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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 464 Seiten

Reihe: Rivals

Lee Black Hearts

Roman
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-641-28254-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 3, 464 Seiten

Reihe: Rivals

ISBN: 978-3-641-28254-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er würde alles für sie tun. Doch ist alles genug?

Sterling erfährt etwas, das sein Leben für immer verändern wird: Adair hat jahrelang ein Geheimnis gehütet, das sie ihm nicht hätte verschweigen dürfen. Immer mehr Lügen und Intrigen der Familie MacLaine kommen ans Licht, und Adair und Sterling müssen sich bald fragen, wer ihre wahren Freunde sind – sofern sie überhaupt noch welche haben. Die beiden sind bereit, für ihre gemeinsame Zukunft zu kämpfen, doch ist ihre Liebe stark genug?
Denn sie haben es nicht nur mit Adairs heimtückischer Familie zu tun, die ihnen Steine in den Weg legt, auch Sterlings dunkle Vergangenheit droht all das zu zerstören, was ihnen etwas bedeutet …

Adair & Sterling: Eine Liebe wie ein Wildfeuer – gefährlich und unberechenbar:
Bd. 1: Black Roses
Bd. 2: Black Diamonds
Bd. 3: Black Hearts

Geneva Lee ist eine hoffnungslose Romantikerin und liebt Geschichten mit starken, gefährlichen Helden.Mit der »Royals«-Saga, der Liebesgeschichte zwischen dem englischen Kronprinzen Alexander und der bürgerlichen Clara, eroberte sie die internationalen Bestsellerlisten. Weitere erfolgreiche Publikationen folgten. Auch mit mit der »Rivals«-Reihe trifft die Autorin einmal mehr mitten ins Herz ihrer Leser*innen, und mit ihrer neuen Reihe, den »Sexy Rich Vampires«, begibt sich die SPIEGEL-Bestsellerautorin zum ersten Mal in die Welt der Fantastik – ohne dabei aber den großen Gefühlen, der Leidenschaft und dem Luxus untreu zu werden.

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STERLING

Ich möchte Adair eine Nacht wie diese schenken.

Der Gedanke geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie verdient es, im Mittelpunkt zu stehen. Dass sich alles nur darum dreht, was sie denkt und was sie will – genau das, was ihre Familie ihr nie geben wird. Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich das machen soll. Ich habe ihr vorhin gesagt, dass ich mir eine kleine Hochzeit vorstelle, bei der nur die Menschen anwesend sind, die uns wichtig sind. Aber wie würde das tatsächlich aussehen?

Sie, ich … und Francie? Wer noch? Vielleicht Poppy und Cyrus? Im Freizeitzentrum um die Ecke von unserer Wohnung in Queens? Oder vielleicht könnten wir es im Central Park machen, und zwar , damit niemand fragt, ob wir eine Genehmigung haben?

Sie sagt, es sei ihr egal, aber da macht sie sich etwas vor. Sie weiß nicht, wie es ist, wenn einem vor Hunger der Magen knurrt oder wenn man todmüde ist, einen die Geldsorgen aber nicht schlafen lassen. Ihr Herz meint es gut, und sie liebt mich, was einem Wunder gleichkommt, aber sie weiß nicht, was ich weiß

Ich verschwinde in der Herrentoilette und überlege, welches Hauptfach ich wählen soll. VWL oder BWL? Damit würde ich das meiste Geld verdienen. Aber etwas Solides wie Medizin oder Jura könnte uns auch ein schönes Leben ermöglichen. Es ist meine einzige Chance, sie zu halten: Ich muss ein Mann werden, der sie verdient. Als ich mit der Schulter die Tür öffne, bin ich der Antwort noch nicht nähergekommen.

»Ich würde Sie gern sprechen«, sagt eine heisere Stimme hinter mir. Es ist Angus MacLaine.

Der Rollstuhl wirkt fast barock – Holz und ein grünes Samtpolster mit goldenen Quasten. Natürlich ist er motorisiert, und ich kann nicht umhin zu bemerken, dass der Alte darauf sitzt wie auf einem Thron. Er dreht an dem geschnitzten Marmor-Joystick, mit dem er den Stuhl steuert, wendet mir bereits den Rücken zu und macht sich auf den Weg zu einem Büro, das weiter den Flur hinunter liegt.

Dass er denkt, ich käme einfach mit, weil er es befohlen hat, widerstrebt mir. Aber noch mehr stört mich, dass ich ihm tatsächlich folge.

