E-Book, Deutsch, Band 0264, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Leiber / Harbison / Green Bianca Exklusiv Band 264
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-3025-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, Band 0264, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-3025-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
JEDE SEKUNDE MIT DIR von HARBISON, ELIZABETH
Josie will nur einen Diebstahl melden - und steht dem attraktivsten Mann gegenüber, dem sie je begegnet ist. Es knistert und kribbelt sofort. Und als er sie ein paar Tage später küsst, muss Josie sich eingestehen: Sich nicht in Polizeichef Dan Duvall zu verlieben, ist unmöglich.
DU MACHST MEINE TRÄUME WAHR von GREEN, CRYSTAL
Als Felicia den wortkargen Jack North trifft, muss sie sofort an die Prophezeiung denken. Ist er der Cowboy, der ihr bestimmt ist? Langsam kommen sie einander näher, allerdings macht Jack ihr keine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Sein Herz ist noch zu verletzt ...
WIRST DU MICH JEMALS LIEBEN? von LEIBER, VIVIAN
Um nicht ausgewiesen zu werden, geht Professor Nicolas Sankovitch eine Scheinehe mit der zauberhaften Dozentin Toria ein. Nur langsam bekennen sie sich zu ihren wachsenden Gefühlen füreinander. Da droht ein Schicksalsschlag, ihr junges Glück zu zerstören.
Elizabeth Harbison kam erst auf Umwegen zum Schreiben von Romances. Nach ihrem Abschluss an der Universität von Maryland, ihrem amerikanischen Heimatstaat, arbeitete sie zunächst in Washington, D.C. als Gourmet-Köchin. 1993 schrieb sie ihr erstes Backbuch, danach ein Kochbuch, wie man besonders romantische Mahlzeiten zubereitet, dann ein zweites Backbuch und schließlich ein Buch für Kinder über die Geschichte des Brotes, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde. 1994 wandte sie sich Romances zu und schreibt seitdem wundervolle Liebesgeschichten, in denen den Heldinnen eines gemeinsam ist: Sie sind alle fabelhafte Köchinnen. Elizabeth Harbison lebt mit ihrem Mann John, einem Musiker, und ihren beiden Kindern Paige und Jack in Germantown, Maryland. www.ElizabethHarbison.com
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1. KAPITEL
Am späten Donnerstagnachmittag stand Josie Ross in der Eingangshalle des Silver Moon Inn. Mit Mobiltelefon, Aktentasche und Laptop ausgestattet, fragte sie sich, ob sie wirklich hier wohnen sollte, oder ob jemandem bei Page-turner Promotions ein Fehler unterlaufen war.
Hoffentlich stimmte Letzteres nicht. Wenn jemand bei der Agentur einen Fehler gemacht hatte, dann war sie es wahrscheinlich selbst gewesen, da sie noch nicht lange zum Team gehörte. Sie durfte Beatrice Beaujold, eine Kochbuchautorin und eine der wichtigsten Kundinnen von Page-turner, an diesem Wochenende beim Rocky Top Chili – Kochwettbewerb betreuen. Deshalb war es sehr wichtig, dass sie korrekt arbeitete.
Keinesfalls wollte sie den Job verlieren, weil sie sich nicht genügend bemüht hatte.
Als Vorbereitung hatte sie sich ausgiebig über die Geschichte des Wettbewerbs, die Stadt und die Autorin informiert. Bei der Redakteurin hatte sie sich nach ihrem Eindruck von Beatrice Beaujold erkundigt sowie nach Besonderheiten, die sie wissen musste. Noch heute Morgen hatte sie von ihr ein Schreiben bekommen, das nun gemeinsam mit dem Scheck der Brauerei in einem großen Umschlag im Koffer lag.
Josie war vorbereitet, und das gefiel ihr.
Mit frischem Selbstvertrauen ging sie durch die Eingangshalle und hielt nach dem Empfang beziehungsweise nach Beatrice Beaujold Ausschau.
„He, Baby“, sagte ein dunkelhaariger, bärtiger Mann mit Schaum am Mund. Er hob ein Bierglas, wobei er etwas verschüttete. „Ist es hier so heiß oder bist du das?“
Josie ging einfach weiter und fragte sich, warum so unmögliche Typen überall auftauchten.
Was würde Lyle denken, wenn er sie jetzt sähe? Lyle Bancroft war fast fünf Jahre lang mit Josie verlobt gewesen. Am Vorabend der Hochzeit hatte er sie verlassen. Als Grund gab er an, dass Josie zu bürgerlich sei. Sie sei einfach nicht die geeignete Frau für einen Bancroft, da sie nicht aus den passenden Kreisen stammte.
