E-Book, Deutsch, Band 86, 448 Seiten
Reihe: Bianca Extra
Leigh / Thompson / Douglass Bianca Extra Band 86
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4812-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 86, 448 Seiten
Reihe: Bianca Extra
ISBN: 978-3-7337-4812-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
IM BRAUTKLEID ZURÜCK ZU DIR ... von KATHY DOUGLASS
Rick Tyler wird ihr neuer Nachbar? Charlotte ist entsetzt. Natürlich wird sie den Arzt wie Luft behandeln - schließlich hat er sie einst im Brautkleid stehen lassen! Doch als sein süßer Sohn sie ebenso umschwärmt wie Rick, schmilzt ihre kühle Fassade. Aber kann sie ihm verzeihen?
SCHICKSALSBOTE AUF SÜSSEN PFOTEN von MELISSA SENATE
Als Matt in einem Tierheim zufällig seiner Jugendliebe Claire begegnet, prickelt es zwischen ihnen so heiß wie damals ... Schon bald ist er nicht nur in den kleinen Spaniel verliebt, den sie ihm aussucht, sondern auch in Claire - obwohl er eine Frau wie sie gar nicht verdient hat ...
EIN KUSS, SO WILD UND FREI von NANCY ROBARDS THOMPSON
Wilde Küsse und Sonnenuntergänge am fernen Horizont. In den Armen von Rancher Ethan vergisst Lady Chelsea den Alptraum, der hinter ihr liegt! Bei ihm fühlt sie sich geborgen und so aufrichtig begehrt wie nie zuvor. Doch wird Ethan sie noch lieben, wenn er ihr Geheimnis kennt?
LIEBESTRÄUME, BABY-PLÄNE von ALLISON LEIGH
Mr. Perfect finden? Daran glaubt Courtney schon lange nicht mehr. Ihr Plan? Ein Baby bekommen, auch ohne Mann! Aber als die Krankenschwester ihren Ex-Lover Mason nach einem Einsatz gesund pflegt, kehren alte Träume zurück - die sie dem Undercover-Agenten natürlich verschweigt ...
Allison Leigh war schon immer eine begeisterte Leserin und wollte bereits als kleines Mädchen Autorin werden. Sie verfasste ein Halloween-Stück, das ihre Abschlussklasse aufführte. Seitdem hat sich zwar ihr Geschmack etwas verändert, aber die Leidenschaft zum Schreiben verlor sie nie. Als ihr erster Roman von Silhouette Books veröffentlicht wurde, wurde für Allison ein Lebenstraum wahr; sie konnte es kaum glauben, als in ihrer Heimatstadt die Buchläden voll waren mit ihrem Werk! Beim angesehenen RITA© Award wurde sie Finalistin, erhielt Auszeichnungen wie die Goldene Feder und erscheint regelmäßig auf Bestsellerlisten. In Südkalifornien geboren, lebte Allison in vielen verschiedenen Städten und unterschiedlichen Staaten der USA. Sie arbeitete als Kosmetikerin, Programmiererin, Pfarramtssekretärin und Datenbank-Administratorin. Letztendlich ließ sie sich mit ihrer Familie in Arizona nieder. Ihrer Familie, die sie immer unterstützt, verdankt sie viele romantische und liebevolle Gedanken und Inspiration für ihre Romane. Sie können Allison Leigh eine E-Mail schreiben: allison@allisonleigh.com
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Als Charlotte Shields am Pausenraum der Sekretärinnen vorbeikam, drang ein vielstimmig gesungenes Happy Birthday auf den Flur. Sie blieb stehen.
„Mach mein Geschenk als Erstes auf!“, rief eine Stimme.
„Warte doch noch bis nach dem Kuchen“, sagte jemand, und mehrere Frauen lachten fröhlich.
Charlotte hätte sich gern dazugesellt, aber sie wusste, dass sie nicht willkommen gewesen wäre – nicht mehr. Als sie hier anfing, hatten mehrere Kolleginnen sie eingeladen, mit ihnen auszugehen. Sie hätte zwar gern zugesagt, aber dennoch abgelehnt. Gleich an ihrem ersten Tag hatte ihr Vater sie nämlich in sein Büro bestellt und ihr eine Liste mit extra für sie aufgestellten Regeln überreicht. Ganz oben stand, dass sie keinen privaten Umgang mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pflegen durfte. Seiner Erfahrung nach wäre es nämlich zu kompliziert, einen befreundeten Menschen abzumahnen oder gar zu entlassen. Sie hatte sich anstandslos gefügt.
Nach einer Weile erhielt sie keine Einladungen mehr. Die anderen Frauen empfanden sie als eingebildet und ablehnend, und vom Verhalten her wurde sie ihrem Ruf nur zu gerecht. Inzwischen bereute sie es sehr, damals alles getan zu haben, um ihrem Vater zu gefallen.
