E-Book, Deutsch, Band 2158, 144 Seiten
Reihe: Julia
Lee Einmal dieses Fieber spüren
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0123-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2158, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0123-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nicht länger Jungfrau sein! nimmt Violet sich für das neue Jahr vor. Und die glamouröse Silvesterparty ihres Bosses scheint genau der richtige Auftakt, ihr wagemutiges Abenteuer zu beginnen. In dem atemberaubend verführerischen Kostüm zieht sie sofort den Blick des bekannten Filmproduzenten Leo Wolfe auf sich. Der ist der Richtige für mich, glaubt Violet, als es zwischen ihnen knistert. Heiße Küsse, pure Lust - ihr Plan scheint aufzugehen! Doch Violet hat die Rechnung ohne ihr Herz gemacht, das sich nach einer sinnlichen Nacht mit Leo plötzlich nach mehr sehnt ...
Miranda Lee und ihre drei älteren Geschwister wuchsen in Port Macquarie auf, einem beliebten Badeort in New South Wales, Australien. Ihr Vater war Dorfschullehrer und ihre Mutter eine sehr talentierte Schneiderin. Als Miranda zehn war, zog die Familie nach Gosford, in die Nähe von Sydney. Miranda ging auf eine Klosterschule. Später entschied sie sich für eine Karriere als Informatikerin, die endete, als sie heiratete, drei Töchter bekam und die Familie ein großes Stück Land erwarb. Dort züchtete Miranda Windhunde, Pferde und Ziegen, aber all das genügte ihr nicht. Sie wollte kreativ sein und gleichzeitig Geld verdienen! Als ihre Schwester ihr vorschlug, doch mal eine Romance zu schreiben, wurde sie nachdenklich. Sie fand die Idee gut - es klang interessant, und sie konnte es von zu Hause aus machen. Aber es dauerte zehn lange Jahre, bis ihr erster Liebesroman tatsächlich veröffentlicht wurde. Mittlerweile waren Miranda, ihr Mann und die drei Töchter zurück an die Küste gezogen, wo sie bei Sonne, Sand und Meer ihr Leben genossen. Langsam stellten sich die ersten Erfolge ein, und ziemlich wagemutig machte Miranda die Zusage, eine Miniserie, die aus sechs Büchern bestand, innerhalb von neun Monaten abzuliefern. Sie wird es ihrem Mann nie vergessen, dass er seinen gut bezahlten Job als leitender Angestellter aufgab, um sie zu unterstützen und den Haushalt zu organisieren. Zahlreiche weitere Liebesromane folgten, sexy, leidenschaftlich, spannend und mit sehr lebendig geschilderten Hauptfiguren. Miranda Lee hat einen Grundsatz: Langweile niemals deine Leserinnen! Millionen Fans in aller Welt sind sich einig: Diesem Grundsatz bleibt Miranda Lee in allen Romances treu.
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2. KAPITEL
Leo genoss den fantastischen Blick über den Hafen und gönnte sich ein Glas Rotwein. Das Apartment seines Vaters hatte einen Balkon, der sich über die gesamte Länge der sanft geschwungenen Fassade erstreckte. Plötzlich klingelte es. Sein Handy konnte es nicht sein, denn es lag still neben ihm.
„Henry! Telefon!“, rief er, nachdem es noch ein paar Mal geläutet hatte. Er und sein Vater standen sich sehr nah. Das lag sicher auch daran, dass Henry nach dem frühen Tod seiner Frau nie wieder geheiratet hatte. Leos Mutter war gestorben, als er noch ganz klein war. Mit zwanzig ging er zum Jurastudium nach Oxford, und seitdem hatten er und sein Vater sich beim Vornamen genannt. Es war Henry gewesen, der den Vorschlag gemacht hatte. Inzwischen konnte man ihr Verhältnis zueinander als freundschaftlich bezeichnen.
Er wollte schon aufstehen und selbst an das verflixte Telefon gehen, als es aufhörte zu läuten. Entspannt lehnte er sich wieder zurück. Die Aussicht war traumhaft – vor allem an einem warmen, sonnigen Nachmittag. Das tiefblaue Wasser glitzerte im Sonnenlicht. An der Mole schaukelten sanft unzählige Boote. Vom einfachen Segelboot bis zur Luxusjacht. Zu seiner Linken lag die Harbour Bridge, eines der Wahrzeichen von Sydney. Gleich daneben erhob sich das grandiose Operngebäude.
Vor acht Jahren war Henry in Rente gegangen und hatte verkündet, er würde nach Down-Under, nach Australien, ziehen. Damals hatte Leo bezweifelt, dass sein Vater es dort lange aushalten würde. Schließlich war er Londoner durch und durch.
