten Weinbauregion lagen. Viel Fachwerk, viel Grün, viel Natur. Traumhaft schön. Aber jetzt, mitten in der Feriensaison? Da wäre doch alles überlaufen.
»Diese Wellnesshotels hier sind noch neu und haben alle vergleichbare Schnupperangebote.«
Sie schoben die Köpfe zusammen und klickten die kleinen Fotos nacheinander an, um sie zu vergrößern. Leah merkte, wie reizvoll sie Silvies Idee fand. Bei einem modernen Hotel mit dem Anhang Spa im Namen blieb sie hängen. »Das sieht gut aus«, sagte sie. »Geh mal auf die Homepage.«
»Ach ja, das kenne ich, es hat vor ein paar Monaten eröffnet.«
Leah sah ein schönes, modernes Haus, im Grünen gelegen. Eguisheim hieß der Ort. Bekannt für seinen Wein. Leah musste lachen. »Eguisheim? Dort liegt das Weingut, für das ich gerade übersetze.«
»Ha, wenn das kein Zufall ist! Nehmen wir es?«
»Ich denke drüber nach.«
Silvie tippte rasend schnell. »Zu spät.« Sie ließ sich nach hinten fallen, verschränkte die Arme und lächelte zufrieden.
»Wie jetzt?«
»Am Freitag fährst du nach Eguisheim. Zwei Übernachtungen. Mit der Option, auf eine Woche zu verlängern.« Sie strahlte. »Hot-Stone-Massage, Sauna und Pool inbegriffen, alles andere zubuchbar. Das ist mein Geschenk an die beste Freundin der Welt.« Sie zog Leah in die Arme. »Dort lässt du dich verhätscheln. Und du nimmst das neue Kleid mit, das wir dir ausgesucht haben. Keine Widerrede. Und wenn du klug bist, verlängerst du deine Auszeit auf eine Woche.« Sie zog den Kopf zurück und machte eine Schnute. »Vorausgesetzt natürlich, du erledigst diesen Traumjob in angemessener Zeit.«
Leah unternahm einen halbherzigen Versuch zu meutern. »Freitag? Das ist morgen! Spinnst du?«
»Ja, morgen. Genial, oder?«
Ein Grinsen stahl sich auf Leahs Gesicht. Typisch Silvie! Andererseits hatte sie recht. Ihre letzten Ausflüge waren allesamt beruflicher Natur mit eng getakteten Terminen gewesen. Da hatte es keine Möglichkeit gegeben zu entspannen. Ein Wochenende für sie. Und gab es für die Übersetzung der Wolflertexte einen besseren Rahmen als die elsässischen Weinberge? Wohl kaum.
Zu Hause rief Leah ihre Eltern an, um ihnen zu erzählen, dass sie verreisen...




