E-Book, Deutsch, 188 Seiten
Leigh Blue Boy: Bold
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96089-357-8
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 188 Seiten
ISBN: 978-3-96089-357-8
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Tänzer Kai ist der 'Süße' in den Blue Boy Studios. Attraktiv und zierlich ist er der perfekte Bottom-Typ - doch oft ist das Offensichtliche nicht die ganze Wahrheit. Und hinter den goldenen Locken und dem süßen Auftreten lauert etwas ... Ist Kai nur gelangweilt? Oder braucht er etwas völlig anderes? Der neue Chef der Blue Boy Studios, Jude, sucht nach der neuen Herausforderung für Kai. Und er findet sie in einem Neuling im Business: Matthew - einem Tanzkollegen von Kai. Zunächst ist Kai nicht beeindruckt - doch das ändert sich rasch. 1. Band: Bullet 2. Band: Bones 3. Band: Bold
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Kapitel 3
Kai kam wenig später aus Judes Büro und machte sich auf den Weg nach unten, um Cam zu finden. Die Idee, in irgendeiner Form wieder zur Schule zu gehen, war etwas beängstigend, und er hatte andere Dinge im Kopf. Aber Jude hatte recht mit den Pornos. Etwas fehlte, und wenn ihm jemand helfen konnte, das Was herauszufinden, dann Cam.
Dieser begrüßte ihn mit einer Umarmung.
Kai kuschelte sich an ihn und küsste ihn auf die Wange. »Wo bist du gewesen? Ich hab dich schon ewig nicht mehr gesehen.«
»Ach, du weißt schon.« Er wuschelte ihm durchs Haar. »Ich war hier und da.«
Kai löste sich widerwillig von ihm und richtete das Chaos auf seinem Kopf. Er starrte Cam an und überlegte, wie er sich dafür rächen könnte. Cam hatte tolle Haare, sie waren rotbraun und wild. Und er roch so gut wie das Meer. »Bist du jetzt für immer zurück? Wir haben dich vermisst.«
»Aw, du bist süß.« Cam nahm in einem Sessel auf einem der Sets Platz und bedeutete Kai, dasselbe zu tun. Sein Handy gab einen Ton von sich. Er las die Nachricht und grinste. »Jude sagt, du hast etwas auf dem Herzen. Was ist los?«
Kai blickte finster drein. »Keine Ahnung. Jude glaubt, ich langweile mich.«
»Tust du das?«
»Vielleicht.« Er gab ihm die gleiche Antwort, die er Jude gegeben hatte. »Ich weiß aber nicht, was ich dagegen tun soll. Es ist ja nicht so, als wollte ich aufhören.«
»Okay.« Cam sah nachdenklich aus. Für einen Moment erinnerte er Kai an Jude. »Lass uns über deine Szenen sprechen. Sie sind alle ziemlich ähnlich, nicht wahr? Von einem großen Top gefickt werden.«
Er zuckte mit den Schultern. »Ich schätze, schon, aber das ist, was ich mag. Ich habe letzten Monat ein paar Rimmingszenen mit Sonny gemacht. Die haben mir auch gefallen, aber …« Er verstummte. Aber was? Er kannte die Antwort selbst nicht.
»Ich habe die Szene mit Jack gesehen«, sagte Cam. »Was sollte das mit dem Beißen? Du hast mich nie gebeten, das zu tun.«
»Das brauchte ich auch nicht. Was wir gemacht haben, war genug.« Vielleicht war es das. Vielleicht war der Schwanz eines Mannes in seinem Arsch einfach nicht mehr genug.