Wäre Lyle jetzt hier in diesem schäbigen Hotel, umgeben von Betrunkenen und dem Geruch von Zwiebeln und Chiligewürz, würde er sich sicher in seiner Meinung über sie bestätigt fühlen.
Nachdem sie ziellos durch die Halle gegangen war, hielt sie eine Frau mit gefärbtem blondem Haar an. „Entschuldigung, können Sie mir sagen, wo die Rezeption ist?“
„Die was?“, wollte die Frau wissen.
Josie zögerte. „Ich suche die Rezeption.“ Sie sprach laut und deutlich wie mit einer Person, die schwer von Begriff ist. „Wissen Sie, den Schlüssel“, erklärte sie und imitierte mit der Hand das Aufschließen einer Tür.
Eine Minute lang starrte die Frau auf Josies Hand. „Den Schlüssel bekommen Sie da hinten beim Eingang.“
„Aha“, erwiderte Josie und fühlte sich kein bisschen schlauer. „Vielen Dank.“ Sie ging in die Richtung, in die die Frau gezeigt hatte, und befand sich bald in einem dunklen Flur. Nach einigen Schritten war sie wieder da angekommen, wo sie losgegangen war.
Sie lächelte die überraschte Frau höflich an und folgte nun einigen Leuten zu einer Tür, die vor wenigen Minuten noch geschlossen war. Jetzt konnte man eine Rezeption erkennen.
In dem Raum waren die Kochbücher von Beatrice Beaujold auf einem Tisch arrangiert. Der Titel des neuesten Werkes Der Weg zum Herzen der Männer: 100 verlockende Rezepte war gut sichtbar.
Nachdem sie die Anordnung einiger Exemplare leicht verändert hatte, ging sie zur Rezeption und stellte sich an das Ende der Schlange. Sie nutzte die Wartezeit, um in ihren Kalender zu schauen.
„Kann ich Ihnen helfen, Miss?“
Josie sah auf und blickte auf eine blasse, zarte Brünette, die an der Rezeption saß. „Ja.“ Josie schloss den Terminkalender und steckte ihn in die Tasche. „Können Sie mir sagen, ob Beatrice Beaujold schon angekommen ist?“
„Das weiß ich nicht“, antwortete das Mädchen unsicher.
Da sie keinen starken Südstaatenakzent hatte, konnte Josie sie problemlos verstehen, aber als sie gar nichts mehr sagte, fragte Josie sich, ob das Mädchen sie nicht verstanden hatte.
„Der Name ist Beaujold, B-E-A-U-J-O-L-D“, buchstabierte sie.
Schweigen.
„Könnten Sie bitte einmal nachsehen?“
„Ja, ja, das kann ich.“
Wieder wartete Josie, während nichts geschah.
„Würden Sie, bitte …“, fragte sie endlich und erkannte, dass es bei diesem Spiel darum ging, die richtigen Worte zu finden.
„Selbstverständlich“, antwortete das Mädchen und blickte auf den Computerbildschirm, der vor ihr stand. „Nein, sie ist noch nicht angekommen.“ Sie nickte bedächtig mit dem Kopf. „Das hatte ich mir schon gedacht.“
„Danke fürs Nachsehen“, antwortete Josie leicht verärgert. Sie stellte ihre Taschen ab und holte die Brieftasche heraus. „Dann sollte ich mich jetzt anmelden.“
Ein ausdrucksloses Starren.
„Ich bin Josephine Ross.“ Sie wies auf den Computer. „Mein Zimmer liegt neben der Suite von Miss Beaujold. Da ich die Räume reserviert habe, kann ich jetzt auch die Anmeldung für uns beide erledigen. Wenn Miss Beaujold kommt, gebe ich ihr den Schlüssel.“ Josie holte die nagelneue Kreditkarte der Firma heraus, legte sie auf den Tisch und trat einen Schritt zurück.
Das Mädchen nahm die Karte, zog sie durch das Lesegerät und bediente die Tastatur des Computers mit einem Finger. Sie benötigte zehn Minuten, bis sie endlich aufschaute und verkündete: „Diese Karte wird nicht angenommen.“
„Was?“
„Sie wurde abgelehnt.“
„Warten Sie eine Minute!“ Josie holte sich die Karte zurück. „Ein Fehler muss vorliegen. Ich rufe die Firma an, und Sie benutzen solange diese.“
Sie kramte in der Handtasche auf der Suche nach ihrer persönlichen Kreditkarte und hoffte, dass ihr Konto ausreichend gedeckt war. Während sie einen Job gesucht hatte, waren ihre Ersparnisse geschrumpft. Gerade rechtzeitig war sie von Page-turner eingestellt worden.
