E-Book, Deutsch, Band 505, 450 Seiten
Reihe: Julia Extra
Lawrence / Winters / West Julia Extra Band 505
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0065-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 505, 450 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7515-0065-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DIE VERBOTENEN KÜSSE DES PRINZEN von MILLIE ADAMS
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FOLGENREICHE AFFÄRE MIT DEM MILLIARDÄR von KIM LAWRENCE
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1. KAPITEL
„Ich muss eine Schuld eintreiben, Ms. King!“
Violet King hielt den Telefonhörer etwas dichter an ihr Ohr und sah verwundert aus den Fenstern ihres rundum verglasten Büros. Von ihrem Schreibtisch aus hatte sie einen herrlichen Blick auf den Pazifik und hinter sich freie Sicht auf ihre Angestellten. In ihrer Geschäftsstelle gab es keine Trennwände. Sie fand es besser, wenn alle gemeinsam arbeiteten. Das war viel kreativer.
Ihre fortschrittliche Einstellung zum Geschäft – und zu Make-up und Mode – hatte sie zu einer der jüngsten Selfmade-Milliardärinnen der Welt gemacht.
Obwohl das vielleicht ein bisschen übertrieben war, wenn man bedachte, dass ihr Vater Robert King ihr die erste Finanzspritze gegeben hatte, damit sie ihr Unternehmen gründen konnte. Aber jeder Jungunternehmer arbeitete wohl mit Investoren. Dass ihrer mit ihr verwandt war, war weder beispiellos, noch schloss es sie von einem Selfmade-Titel aus. Außerdem hatte Violet ihrem Vater seine Investition längst mit Zinsen zurückgezahlt.
Und sie hatte definitiv keine Schulden.
Was bedeutete, dass der Mann, den sie gerade in der Leitung hatte, Blödsinn redete.
„Sie müssen sich verwählt haben“, sagte sie.
„Nein. Habe ich nicht.“
Er hatte eine tiefe, sonore Stimme und sprach mit einem leichten Akzent. Violet konnte nicht ausmachen, was für ein Akzent es war. Spanisch, vielleicht, und mit einer Spur von britischem Englisch.
„Ich habe bei niemandem Schulden.“
„Oh, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Sie haben keine Schulden. Sie sind die Zahlung.“
Ihr wurde kalt. „Woher haben Sie diese Nummer?“
In diesem Social-Media-Zeitalter, in dem man als Unternehmerin zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar war, schützte Violet erbittert ihren Privatanschluss. Mit Hilfe ihrer Assistenten war Violet zwar vierundzwanzig Stunden am Tag im Internet verfügbar, aber unter dieser Nummer erreichten sie nur die engsten Geschäftspartner, Familienmitglieder und Freunde. Dieser Mann war keiner von ihnen, und trotzdem rief er sie an. Und sagte höchst seltsame Dinge.
„Woher ich die Nummer habe, ist für das Gespräch nicht wichtig.“
„Im Gegenteil, es ist sehr wichtig.“
Ihr sträubten sich plötzlich die Nackenhaare. Violet drehte sich um und blickte hinter sich. Das Bürogebäude war leer. Es war schon sehr spät, und alle waren gegangen. Ihre Angestellten arbeiteten oft von zu Hause aus oder am Strand oder wo auch immer sie kreativ waren.
Okay, sie war ganz allein im Büro. Doch niemand konnte einfach das Gebäude betreten. Der Sicherheitsdienst war streng, und wer hereinwollte, musste diverse Codes kennen oder von innen über den Summer eingelassen werden.
Aber plötzlich sah sie durch die äußerste Glaswand eine Bewegung. Eine Tür ging auf und eine dunkle Silhouette bewegte sich durch die gläsernen Türen von Raum zu Raum.
„Sind Sie etwa hier?“, flüsterte sie.
Aber die Leitung war plötzlich tot, und Violet stand wie erstarrt in ihrem Büro, die Augen auf den Mann geheftet, der unaufhaltsam weiter zu ihrem Büro vordrang. Das Glas war kugelsicher, immerhin.
Es gab so viele Verrückte auf der Welt, dass große Vorsicht nie verkehrt war. Das hatte Violet schon früh gelernt. Ihr Vater, der einer der reichsten Geschäftsleute in Kalifornien war, hatte sie ins Licht der Öffentlichkeit gestellt, als sie noch sehr jung war. Die Medien waren von ihrer Familie immer fasziniert gewesen. Von ihrem Bruder, der selber unglaublich erfolgreich war. Von ihrer Mutter, die eine große Schönheit war. Und dann von ihr, aus demselben Grund.
Ihr war es immer so … unverdient vorgekommen. Diese starke Aufmerksamkeit dafür, dass sie überhaupt nichts tat. Ihr Vater hatte zu ihr gesagt, sie solle es einfach genießen. Sie solle sich nicht verpflichtet fühlen, irgendetwas zu leisten, schließlich habe er die ganze Arbeit schon erledigt.
Ihr Wunsch, Geschäftsfrau zu werden, hatte ihn verwirrt, aber er hatte ihr geholfen, ihr Unternehmen zu gründen. Er hatte ihr ihren Willen gelassen, so viel war klar gewesen. Und Violet war fest entschlossen gewesen, ihm zu beweisen, dass sie clever war. Dass sie es allein schaffen konnte.
Selbst jetzt noch hatte sie das Gefühl, dass er ihr milliardenschweres Imperium nur als ein Hobby betrachtete.
Als Einzige von ihnen war ihre jüngere Schwester Minerva der massiven Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit entkommen. Violet hatte immer gedacht, dass Minerva vielleicht die Cleverste von ihnen allen war. Sie hatte sich unauffällig gemacht, sodass sie zu ihren eigenen Bedingungen leben konnte.
