E-Book, Deutsch, Band 1764, 144 Seiten
Reihe: Bianca
Leigh Süße Sehnsucht erfüllt mein Herz
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86349-445-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1764, 144 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-86349-445-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erschrocken horcht Bethany auf die Stimme des Mannes hinter der Tür - und atmet erleichtert auf. Nicht ihr Exverlobter, vor dem sie sich versteckt, hat sie mitten im eisigen Schneesturm in dieser Einsamkeit aufgespürt, sondern der sympathische Feuerwehrmann Darr Fortune. Der Mann, der sie damals auf seinen starken Armen aus dem flammenden Inferno rettete. Als er ihr auch jetzt seine Hilfe anbietet, verspürt Bethany plötzlich keine Angst mehr, und eine süße Sehnsucht erwacht in ihrem Herzen. Ob Darr ihr und ihrem ungeborenen Kind endlich das wahre Glück bringen kann?
Allison Leigh war schon immer eine begeisterte Leserin und wollte bereits als kleines Mädchen Autorin werden. Sie verfasste ein Halloween-Stück, das ihre Abschlussklasse aufführte. Seitdem hat sich zwar ihr Geschmack etwas verändert, aber die Leidenschaft zum Schreiben verlor sie nie. Als ihr erster Roman von Silhouette Books veröffentlicht wurde, wurde für Allison ein Lebenstraum wahr; sie konnte es kaum glauben, als in ihrer Heimatstadt die Buchläden voll waren mit ihrem Werk! Beim angesehenen RITA© Award wurde sie Finalistin, erhielt Auszeichnungen wie die Goldene Feder und erscheint regelmäßig auf Bestsellerlisten. In Südkalifornien geboren, lebte Allison in vielen verschiedenen Städten und unterschiedlichen Staaten der USA. Sie arbeitete als Kosmetikerin, Programmiererin, Pfarramtssekretärin und Datenbank-Administratorin. Letztendlich ließ sie sich mit ihrer Familie in Arizona nieder. Ihrer Familie, die sie immer unterstützt, verdankt sie viele romantische und liebevolle Gedanken und Inspiration für ihre Romane. Sie können Allison Leigh eine E-Mail schreiben: allison@allisonleigh.com
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Zwei Wochen später
„Du weißt, dass du verrückt bist? Geradezu besessen. Sieh doch endlich den Tatsachen ins Gesicht. Die Frau ist verschwunden. Wahrscheinlich war sie nur auf der Durchreise in Red Rock.“
Darr Fortune musterte seinen Bruder Nick, der ihm am Tisch in SusieMae’s Diner gegenübersaß. „Danke für deine Unterstützung.“
Nick grinste. „Deshalb wolltest du wohl, dass ich zurückkomme, was? Um das Selbstbewusstsein meines kleinen Bruders zu stärken.“
„Genau“, stimmte Darr trocken zu. Er war zwar tatsächlich der jüngste von fünf Brüdern, und zwischen ihm und dem ältesten Bruder lagen ganze zehn Jahre. An Selbstbewusstsein jedoch hatte es ihm nie gemangelt. Eine Eigenschaft, die er mit seinen Brüdern gemeinsam hatte. „Die Stiftung war nur ein Vorwand.“
„Um die soll ich mich wohl bloß kümmern, damit du keine Gewissensbisse kriegst und weiter zündeln kannst, um Frauen aus dem Feuer zu retten.“ Nick spielte mit dem rosafarbenen Zettel, der zwischen ihren leer gegessenen Tellern lag. Es herrschte viel Betrieb in SusieMae’s – was nicht zuletzt daran lag, dass die hübschen Kellnerinnen unverschämt kurze karierte Röcke trugen. „Wie die Blondine, der du hinterherjagst, seit das Red in Flammen aufgegangen ist.“
„Ich jage ihr nicht hinterher.“ Darrs Dementi klang ganz und gar nicht überzeugend.
Das fand sein Bruder offenbar auch, denn er schnaubte verächtlich.
„Ich möchte nur wissen, ob es ihr wieder gut geht. Schließlich habe ich sie aus einem brennenden Haus geholt.“ Nick hatte ja keine Ahnung, wie gefährlich das war.