Als erfolgreicher Literaturagent verkehrte Henry hauptsächlich in Künstlerkreisen. Seine Eltern waren Geschichtsprofessoren gewesen, und seine ältere Schwester war eine erfolgreiche Keramikkünstlerin. Er selbst hatte eine Bildhauerin geheiratet, die leider viel zu früh – mit dreißig – an Gehirnhautentzündung gestorben war.
Auch wenn Henry nie mehr geheiratet hatte, hatte er dennoch zahlreiche Beziehungen gehabt. Immer mit berühmten Künstlerinnen: Opernsängerinnen, Balletttänzerinnen, Malerinnen – und natürlich Schriftstellerinnen. Wie sollte ein solcher Mann in Australien glücklich werden? Auch wenn es nicht mehr als kulturelles Brachland galt, konnte es sich doch wohl kaum mit London vergleichen!
Früher oder später würde sich sein Vater langweilen. Darauf hätte Leo seinen Kopf verwettet. Offensichtlich traf diese Prognose jedoch nicht zu. Allerdings ging Henry auch nicht wirklich „in Rente“. Er mietete in der City ein Apartment und richtete sich dort ein Büro ein. Bald vertrat er eine Reihe vielversprechender junger Autoren. Er betrieb die Agentur allein – wie schon in London. Außerdem spezialisierte er sich auf ein Genre – Kriminalliteratur – und konzentrierte sich auf einen begrenzten Autorenkreis. Die Manuskripte, die er nicht selbst lesen konnte, vergab er an freie Mitarbeiter.
Darunter erwies sich eine als echter Glücksgriff. Eine Studentin – Violet – hatte die Gabe, die „Rohdiamanten“ unter den Schriftstellern zu erkennen. Unter ihrem Lektorat wurden deren Romane zu wahren literarischen Schmuckstücken mit großem kommerziellem Erfolg. Henry lernte sehr schnell, Violets Meinung und ihre Ratschläge, ernst zu nehmen. Inzwischen hatte er mehrere Bestsellerautoren unter Vertrag, die Top-Vorschüsse und höchste Tantiemen von den Verlagen bekamen.
Sehr schnell wurde die „Wolfe-Literaturagentur“ zu der Agentur für Krimiautoren. Und auch wenn Henry nicht daran interessiert war, in seinem Alter die Agentur noch zu vergrößern, war er doch geschäftstüchtig genug, Violet nach Beendigung ihres Studiums als Assistentin einzustellen. Und er besaß die Weitsicht, das Apartment inklusive der Einrichtung zu kaufen, als der Immobilienmarkt gerade eine Flaute durchmachte.
Leo musste gestehen, dass die Wohnung ihm gefiel. Genau wie die Stadt. Sydney bot eine unglaubliche Bandbreite an kulturellen Events. Dazu noch das fantastische Klima. Zwar gab es nicht ganz so viele Theater und Museen wie in London, aber die Restaurants waren Spitzenklasse, die Shoppingmöglichkeiten mehr als adäquat und die Strände natürlich unschlagbar. Und dann der Hafen!
Obwohl er erst seit einer Woche hier war, merkte er schon, wie gut es tat, dem grauen London entronnen zu sein. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein hoben einfach die Laune.
Und das war ein Segen für ihn, da er in den letzten Monaten ziemlich deprimiert gewesen war. Kein Wunder, nachdem sein letzter Film gefloppt war. Das hatte er allein sich selbst zuzuschreiben. Er hätte einfach nicht versuchen sollen, aus einem Tausend-Seiten-Roman, der fast ausschließlich von der inneren Befindlichkeit der Protagonisten handelte, einen Zweistundenfilm zu machen. Der Misserfolg war da vorprogrammiert.
Eine bittere Pille nach all den Erfolgen der letzten Jahre. Entsprechend dankbar nahm er auch die Einladung seines Vaters an, Weihnachten und Neujahr bei ihm in Sydney zu verbringen. Er musste unbedingt dem Medienrummel und der Presse entkommen, bis sie ein neues Opfer gefunden hatte. Und vor allem seinen angeblichen Freunden, die nicht müde wurden, das Ende seiner Glückssträhne zu prophezeien.
Leo trank gerade den letzten Schluck von seinem Shiraz, als die Glastür aufgeschoben wurde und sein Vater mit der Weinflasche und einem zweiten Glas auf den Balkon hinauskam.
„Das kann nur gut fürs Geschäft sein“, meinte er orakelhaft, während er über Leos ausgestreckte Beine stieg, sich an den Tisch setzte und die Gläser füllte.