Cam schien geneigt zu sein, zuzustimmen. »Ich verstehe die Sache mit den Schmerzen und ich mag diesen Scheiß, wenn ich wegen etwas sauer bin. Gibt es irgendetwas, worüber du reden willst?«
»Nein.«
»Sicher?«
»Ich hab Jude bereits gesagt, dass es mir gut geht. Ich bin nur gelangweilt, das ist alles.«
»Das passt.« Cam lehnte sich in seinem Sessel zurück. »Wenn du nicht auf Subbing stehst, bist du vielleicht frustriert. Wenn man die gleiche Rolle immer und immer wieder spielt, ist man irgendwann erschöpft, und das kann einen fertigmachen. Vielleicht bist du bereit, über den Tellerrand zu schauen, und etwas anderes zu machen als das, wozu Jon dich gedrängt hat.«
»Wie zum Teufel soll ich das machen?«
»Hast du mal darüber nachgedacht, der Top zu sein?«
Kai warf ihm einen scharfen Blick zu. Das hatte er nicht. Niemals. »Top? Für wen sollte ich denn der Top sein?«
»Für wen wärst du denn gerne der Top?«
»Für dich.« Kai wollte einfach mal sein Glück versuchen. »Wir könnten zusammen über den Tellerrand schauen.«
Er grinste. »Da müsstest du zuerst an Sasha vorbei. Mein Arsch gehört ihm.«
Cam ist ein Bottom?
Kai blinzelte, aber Cam schien nicht zu bemerken, was er da gerade verraten hatte. »Ähm, und wer käme sonst infrage? Zeb oder jemand anderes?«
»Vielleicht.« E blickte über das Set hinweg auf die Fotos an der Ruhmeswand von Blue Boy. »Ich kann es mir aber nicht vorstellen. Ich frage Jude. Er könnte ein paar Ideen haben.«
Kai blickte finster drein. »Ich habe Jude gefragt. Er sagte, ich müsse es allein herausfinden.«
»Nicht ganz allein, sonst hätte er dich nicht zu mir geschickt. Ich denke, er will vielmehr, dass du kreativen Einfluss auf deine Arbeit nimmst.«
Kai sagte nichts. Kreativität war ein Wort, das er oft im Studio gehört hatte, aber er hatte noch nie echte Beweise dafür gesehen. Pornos waren Pornos. Flachgelegt werden, bezahlt werden.
»Das mit dem Beißen ist allerdings irgendwie heiß. Warte kurz. Lass mich mal jemanden holen.« Cam stand auf und ging zum Rand ihrer ruhigen Ecke. »Hey, Matthew! Komm mal bitte her.«
Matthew, ein Tänzer aus dem Silver, der zum Model geworden war, erschien in Kais Sichtfeld. Cam zeigte auf eine nahegelegene Couch. »Setz dich. Wir reden gerade darüber, ein paar neue Dinge auszuprobieren. Kai denkt darüber nach, ein Top zu sein. Du hast noch keine ganze Szene gedreht, oder? Was denkst du? Könnte interessant sein.«
»Ähm …« Matthew runzelte die Stirn und sah Kai an. »Würde das nicht seltsam aussehen? Er ist irgendwie klein.«
Kai sträubte sich. »Ich bin schlank, Arschloch. Und mein Schwanz ist alles andere als klein.«
»Das ist wahr«, bestätigte Cam. »Ich habe schon mit Kai gedreht. Er ist verdammt heiß.«
Kai errötete, als er das indirekte Kompliment verstand. Trotz einiger seltsamer Momente in ihrer letzten gemeinsamen Szene, war Cam in den Top Drei seiner Ficks. Cam stellte Matthew ein paar weitere Fragen, aber Kai blendete sie aus und betrachtete seine körperlichen Eigenschaften.
Verdammt klein. Er wiegt vielleicht zwei Kilo mehr als ich.
Abgesehen von der Größe, sah Matthew jedoch ziemlich gut aus. Er hatte keine der üblichen Dinge, die er mochte, aber sein schwarzes Haar und seine tätowierte blasse Haut waren eine tolle Kombination. Er hatte sich einen silbernen Ring in die linke Seite seiner Unterlippe stechen lassen, seit Kai ihn das letzte Mal gesehen hatte.
Ich könnte daran saugen.
»Was ist das hier? Eine Art Pornostartreffen?« Sonny Valentine rutschte über die Rückenlehne von Cams Sessel und landete auf seinem Schoß. »Im Ernst. Ihr bräuchtet nur noch ein Tipi und ein Lagerfeuer. Was ist los?«
Kai grinste und stieß mit seiner Faust gegen Sonnys. Er dachte, Cam würde die Frage beantworten, aber das tat er nicht. Stattdessen nahm er Sonnys Kinn und starrte ihn an. Sonny starrte zurück, als würden sie sich gegenseitig auf Schnitte und Prellungen untersuchen, die Kai nicht sehen konnte.