„Das ist jetzt zwei Wochen her, Darr. Niemand bestreitet, dass du ein Held bist. Obwohl ich immer noch nicht kapiere, warum du mitten in die Flammen rennen musstest, wenn alle anderen Leute, die auch nur einen Funken Verstand haben, hinauszulaufen versuchen.“ Er setzte seine Brille auf und griff nach dem Zettel. „Was für eine Klaue! Ich kann die Sieben nicht von der Eins unterscheiden. Soll die letzte Ziffer eine Acht sein?“
„Devaney hat das geschrieben.“ Darr nahm seinem Bruder den Zettel aus den Fingern und starrte selbst darauf. Seit er ihn am Schwarzen Brett in der Feuerwache entdeckt hatte, grübelte er darüber nach. „Alles, was ich entziffern kann, ist der Straßenname – ich glaube, es heißt Windrose. Devaney weiß nicht mehr, von wem der Anruf kam.“
Vom Krankenhaus gewiss nicht; dort durften keine Adressen herausgegeben werden. Eher war es einer der Taxifahrer, die Darr bestochen hatte. Glücklicherweise hatte er den Chauffeur ausfindig machen können, der Barbara Burton vom Krankenhaus nach Hause gebracht hatte.
„Ich sag’s ja. Besessen. Meinst du, das sind gute Voraussetzungen, um Captain zu werden?“
Darr schwieg, und Nick winkte der Kellnerin hinter der Theke mit seinem Kaffeebecher zu. „Hallo, Miss. Haben Sie noch etwas Heißes für mich?“
Lorena schlenderte zu ihrem Tisch, beugte sich vor und gewährte den beiden einen ausgiebigen Blick in ihren Ausschnitt, als sie Nicks Becher füllte. „Ist es recht so, mein Lieber?“
„Klar.“ Nick prostete ihr mit seinem Becher zu.
„Für dich auch noch einen, Darr?“ Lorena schaute ihn kaum an. Warum auch? Darr war Stammgast in SusieMae’s, seit er vor einigen Jahren von Kalifornien nach Red Rock gezogen war. Schon bald hatte sie herausgefunden, dass er für sie uninteressant war, denn sie wollte Kinder und eine Familie, während Darr sich nicht binden mochte.
Nick dagegen war neu in der Gegend.
„Nein danke, Lorena.“
„Ich habe gehört, dass Sie für die Fortune Foundation arbeiten“, sagte Lorena zu Nick. „Sie kümmern sich um die Finanzen, stimmt’s? Red Rock ist nach Los Angeles bestimmt ziemlich öde.“
„Darr hat sich doch auch daran gewöhnt.“ Nick betrachtete sie amüsiert. „Und ich war schon immer besser als mein kleiner Bruder – in jeder Beziehung.“
Lorena warf Darr einen Blick zu. „Echt?“ Erneut musterte sie Nick mit einem abschätzenden Blick. „Vielleicht probiere ich es eines Tages mal aus.“
„Bestellung, Lorena!“, rief SusieMae aus der Küche. Sie war die Einzige im Laden, die kein knappes Kleid trug.
Lässig richtete Lorena sich auf. „Bis später, Sweetheart.“ Sie ging zur Durchreiche und holte das Essen ab.
„Vielleicht ist Red Rock doch amüsanter, als ich dachte“, sinnierte Nick.
„Oh, Lorena ist ziemlich amüsant.“ Darr zog seine Brieftasche heraus. „Aber sie will nicht nur ihr Vergnügen haben, sondern einen Mann und Kinder.“
„Warum will sich eine so attraktive Frau denn den Spaß verderben?“ Kopfschüttelnd zog Nick ein Bündel Dollarscheine aus der Tasche. „Das geht auf mich.“
Darr hatte immer Wert auf seine Unabhängigkeit gelegt – egal, wie wohlhabend die restlichen Fortunes sein mochten. Deshalb warf er nun selbst einige Scheine auf den Tisch und legte ein üppiges Trinkgeld für Lorena hin. „Ich bin nicht pleite.“ Hier verdiente er zwar weniger als in Kalifornien. Aber die Gründe für seine Rückkehr hatten weniger mit Geld als vielmehr mit seinem gesunden Menschenverstand zu tun.
Um den ist es wohl geschehen, dachte Nick in Anbetracht von Darrs Suche nach der blonden Frau, die er aus dem Red gerettet hatte.
Vielleicht hat er recht.
