E-Book, Deutsch, Band 1, 363 Seiten
Reihe: Liebe und Romantik inmitten der malerischen Rocky Mountains
Lay Crosston Creek - Was dein Blick mir sagt
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-3807-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 363 Seiten
Reihe: Liebe und Romantik inmitten der malerischen Rocky Mountains
ISBN: 978-3-7517-3807-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf der Bristlecone Pine Ranch im beschaulichen Örtchen Crosston Creek hat Holly ein Zuhause gefunden. Brian, der Eigentümer der Ranch, ist ein väterlicher Freund für sie geworden und die Arbeit mit den Pferden könnte für Holly nicht erfüllender sein. Als sie erfährt, dass die Ranch in finanziellen Schwierigkeiten steckt und Brian sie verkaufen muss, bricht für Holly eine Welt zusammen. Die einzige Rettung wäre Brians Sohn Callen - ein erfolgreicher Anwalt. Der hat allerdings seit einem tragischen Unfall vor Jahren nicht mehr mit seinem Vater gesprochen und die Ranch interessiert ihn nicht. Aber so schnell gibt Holly nicht auf. Sie setzt alles daran, dass sich Vater und Sohn wieder versöhnen und die Ranch gerettet werden kann. Dass sie dabei Gefühle für Callen entwickelt, war nicht geplant und verkompliziert ihren Plan immens ...
Auftakt der neuen, romantischen Reihe von Cara Lay. Crosston Creek, ein malerischer Ort am Fuße der Rocky Mountains, wo Herzen zueinander finden.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cara Lay schreibt Liebesromane mit viel Herz und dem gewissen Prickeln, das unter die Haut geht. Weil sie im Winter den Schnee und die Berge, sowie im Sommer die See und den Strand liebt, spielen ihre Romane immer an schönen Orten, die Lust auf Urlaub im Kopf machen.
Autoren/Hrsg.
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1. Holly
»Fünf Jahre ist es nun schon her«, ertönte Brian Wilborns Stimme auf der Stallgasse.
Holly schob eine Strähne unter das Tuch zurück, mit dem sie während der Arbeit ihre blonden Locken bändigte, und streckte den Kopf aus der Box. Ihr Chef kam auf sie zu, seine Mundwinkel nur zur Andeutung eines Lächelns nach oben gebogen. Holly hatte diese immer etwas reservierte Art früher mit Unfreundlichkeit verwechselt. Bis sie nach und nach erkannt hatte, welch gütiger Mann sich hinter seinen Mauern versteckte. Holly schenkte ihm ein rasches Lächeln und wandte sich dann Mortimers Tränke zu, um sie zu kontrollieren, wurde jedoch durch ein nachdrückliches Stupsen an ihrem Rücken daran gehindert. Mortimer brachte sich in Erinnerung.
»Du Untier.« Hollys Stimmlage strafte ihre Aussage Lügen. Entsprechend unbeeindruckt zeigte sich der so Gescholtene.
Holly schob seinen Kopf zur Seite, drückte sich an dem kräftigen Körper vorbei und durch die Tür der Pferdebox auf den Gang, wo ihr Chef auf sie wartete. »Guten Morgen, Brian.«
Mortimers imposanter Schädel erschien neben Holly. Der Hengst warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu. Brian behauptete zwar immer, Pferde könnten vielleicht sanft oder wild dreinschauen, aber keinesfalls vorwurfsvoll, doch er sah offensichtlich nicht genau genug hin. Morty sprach definitiv mit den Augen. Und seine momentane Botschaft war eindeutig.
»Also gut, überredet.« Aus einer der unzähligen Taschen ihrer Weste zog Holly die Karotte, die ohnehin für ihn vorgesehen war, und hielt sie ihrem Liebling unter den Pferden der Ranch hin. Mortimer brummelte zufrieden, nahm vorsichtig die Möhre von der flachen Hand und kaute genüsslich.
Brian lächelte nun wärmer, wirkte dabei jedoch weiterhin bedrückt. »Dass dein Herz eines Tages so an diesem Tier hängen würde, hättest du vor fünf Jahren nicht gedacht, oder?«
»Nein, hätte ich nicht.« Damals hätte sie es ebenso wenig für möglich gehalten, sich jemals an einem Ort so sicher und zu Hause zu fühlen. Sie streichelte Mortimers Stirn. »Aber wie könnte ich diesem prächtigen Mann widerstehen?«
Der Hengst war in der Tat ein ausnehmend schönes Pferd. Seine vordere Hälfte glänzte nachtschwarz und verlor sich dann in schwarzen Sprenkeln auf weißem Grund in Richtung Schweif. Er sah aus, als wäre jemandem beim Anstrich die Farbe ausgegangen. Mit diesem Farbverlauf war er ein typischer Vertreter der Rasse Colorado Ranger und obendrein ein gefragter Deckhengst.
