E-Book, Deutsch, Band 1906, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lee Die süße Rache des Playboys
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-445-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1906, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-445-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine nackte Venus in seiner Dusche! Wer ist diese hinreißende Fremde, die Russell McClain an eine erotische Göttin erinnert? Die Antwort: Die Tochter seines ärgsten Feindes. Nur um sich zu rächen, hat Russell dessen Anwesen in Sydney gekauft - und Nicole besitzt noch die Schlüssel! Und plötzlich ist da ein höchst verführerischer Plan: Was, wenn Russell diese Schönheit zu seiner Geliebten macht und sie dann fallen lässt? Wäre die Rache dann nicht perfekt? Doch zum ersten Mal in seinem Leben hat der Milliardär und Playboy die Rechnung ohne sein Herz gemacht
Miranda Lee und ihre drei älteren Geschwister wuchsen in Port Macquarie auf, einem beliebten Badeort in New South Wales, Australien. Ihr Vater war Dorfschullehrer und ihre Mutter eine sehr talentierte Schneiderin. Als Miranda zehn war, zog die Familie nach Gosford, in die Nähe von Sydney. Miranda ging auf eine Klosterschule. Später entschied sie sich für eine Karriere als Informatikerin, die endete, als sie heiratete, drei Töchter bekam und die Familie ein großes Stück Land erwarb. Dort züchtete Miranda Windhunde, Pferde und Ziegen, aber all das genügte ihr nicht. Sie wollte kreativ sein und gleichzeitig Geld verdienen! Als ihre Schwester ihr vorschlug, doch mal eine Romance zu schreiben, wurde sie nachdenklich. Sie fand die Idee gut - es klang interessant, und sie konnte es von zu Hause aus machen. Aber es dauerte zehn lange Jahre, bis ihr erster Liebesroman tatsächlich veröffentlicht wurde. Mittlerweile waren Miranda, ihr Mann und die drei Töchter zurück an die Küste gezogen, wo sie bei Sonne, Sand und Meer ihr Leben genossen. Langsam stellten sich die ersten Erfolge ein, und ziemlich wagemutig machte Miranda die Zusage, eine Miniserie, die aus sechs Büchern bestand, innerhalb von neun Monaten abzuliefern. Sie wird es ihrem Mann nie vergessen, dass er seinen gut bezahlten Job als leitender Angestellter aufgab, um sie zu unterstützen und den Haushalt zu organisieren. Zahlreiche weitere Liebesromane folgten, sexy, leidenschaftlich, spannend und mit sehr lebendig geschilderten Hauptfiguren. Miranda Lee hat einen Grundsatz: Langweile niemals deine Leserinnen! Millionen Fans in aller Welt sind sich einig: Diesem Grundsatz bleibt Miranda Lee in allen Romances treu.
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1. KAPITEL
Sechzehn Jahre später …
In Bangkok war es heiß. Sehr heiß. Und feuchtschwül. Nachdem Nicole den Kilometer von ihrem billigen Hotel zum Waisenhaus gelaufen war, klebte ihr das T-Shirt am Rücken.
Noch vor wenigen Monaten hätte sie sich über ihr ewig schlaffes Haar und die verschwitzte Kleidung beklagt. Damals hätte sie sich in Bangkok nicht aus ihrem klimatisierten Fünfsternehotel gerührt, höchstens, um sich im Swimmingpool zu aalen oder in einer kühlen Luxuslimousine durch die Gegend zu fahren.
Doch diese Nicole gab es nicht mehr. An einem schrecklichen Tag im letzten Juni hatte das verwöhnte Mädchen entdecken müssen, dass die drei wichtigsten Menschen in ihrem Leben nicht so edel waren, wie sie geglaubt hatte.
Erst hatte sie ihren Verlobten David mit seiner persönlichen Assistentin beim Sex auf dem Schreibtisch überrascht. Die beiden waren so miteinander beschäftigt gewesen, dass sie Nicole an der Tür nicht einmal bemerkt hatten.
Verstört war sie zu ihrer Mutter gerannt, die ihr auch noch klarzumachen versuchte, reiche, erfolgreiche Männer seien nun mal nicht treu. Nicole solle vernünftig sein und lernen, die sexuellen Abenteuer ihres Verlobten diskret zu übersehen.
„Das tue ich grundsätzlich, wenn Alistair mal wieder fremdgeht“, hatte ihre Mutter erklärt, ohne ihr durchgestyltes Blondhaar zu bewegen.
Die Enthüllung, dass ihr Stiefvater andere Frauen hatte und ihre Mutter seine Eskapaden einfach hinnahm, hatte Nicole möglicherweise noch mehr schockiert als Davids Untreue.
