Lee | Tausendundeine Nacht in deinen Armen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

Lee Tausendundeine Nacht in deinen Armen


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0658-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0658-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Tausendundeine Nacht mit Scheich Bandar sind Samantha nicht genug. Ganz verzückt gibt sie sich immer wieder der Leidenschaft in seinen Armen hin. Bis Bandar überstürzt abreisen muss und sie erfährt, welch tragisches Geheimnis er ihr verschwiegen hat ...



Miranda Lee und ihre drei älteren Geschwister wuchsen in Port Macquarie auf, einem beliebten Badeort in New South Wales, Australien. Ihr Vater war Dorfschullehrer und ihre Mutter eine sehr talentierte Schneiderin. Als Miranda zehn war, zog die Familie nach Gosford, in die Nähe von Sydney. Miranda ging auf eine Klosterschule. Später entschied sie sich für eine Karriere als Informatikerin, die endete, als sie heiratete, drei Töchter bekam und die Familie ein großes Stück Land erwarb. Dort züchtete Miranda Windhunde, Pferde und Ziegen, aber all das genügte ihr nicht. Sie wollte kreativ sein und gleichzeitig Geld verdienen! Als ihre Schwester ihr vorschlug, doch mal eine Romance zu schreiben, wurde sie nachdenklich. Sie fand die Idee gut - es klang interessant, und sie konnte es von zu Hause aus machen. Aber es dauerte zehn lange Jahre, bis ihr erster Liebesroman tatsächlich veröffentlicht wurde. Mittlerweile waren Miranda, ihr Mann und die drei Töchter zurück an die Küste gezogen, wo sie bei Sonne, Sand und Meer ihr Leben genossen. Langsam stellten sich die ersten Erfolge ein, und ziemlich wagemutig machte Miranda die Zusage, eine Miniserie, die aus sechs Büchern bestand, innerhalb von neun Monaten abzuliefern. Sie wird es ihrem Mann nie vergessen, dass er seinen gut bezahlten Job als leitender Angestellter aufgab, um sie zu unterstützen und den Haushalt zu organisieren. Zahlreiche weitere Liebesromane folgten, sexy, leidenschaftlich, spannend und mit sehr lebendig geschilderten Hauptfiguren. Miranda Lee hat einen Grundsatz: Langweile niemals deine Leserinnen! Millionen Fans in aller Welt sind sich einig: Diesem Grundsatz bleibt Miranda Lee in allen Romances treu.

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1. KAPITEL

„Was für eine Zeitverschwendung“, fluchte Samantha unterdrückt, während sie ihre Reisetasche auf die Rückbank ihres großen Allradwagens warf und dann die Tür zuschleuderte.

„Und Geldverschwendung“, fügte sie hinzu, nachdem sie hinters Steuer geklettert war und den Motor gestartet hatte.

Ihr einziger Trost lag darin, dass sie keine allzu lange Fahrt vor sich hatte. Vom Williamstown Airport bis zum Hunter Valley brauchte man nur knappe anderthalb Stunden. Vom Flughafen in Sydney wäre sie dagegen ganze drei Stunden unterwegs gewesen.

Dennoch seufzte Samantha frustriert, während sie ihren Wagen aus dem Parkhaus lenkte und auf den Highway zusteuerte. Sie hätte niemals auf Cleo hören sollen. Bei einer fünftägigen Pauschalreise an die Gold Coast war der heiße Urlaubsflirt eben nicht automatisch inbegriffen. Schon gar nicht bei einer Frau wie Samantha, die einfach nicht der Typ war, der von attraktiven Männern angesprochen wurde, um ein paar Tage lang den Sex zu haben, den Frauen sich immer erträumten, aber selten erlebten.

Oh ja, mittlerweile war sie vorzeigbar genug, um einige männliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – ganz besonders, nachdem Cleo sie zu einem Schönheitssalon in Newcastle gezerrt hatte, wo ihr blonde Strähnen ins mittelbraune lange Haar gefärbt und ihre viel zu buschigen Augenbrauen zu eleganten Bögen gezupft wurden. Danach waren sie auf Shoppingtour gegangen und hatten für Samantha einige Kleider gekauft, die ihre athletische Figur vorteilhaft zur Geltung brachten.

Sie musste zugeben, dass sie in den vergangenen fünf Tagen verdammt gut ausgesehen hatte.

Mehrere Männer hatten sie entweder am Pool oder abends an der Restaurant-Bar angesprochen.