Brian tätschelte den Hals des Hengstes, der den Kopf in der Hoffnung auf eine weitere Leckerei fast in seine Jackentasche steckte. »Ja, ein Prachtkerl ist er wirklich.« Die Miene ihres Chefs wirkte bei diesen Worten seltsamerweise noch trauriger.
Holly sah Brian prüfend an. »Ist alles in Ordnung mit dir?«
»Essen wir heute zusammen?« Brian erwiderte ihren Blick so ernst, dass es Holly schwer ums Herz wurde.
»Natürlich, gern.« Eigentlich aßen sie ohnehin so gut wie jeden Tag gemeinsam. Brians Einladung war ein Überbleibsel aus der Zeit, als Holly ihn nur bekocht hatte und dann in ihre kleine Mansardenwohnung über dem Stall verschwunden war. Heute klang es allerdings nach einer förmlichen Einladung, so steif wie Brian sie vorbrachte. »Ist alles gut bei dir?«, erkundigte sich Holly noch einmal, doch erneut sah er sie nur in sich gekehrt an und schenkte ihr ein müdes Lächeln.
»Bis nachher dann.« Im Weggehen legte er ihr kurz die Hand auf die Schulter.
Holly sah ihm mit gerunzelter Stirn hinterher. Ihr Chef, Eigentümer der Bristlecone Pine Ranch und inzwischen auch väterlicher Freund, hatte mal schlechte und mal bessere Tage. Heute schien wieder ein Tag zu sein, an dem das Elend der Welt auf seinen Schultern lastete. Seit seine Frau vor rund zehn Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, lebte er recht zurückgezogen. Das hatte Russ ihr schon vor Jahren erzählt. Der Inhaber des Crosston Inn war immer über alles und jeden bestens informiert.
Dass Brian den Kontakt zu Menschen nicht unbedingt suchte, konnte Holly nach all der Zeit auf der Ranch bestätigen, doch was genau dazu geführt hatte, wusste sie bis heute nicht. Weder Russ noch Sam, der seit Jahren auf der Ranch arbeitete, hatten allzu viel darüber preisgegeben und Holly kam es zu intim und zu neugierig vor, weiter in sie zu dringen. Brian vermied das Thema völlig. Etwas, das Holly uneingeschränkt akzeptierte, denn ihr Chef respektierte umgekehrt Hollys Schweigen über ihr altes Leben.
Die restlichen Pflichten im Stall gingen ihr heute nicht so mühelos von der Hand wie sonst. Brians fast greifbare Bedrückung und ein Gefühl drohenden Unheils hingen wie eine dunkle Wolke über Hollys Kopf. Erst rutschte ihr der Griff der Putzbox aus den kalten Fingern, und Bürsten, Striegel und Kardätschen kullerten über die Stallgasse, dann verhedderte sich das Zaumzeug beim Aufhängen, und am Ende ließ sie versehentlich den Deckel der Futterkiste mit einem lauten Knall zufallen.
Sam warf ihr einen scharfen Blick zu. »Alles klar?« Seine buschigen, schlohweißen Augenbrauen zogen sich eng zusammen.
Er war ein ruhiger Mann, der mit Mensch und Tier eine Engelsgeduld hatte. Wenn es jedoch um das Wohl seiner Pferde ging, konnte er böse werden.
»Sorry«, murmelte Holly rasch. »Weiß auch nicht.«
»Dann mach mal Feierabend«, brummte Sam. »Den Rest schaffe ich schon allein. Bevor du am Ende noch den Sattel falsch herum auf Mortimer wirfst.« Zum Glück zeigte sich bei diesen Worten ein gutmütiges Lächeln in Sams wettergegerbten Zügen.
»Mortimer? Den habe ich heute Morgen schon bewegt.« Sofort spürte Holly in Gedanken wieder den scharfen Wind in ihren Augen und die Kälte auf den Wangen. Seit einiger Zeit durfte sie mit dem wertvollen Hengst allein ins Gelände. Einen größeren Vertrauensbeweis und ein höheres Lob für ihre immer besseren Reitkünste hätten ihr Brian und der Stallmeister nicht machen können.
