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Leimbach / Schlegel | Förstermord am Kohlgraben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Leimbach / Schlegel Förstermord am Kohlgraben

Lengsfelder Geschichten VIII
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7504-4517-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Lengsfelder Geschichten VIII

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-7504-4517-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das vorliegende Buch ist ein gemeinsames, achtes Opus von Rolf Leimbach und Rolf Schlegel zur Geschichte ihres Heimatortes Stadtlengsfeld. Viele Ereignisse und Personen wurden berücksichtigt, aufgearbeitet und auf die vorliegende Weise einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Der Inhalt basiert auf einer Fülle historischer Daten, auf persönlichen Lebensläufen sowie auf Gesprächen mit Zeitzeugen. Die populären Darstellungen zielen auf einen großen Leserkreis ab, v. a. auf Bürger von Stadtlengsfeld, Weilar, Gehaus, Kaltennordheim oder Geisa, auf Heimatforscher, auf Lehrer und Schüler. Eintausend Jahre Geschichte eines kleinen Städtchens in der Rhön bieten genügend Stoff für Anekdoten, kuriose Begebenheiten und Intrigen. Sie sind Anlass zum Staunen und Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken! Die souveräne Auswahl der Themen, Sortierung und ihre prägnante Abhandlung lassen Sachverstand und nötiges Einfühlungsvermögen der Autoren erkennen. Dass es noch ein Dorf nahe Stadtlengsfeld gegeben hat, dass markante Persönlichkeiten den Ort prägten, dass sich jüdische Nachfahren aus der Emigration meldeten, das der Flax und das Leinen einst bedeutsam in der Region waren, die Einheimischen einen besonderen Dialekt pflegten und auch ein Förstermord begangen wurde, sind nur einige von vielen Enthüllungen, die dieser Band enthält.

Studienrat i. R. Rolf Leimbach war 47 Jahre Lehrer in Stadtlengsfeld. Als Mitglied des Wissenschaftlichen Rates für Unterstufenforschung an der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR beteiligte er sich an der Weiterentwicklung von Lehrplänen sowie Lehrmaterialien für das Fach Heimatkunde. Seine Publikationen in der Fachzeitschrift - Die Unterstufe - befassten sich mit methodischem Experimentieren und der Erziehung zur aktiven Fragehaltung. Er veröffentlichte zahlreiche methodische Handreichungen für den Heimatkunde-Unterricht. Er ist Autor zahlreicher Lehrbücher, Schüler-Arbeitshefte und Unterrichtshilfen für den Heimatkunde- und Sachunterricht. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst intensivierte Rolf Leimbach seine heimatkundlichen Forschungen. Er veröffentlichte eine umfangreiche Chronik seiner Heimatstadt, die Geschichte des Porzellanwerkes Stadtlengsfeld, des Schulwesens, des Kaliwerkes Menzengraben sowie der Kirche. Weitere Arbeiten befassen sich mit den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert, den Ereignissen des Jahres 1848 in der Stadt Lengsfeld, der Brandkatastrophe 1878 und dem Jahr 1945. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Erforschung der einstigen israelitischen Gemeinde im Heimatort, die zu den größten in Thüringen zählte. Rolf Leimbach ist es ein stetiges Anliegen, die facettenreiche Geschichte seiner Heimatstadt vielen Bürgern und Gästen nahezubringen. Deshalb engagiert er sich im Kultur- und Geschichtsverein mit Vorträgen, Führungen und Ausstellungen.
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Weitere Infos & Material


Längsfolder Sproch – unsere Mundart


Das Stadtlengsfelder Lied

Wenn am Abend die Arbeit zu Ende,

da fliegt meine Seele nach Haus.

Wandert still über heimische Fluren,

pflückt der Liebsten den Feldblumenstrauß.

Sieht die Berge so bunt, im gewaltigen Rund,

die wie Wächter das Städtchen umstehn.

Grüßt mir Stadtlengsfeld

in der sonnigen Rhön.

Als wir saßen am blühenden Weinberg

wie streichelte mich deine Hand.

Schien die Sonne am Himmel so golden,

überstrahlte das liebliche Land.

Durch das Städtchen im Tal ziehen Gassen so schmal,

und die Felda ist weithin zu sehn.

Grüßt mir Stadtlengsfeld

in der sonnigen Rhön.

Dort am Himmel die goldenen Sterne,

sie leuchten wohl dir und auch mir.