Charlotte ging weiter und blieb am Schreibtisch ihrer eigenen Sekretärin stehen. „Hat jemand angerufen, während ich weg war?“
„Ja, Mrs. Shields.“ Anita reichte ihr einen Stapel Zettel. „Ihr Vater hat für heute Nachmittag um drei Uhr eine Besprechung angesetzt.“
„Danke.“
Obwohl Anita mit dreiunddreißig nur ein Jahr jünger als sie war, sprach sie Charlotte nie mit dem Vornamen an. Bisher hatte es Charlotte nie gestört, aber heute schmerzte sie diese distanzierte Haltung.
Sie öffnete den Mund, um Anita nach deren Schwangerschaft zu fragen, fand aber nicht die richtigen Worte.
„Ist noch etwas, Mrs. Shields?“
„Nein.“
Charlotte blätterte die Informationen durch. Nichts Dringendes. Sie dachte an die Besprechung, die ihr Vater für den Nachmittag vereinbart hatte. Dass er so plötzlich eine Konferenz einberief, beunruhigte sie. Aber es wäre sinnlos, ihn nach der Tagesordnung zu fragen, denn er würde sie ihr nicht verraten. Sie war zwar seine Tochter, aber er behandelte sie nicht besser als alle anderen. Im Gegenteil, zu ihr war er strenger.
Trotz ihrer Masterabschlüsse in Betriebswirtschaft und Marketing hatte sie ganz unten anfangen und sich ihre jetzige Position als Leiterin der Marketingabteilung hart erarbeiten müssen.
Pünktlich um fünf Minuten vor drei betrat sie den Konferenzraum. Mehrere Manager unterhielten sich leise. Nervös starrte sie auf die gerahmten Zeitungsartikel an den Wänden, die den Weg von Shields Manufacturing zu einem der führenden Möbelhersteller der Welt nachzeichneten.
Fünf Minuten später kam ihr Vater herein, gefolgt von einem Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hatte.
„Nehmen Sie Platz“, sagte Charles Shields. Sein Begleiter setzte sich rechts von ihrem Vater – auf ihren Stuhl. Charlotte nahm auf dem Stuhl daneben Platz.
Eine Sekunde lang wirkte ihr Vater nachdenklich, was äußerst ungewöhnlich war.
Ging es ihm nicht gut? Nach dem Tod ihrer Mutter Rachel vor zwei Jahren hatte er Gewicht verloren, aber sie hatte es auf Appetitmangel in der Trauerzeit zurückgeführt. Sie musterte ihn – er sah aus wie immer.
„Bestimmt fragen Sie sich, warum ich diese Sitzung anberaumt habe.“ Charles lächelte, und er lächelte sonst nie. Charlottes Herz schlug schneller.
„Wir haben einen langen Weg hinter uns. Ich möchte sicherstellen, dass wir auch in Zukunft so erfolgreich sind wie bisher. Deshalb lege ich die Leitung des Unternehmens nieder, um Platz für jemand anderen zu machen.“
Alle redeten durcheinander, nur Charlotte nicht. Ihr Herz klopfte heftig. Endlich belohnte ihr Vater sie mit der Position, die sie verdiente – die harte Arbeit, die langen Tage und einsamen Nächte hatten sich ausgezahlt.
Charles räusperte sich, und im Raum wurde es still. „Dies ist Gabriel Jenkins, mein Nachfolger.“
Ihr Vater sprach weiter, aber Charlotte hörte nicht mehr hin. Das konnte er ihr nicht antun. Sie hatte so viel für ihn geopfert, für die Firma. Und er übergab die Leitung einem Fremden!? Jemandem, der keine Träne und keinen Blutstropfen vergossen hatte, um Shields Manufacturing zu dem erfolgreichen Unternehmen zu machen, das es jetzt war. Ihr Vater hatte sie verraten.
Sie wehrte sich gegen das Gefühl der Übelkeit und das schwarze Loch, das sie zu verschlucken drohte. Ihr Vater sah sie nicht einmal an, sondern widmete seine ganze Aufmerksamkeit dem neuen Chef, der jetzt mit seinem Studium in Harvard prahlte.
Charlotte warf einen Blick in die Runde. Die meisten Spitzenmanager wirkten betroffen oder wenigstens peinlich berührt.
Zornig stand sie auf und schob den Stuhl so heftig zurück, dass er gegen die Wand knallte. Alle starrten sie an, und der neue Firmenchef verstummte. Ihr Vater zog eine Augenbraue hoch. Früher hätte sie den Blick gesenkt und sich wieder hingesetzt, aber nicht heute. Sie hatte ab sofort nichts mehr zu verlieren.
„Charlotte.“ Ihr Vater klang kalt.
