E-Book, Deutsch, Band 6, 348 Seiten
Reihe: Matt Drake
Leadbeater DIE SCHWERTER BABYLONS (Matt Drake Abenteuer 6)
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95835-907-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Thriller, Abenteuer
E-Book, Deutsch, Band 6, 348 Seiten
Reihe: Matt Drake
ISBN: 978-3-95835-907-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
David Leadbeater ist der Autor zweier langlebiger Schatzjägerserien, deren Bände immer wieder die Amazon-Bestseller-Ränge stürmen und für die er 2017 sogar mit dem Amazon Kindle Storyteller Award ausgezeichnet wurde. Zusammen mit seiner Frau und zwei Töchtern lebt er in York, England. Gerade ist mit ROGUE, den Abenteuern einer MI6-Agentin, der erste Band einer weiteren Serie von ihm erschienen.
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Kapitel 2
Matt Drake würde sich im Nachhinein fragen, warum sie nicht besser vorbereitet gewesen waren. Jeder Anfänger hätte wissen müssen, dass die Russen nur eine Gelegenheit hatten, ihn zu entführen – bei Sonnenuntergang, wenn Mai und er ihren nächtlichen Besuch im Little Fountains Café in der 18th Street abhielten. Dort gab es die besten Pulled-Pork-Sandwiches, die Drake je gegessen hatte. Das Café bot die Möglichkeit einer anonymen, romantischen Mahlzeit. Der Preis dafür war, dass sie dafür die schweren Sicherheitsvorkehrungen, die ihr CIA-eigenes Hotel umgaben, verlassen und ein paar Meilen nach Norden fahren mussten.
Vielleicht war es die Erschöpfung nach dem Sieg über den Waffenhändler Shaun Kingston und seine nordkoreanischen Komplizen vor nur zwei Tagen gewesen. Vielleicht lag es daran, dass Jonathan Gates ihnen noch kein neues Hauptquartier besorgt hatte und sie sich auf keinen neuen Job konzentrieren mussten. Oder vielleicht lag es einfach daran, dass Mai und Drake ein wenig ineinander verliebt waren … zum zweiten Mal in ihrem Leben.
Jedenfalls machte das Team gerade ein paar Tage Pause. Drake kannte keine Einzelheiten, aber Hayden und Kinimaka arbeiteten an einigen Dingen, Karin und Komodo trieben es wie die Karnickel, und der gute alte Torsten Dahl verbrachte die meiste Zeit des Tages damit, mit seiner Frau und seinen Kindern über eine Videoverbindung zu sprechen. Bis Gates ein neues Hauptquartier erworben hatte, waren ihre Möglichkeiten begrenzt. Die Homeland Security wollte sie. Die CIA wollte sie. Aber diese Behörden würden das Team nur für ihre eigenen Zwecke und Mittel nutzen. Gates wollte, dass SPEAR ein elitäres Image behielt, und war fest entschlossen, sie als die Besten der Besten zu verkaufen, die nur für die kritischsten Missionen benötigt wurden.
dachte Drake,
Er vermisste bereits Alicia und ihren seltsamen, leicht schrägen Humor. Er fragte sich, wann er sie wiedersehen würde. Wahrscheinlich nicht schnell genug.
Aber Mai erfüllte seine Tage und Nächte mit ihrer unerklärlichen Mischung aus Zärtlichkeit und Härte. Er erinnerte sich kaum noch an etwas aus ihrer früheren Beziehung, aber als sie wieder zusammenkamen, waren einige der komplexeren Elemente wieder zum Vorschein gekommen.
Wie ihre Schlaflosigkeit. Und, dass sie stets auf der Hut war, als hätte sie Angst, dass jemand aus ihrer Vergangenheit nach ihr suchte und sie schließlich finden würde. Und obwohl das nicht unbedingt abwegig war, war es trotzdem extrem unwahrscheinlich.