»Weiß ich. Der Boss möchte nachher mit ihm raus.«
Brian wollte auf Mortimer ausreiten? Holly sah Sam mit großen Augen an. Sie hätte nicht sagen können, wann ihr Chef zum letzten Mal ausgeritten war. Irgendwann mit ihr zusammen, als sie die Pferde noch nicht ohne Begleitung außerhalb des Reitplatzes bewegen durfte. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass Brian in all den Jahren jemals allein ins Gelände gegangen war. Sein Verhalten wurde immer rätselhafter.
»Wieso so plötzlich? Hat Brian etwas dazu gesagt?«
Sam zuckte mit den Schultern. »Muss er nicht. Ist der Boss.«
»Aber …«
»Er wird seine Gründe haben, Mädchen.« Sam machte sich daran, einen neuen Sack Kraftfutter zu öffnen. Ein Zeichen, dass die Unterhaltung beendet war.
Holly wünschte, sie hätte seine Gelassenheit teilen können. Sie kannte Brian inzwischen recht gut. Obwohl, oder besonders weil sich der schweigsame Mann nie in die Karten sehen ließ, hatte sie ein Gespür für seine Stimmungen entwickelt. Etwas bereitete Brian Kummer – und durch die Art, wie er Holly angesehen hatte, ahnte sie, dass es auf irgendeine Art auch sie selbst betraf.
Nachdem sie Sam beim Umfüllen des Futtersacks geholfen hatte, verabschiedete sie sich von ihm, steckte Mortimer eine weitere Karotte zu und stapfte dann die Stiege zu ihrer Mansardenwohnung über dem Stall hoch.
Die zwei Zimmer waren schlicht eingerichtet. Ein durchgesessenes Sofa mit Tisch davor, ein schwerer Sessel, ein Sideboard mit einem klobigen Röhrenfernseher. Neben dem Fernseher stand ein gerahmtes Foto. Es zeigte sie auf Mortimer bei ihrem ersten gemeinsamen Ausritt. Brian hatte den Schnappschuss angefertigt. Ein einfaches Handyfoto, doch es fing perfekt das Glück dieses Augenblicks ein.
Die andere Hälfte des Raums belegten eine in die Jahre gekommene Küchenzeile und ein Esstisch mit verschrammter Tischplatte sowie drei nicht zueinanderpassende Stühle.
Im Schlafzimmer zeigte sich ein ähnlich zusammengewürfeltes Bild. Ein altes, dafür riesiges Bett, ein Kleiderschrank und vor dem Fenster ein Schreibtisch mit ihrem modernsten Besitz darauf: ein Notebook, das Brian ihr zum vergangenen Weihnachtsfest geschenkt hatte, obwohl es hier draußen auf der Ranch nur im Farmhaus verlässliches Internet gab. Hätte ihr jemand vor fünf Jahren gesagt, dass man ohne das weltweite Netz leben konnte, hätte sie ihn für einen exotischen Aussteiger gehalten. Heute vermisste sie diese Annehmlichkeit nur selten. Internet benötigte nur derjenige, der Kontakt zur Welt haben wollte.
Trotz des Sammelsuriums an Möbeln mochte Holly ihr kleines Reich. Mit den Jahren war es – vor allem durch Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke – gemütlich geworden. Obwohl sie Weihnachten seit dem Tod ihrer Mutter eher als bedrückend empfand, hatte sie sogar ein großes Keramikrentier auf die Fensterbank gestellt und ein hölzerner Stern baumelte an der Deckenleuchte.
Zwei Flickenteppiche, eine kuschelige Decke auf dem Sofa, Kissen auf den Stühlen und inzwischen auch Vorhänge brachten Farbe in die Mansarde, in der wegen der Dielen und der Deckenbalken Holz dominierte. Zum letzten Geburtstag hatte Sams Frau Louisa ihr einen Quilt überreicht. Ein Geschenk, das Holly die Tränen der Rührung in die Augen getrieben hatte.
»Ach was«, hatte Louisa abgewehrt. »Ich nähe einfach gern und bin froh, wenn ich jemandem damit eine Freude machen kann. Meine gesamte Verwandtschaft ist bereits versorgt.«
Holly lächelte jedes Mal, wenn ihr Blick auf die leuchtenden Farben fiel. Aus ihrem einstigen Unterschlupf war ein Zuhause geworden. Sie hatte endlich eine...