Ich habe immer gewusst, dass dies unvermeidlich ist. Irgendwann musste ich ihm unter vier Augen begegnen. Ich habe es bewusst vermieden, vor allem, weil ich nicht sicher war, ob ich nicht ausholen und ihn schlagen würde. Und jetzt? Ich bin nicht bereit. Ich weiß noch nicht, wie ich es angehen soll. Soll ich trotzig sein? Soll ich ihm ehrlich sagen, wie er seine Familie behandelt? Oder soll ich freundlich sein, um das Schlimmste zu verhindern? Ich weiß es einfach nicht. Wenn er mich nach meinen Absichten fragt, soll ich ihm dann die Wahrheit sagen?

Ich schlüpfe hinter ihm in den Raum, entschlossen, so ruhig wie möglich zu bleiben, bis ich besser einschätzen kann, wie er mich sieht.

Ein Schreibtisch mit Holzfurnier steht genau in der Mitte des Raumes, und Angus rollt dahinter und verzieht die Lippen zu einem höhnischen Grinsen, bis er mit dem Ellbogen an der scharfen Schreibtischkante hängen bleibt und sich fast den Anzug zerreißt.

»Scheiße!«, sagt er und sieht sich hektisch nach jemandem um, den er deswegen fertigmachen kann, doch da bin nur ich. Er verändert seine Haltung und starrt mich wütend an. »Hast du dich auf der Hochzeit amüsiert, Junge?«

Es sind noch keine fünf Sekunden vergangen, und schon träume ich davon, ihn zu schlagen.

»Es ist eine sehr schöne Hochzeit, Sir«, beginne ich mit einer neutralen respektvollen Bemerkung. Viel lieber würde ich ihm entgegenschleudern, dass er mich mit etwas Respekt behandeln sollte. Aber ich habe das Gefühl, wenn ich Respekt will, muss ich ihn durch Taten einfordern.

»Du verbringst viel Zeit mit meiner Tochter, stimmt’s?«

»Ja, Sir. Sie ist etwas Besonderes.«

»Natürlich ist sie etwas Besonderes. Schließlich ist sie eine MacLaine.« Es klingt, als könne er nicht fassen, dass er mir erst erklären muss, dass der Himmel blau ist. »Richtig, ich …«

»Und was erhoffst du dir von den Treffen mit ihr?«, fragt er mit hochgezogener Augenbraue, ansonsten bleibt seine Miene neutral und geschäftsmäßig. Man könnte denken, es ist sein Pokerface, aber ein Mann wie er pokert nicht. Er kauft, verkauft und nimmt sich, was er haben will.

Also ist dies eine Verhandlung, geht mir auf.

»Nichts außer ihrer Gesellschaft«, sage ich, um seinen Verdacht zu zerstreuen, und gebe mich, als hätte ich keine Angst. Ein falscher Schritt, und der Gesprächsteil dieser Unterhaltung ist zu Ende.

»Blödsinn«, sagt er und schnieft.

Doch um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, muss er sich schon mehr anstrengen. »Ob Sie mir glauben, ist Ihnen überlassen.«

Er kneift die dunklen Augen zusammen und mustert mich wie eine Boa constrictor eine Maus. Zum ersten Mal habe ich seine ganze Aufmerksamkeit. Mit kritischem Blick prüft er meine Erscheinung, den teuren Smoking, die glänzenden italienischen Schuhe. Weiß er, was das alles gekostet hat, und fragt sich, wie ich es bezahlt habe? Weiß er, dass sie die Sachen für mich gekauft hat?

»Ich verstehe, warum sie dich mag«, sagt er schließlich und trommelt mit den Fingern auf den Schreibtisch. »Du bist gut angezogen, und es stört dich nicht, die dir zugewiesene Rolle zu spielen, oder?«

Es folgt eine bedeutungsschwangere Pause, in der keiner von uns den Blickkontakt unterbricht.

»Was wollen Sie damit sagen?«, frage ich.

»Du weißt «, brüllt er, und mir stellen sich die Nackenhaare auf, ich rede! Wer hat den Smoking bezahlt, den du da anhast? «

Ich habe Adair gesagt, dass es keine gute Idee ist. Und wie sich herausstellt, hatten wir beide recht. Ich hatte recht damit, dass ihr Vater – der jeden in Windfall zwingt, sich seinem Willen zu beugen – das nicht gutheißen würde. Aber sie hatte auch recht. Denn diese hässliche Kröte darf nicht mit ihren Launen alles bestimmen. Das dürfen nicht zulassen.

Ich beiße die Zähne zusammen und versuche, mein Temperament zu zügeln, indem ich an sie denke und mir sage, wie wichtig es ist, dass ich das Gespräch rette. Er kann mich nicht leiden. Vielleicht wird er mich niemals mögen. Aber er hat keinen Einfluss darauf, was sie für mich empfindet.