Alles das war zu viel für sie gewesen. Seit ihre Mutter Alistair geheiratet hatte, war sie, Nicole, wie eine Prinzessin verwöhnt worden, jedoch keineswegs ohne moralische Wertvorstellungen und Gefühle gewesen.
Am nächsten Tag hatte sie David den Verlobungsring zurückgegeben, worauf er ihr aufbrausend vorgehalten hatte, im Bett nicht sehr aufregend zu sein. Danach hatte es eine ebenso unerfreuliche Auseinandersetzung mit ihrem Stiefvater gegeben, der ihr prophezeit hatte, mit dieser naiven und engstirnigen Einstellung nicht sehr weit zu kommen.
„Die Gewinner dieser Welt halten sich nicht immer an Regeln“, hatte er ihr hochtrabend erklärt. „David ist ein Gewinner. Und als seine Frau, meine liebe Nicole, hättest du alles haben können. Jetzt muss ich dir einen anderen reichen Ehemann suchen, der dir den gewohnten Lebensstil bieten kann.“
Im ersten Moment war Nicole sprachlos gewesen. Ihr Stiefvater hatte David für sie ausgesucht?
Rückblickend war ihr klar, dass es wohl so gewesen sein musste.
Daraufhin hatte sie prompt ihren anspruchslosen Posten in der Public Relations-Abteilung von Power Hypotheken gekündigt, den sie sicher ebenfalls ihrem Stiefvater verdankte. Noch am selben Nachmittag hatte sie auf eine Zeitungsanzeige geantwortet, in der eine junge Frau eine Gefährtin für einen Rucksackurlaub suchte, weil ihre Freundin in letzter Minute einen Rückzieher gemacht hatte. Eine Woche später war Nicole mit ihrer Entlassungsabfindung in der Tasche vom Mascot Airport abgeflogen, in der Hoffnung, endlich unabhängig zu werden und Wichtigeres zu finden als ein Leben in Luxus.
Jetzt, vier Monate später, war Nicole ein anderer Mensch. Ein richtiger Mensch, sagte sie sich. Endlich lebte sie in der wahren Welt. „Nicoe, Nicoe!“, begrüßten die Waisenhauskinder sie im Chor, als sie den staubigen Spielplatz der Kleinen betrat.
Nicole lächelte. Die kleinen Thais konnten das „L“ nicht aussprechen, obwohl sie dank der fürsorglichen Heimleiterin recht gut Englisch sprachen. Nach Küsschen und Umarmungen baten die Kinder Nicole, ihnen etwas vorzusingen. Von jeher war sie musikalisch gewesen und besaß eine gute Stimme.
„Was soll ich denn singen?“ Sie streifte sich den Rucksack wieder über die Schulter und suchte Zuflucht im Schatten des einzigen Baums auf dem Hof.
„Warzing Matinda!“, rief ein kleiner Junge.
„Waltzing Matilda, meinst du wohl?“ Liebevoll zauste sie ihm das dichte schwarze Haar.
„Ja, Nicoe. Warzing Matinda.“
Sie lachte, und alle stimmten übermütig ein. Immer wieder erstaunte es Nicole, wie glücklich diese Kinder sein konnten, denen buchstäblich alles fehlte. Dabei hatte sie sich für arm gehalten, ehe ihre Mutter Alistair getroffen und geheiratet hatte. Verglichen mit diesen Waisen waren sie reich gewesen.
„Na gut. Dann setzen wir uns hier in den Schatten.“
Alle Kinder hockten sich unter dem Baum in den Staub und blickten erwartungsvoll zu ihr auf.
Fröhlich stimmte Nicole die berühmte australische Ballade an.
Keines der Kinder rührte sich, bis Nicole geendet hatte. Danach sprangen sie auf, klatschten begeistert in die Hände und baten sie, das Lied noch einmal zu singen. Gerade wollte sie beginnen, als ihr Handy klingelte.
„Entschuldigt mich“, bat sie die Kleinen und kramte das Gerät aus ihrer Tasche. „Geht mal eine Weile spielen, ja?“
Nicole ahnte bereits, wer sie anrief. Einmal wöchentlich meldete ihre Mutter sich bei ihr, als wäre zwischen ihnen nichts gewesen. Nicole brachte es einfach nicht über sich, die Frau ganz aus ihrem Leben zu verbannen. Sie liebte ihre Mutter und wusste, wie sehr auch sie an ihr hing.
„Ja?“, meldete Nicole sich.
„Nicole, ich bin’s, deine Mutter.“
Befremdet überlegte Nicole. Etwas stimmte hier nicht. So nannte ihre Mutter sich nie. Außerdem klang ihre Stimme seltsam angespannt.