Unbehaglich wartete sie weitere fünf Minuten, bis sie ihre Karte mit dem Unterschriftsbeleg zurückbekam. „Jetzt sind Sie angemeldet. Ich hole die Schlüssel.“
Als sie die großen Messingschlüssel bekam, bedankte Josie sich und steckte die Schlüssel in die Tasche. Dann holte sie die Firmenkreditkarte wieder hervor und klappte ihr Handy auf, weil sie sich nach dem Problem mit der Karte erkundigen wollte.
Leider bekam sie keinen Empfang, sodass sie zuerst im Zimmer herumging und dann draußen ihr Glück versuchte. Auch dort hatte sie keinen Erfolg.
„Hier bekommen Sie keinen Empfang“, verkündete eine freundliche Frau mit leuchtend blauen Augen und roten Wangen.
„Haben Sie es schon versucht?“
Die Frau lächelte und holte ein ähnliches Telefon aus der Handtasche. „Schon zehn Meilen vor der Stadt hat es nicht funktioniert.“
Nun steckte Josie das Telefon weg. „Wahrscheinlich komme ich auch einige Tage ohne das Gerät aus.“ Die schweren Taschen stellte sie auf den Boden und streckte die Hand aus. „Josie Ross.“
Die Frau ergriff die Hand und lächelte. „Dolores Singer, aber Sie können mich Buffy nennen.“
„An ihrem Akzent merke ich, dass Sie nicht von hier sind.“
„Nein, ich komme aus Cleveland. Und Sie?“
„Manhattan. Man glaubt, auf einem anderen Planeten zu sein.“
„Verstehe, was Sie meinen“, stimmte Buffy zu. „Es gefällt mir hier, weil alles viel entspannter und ruhiger abläuft.“
Josie war der Meinung, dass eine erzwungene Entspannung alles andere als entspannend war, aber sie behielt diese Ansicht für sich. „Sind Sie wegen des Chili-Wettbewerbes hier und vertreten Ohio?“
Buffy schüttelte den Kopf. „Nein, eigentlich bin ich gekommen, um Beatrice Beaujold kennenzulernen. Sie hat dieses wunderbare Kochbuch geschrieben, für das ich ihr sehr dankbar bin.“
„Tatsächlich? Warum?“
„Ihretwegen werde ich bald heiraten.“
„Ehrlich?“, fragte Josie, die immer ein offenes Ohr für Romanzen hatte, solange ihr Herz nicht gebrochen wurde.
„Wegen der Rezepte?“
„Ich glaube schon“, erwiderte Buffy und errötete. „Bei einem Picknick fiel mein Freund vor mir auf die Knie, nachdem er zwei Löffel von dem Pudding probiert hatte. Da ich niemals mit dieser Reaktion gerechnet hatte, führe ich sie auf das Rezept zurück.“
Josie war sehr skeptisch, aber sie wusste, dass sie diese Ansicht unterstützen und nicht ablehnen sollte. Statt zu lügen, schwieg sie lieber.
„Diese Geschichte klingt verrückt, aber es sind schon andere Dinge geschehen.“
Nun lächelte Josie. „Gratuliere. Hoffentlich bleiben Sie lange glücklich.“ Sie schaute auf die Uhr. „Es war nett, mit Ihnen zu reden, aber ich muss in meinem Zimmer telefonieren.“
„Die Zimmer hier haben kein Telefon.“
„Wie bitte?“
„Kein Telefon auf dem Zimmer.“
Einen Moment schloss Josie die Augen und atmete tief ein. „Wahrscheinlich gibt es auch kein Fax.“
„Genau.“ Buffy lächelte verständnisvoll. „Man verliert vielleicht etwas Zeit, aber es passt zu der friedlichen Atmosphäre hier.“
Josie seufzte.
„Neben der Eingangstür steht ein öffentlicher Fernsprecher. Probieren Sie den doch mal“, schlug Buffy vor.
Josie bedankte sich und trug ihr Gepäck zum Telefon. Es schien hundert Jahre alt zu sein, und noch bevor sie ein Amt wählen konnte, knisterte...