»Adair hat ihn bezahlt«, sage ich. Es hat keinen Sinn, deswegen zu lügen. Dann wäre ich so, wie er mich gern hätte: ein Goldgräber und ein Lügner.

»Plötzlich so dumm, Junge?« Wieder brüllt Angus. »Nein. Dumm bist du nicht, stimmt’s? Wenn du mir eine reinhauen würdest – und ich spüre, dass du das willst –, wäre alles sofort vorbei. Besser du spielst die Rolle, die sie von dir erwartet: den missverstandenen Armen, den Rohdiamanten. Bleib dabei, denkst du, beherrsch dich, und die Tür zu all dem bleibt dir offen.« Er macht eine ausladende Geste und meint die Hochzeit, den Country Club, alles, was er hat und ich nicht.

»Ich will nichts von Ihnen.« Ich zucke mit den Schultern und hoffe, dass es ihn ärgert. Er will mich einschüchtern, aber das gelingt ihm nicht. Nicht nach allem, was ich im Leben durchgemacht habe.

»Du lügst. Du hast ein Auge auf das Kleinod meines Vermögens geworfen«, faucht er. Ich will protestieren, doch er unterbricht mich: »Du willst meine Tochter.«

Einen Moment lang bin ich so verblüfft, dass ich herausplatze: »Adair ist nicht Ihr Eigentum.«

Es klingt naiv, auch in meinen Ohren.

»Natürlich sie mein Eigentum, du dummer Junge.« Seine Brust ist ein Blasebalg, der Luft pumpt, um seinen Hass zu schüren, und er braucht einen Moment, um sich aufzurichten, atemlos von seiner eigenen Theatralik. »Ich kenne dich. Ich habe meine Leute auf dich angesetzt. Waise. Wurde im Pflegesystem herumgereicht. Ein gesperrtes Jugendstrafregister. Was hast du angestellt, Junge?«

Natürlich hat er in meiner Vergangenheit herumgeschnüffelt. Ich hatte mir eingeredet, dass seine Gleichgültigkeit gegenüber Adair auch mich einschlösse. Aber sie war über Weihnachten bei mir zu Hause. Sie ist an Thanksgiving zu mir gekommen. Er überwacht jeden ihrer Schritte. Warum sonst hätte er überall auf dem Grundstück Kameras installiert? Adair ist in seinen Augen ein Teil seines Besitzes, der bewacht werden muss. »Ich schulde Ihnen keine Antworten«, sage ich und ringe mit meiner Selbstbeherrschung. Wenn er glaubt, ich würde ihn nicht schlagen, weil er im Rollstuhl sitzt, irrt er sich gewaltig. Der einzige Grund, warum ich es noch nicht getan habe, ist Adair. Doch allmählich fange ich an, zu glauben, dass sie der Grund ist, warum ich ihn schlagen .

»Natürlich weiß ich inzwischen, was in den Akten steht«, fährt er fort, und kaum hat er es ausgesprochen, weiß ich, dass es nun hässlich wird. »Du hast deinen eigenen Vater erstochen …«

»Nachdem er meine Mutter erschlagen hat«, füge ich mit gefährlich leiser Stimme hinzu, »oder stand das nicht in dem Bericht?«

Er blinzelt mich aus seinen leblosen schwarzen Knopfaugen an. »Man beißt nicht die Hand, die einen füttert, egal aus welchem Grund.«

»Glück für Sie, was?«, sage ich bedeutungsvoll. Ich bin nicht der Einzige, der hier etwas zu verbergen hat.

»Mit Glück hat das nichts zu tun. Geld. Beziehungen. Adair beißt nicht, weil sie anständig erzogen wurde. Sie ist reinrassig, im Gegensatz zu dir.«

Das Einzige, was noch stärker ist als...


Lee, Geneva
Geneva Lee ist eine hoffnungslose Romantikerin und liebt Geschichten mit starken, gefährlichen Helden.Mit der »Royals«-Saga, der Liebesgeschichte zwischen dem englischen Kronprinzen Alexander und der bürgerlichen Clara, eroberte sie die internationalen Bestsellerlisten. Weitere erfolgreiche Publikationen folgten. Auch mit mit der »Rivals«-Reihe trifft die Autorin einmal mehr mitten ins Herz ihrer Leser*innen, und mit ihrer neuen Reihe, den »Sexy Rich Vampires«, begibt sich die SPIEGEL-Bestsellerautorin zum ersten Mal in die Welt der Fantastik – ohne dabei aber den großen Gefühlen, der Leidenschaft und dem Luxus untreu zu werden.



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