Matthew bekam davon nichts mit und brach das Schweigen. »Cam will, dass Kai mein Top wird.«
Das erregte Sonnys Aufmerksamkeit. »Das klingt cool. Du warst doch schon mal der Bottom, oder? Es ist nicht dein erstes Mal?«
»Scheiße, nein.«
Matthew sah beleidigt aus, aber Sonny ignorierte seinen Blick und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Kai zu. »Was ist mit dir? Du warst noch nie der Top. Bist du dir sicher, dass du deine Jungfräulichkeit vor der Kamera verlieren willst?«
Kai spürte, wie seine Wangen zum elften Mal heiß wurden. »Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht. Es war seine Idee.« Kai zeigte auf Cam, der von etwas auf seinem Handy abgelenkt schien.
»Es ist ein Vorschlag«, sagte Cam, ohne aufzublicken, »kein Befehl. Jude wird es vielleicht sowieso nicht durchwinken. Ich finde nur, du könntest darüber nachdenken.«
Kai trat Sonny gegen den Fuß. »Vor ein paar Monaten hat Jon dich gebeten, mein Top zu werden. Warum hast du nein gesagt?«
»Du hast so lange gebraucht, um das zu fragen?« Sonny hob eine Augenbraue.
Kai zuckte mit den Schultern. Jon hatte ihm die Idee vermittelt, als wäre sie ein abgemachter Deal. Es war Kai nie in den Sinn gekommen, dass Sonny sich weigern könnte. Und er würde lügen, wenn er sagen würde, dass die Ablehnung nicht wehgetan hätte. Sonny schien zu allem bereit zu sein. Warum er dann nicht?
Sonny küsste Cam auf die Wange und sprang über die Armlehne des Sessels. Er landete auf den Füßen wie eine Katze. Kai hielt sich für anmutig, aber er war nichts im Vergleich zu ihm. »Ich wollte diese Seite von mir nicht ins Studio bringen. Ich war in den letzten drei Jahren nur für einen Kerl der Top, und der bedeutet mir alles. Es ist etwas Persönliches, weißt du? Man muss auch etwas bewahren, sonst hat man nichts für sich zu Hause.«
Cam blickte von seinem Handy auf. »Wen hast du …? Egal.« Er unterbrach sich. Sein Hirn schien schneller zu sein als seine Zunge. Er öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder. »Das hast du mir nie gesagt.«
Sonny zuckte mit den Schultern. Kai hatte das Gefühl, dass ihm etwas Offensichtliches entging. Und dann machte es Klick. Levi. Verdammt. Sonny hatte Levi gefickt?
Mann, dieser Tag wird immer seltsamer.
Kai fühlte, wie Hitze in seine Leiste stieg. Er hatte nie viel darüber nachgedacht, aber er stand total auf Levi, solange er sich erinnern konnte. Für ihn würde er sofort den Top spielen.
Cam sagte etwas. Kai hatte es überhört, so gefangen, wie er in seinen lüsternen Fantasien war, aber was auch immer es gewesen war, es verdunkelte Sonnys Blick. Er zeigte Cam den Mittelfinger. »Ruf du ihn doch an.« Er verließ das Set und verschwand in den Tiefen des Studios.
Cam sah aus, als wollte er ihm folgen, aber er stand nicht auf. Stattdessen seufzte er und fuhr sich über sein Gesicht. »Er wird noch mein Tod sein.« Er hielt einen Moment die Luft an.
Kai ging zu ihm und setzte sich auf die Armlehne. Sonny war in letzter Zeit seltsam und Kai mochte Cam sehr. Er wollte nicht, dass er sich schlecht fühlte. Er legte seinen Kopf auf seine Schulter.
Cam lächelte, aber es wirkte, als müsste er sich dafür sehr anstrengen.
Matthew beobachtete all das mit...