Es war eine von Henrys irritierenden Angewohnheiten, ein Gespräch mit derart orakelhaften Sätzen zu beginnen, und dann zu verstummen. Eine wohlkalkulierte Taktik, um die Neugierde des Gegenübers zu wecken.
„Was?“, fragte Leo denn auch pflichtschuldigst.
„Das war eben Violet am Telefon. Du weißt schon. Meine Assistentin. Du wirst es nicht glauben! Sie kommt tatsächlich zu meiner Silvesterparty!“
Da Leo inzwischen einiges über die Assistentin seines Vaters wusste, konnte er Henrys Überraschung nachvollziehen. Obwohl hochintelligent, war sie anscheinend eine Eigenbrötlerin. Außerdem legte sie offensichtlich überhaupt keinen Wert auf ihr Äußeres, was mit einem kaum vorhandenen Selbstbewusstsein einherzugehen schien.
Henry fand das bedauerlich, da sie sehr viel zu bieten hätte, wenn sie sich nur aus ihrem Schneckenhaus wagen würde. Violet ging zwar mit ihm Kaffeetrinken, weigerte sich jedoch, ihn zu offiziellen Anlässen zu begleiten.
Als extrovertierter Mensch und Partylöwe liebte Henry Vernissagen, Premieren und Partys. Ganz London war zu seinen Silvesterpartys gekommen. Sie waren legendär. Und in Sydney führte er diese Tradition fort.
Doch Violet war bis jetzt nie einer seiner Einladungen gefolgt. Trotz des Feuerwerks, auf das man von seinem Apartment aus einen spektakulären Ausblick hatte.
Laut Henry wohnte sie bei einer älteren Dame und hatte noch nie einen Freund gehabt. Zumindest nicht, seit sie Vollzeit für Henry arbeitete. Das hieß natürlich nicht, dass es nicht früher jemanden gegeben hatte. Herrgott, sie war schließlich an der Uni gewesen. Selbst das schüchternste, unscheinbarste Mädchen hätte dort jemanden gefunden. Und eins konnte man Violet anscheinend nicht unterstellen – sie war weder unattraktiv noch langweilig. Vielleicht hat sie eine unglückliche Beziehung hinter sich und will nun nichts mehr von Männern wissen, überlegte Leo.
„Hast du sie daran erinnert, dass es ein Kostümball ist?“ Die Gäste sollten sich als Filmfiguren verkleiden.
„Habe ich. Offensichtlich kein Problem.“
„Das wundert mich.“ Normalerweise scheuten schüchterne Menschen Mottopartys. Vielleicht irrt Henry sich ja in der Einschätzung ihrer Person. Womöglich hat sie ein heimliches Liebeslieben! Vielleicht sogar einen Lover, der verheiratet ist? „Ich bin gespannt, welche Filmfigur sie sich aussucht!“
„Keine Ahnung. Aber ich hoffe, etwas Originelleres als du.“
„Du erwartest doch nicht wirklich, dass ich in grünen Strumpfhosen und einem Hut mit Feder herumstolziere?“
„Du wärst ein fantastischer Robin Hood! So durchtrainiert, wie du bist!“
Leo hielt sich zwar tatsächlich fit, aber immerhin war er inzwischen vierzig und keine zwanzig mehr. Dem sollte das Kostüm schon Rechnung tragen. „Ich halte den Filmhelden, den ich mir ausgesucht habe, für weitaus besser geeignet.“
„Warum?“, wollte Henry wissen und füllte erneut sein Glas. „Weil du auch ein Casanova bist?“
Diese Bemerkung überraschte Leo. Er sah sich ganz und gar nicht als Frauenheld. Aber vielleicht wirkte es von außen so. Schließlich hatte er zwei Ehen hinter sich, und in der Öffentlichkeit zeigte er sich stets mit einer hübschen jungen Schauspielerin an der Seite.
Was die Medien natürlich nicht wussten, war, dass er nicht mit diesen wechselnden Begleiterinnen schlief. Zumindest nicht mehr. Er hatte aus seinen Fehlern gelernt. Zurzeit schlief er lediglich mit einer einzigen Frau. Mit Mandy, einer geschiedenen Frau in den Vierzigern, die eine Casting-Agentur betrieb und rund um die Uhr arbeitete. Sie trafen sich ab und zu, um miteinander ins Bett zu gehen. In stillschweigender Übereinkunft wahrten sie beide größte Diskretion.
Mandy mochte Leo – und sie mochte Sex. Dagegen lag ihr nichts daran, als das neueste Betthäschen von Leo Wolfe durch die Medien zu gehen. Sie hatte zwei Söhne im Teenageralter, die sie heiß und innig liebte, und einen Ex-Mann, den sie...