Drake fuhr einen der Wagen aus dem Pool der CIA. Es war das dritte Mal, dass sie diese nächtliche Fahrt unternahmen. Der Verkehr kroch wie immer wie eine Schlange dahin, die sich an ihre Beute heranpirscht, also schaltete Drake das Satellitennavigationssystem ein und gab die »letzte Adresse« ein. Das Gerät begann mit seiner monotonen Wegbeschreibung.
Das Autotelefon piepte. Drake nahm den Anruf entgegen. »Aye?«
Haydens Stimme erinnerte ihn an die Arbeit und riss ihn aus seiner Stimmung. »Ich wollte nur ein paar Infos weitergeben. Gates hat ein neues Hauptquartier gefunden. Es liegt gegenüber dem Einkaufszentrum an der Pennsylvania Avenue.« Sie hustete. »Könnte schlimmer sein.«
»Wann sollen wir da sein?«
»Es wird noch ein paar Tage dauern, bis die Kommunikation läuft, aber der größte Teil der Infrastruktur ist bereits vorhanden. Es handelt sich um ein altes Geheimversteck der CIA.«
Mai grunzte. »Klingt charmant.«
»Heute ist Dienstag. Sagen wir Donnerstag. Ich werde euch die Adresse mitteilen.«
Drake trennte die Verbindung und sah aus dem Fenster. »Was wird wohl als Nächstes passieren? Wenn ich zwischen Odin, dem Blutkönig, der Schattenelite und dem verdammten Nordkorea wählen müsste, wüsste ich nicht, was schlimmer ist.«
»Der Blutkönig«, flüsterte Mai sofort. »Keine Frage.«
»Die Russen zuletzt waren auch nicht gerade Kuschelbären«, erinnerte sie Drake. »Besonders dieser Zanko, dieser große, haarige Bastard.«
»Wie geht es Romero?«, fragte Mai. »Hast du etwas von ihm gehört?«
»Nö. Kein einziges Wort. Schätze, er ist wieder bei den Deltas. Wieso, hast du von Smyth gehört?«
Mai lächelte. »Die ganze Zeit.«
»Soll ich … du weißt schon … mal mit ihm vor die Tür gehen?«
»Warum? Bist du eifersüchtig?«
»Ein wenig.«
»Er flirtet nur. Er hat sich verknallt. Er wird darüber hinwegkommen.«
»Das sollte er auch«, sagte Drake gereizt, aber das war nur Show. Sowohl Drake als auch Mai wussten, wie viel sie den Delta-Soldaten zu verdanken hatten. Drake schlug das Lenkrad ein, als das Navi sie von den Hauptverkehrsadern weg und durch einige weniger belebte Nebenstraßen führte.
»Ich denke, du solltest Ben anrufen. Fragen, wie es ihm geht«, sagte Mai.
Drake nickte. »Das werde ich. Sobald ich die Zeit dazu finde.«
»Warte nicht zu lange. Er war einer deiner besten Freunde.«
Die Worte weckten Erinnerungen, die Drake lieber ruhen lassen wollte. Und in letzter Zeit versetzte ihm jede Erinnerung an Kennedy Moore einen Stich ins Herz.
»Ich werde mein Bestes tun.«
Mai wechselte das Thema. »Bestellst du heute Abend wieder dieses Schweinefleisch-Ding? Du solltest wirklich den gebratenen Ahi probieren, der ist … «
Ein Wagen bog direkt vor Drake auf die Straße. Er riss das Lenkrad herum, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
Er trat auf die Bremse, schlitterte quer über die Straße und verfehlte nur knapp einen geparkten Minivan. Der Wagen vor ihnen, ein schwarzer Escalade, war stehen geblieben.
»Das gefällt mir nicht …«, begann Mai.
Ein zweiter Escalade bog hinter ihnen quer auf die Straße ein, um sie zu blockieren.