Tausend Wünsche und viel liebe Grüße

Tragen täglich sie heimwärts von hier.

Mädel, sei mir nur gut und verlier‘ nicht den Mut.

Übers Jahr wird das Leben so schön.

Grüß mir Stadtlengsfeld

in der sonnigen Rhön.

(Autorin: Emma Henneberg, geb. Bittorf, 1890-1967, Melodie unbekannt; gesammelt von Heinz Xylander) 1

Du herrliche Heimat im Rhönerland

Wo rauschen die Wipfel am Waldesrand,

wo die Luft ist so klar und so rein,

dort liegt ein Dörfchen im Wiesengrund,

da wohn’n ich, da bin ich daheim!

Hell des Wanderers Stimme erschallt,

es jubelt von Bergen und Höhn:

Du Herrliche Heimat im Rhönerland,

mein Weilar, wie bist Du so schön!

Blickst du von den Höhen ins weite Rund,

hörst du jubilieren die Lerchen,

wild braust die Felda im Wiesengrund,

die Hirsche, sie röhr’n in den Bergen.

Hell des Wanderers Stimme erschallt,

es jubelt von Bergen und Höhn:

Du herrliche Heimat im Rhönerland,

mein Weilar, wie bist Du so schön!

(Autor: Valentin Xylander, 1853-1904, Melodie unbekannt; gesammelt von Heinz Xylander, übergeben von Wulf Xylander)

Die indo-europäische Sprachfamilie mit zahlreichen Verzweigungen. Quelle: Wikipedia, 2018

Die Sprache hat sich auch in der Rhön so weit entwickelt, dass Menschen damit ihren Alltag, ihre Wünsche und ihre Hoffnungen zum Ausdruck bringen konnten, wie vorstehende Lieder belegen.

Seiner Herkunft nach ist das deutsche Volk ein Mischvolk aus germanischen, keltischen und slawischen Bestandteilen. [1] Man rechnet das Deutsche der sog. indo-europäischen Sprachfamilie zu (vgl. Abb. 1), die ihr Ursprungszentrum im heutigen Gebiet des nördlichen Kaukasus hat, ca. 3.500 Jahre v. Z.

Die Verbreitung von Dialekten im heutigen Thüringen. Quelle: [3]

Nach neuesten DNA-Analysen zeigt sich, dass selbst heute noch 45 % der Deutschen (ohne heutige Einwanderer), insbesondere in Süddeutschland, keltischer Herkunft, nur 25 % germanischer Herkunft und väterlicherseits sogar nur 6 % germanischen Ursprungs sind. 30 % der Deutschen stammen von Osteuropäern ab (20 % Slawen und 10 % Andere). Interessanterweise haben die Bevölkerungen in Polen (60 % Germanen und 32 % Slawen) und der Tschechischen Republik (50 % Germanen und 42 % Slawen) einen deutlich höheren Anteil germanischer Wurzeln als die Deutschen selbst.

Offensichtlich sind viele ostgermanische Stämme doch nicht ausgewandert und schon gar nicht ausgestorben, sondern mit der Zeit nur slawisiert worden. Lediglich die ostgermanischen Sprachen sind mit der Zeit ausgestorben.

„“

Die Deutschen unterscheiden sich nach ihrer Sprache und nach bestimmten Eigentümlichkeiten in:

(a) Nieder- oder Plattdeutsche, wohnhaft in Norddeutschland, Niederlande und im nördlichen Belgien.

(b) Ober- oder Hochdeutsche, wohnhaft in Süd- und Mitteldeutschland, Österreich-Ungarn und in der Schweiz.

Die Gliederung der deutschen Stämme zeigt sich auch in den Mundarten. Die Ober und Mitteldeutschen unterscheiden sich in vier Hauptstämme: Schwaben, Bayern, Franken und Thüringer. Der Rhön und Stadtlengsfeld am nächsten sind die Franken und Thüringer (vgl. Abb. 2).

Die Franken (die Freien) sind ein westgermanischer Stammesverband (Salier, Chamaven, Charttuarier, Brukterer, Usipier oder Amsivarier).

Mitte des 3. Jahrhunderts drangen sie in die römischen Provinzen Galliens ein und gründeten später das Frankenreich. Zur gleichen Zeit stießen die Rheinfranken gegen Mainz vor und besiedelten das Moselgebiet. Sie bildeten den Kern des späteren deutschen Stammes der Franken.

