Lembcke | Wir müssen wiral werden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Lembcke Wir müssen wiral werden

Blätter ohne Titel. Mosaike und Craquelé gesellschaftlicher Ästhetik
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-6849-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Blätter ohne Titel. Mosaike und Craquelé gesellschaftlicher Ästhetik

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

ISBN: 978-3-7543-6849-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Warum dieses Buch? Weil es nötig ist. Ein Buch der besonderen Art; -aber das behaupten alle Bücher von sich. Spitze Findigkeiten wider impressionistischen Nihilis-mus, bisweilen eine wild verliebte Wortklauberei, gefasst in Sprache, die vielsagender wird, als es die Worte vorgeben. Eine Sprache, die skizziert, plakatiert, seziert und polemisiert. Mit Worten gaukelnd, schaukelnd und spielend; sprachliche Brücken, wo der Ernst zu kurz geraten würde. Zugespitztes als ein -mal ironischer, mal analytischer oder auch exzentrischer- Dosenöffner zeitgeistiger Konserven. Information durch Deformation in der selbstgewählten Kategorie des unsachlichen Sachbuchs. Herausfordernd, überdies eine charmante Verführung zum Nachdenken in der sprachlichen Rhythmik eines Tangos: aktiv, aufmerksam, sinnlich, präzise und mit einem Faible für überraschende Kehrtwendungen. Ein Buch, das als ein Soufflé an Ernsthaftigkeiten, teils nature, teils mit einem Hauch medizinischen Trüffels verfeinert oder mit einigen Krümeln grotesken Krokants versüßt für ein ein-tauchendes Schlemmen gedacht ist. Als fastfood denkbar ungeeignet. Und ganz sicher auch verschwendet.

Lebenserfahrung und ein interessierter, aber stets abwägend-kritischer Blick auf das Neue sind die Motivation, die Bernhard Lembcke antreiben, Bücher zu schreiben. Unsachliche Sachbücher, wie er sie nennt. Nach einem Berufsleben als Arzt, Hochschullehrer und Chefarzt ist ihm die Auseinandersetzung mit aktellen und grundsätzlichen Problemen und Phänomenen der Gegenwart zumThema geworden, die den analytischen Blick, die relativierende Deutung und die scharfsinnige Kategorisierung fordern. Der Blick auf den Zeitgeist und kontemporäre Entwicklungen in unserer Gesellschaft, in die Politik, auf Moral und -natürlich- auf Medizinisches, - mit den Augen eines Arztes. Professor Dr. med. Lembcke lässt den Leser dabei an nuancenreichen Erfahrungen teilhaben, wobei er eine bildhafte, einprägsame Sprache sowie bisweilen bizarre Assoziationen bemüht und auch verschachtelte, komplizierte Satzkonstruktionen nicht scheut. Mit dem strategischen Ziel, das schon Voltaire formuliert hat: "Man kann die Menschen zur Vernunft bringen, indem man sie dazu verleitet, daß sie selbst denken".
Lembcke Wir müssen wiral werden jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Im Sog des Sogenannten


Wir machen uns lächerlich.

Wir beäugen die medialen und für die Medien inszenierten Erektionen und vergessen die DNA des Spermas. . Nicht einmal mehr ein -womöglich dialektisches-Wechselspiel von . Vielmehr eine, die zeitgeistig geistlose Fassung von , , . Stendhal (Alias des Marie-Henri Beyle) hatte eine Antwort auf die Kernfrage im Roman „Rot und Schwarz“, die der Kultur- und Religionsanthropologe René Girard als „“ formulierte: „“. (Zitiert nach Wikipedia, Rot und Schwarz, 1.2.2021): René Girard: The Johns Hopkins Press, 1965, S. 116. („We are not happy, says Stendhal, because we are .“). Eitel, auch: eingebildet.