Drake griff nach dem Handschuhfach, fand aber nur eine einzelne Glock darin. »Ist das Auto kugelsicher?«
»Das bezweifle ich.«
Drake tippte auf sein Telefon. »Schicken Sie besser Verstärkung«, befahl er dem CIA-Techniker, der abnahm. »Ich glaube, wir werden überfallen.«
Schwarz gekleidete Personen, die kleine Geräte bei sich trugen, die wie Taser aussahen, stiegen aus beiden Escalades. Im Nu war Drakes Auto umstellt. Alle der Männer trugen Sturmhauben mit ausgeschnittenen Augen- und Nasenlöchern. Ihre Körpersprache verriet, dass sie an einer sehr kurzen Leine gehalten wurden.
»Bleib im Auto«, sagte Drake und ließ den Motor aufheulen. »Wir können …«
Ein Mann trat vor und platzierte einen kleinen schwarzen Kasten auf der Motorhaube des CIA-Wagens. Dann zückte er eine Fernbedienung und drückte mit seinem Daumen darauf. Sofort verebbte das Rattern des Motors zu einem leisen Brummen und erstarb. Drake starrte Mai an.
»Was zum …«
»Sie werden nirgendwo hingehen!«, schrie eine Stimme. »Außer mit uns. Und jetzt aussteigen!«
Drake zeigte ihnen seine Hände und ließ die Glock in seinen Schoß fallen. Mai öffnete vorsichtig die Tür. »Sie haben Taser, Matt. Wir eine Glock.«
»Aber sie haben gerade unser Auto außer Gefecht gesetzt.«
»Halte dich bereit.«
Sobald Mai einen Fuß aus der Tür setzte, stürmten die Männer vor. Sie handelte schnell und schlug die Tür brutal gegen die ersten beiden Männer, die sie erreichten. Dem nächsten verpasste sie einen Tritt gegen den Kopf und hob seinen heruntergefallenen Taser auf. Weitere Männer näherten sich. Mai drehte sich zur Seite, um sie zu erwarten.
Drake stieg heraus und hob die Glock. Männer rannten von allen Seiten auf ihn zu. Er feuerte drei Schüsse auf das Heck des Wagens ab. Drei Männer brachen zusammen, aber der Rest ging auf ihn los. Drake fing sich einen Schlag ins Gesicht ein, um dem Taser eines anderen Mannes auszuweichen, dann brach er dem Taser-Mann den Arm, um ihn von seiner Waffe zu befreien. Der erste Mann holte zu einem weiteren Schlag aus, aber dieses Mal traf seine Faust auf den Taser. Ein plötzliches Knistern war zu hören und ein Mini-Blitz flackerte auf. Tausende von Volt durchzuckten den Mann, ließen ihn schreien und tanzen, bevor er schließlich zu Drakes Füßen zusammensackte.
Weitere Männer drängten heran. Drake feuerte erneut seine Waffe ab. Er riss an einer der Sturmhauben und erhaschte einen Blick auf ein raues, pockennarbiges Gesicht und bunte Nackentattoos. Er konnte hören, wie sie in einer gutturalen Sprache fluchten. Eine der Fäuste, die nach ihm schlug, trug schmerzhaft aussehende, selbst gestochene Tattoos auf den Knöcheln.
Russische Schriftzeichen, erkannte Drake, auch wenn er sie nicht ins Englische übersetzen konnte. Er warf einen Mann gegen die Seite des Wagens, schlug einem anderen mit seiner nun leeren Pistole auf den Nasenrücken, setzte den Taser erneut ein und warf ihn dann zur Seite, als er merkte, dass er nicht mehr geladen war. Er blieb hinter der Autotür, um den Angriffswinkel seiner Gegner einzuschränken.
Wenn sie noch ein paar Minuten durchhielten, würde die CIA kommen.
Eine Lücke tat sich auf, als seine Gegner übereinander fielen. Drake sprang über sie hinweg und rannte um das Auto herum. Im Kofferraum würden sich noch mehr Waffen befinden. Doch bevor er auch nur eine Hand an das Metall legen konnte, stürmten sie wieder auf ihn zu und deckten ihn mit Schlägen und Tritten ein. Drake wehrte sie ab und wich zurück. Er erspähte einen klaren Fluchtweg an dem hinteren Escalade ihrer Gegner vorbei, aber er konnte...