Möglicherweise beruhigte es sein Gewissen, wenn er sich davon überzeugte, dass es Barbara Burton gut ging – nach allem, was er mit Celia in Kalifornien erlebt hatte.
„Meine Güte“, sagte Nick, „das hat doch keiner behauptet. Die meisten Menschen würden sich über eine Einladung zum Essen freuen.“ Nach einer Weile setzte er hinzu: „Vielleicht solltest du die Blondine tatsächlich ausfindig machen. Eine Affäre bringt dich auf andere Gedanken.“
„Ich will keine Affäre.“ Darr wollte nur wieder ruhig schlafen können. Er steckte den Zettel in seine Tasche, griff nach der Lederjacke, die auf dem Stuhl neben ihm lag, und ging zum Ausgang. „Und auch kein kostenloses Essen.“
Nick folgte ihm, noch während er seinen Mantel anzog. „Ist das kalt! Ich dachte, um diese Jahreszeit sei es hier wie in Los Angeles. Wenn ich hätte frieren wollen, hätte ich auch den Job in Chicago annehmen können, den man mir im vergangenen Jahr angeboten hat. Hast du heute Morgen den Wetterbericht gesehen? Sie haben gesagt, wenn der Sturm sich dreht, könnte es hier sogar schneien.“
„Verlass dich lieber nicht darauf. Seit mehr als zwanzig Jahren hat es hier nicht mehr geschneit.“ Immerhin kräuselten sich weiße Atemwolken vor ihrem Mund, was ungewöhnlich war, und der Himmel sah bleigrau aus. „Wie läuft es denn so in der Stiftung?“
Achselzuckend schob Nick die Hände in die Taschen. „Ganz gut. Es ist natürlich eine Umstellung, für ein Wohltätigkeitsunternehmen zu arbeiten. Red Rock ist auch übrigens nicht mehr das, was es mal war. Es ist viel größer geworden.“ Vor ihren Wagen – Nicks schnittigem Porsche und Darrs nichts mehr ganz so neuem schwarzen Pick-up –, die schräg vor dem Restaurant geparkt waren, blieben sie stehen. „Wie lange willst du noch dieser Frau hinterherjagen?“
Bis ich sie gefunden habe. Darr öffnete die Tür seines Kleinlasters. „Ich jage nicht hinter ihr her.“
„Gut so. Such dir lieber eine andere. Das ist leichter, als eine zu finden, die wie vom Erdboden verschwunden ist.“
„Ich will …“
„Lass gut sein.“ Nick machte eine abwehrende Handbewegung und öffnete die Autotür. „Hast du eine Ahnung, warum Onkel Patrick uns auf der Double-Crown-Ranch treffen will? Bei ihm zu Hause wäre es viel praktischer als bei Lily.“ Lily war die Witwe von Ryan Fortune, dem Cousin ihres Vaters. Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie sich mit Feuereifer in die Wohltätigkeitsarbeit gestürzt.
„Es hat wahrscheinlich mit dem Picknick zu tun, das Lily Ende des Monats veranstaltet. Du kennst sie ja – sie will nichts dem Zufall überlassen. Und damit auch wirklich alles klappt, hat sie Patrick so lange bekniet, bis er den Familienrat einberufen hat. Du weißt ja, dass er ihr nichts abschlagen kann. Hoffentlich lässt er sich von ihr nicht wieder zu einer Pokerparty überreden. Er spielt sich noch um Kopf und Kragen.“
Lily war eine begeisterte Pokerspielerin. Und sie war sehr gut. „Hast du freibekommen?“, wollte Nick wissen.
„Ich habe mit einem Kollegen getauscht.“
„Dad und die anderen nehmen am Flughafen einen Wagen. Ich könnte dich abholen.“
Darr schüttelte den Kopf. „Vielen Dank, aber das ist nicht nötig. Ich habe noch etwas zu erledigen. Wir sehen uns bei Lily.“
„Was hast du denn zu tun? Geht es um deine Blondine?“ Nick schien noch mehr sagen zu wollen, aber er hielt sich zurück und stieg in seinen Wagen. „Bis später.“
Darr winkte ihm kurz zu und setzte sich hinters Steuer. Dann zog er den Zettel wieder hervor und versuchte erneut, die Adresse zu entziffern, die Devaney hingekritzelt hatte.
Nick hatte recht, dass er seinen jüngeren Bruder für...