„Ich kündige.“ Sie schaute auf ihre Uhr. „Um drei Minuten nach drei und mit sofortiger Wirkung.“
Ihr Vater verzog keine Miene. Sein Nachfolger öffnete den Mund, als wollte er etwas sagen, aber sie drängte sich an ihm vorbei und eilte in ihr Büro. Dort bewahrte sie nur wenige persönliche Dinge auf, nur eine Wolldecke für ihre Füße an kalten Tagen und einen alten Schnappschuss von sich mit ihrer Mutter und den Schwestern Charmaine und Carmen. Sie steckte das Foto in die Handtasche, schnappte sich die Decke und schaltete das Licht aus.
„Mr. Adams von der First Bank of America wartet in Leitung vier“, sagte Anita.
„Der ist nicht mehr mein Problem!“, erwiderte Charlotte und ging an der Frau vorbei, die vielleicht eine echte Freundin geworden wäre, wenn sie nicht jeden Annäherungsversuch abgeblockt hätte – noch ein Fehler, den sie begangen hatte, um ihrem Vater zu gefallen. Sie ging zum Fahrstuhl und drückte ungeduldig auf den Knopf.
Endlich glitt die Tür auf. Blinzelnd wehrte sie sich gegen die Tränen. Sie kniff die Augen zusammen und atmete tief durch.
Sie warf ihre Sachen auf den Beifahrersitz und raste aus der Tiefgarage.
Als sie wenig später auf ihrem Sofa saß, hatte sich ihre Empörung gelegt, und ihr wurde bewusst, was sie gerade getan hatte.
Sie hatte ihren Job hingeschmissen.
Um Geld machte sie sich keine Sorgen. Sie hatte klug investiert und lebte nicht über ihre Verhältnisse, aber sie hatte die Verbindung zu ihrem Vater gekappt und damit zum letzten Familienmitglied, zu dem sie überhaupt noch eine Beziehung gehabt hatte.
Sie wehrte sich gegen die Übelkeit. Sie hatte Schlimmeres überlebt und war dadurch stärker geworden. Sie würde also auch diese Situation meistern.
„Fast da“, sagte Rick Tyler und versuchte, begeistert zu klingen. Er warf seinem zehnjährigen Stiefsohn einen Blick zu und schaute wieder nach vorn, um den Umzugstransporter um eine Kurve zu lenken.
„Hurra.“
Rick unterdrückte ein Seufzen. Zu sagen, dass Bobby sich nicht freute, von Milwaukee wegzuziehen, wäre die Untertreibung des Jahrtausends gewesen. Bobby hatte sich mit Händen und Füßen gegen alles gewehrt, seit seine Mutter sie vor anderthalb Jahren verlassen hatte. Seitdem war Funkstille gewesen, und ihnen war auch nicht klar, wie sie sie kontaktieren konnten.
„Sweet Briar ist ein toller Ort. Ich habe hier viel Zeit verbracht, als ich auf dem College war. Ich habe sogar ein paar Sommer hindurch in einer Möbelfabrik gearbeitet.“
„Du kannst Möbel bauen?!“, fragte Bobby, und in seinen Augen blitzte ein Anflug von Interesse auf.
„Nein. Ich habe im Büro gejobbt.“
Bobbys Blick wurde wieder ausdruckslos. Rick konnte es ihm nicht verdenken. Papiere zu wälzen war nicht halb so aufregend wie mit großen Werkzeugen zu hantieren. Und die Erfahrung hatte ihn erkennen lassen, dass Schreibtischarbeit nichts für ihn war. Er hatte sie gehasst, aber die Zeit mit der Tochter des Chefs hatte ihn dafür entschädigt.
Charlotte war süß und lustig gewesen, wenn auch etwas zu sehr darauf bedacht, ihrem Vater zu gefallen – ein Bedürfnis, das er allerdings nur zu gut aus eigener Erfahrung kannte. Sie beide waren einander sehr nahe gekommen, und ihre Väter hatten von ihnen erwartet, sich zu verloben.
Rick wusste, dass er dem Druck schon viel früher hätte widerstehen müssen, aber irgendwie waren die Dinge zu schnell außer Kontrolle geraten. Je näher die Hochzeit rückte, desto größer waren Ricks Zweifel geworden. Seine Eltern hatten das Sagen – und er war das Gefühl nicht losgeworden, in der Falle zu sitzen.
Sein Vater wollte, dass Rick ins Familienunternehmen seiner Zukünftigen eintrat. Schließlich würde er bestimmt bald selbst eine Familie ernähren müssen. Ricks Traum, Medizin zu studieren, löste sich vor seinen Augen in Luft auf. Er bat Charlotte schließlich, die Hochzeit abzusagen.
Sie weigerte sich. Und letztendlich war er nicht zur kirchlichen Trauung erschienen.
Er hatte es gehasst, seiner Verlobten wehzutun, aber er war absolut verzweifelt gewesen. Sie zu heiraten, wäre ein riesiger Fehler gewesen. Er hätte ihr – bewusst oder unbewusst – die Schuld an seinem gescheiterten...