Doch Samantha wusste auch, dass es an ihrer Art lag, nicht an ihrem Aussehen, weshalb sich diese Männer innerhalb kürzester Zeit wieder zurückzogen: Sie beherrschte die Kunst des Flirtens einfach nicht. Müßiger Small Talk langweilte sie – genauso wie dem männlichen Ego zu schmeicheln.

Seit Jahren schon predigten ihre Freundinnen ihr, dass sie zu direkt war. Zu voreingenommen. Zu kompromisslos.

Die Wahrheit bestand darin, dass sie einfach nicht wusste, wie man sich betont feminin gab. In ihrer Kindheit hatte sie nie ein weibliches Vorbild gekannt, dem sie hätte nacheifern können.

Sie war in einem Männerhaushalt aufgewachsen – mit vier Brüdern, die ihr gezeigt hatten, wie man ein Junge war.

Nicht gerade klug, hatten ihre Freundinnen an der Schule immer gesagt.

Spätestens als Samantha ihren Schulabschluss machte, gab sie ihnen recht. Während ihrer ganzen Zeit an der High School hatte sie nicht ein Date, geschweige denn einen festen Freund. Zum Schulball musste sie einer ihrer Brüder begleiten.

Zugegebenermaßen sah sie damals auch ziemlich burschikos aus. Groß und dünn, mit flachen Brüsten. Dazu noch ein extra kurzer Haarschnitt, keinerlei Make-up und formlose Kleider.

Als Samantha dann nach Sydney ging, um Veterinärmedizin zu studieren, da hatte sie die Hoffnung bereits aufgegeben, jemals etwas mit einem Mann anzufangen. Doch schnell stellte sie fest, dass die Welt der Uni eine ganz eigene war. Selbst die hässlichsten Studentinnen endeten hier nur selten als Jungfrau. Die meisten männlichen Studenten betrachteten Sex nämlich als eine Art sportlicher Herausforderung. Je mehr Trophäen sie sammelten, desto besser. Insofern war es ihnen ziemlich egal, wie ihre Eroberungen aussahen oder ob sie eine scharfe Zunge hatten.

Während ihres vierjährigen Studiums waren nicht nur Samanthas Haare gewachsen, sondern auch ihre Brüste, sodass sie wesentlich weiblicher aussah. Aber die beiden sexuellen Erfahrungen, die sie während dieser Zeit machte, waren keineswegs so weltbewegend, wie es in Romanen immer beschrieben wurde. Mit Liebe hatte es ohnehin nichts zu tun gehabt.

Nach dem Examen arbeitete sie dann für einen Tierarzt in Randwick, der sich auf die Behandlung von Rennpferden spezialisiert hatte. Er war Anfang vierzig, attraktiv und charmant. Außerdem war er verheiratet.

Zu Beginn war ihre Beziehung rein platonisch. Doch nach ein paar Jahren der engen Zusammenarbeit und der gemeinsamen Leidenschaft für Pferde entwickelte sich eine gewisse Intimität zwischen ihnen. Eine erfahrenere Frau als Samantha hätte es vorhergesehen – den Abend, als Paul sie plötzlich packte, in seine Arme zog und küsste. Seine Liebeserklärung stieg ihr regelrecht zu Kopf. Noch nie hatte sie derart leidenschaftliche Worte gehört – in Bezug auf sich selbst ohnehin nicht.

Einen furchtbaren Moment lang war sie tatsächlich in Versuchung, dieser inneren Stimme nachzugeben, die ihr zuflüsterte, dass die Liebe dieses Mannes vielleicht alles war, was ihr jemals vergönnt sein würde. Damals war sie fast fünfundzwanzig gewesen, immer noch ohne Verabredungen und am Rande der Verzweiflung. Doch in letzter Sekunde hatte sie über Pauls Schulter hinweg das Foto von seiner Frau und seinen Kindern gesehen, das auf seinem Schreibtisch stand. Und da wusste sie instinktiv, dass er seine Familie nie verlassen würde. Sie vermutete außerdem, dass er sich von ihr nicht so sehr Liebe wünschte, sondern den Kick einer außerehelichen Affäre. Noch dazu einer äußerst bequemen.

Doch Samantha wollte mehr sein als zweite Wahl. Nie zuvor hatte sie sich in irgendeinem Bereich in ihrem Leben mit dem Zweitbesten zufriedengegeben. Warum sollte sie jetzt also ausgerechnet in der Liebe damit anfangen? Sie wollte keinen Mann, der einer anderen Frau gehörte. Nein, sie wollte einen Mann, der ihr alles geben konnte, was sie sich insgeheim wünschte. Uneingeschränkte Liebe. Einen Ring. Kinder.

