Buch, Deutsch, 169 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 270 g
Gedichte
Buch, Deutsch, 169 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 270 g
ISBN: 978-3-9503223-7-8
Verlag: Leitgeb, Norbert, Dr.
Norbert Leitgeb lädt zu einem unterhaltsamen lyrischen Streifzug durch das allzu Menschliche. Er nimmt die Kulinarik der Schickeria aufs Korn, schildert die Selbstgespräche einer erotischen Dame und einer Frau im besten Alter, die eigenartigen Geschehnisse in einer Vollmondnacht, textet ein Singleduett, berichtet vom Tipp einer Mutter, von „Freund Joschis“ Beziehungserlebnissen, vom ästhetischen Literaturgefühl der Freundin, den immer wiederkehrenden Fragen „wie war ich?“ oder „was denkst du jetzt?“ und einem Polkatanz. Einfühlsame Liebesgedichte handeln vom zarten Beginn, vom Strandgut der Gefühle, von vorschneller Entflammung, der Niederlage des Träumers, Zufallsbegegnungen und in die Jahre gekommenen Paaren. Leitgeb befasst sich mit den Versuchungen des Studenten Max, aber auch der fleischgewordenen kollegialen Kompetenzvermutung. Humorvolle und nachdenkliche Weihnachtsgedichte handeln von Kindersorgen, Nebelbotschaften, caritativem Trinken, vom Faden, Strick und kirchlichem Prunk. Leitgeb berichtet aber auch von Hölle und Himmel und vom Einlassbegehren eines Arztes und Philosophen.
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Triumph
Die Lieb hat Joschi aufgeschreckt -
und schuld dran war ein Mädel.
Mit Blumen hat er und Konfekt
der Liebsten sein Gefühl entdeckt,
das innig war und edel.
Den Gang, das Haar, den Körperbau
fand er geglückt- ästhetisch;
dazu die Stimme, das Geschau –
er sah sie schon als seine Frau,
zumindest theoretisch.
Er träumt von ihr und Eheschluss,
will ganz sich ihr verschenken.
Sie anzusehn ist ein Genuss.
Ach, gäb sie ihm bloß einen Kuss –
mehr wagt er nicht zu denken.
Verliebt ist er herumgedackelt,
in tiefster Seel gerührt,
da kam ein Kerl herangelackelt,
hat gar nicht lang herumgefackelt
und schnurstracks sie verführt.
Wenn Joschi auch sein Schicksal rügt
ob des Verlusts der Sie:
Selbst wenn man noch so auf sie fliegt -
bei Frauen, zeigt es sich, besiegt
die Tat die Theorie!
Gespräch
Kaum recht noch in der Wohnung drin,
begrüßt schon seine Freundin ihn:
„Sag, Joschi, wie war ’s im Büro?“
„Gut dass du fragst, Schatz, ich bin ich froh,
heut ging ‘s mir fast schon an den Kragen! ...“
„Du, stell dir vor, ich muss dir sagen,
ich hab es eben erst gehört,
wie Klaus mit Inge grob verfährt, ...“
„Der Chef ist kaum noch zu genießen!
Stets will er alles besser wissen ...“
„ ... und kennen sich doch kaum ein Jahr!
Er schien ja gleich mir sonderbar! ...“
„... und macht die Arbeit mir zum Stress.“
„ ... Auch zu den Kindern ist er bös!
Wenn beide streiten, ist ‘s egal,
jedoch die Kinder, denk doch mal!“
„Die Arbeit türmt sich immer mehr, ...“
„Ja, wenn die Hausmeist‘rin nicht wär,
die sagt ‘s den beiden ins Gesicht!“
„ ... Ich fürchte, lang schaff ich dies nicht,
ich bin schon nervlich ganz am Sand, ...“
„Ein Kind ist schon davongerannt!
Auch Eva hat mir beigepflichtet,
als ich davon ihr hab berichtet, ...“
„ ... Spür lang schon Schmerzen in der Brust.“
„ ... dabei hat sie ‘s schon längst gewusst,
vor Tagen es gehört am Markt, ...“
„Ich fürcht, es wird ein Herzinfarkt.“
„... und denk dir - hat ‘s mir nicht erzählt!
Na, die hab ich zur Red‘ gestellt!“
„Du glaubst es gar nicht, wie es sticht! ...“
„Nun sollen beide vor ‘s Gericht.
Da ist ein Streit wohl ausgeartet!
Jetzt ist es Knast, der auf ihn wartet.“
„ ... Tagtäglich größer wird der Graus.
Sehr lange halt ich ’s nicht mehr aus!“
„Gottlob sind wir nicht so wie sie,
und weißt du, Joschi, irgendwie
glaub ich, das liegt auch sehr daran,
dass man mit dir gut reden kann!“