„Hallo, Mum. Was gibt’s?“
„Ich … weißt du …“ Mrs. Power verstummte, dann platzte sie unvermittelt heraus: „Du musst nach Hause kommen.“
Nicole war beunruhigt. „Nach Hause? Warum?“ Blitzschnell dachte sie nach. „Mum … wo bist du?“
„Das kann ich dir nicht sagen.“
„Wie bitte? Und warum nicht?“
„Dein Vater will nicht, dass jemand weiß, wo wir sind.“
„Alistair Power ist nicht mein Vater“, betonte Nicole kühl.
„Er war dir ein besserer Vater als der Nichtsnutz, von dem ich schwanger wurde“, erklärte ihre Mutter scharf. „Nein, Alistair! Lass mich mit ihr reden.“
Im Hintergrund konnte Nicole so etwas wie Gerangel ausmachen.
„Und jetzt hör mir gut zu, du undankbares kleines Ding!“, mischte Alistair sich in befehlsgewohntem Ton ein. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir dich gar nicht angerufen. Aber deine Mutter liebt dich, der Himmel weiß, warum. Die Situation ist die: Meine Firma ist bankrott, und die Gläubiger wollen Blut sehen. Deshalb mussten wir Australien verlassen. Für immer. Die Bank hat unseren Besitz in Belleview beschlagnahmt und wird wohl nicht zögern, ihn mit allem Inventar an einen gierigen Schnäppchenjäger zu verkaufen.“
„Aber … im Haus sind alle meine Sachen!“, protestierte Nicole.
„Deswegen ruft deine Mutter dich an. Du musst sofort nach Sydney fliegen, ehe die Schlösser ausgewechselt werden und unser gesamter persönlicher Besitz bei einer wohltätigen Versteigerung oder auf der Müllhalde landet.“
„Das können sie doch nicht machen!“
„Wer könnte sie davon abhalten? Ich nicht.“
Nicole stöhnte auf. Ihre Designerkleider waren ihr gleichgültig. Doch sie hing an den Erinnerungsstücken aus ihrer glücklichen Kindheit, besonders an den unersetzlichen Fotoalben und Collagebänden. Der bloße Gedanke, sie könnten auf dem Müll landen, war einfach schrecklich.
„Hier ist deine Mutter wieder“, murrte Alistair.
„Wegen deines Schmucks brauchst du dir keine Sorgen zu machen, Liebes. Den habe ich gerettet.“
„Der Schmuck bedeutet mir nichts, Mum.“ „Aber er ist ein Vermögenwert, Nicole!“ Das stimmte. Im Lauf der Jahre hatte ihr Stiefvater sie mit sehr kostbarem Schmuck förmlich überschüttet: Diamanten, Perlen, Smaragde …
„Passend zu deinen wunderschönen Augen“, hatte er ihr mehr als einmal auf seine aalglatte Art geschmeichelt.
Unvermittelt kam Nicole ein Gedanke. Wenn sie ihren Schmuck verkaufte, konnte sie mit dem Geld im Waisenhaus dringend nötige Verbesserungen vornehmen. Aus Stolz darauf zu verzichten, wäre schlichtweg dumm.
„Könntest du mir meinen Schmuck herschicken, Mum?“
„Natürlich. Aber wohin? Wann immer ich dich anrufe, lebst du schon wieder in einem anderen Land. Wo bist du gerade?“
„Immer noch in Thailand. Warte! Du könntest mir den Schmuck per Eilboten an Karas Adresse in Sydney schicken. Ich gebe ihr Bescheid, dass die Sendung kommt. Ihre Anschrift kennst du doch, oder?“
„Wie könnte ich sie vergessen? Schließlich habe ich dich oft genug hingefahren. Du fliegst also nach Hause und holst deine Sachen ab?“
„Ja. Sobald ich einen Flug nach Sydney bekomme“, entschied Nicole. Glücklicherweise hatte sie immer noch ihr Rückflugticket, denn sie war fast pleite.
„Fein. Es war schrecklich für mich, alle deine teuren Sachen zurücklassen zu müssen.“
Nicole seufzte. Gut zu hören, dass du dir deinen Sinn für die wahren Werte im Leben bewahrt hast, Mum!
„Tut mir leid, ich kann dir nicht verraten, wo wir sind. Aber keine Sorge“, nun flüsterte ihre Mutter, „wir haben noch genug Geld. Alistair hat letztes Jahr rechtzeitig eine stolze Summe auf einem Geheimkonto außerhalb Australiens versteckt. Wenn du etwas brauchst, sag es.“
Nicole schauderte. Das wäre das Letzte, was ich täte! „Ich muss jetzt auflegen, Mum.“
„Ruf mich an, sobald du in...