Also kündigte sie und verließ Sydney, nachdem sie sich als Tierärztin in der Dubar Royal Stud Farm beworben und zu ihrem Erstaunen die Stelle auch bekommen hatte.

Als leidenschaftlicher Fan des Pferderennsports wusste sie natürlich ganz genau, dass dieses Gestüt einer der besten Zuchtbetriebe in Australien war. Da es einem extrem wohlhabenden arabischen Prinzen gehörte, spielte Geld keine Rolle – hier standen die besten Hengste und die teuersten Zuchtstuten, und nur die erfahrensten Experten arbeiteten mit den Tieren.

Angesichts ihrer eher mangelnden Erfahrung in puncto Pferdezucht war Samantha mehr als überrascht gewesen, dass sie die Stelle antreten durfte. Aber sie lernte schnell, und mit Gerald gab es ja noch einen weiteren Tierarzt im Gestüt – einen schwer übergewichtigen Mann Ende fünfzig, der ihr mit Rat und Tat zur Seite stand.

Doch um ganz ehrlich zu sein – Samantha war sich nicht sicher, ob die Arbeit im Gestüt das war, was sie ihr Leben lang machen wollte. Sie hatte den Job nur angenommen, um der unangenehmen Situation mit Paul zu entfliehen. Außerdem hatte sie die Hoffnung gehegt, Männer vom Lande würden mit ihrer etwas rauen Art besser zurechtkommen als Männer aus der Stadt.

Darin hatte sie sich allerdings getäuscht. Auf die Männer im Gestüt schien sie sogar noch einschüchternder zu wirken. Die meisten wagten es kaum, sie anzusehen, geschweige denn sie anzusprechen.

Prinz Ali selbst redete natürlich mit ihr, aber hier musste Samantha zugeben, dass sie ihn einschüchternd fand. Seine Frau auch. Die unglaublich schöne Charmaine war ein Ex-Model, das viel Zeit in Sydney mit Wohltätigkeitsarbeit verbrachte. Sie hatten zwei Kinder, ein süßes Mädchen namens Amanda und einen Jungen, Bandar, der gerade ein Jahr alt geworden war. Offensichtlich war er nach dem besten Freund des Prinzen benannt worden – einem reichen Scheich, der Rennpferde besaß und in London lebte und einen noch schlimmeren Ruf in puncto Frauen genoss, als es Ali getan hatte, ehe er Charmaine die ewige Treue geschworen hatte.

Samantha wusste all das von Cleo. Als Haushälterin des Prinzen und zeitweilige Nanny der Kinder, erfuhr sie eine ganze Menge über Ali und seine Familie. Sie war kein intrigantes Klatschweib – genau genommen war sie eine ganz wunderbare Frau – aber sie redete nun mal gern. Gleich vom ersten Tag an hatte sich Samantha auf Anhieb gut mit ihr verstanden, obwohl Cleo schon um die fünfzig war.

Wenn Samantha ehrlich war, dann hätte sie wahrscheinlich schon gekündigt, wenn es Cleo nicht gäbe. Dennoch hatte sie bereits beschlossen, dass sie ihren Vertrag, der Ende Juni auslief, nicht verlängern würde. Sie vermisste Sydney und das Leben in der Stadt. Das ruhige, friedliche Landleben mochte in der Theorie ja ganz wundervoll sein, aber in Wahrheit fühlte sich Samantha hier einsam.

Deshalb war sie ja auch so anfällig gewesen für Cleos Vorschlag, ein paar Tage Urlaub an der Gold Coast zu verbringen. Dabei hätte sie von Anfang an wissen müssen, dass es reine Zeitverschwendung war.

Samantha war so in Gedanken versunken, dass sie den Highway völlig mechanisch entlangfuhr und nichts von ihrer Umwelt wahrnahm. Gerade überlegte sie, dass sie eine Art Flirt-Trainer brauchte, der ihr beibrachte, wie sie sich verhalten musste, wenn ein Mann Interesse an ihr zeigte.

Ein paar Lektionen in Sachen Sex wären auch nicht schlecht! Doch vermutlich gab es weder Schulen noch Lehrer, die das im Stundenplan hatten. Was für eine Schande, dass die zwei Typen, mit denen sie an der Uni geschlafen hatte, genauso ahnungslos gewesen waren! Insofern wäre es das Günstigste, wenn sie einen älteren Mann fand, der nur eines von ihr wollte und ein oder zwei Sachen über Sex wusste.

Ein unverheirateter älterer Mann, ermahnte sie sich, als plötzlich Pauls Gesicht vor ihrem geistigen Auge auftauchte.

„Verdammt!“, fluchte Samantha, als sie...



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