Wir machen uns lächerlich. Als Land der ungelegten Eier und gleichzeitig des lautesten Gackerns. Jede Nuance potentieller, also „“ (wie es ein netter Geschäftsführer in meinem Umfeld meist ausdrückte) Impfstoff-Variation, -Produktion, -Distribution oder -Beschaffung wird erst zelebriert, dann zerredet und schließlich zerfleddert. Derweil erwirbt Großbritannien eine Bevölkerungszahl-adaptierte Dröhnung Impfstoff von CureVac, die gegen neue Mutanten gerichtet ist und in GB produziert wird, während es noch nicht einmal eine Zulassung für den ursprünglichen Prototypen gibt. Wir erinnern uns: dieser galt anfangs als „“, als innovativer Designer-Impfstoff. Aus dem Ländle. Jener Wiege der Tüftler, aber auch der Gschaftlhuber, die alles können, außer Hochdeutsch. Letzteres erscheint hier wohl als ein entscheidender Nachteil; wie sonst wäre der Verlust der Spitzenposition in der Impfstoffentwicklung zu erklären? Aber im Ernst: Forschung ist ergebnisoffen, mithin ein Risiko, vor allem, wenn ein Risiko für Patienten weitestgehend ausgeschlossen sein soll/muss und Ergebnisse Seriosität wie Bestand haben müssen.

Wenn Wahlen anstehen, ist der Wahnwitz nicht weit. Da ist dann keine Plumpheit zu plump, keine Absurdität zu absurd, solange sie für das Herbeifingern einer Schuldzuweisung dienlich sein könnten.

Die Ministerpräsidenten der Länder einen nationalen Impfplan. Wow! Und: Quietsch! Das sind doch dieselben, die der Bundesregierung kontrapunktisch erklärt haben, Gesundheitspolitik sei Ländersache! Und wenn dann die Länder Impfzentren errichten, ohne sich -genau und verlässlich- darüber im Klaren zu sein, wann sie dort wie viele Menschen impfen können, dann zeugt das von Blauäugigkeit.

Für den Beobachter Unterschied zwischen Politik und Gschaftelhuberei auf Zuruf, zwischen rührig und dem Anrühren einer medial obergärigen Dünnbier-Suppe. Auch hier sind es wohl die Leisen, denen zuzuhören lohnt. Daniel Günther, Ministerpräsident in Schleswig Holstein, hat jedenfalls in Erwartung eines -erwartbaren- Anmelde-Tsunamis die Impf-Anmeldung an das Event-Marketing von Eventim® fremdvergeben, die eine derartige Ausnahmesituation technisch und logistisch beherrschen und sich überdies in Zeiten eines daniederliegenden Kultur- und Eventgeschehens voll auf diese Aufgabe und Einnahmequelle fokussieren konnten. Chapeau!

Bei allen vermeintlichen und vielleicht auch tatsächlichen „“ in der Impfstoff-Beschaffung der EU könnte man auch einen Aspekt erwähnen, den der Stachel der Kritik so gar nicht berührt und der wohl auch deshalb unbeachtet geblieben ist. nicht nur , wie es Helmut Schmidt ausgedrückt hat, diese Langsamkeit kann auch schmerzen.

Ein Schmerz, den wir gewohnt waren, mit dem sicheren Bewusstsein von Sorgfalt abwägend aufzuwiegen.

Entsprechend kommt für „uns“ auch kein Impfstoff ohne das erforderliche, standardisierte und bewährte Zulassungsverfahren zum Einsatz. Wenn das woanders anders gehandhabt wird, bedeutet das auch, dass die Politik in dem Bewusstsein agiert, sich die Zulassungsmodalitäten für den Sars-CoV-2-Impfstoff „im Zweifelsfall“ zurechtbiegen zu können, so, wie sie meint, es subjektiv-situativ gerade zu benötigen.

Eine Kreativität, der sich zu versagen für „uns“ bisher ein Charakteristikum seriöser Impfstoffzulassung und seriöser Politik war. Die offenkundige Abkehr von derartiger Verlässlichkeit betrifft nun keineswegs nur erwartungsgemäß autoritär gelenkte Staaten, auch die USA und Großbritannien präferier(t)en diesen Weg, während Israel einen eigenen Weg durchsetzt, der als Form eines internen Impf-Imperialismus erscheinen mag. Inhaltlich bewundernswert könnte dieser schlimmstenfalls aber auch dahin führen, dass sich Israel über neu geschürte Ressentiments nicht wundern sollte. Für mich beinhaltet das israelische Vorgehen allerdings ein Positivbeispiel in einer in einer -weitgehend- , auch wenn Israel seinen Weg am Ende nicht vollends durchhalten konnte.

