Lemmes | Visuelle Desinformation | Buch | 978-3-86962-741-0 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 142 mm x 210 mm, Gewicht: 462 g

Lemmes

Visuelle Desinformation

Digitale Bilder zwischen Populismus und Manipulation
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-86962-741-0
Verlag: Herbert von Halem Verlag

Digitale Bilder zwischen Populismus und Manipulation

Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 142 mm x 210 mm, Gewicht: 462 g

ISBN: 978-3-86962-741-0
Verlag: Herbert von Halem Verlag


Die Macht der Bilder ist im digitalen Zeitalter zu einem zentralen Instrument populistischer Strategien geworden. Visuelle Desinformation prägt politische Debatten, mobilisiert Anhänger und untergräbt das Vertrauen in Medien und Institutionen. „Visuelle Desinformation. Digitale Bilder zwischen Populismus und Manipulation“ untersucht vor dem Hintergrund dieses Befundes systematisch das Zusammenspiel von visueller Kommunikation, Populismus und Desinformation.

Ein theoretisches Herzstück der Arbeit ist die Entwicklung eines integrativen und mehrdimensionalen Desinformationsbegriffs. An die Stelle des schwer fassbaren Kriteriums der Täuschungsabsicht tritt der analytisch präzisere Begriff der Manipulation. Dieser Ansatz ermöglicht es, die subtilen Mechanismen der Beeinflussung auf Mikro-, Meso- und Makroebene zu analysieren. Als zweites Herzstück entwickelt die Studie eine fundierte Theorie des populistischen digitalen Bildes, ausgehend von einer bildpragmatischen Perspektive, welche Bilder als aktive Handlungen (Bildakte) in kommunikativen Kontexten betrachtet.

Auf dieser doppelten theoretischen Grundlage wird ein differenziertes Analyseraster entworfen, das eine Typologie visueller Desinformation mit Strategien populistischer Bildkommunikation verbindet. Anhand verschiedener Beispiele – auch zukunftsgewandt mit Blick auf KI-generierte Bilder im Kontext populistischer Kommunikation – werden konkrete Techniken der Manipulation aufgedeckt.

Das Buch liefert damit eine unverzichtbare Grundlage für Forschende, Studierende, aber auch für Praktiker:innen in Journalismus, politischer Bildung und Kommunikation, um die Mechanismen visueller Manipulation im digitalen Raum zu erkennen, zu analysieren und ihnen fundiert zu begegnen.

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Zielgruppe


Medienwissenschaftler:innen, Kommunikationswissenschaftler:innen, Semiotiker:innen, Medienphilosoph:innen

Forscher:innen und fortgeschrittene Studierende (Master) dieser Fächer


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Einleitung – Das Jahrhundert des Populismus?
2. Digitalität
2.1 Digitalisierung als Meta-Kontext
2.2 Von imagined communities?…
2.3 …?zu imagined worlds und dem heartland
3. Populismus
3.1 Populismus – Kampfbegriff oder Kategorie?
3.1.1 Der ideologisierende Ansatz
3.1.2 er politisch-strategische Ansatz
3.1.3 Der diskursiv-kommunikative Ansatz
3.2 Populistische Kommunikation als politische Kommunikation?
3.3 Zwischenfazit: Strategien populistischer Kommunikation
4. Desinformation
4.1 Begriffe von Desinformation
4.1.1 Desinformation, der Kalte Krieg und (Geo-)Politik
4.1.2 Systematisierungsversuche (Don Fallis)
4.1.3 Information disorder (Claire Wardle und Hossein Derakhshan)
4.1.4 »Aktuelle Desinformation« (Matthias Kohring und Fabian Zimmermann)
4.1.5 Der mehrdimensionale Desinformationsbegriff
4.1.6 Zusammenfassung und Ausblick: Desinformation als Form manipulativer Kommunikation
4.2 Begriffliche Abgrenzung
4.2.1 Propaganda
4.2.2 Verschwörungstheorien
4.2.3 Fake News
4.3 Zwischenfazit: Desinformation als populistische Kommunikationsstrategie
5. Bild
5.1 Kunstgeschichtliche Hinwendung zum Bild
5.1.1 Ikonographie und Ikonologie (Erwin Panofsky)
5.1.2 Ikonik (Max Imdahl)
5.1.3 Der iconic turn (Gottfried Boehm)
5.1.4 Der pictorial turn (W.?J.?T. Mitchell)
5.1.5 Bildanthropologie (Hans Belting)
5.1.6 Der Bildakt (Horst Bredekamp)
5.2 Zeichentheoretische Grundlagen des Bildes
5.2.1 Ikon, Index, Symbol (Charles Sanders Peirce)
5.2.2 Denotation und Konnotation (Roland Barthes)
5.2.3 Codes und kulturelle Einheiten (Umberto Eco)
5.3 Auf dem Weg zu einer integrativen Bildpragmatik
5.3.1 Historische Entwicklung einer pragmatischen Bildtheorie
5.3.2 Zentrale Prämissen der Bildpragmatik
5.3.3 Bildhandlungstheorie (Klaus Sachs-Hombach)
5.3.4 Idealtypische Bildhandlungskontexte (Marion Müller, Stephanie Geise und Katharina Lobinger)
5.4 Zwischenfazit: Die Bildpragmatik und ihre Kontexte
6. Das digitale Bild als pragmatische Herausforderung
6.1 Überlegungen zum digitalen Bild
6.1.1 Das digitale Bild und sein multimodaler Kontext
6.1.2 Überlegungen zu genuin digitalen Bildfunktionen
6.2 Digitale Bildformate: Memes, Sharepics und das ›Wahlplakat 2.0‹
6.2.1 Memes
6.2.2 Spreadability, Virale und Sharepics
6.2.3 Das ›Wahlplakat 2.0‹
6.3 Zwischenfazit: Die digitalen Kontexte populistischer desinformierender Bilder
7. Populistische Bilder und visuelle Desinformation
7.1 Das populistische Bild
7.1.1 Vorüberlegungen und Problematisierung
7.1.2 Funktionale Bestimmung des populistischen Bildes
7.1.3 Das populistische Bild: eine Definition
7.2 Visuelle Desinformation
7.3 Desinformation in populistischen Bildern
8. Fazit und Ausblick: Die Wirklichkeit desinformierender populistischer Bilder
Literatur


Lemmes, Marcel
Marcel Lemmes, Jahrgang 1996, ist Medienwissenschaftler und forscht vor allem zu Fragen der sozialformativen Affordanzen digitaler Medien. Insbesondere interessiert er sich für soziale Medien im Spannungsfeld von Alltagskultur und Politisierung und die Spezifika visueller Desinformation und populistischer Visualisierungsstrategien. Aktuell sind hierbei insbesondere jüngere Transformationen der Bildkultur (etwa Internet-Memes oder Sharepics) für ihn in den Fokus gerückt. Forschungsschwerpunkte: soziale Medien, Internet-Communitys, digitale Bildphänomene, Generative Imagery, Memes, Populismus und populistische Kommunikation, visuelle Desinformation.



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