Violet war es anders angegangen, und es gab Momente, in denen sie der Mangel an Privatsphäre nervte und sie bereute, solch ein öffentliches Leben zu führen.
Mit klopfendem Herzen versuchte Violet, die Polizei zu rufen, und drückte ungeschickt auf den Tasten herum. Es klappte nicht. Wie bitte?! Sie hatte dieses Festnetztelefon zur Sicherheit. Zum Schutz ihrer Privatsphäre. Und es ließ sie im Stich.
Natürlich hatte sie ihr Smartphone, aber es …
Es lag auf dem Tisch vor ihrer Bürotür.
Und dann war der Mann plötzlich da. Er stand direkt vor ihrer Bürotür. Groß, breit, ganz in Schwarz gekleidet, sein Anzug saß perfekt an seinem hart aussehenden Körper, von den breiten Schultern bis zu seiner schmalen Taille und den muskulösen Beinen.
Jetzt drehte er sich um, und Violet wusste, dass er eine Naturgewalt war. Als würde sie eine Felswand ansehen.
Hart und imposant ragte er drohend vor ihr auf.
Sein Gesicht war …
Wie das eines gefallenen Engels. Wunderschön.
Eine einzige Unvollkommenheit gab es in diesem Gesicht. Eine Narbe, die von seinem hohen Wangenknochen bis zum Mundwinkel verlief. Sie wirkte wie eine Warnung.
Dieser Mann war gefährlich.
„Wollen wir uns unterhalten?“
Das Glas zwischen ihnen ließ seine tiefe, volltönende Stimme hallen, und sie hallte in ihr nach. Violet hasste es.
„Wie sind Sie hier hereingekommen?“
„Ich habe einen Schlüssel, Schätzchen.“
Sie wich zurück. „Ich bin nicht Ihr Schätzchen.“
„Richtig“, sagte er. „Sind Sie nicht. Sie sind meine Beute. Und ich habe Sie gefunden.“
„Ich bin nicht schwer zu finden.“ Violet hob das Kinn, versuchte, selbstbewusst zu erscheinen. „Ich bin eine der berühmtesten Frauen der Welt.“
„Das sind Sie. Und es lässt mich am Verstand meines Bruders zweifeln. Aber ich bin nur hier, um Befehle zu befolgen.“
„Dann sollten Sie vielleicht einen Befehl von mir befolgen. Gehen Sie!“
„Ich gehorche nur einem einzigen Mann. Nur einer einzigen Person. Und das sind nicht Sie.“
„Sehr bedauerlich“, sagte Violet angespannt.
„Nicht für mich.“
„Was wollen Sie?“
„Ich habe es Ihnen doch gesagt. Ich bin hier, um Schulden einzufordern. Und Sie sind die Zahlung.“
Violet King war atemberaubend schön. Aber darauf war er vorbereitet gewesen. Als sein Bruder ihm mitgeteilt hatte, es sei Zeit, dass Robert King ein ihm vor zehn Jahren gegebenes Versprechen erfüllte, hatte Prinz Javier de la Cruz unzählige Fragen zurückgehalten. Er fragte sich, warum sein Bruder die Schulden jetzt eintreiben wollte. Brauchte er so dringend eine Braut?
Sie fiel auf. Und sie war alles, was sein Bruder nicht war. Modern. Schrecklich modern im Vergleich zur fast mittelalterlichen Situation in Monte Blanco. Ja, das Königreich hatte es während der vergangenen zwei Jahre unter der Herrschaft seines Bruders weit gebracht, aber es hatte noch einen weiten Weg vor sich, bis es aus den veralteten Strukturen heraus war, in denen ihr Vater es so lange gehalten hatte. Ihrem Volk wäre eine Frau wie Violet King so fremd, dass sich Javier sie sich als seine Königin nicht vorstellen konnte.
Andererseits vermutete er, dass sein Bruder Matteo genau darauf abzielte. Javier war nicht in der Lage, zu zweifeln. Er war, was er immer gewesen war: die gefährlichste Waffe, die Monte Blanco besaß. Jahrelang hatte er die Macht seines Vaters untergraben, das Land vor einem Bürgerkrieg bewahrt, sein Volk geschützt. Er hatte Gefangene befreit, wenn sie zu Unrecht festgehalten wurden. Und er hatte das alles unter der Aufsicht seines älteren Bruders getan, der, als er die Macht übernommen hatte, sofort damit begonnen hatte, das Land wieder zum Leben zu erwecken. Dafür hatte Matteo das Geld benutzt, dass er mit seinem Geschäftssinn verdient hatte. Der Tycoon-König wurde er manchmal genannt.
Und dieses Abkommen mit Robert King war eins der Geschäfte, die er heimlich abgeschlossen hatte. Anscheinend war die Abmachung bei Drinks in einem Casino in Monte Carlo getroffen worden, nachdem Robert King beim Glücksspiel verloren hatte.
Javier war überrascht, dass sein Bruder einen Mann auf eine Abmachung festlegte, die dieser in betrunkenem Zustand getroffen hatte.
Aber Matteo war kein völlig moderner Mann, egal, was er alles unternahm, um das Land umzugestalten, und er bevorzugte vielleicht genau diese Art vorsintflutlichen Handel.
Trotzdem …
Javier konnte es sich nicht vorstellen, als er Violet King jetzt ansah.
Sie trug einen weißen Anzug. Eine kurze Jacke und eine weite Hose. Ihr Make-up war wie eine Maske. Unmöglich lange Wimpern, volle Lippen, die von Gloss betont wurden, die Wangen mit Rouge scharf konturiert.
Ihr braunes Haar war zu einem tief angesetzten...