Europa hat sich für einen demokratischen Weg, demokratischen Prozess entschieden. Und das verdient ein Höchstmaß an Anerkennung. Aber Europa war und ist keine Einheit. Entsprechend gab/gibt es Diskussions- wie Abstimmungsbedarf und ja, es gibt auch Abweichler. Aus Opportunität, aus Prinzip, aus . Auch edle Tiere tragen bisweilen Zecken im Fell. Ursula von der Leyen verglich die Maneuvrierfähigkeit der EU mit einem Tanker, das britische Vorgehen mit einem Schnellboot. Da kann man dann gewiss zumindest technisch etwas verbessern. Die Unterwanderung des Prinzips, dass sich die EU als Einheit versteht, so auftritt und tatsächlich auch so handelt, bleibt aber bestehen. Wenn sich Maulwürfe auf Augenhöhe begegnen, bleibt das ein unterirdischen Rencontre. Vielleicht gab/gibt es aber auch dessen ungeachtet Defizite der Sorgfalt. Auch daran ließe sich etwas ändern. Langsamkeit und Behäbigkeit liegen überdies nah beieinander.

Partiell und allzu leichtfertig werden bezüglich der Impfstoffbeschaffung auch begriffliche Aspekte des Kriegsjargons bemüht. Wenn wir dies einmal nur als gedanklichen Faden aufnehmen, wird aber klar, dass sogar in einer Kriegssituation keinesfalls alle Kräfte (Mittel) auf vielfältige, unbelegte Strategien gesetzt würden. Im Gegenteil: hier wird die Absurdität deutlich, die sich damit verbindet. Auch dann, wenn taktisch schnelles Vorpreschen hier und da vereinzelt/situativ Gewinne verbuchen kann/wird.

„“. So liest sich eine Schlagzeile (zdf heute 3.2.2021), eine von vielen, die vielleicht prägnant fokussieren, vielleicht zuspitzen sollen und doch nur hetzend aufwiegeln. Ein weiterer Abschied von einer Berichterstattung, die Realität zur Kenntnis nahm und als seriöses Nachrichtenformat auch noch gelten ließ, zudem wohl auch dadurch zu nah an den Schaumkronen politischer Gischt, die nur aufzeigen, dass da viel Wind gemacht wird. Und dann gibt da ein sogenannter Spitzenpolitiker das Rumpelstilzchen und tobt seinen Frust aus, indem er in Richtung der EU und ihrer parteiunkonformen Kommissionspräsidentin poltert, die Impfstoffbestellung sei „richtig scheiße gelaufen“. Zu wenig „“?

Malta hat 500.000 Einwohner. Die Bestellungen für den 2x zu verabreichenden Impfstoff durch die EU belaufen sich -für Malta- auf 2 Millionen Dosen. Wenn man sich über etwas aufregen möchte, dann wären das wohl eher die Rechenleistungen der EU oder eben die faktische (und begründete) Unberechenbarheit der tatsächlichen Produktion und Lieferungen.

Leute, die immer alles besser wissen wollen, nennt man Besserwisser oder auch Klugscheisser. Leute, die so tun, als sie alles besser, nennt man Politiker. Die scheuen sich dann auch nicht, -ausweislich der aktuellen (2/2021) Wahlplakate in meinem Viertel- plakativ eine „Verkehrswende“ zu versprechen, wo sie schon so viele (viel zu viele) Jahre den Verkehrsdezernenten, den Planungsdezernenten und obendrein den Oberbürgermeister gestellt haben.

Wenn irgendwo auf der Welt irgendetwas möglich ist, erscheint uns dies, als ob es hier und überall möglich wäre. Ein, Allmachtsgefühl, „“, wo wir doch nur die Erdung des sachlichen „ verloren haben. Der Informationstechnologie, die so viel mehr Validität von beinhaltet als von , sei Dank. Inzwischen wir sogar ein, dass - möglich sein muss, worüber von der anderen Seite der Welt berichtet wurde.

Unmöglich!

Auch das nennen wir Globalisierung. Hierzu zählen dann auch die uns übermittelten...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.