Die Franken bewohnten einen Gebietsgürtel, der in seiner ganzen Ausdehnung von Böhmen hinüber bis nach Frankreich und Belgien reicht. Man unterscheidet sie in Mainfranken, Rheinfranken und Hessen. Die Franken bewohnen die westlichen Teile Böhmens, die nordwestlichen Teile Bayerns, das Vogtland, die südlichen Grenzgebiete der Thüringer, Hessen etc.

Im 3. Jahrhundert gingen die Hermunduren durch Verschmelzung mit eingewanderten Angeln und Warnen in den Thüringern auf.

Um 380 n. Z. wurden sie erstmalig in der römischen Geschichtsschreibung (z. B. bei Flavius Vegetius Renatus) unter dem Namen „Thoringi" erwähnt.

Der Legende nach besuchte Tacitus das Gebiet und nannte die dort ansässige Bevölkerung, ihrem Glauben nach, die „Söhne Thors".

Ich mache das Bett“ – eine bekannte Redewendung. Der Ausdruck stammt aus einer Zeit, in der wirklich jeden Tag ein Bett „gemacht“ werden musste. Ein großer Sack wurde voll Stroh gestopft und diente als Matratze. Die Zudecke war oft ein Schaffell oder ein Mantel. Am nächsten Morgen holte man das Stroh aus dem Sack, um es zu trocknen, abends „machte“ man ihn wieder neu.

Das Land beschrieb er als „Thoringia". Der Name Thüringen lässt aber auch andere Deutungen zu. Thüringen könnte auch einfach nur vom keltischen Wort für Volk (Teurier) abgeleitet sein.

Die Mundarten sind kein „verdorbenes“ Hochdeutsch, wie vielleicht einige Menschen glauben. Sie waren lange vor dem Hochdeutschen da.

In den Mundarten spiegeln sich historische Kulturräume wider. Die einheimische Bezeichnung „Platt“ ist somit auch nicht herabwürdigend.

Die Verbreitung von Dialekten in der Rhön. Quelle: [2)

Neben den ober- und niederdeutschen Dialekten unterscheidet man den mitteldeutschen Dialekte. Zu Letzterem gehört der ostmitteldeutsche Dialekt, der in Teilen des Harzes, Thüringen, der Rhön und an der Saale gesprochen wird.

Die Rhön teilt sich in zwei große Mundartgebiete: Die Mundarten der West- und Nordwest-Rhön, die zum Hessischen gehören, und die Mundarten der Ost- und Südost-Rhön, die zum Ostfränkischen zählen. Quer durch die Rhön verläuft also die Sprachgrenze zwischen den mitteldeutschen und den süddeutschen Mundarten. Betrachtet man die Region noch etwas genauer, so tun sich vier Mundart-Bereiche auf: der hessische, hessisch-fuldische, der südwest-thüringer und der fränkischhennebergische Bereich auf (vgl. Abb. 3). Stadtlengsfeld gehört zu letzterem, wobei durchaus Thüringerisch einfärbt.

Die sprachlichen Übergänge zwischen dem Hessischen und dem Ostfränkischen sind fließend. Als eigentliche Grenze nimmt man die unterschiedliche p-pf-Lautung an. Das Ostfränkische hat im 5. Jahrhundert die Verschiebung vom germanischen „p“ zum neuen „pf“ mitgemacht, das Hessische hat das alte germanische „p“ behalten. Zum Beispiel lautet „Ein Pfund Äpfel" nordwestlich der p-pf-Grenze „e Pond Äppel" oder ähnlich. Die damals neue Form „Apfel" mit „pf“ ist in den Mundarten nur bis zu den Höhen von Spessart und Rhön vorgedrungen.

Doppelvokale wie „au“, „eu“ oder „ei“ waren im Althochdeutschen noch nicht vorhanden. An ihrer Stelle standen „u“, „ü“ und „i“. Diese alten Vokale „u“, „ü“ und „i“ sind in den Mundarten der Nord- und Nordwest-Rhön, also im "Einzelvokalgebiet", erhalten geblieben, während sie im Süden zu „au“, „eu“ oder „ei“ geworden sind. Im Beispiel werden die "Mäuse im weißen Haus" im „Doppelvokalgebiet" zu „Müs im wisse Hus". Diese Verschiebung von „u“, „ü“ und „i“ zu „au“, „eu“ oder „ei“ begann etwa im 11. und 12. Jahrhundert im...



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