E-Book, Deutsch, Band 2121, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Lemmon Zum ersten Mal für immer
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2606-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2121, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2606-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die sexy High Heels, der kurze Rock, der ihre Beine umspielt: Reid Singleton ist auf der Stelle hingerissen, als er die bezaubernde Unbekannte auf der Tanzfläche entdeckt. Der Playboy weiß sofort - diese Traumfrau muss er erobern. Ein heißer Flirt beginnt. Auf hungrige Küsse folgen sinnliche Stunden voller Leidenschaft. Erst am nächsten Morgen erfährt Reid, mit wem er die aufregende Nacht verbracht hat: mit der kleinen Schwester seines Geschäftspartners! Das bedeutet Ärger, denn eine ernsthafte Beziehung ist nichts für Reid. Oder etwa doch?
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Früher hatte Reid Singleton nie auch nur das geringste Interesse an Drew Fleming gezeigt. Sie hatte ihn sofort erkannt, als sie ihn erblickte. Er sah noch genauso aus wie damals, als ihr älterer Bruder Gage sie miteinander bekannt gemacht hatte. Das war jetzt viele Jahre her, aber auch schon damals fand sie ihn schrecklich sexy.
Und doch wirkte er jetzt anders. Immer noch schrecklich sexy, aber reifer, lebenserfahrener, attraktiver auf eine andere Art und Weise und natürlich körperlich erwachsener. Die breiten Schultern schienen beinahe das Hemd zu sprengen …
Ihr Herz schlug heftig, als sie auf ihn zuging, und sie zwang sich, ein paarmal tief durchzuatmen. Nur keine Panik! Sie hatte selbst viel geschafft in ihrem Leben und war stolz darauf. Schon lange war sie nicht mehr Gages etwas dickliche kleine Schwester, die den Blick immer gesenkt hielt, wenn Reid zu Besuch kam, und scheu lächelte. Unwillkürlich machte sie einen kleinen Tanzschritt und warf das Haar zurück. Und Reid? Dessen Blick sagte deutlich, dass er interessiert war, das konnte sie sehen. Kein Wunder, sie wusste genau, wie super sie in diesem Outfit aussah.
Reid und Drew hatten kaum gemeinsame Erinnerungen aus früherer Zeit. Damals hatte sie bestimmt zwanzig Pfund mehr gewogen und aus Frust immer zu viel gegessen. Sie hatte Hemmungen, fühlte sich hässlich und färbte sich das Haar aus Trotz entweder pechschwarz oder weißblond mit rosa Strähnen. Es hatte ziemlich lange gedauert, bis sie sich zu ihrem Selbst bekannte. Sie verlor an Gewicht und färbte ihr dunkles Haar nicht mehr. Und jetzt war sie einigermaßen mit sich zufrieden. Ihr langes Haar fiel ihr über die Schultern, sie hatte ein strahlendes Lächeln aufgesetzt und wusste, dass sie in diesem sexy Outfit gut aussah. Dass sie gerade in dieser Situation auf ihren alten Schwarm Reid Singleton traf, war ideal, hätte nicht besser sein können.
Sie musste unbedingt ihre Freundin Christina anrufen, die in ihrer gemeinsamen Wohnung mit Grippe im Bett lag und deren Rolle sie hier spielte. Seit einem Jahr arbeitete Christina für die Brentwood Corporation. Dies war die erste Messe, die sie als Vertreterin der Firma besuchen sollte. Und nun hatte sie fürchterliche Angst, nie wieder auf eine Messe geschickt zu werden, wenn sie diese wegen Krankheit auslassen musste. Also hatte sie Drew gebeten, an ihrer Stelle zu fliegen.
Drew war nur zu gern bereit gewesen. Nach der hässlichen Trennung von ihrem Freund vor einem Jahr brauchte sie dringend eine Atempause. Denn nur langsam hatte sie sich von der Enttäuschung erholt und war froh über diese Abwechslung. Zugegeben, der Standdienst auf der Messe war nicht gerade das, was Drew sich unter Urlaub vorstellte, aber sie machte das Beste daraus. Unendlich viele Besucher waren heute vorbeigekommen, die sie freundlich begrüßte und ihnen das Video zeigte, das die neueste technologische Entwicklung von Brentwood vorstellte. Drew hatte natürlich keine Ahnung, worum es dabei ging, aber das schien die Besucher nicht zu stören. Denn eins beherrschte Drew perfekt. Small Talk.
Und heute an dem abendlichen Treffen von Ausstellern und Gästen konnte sie endlich ihre neuen Sachen anziehen. Statt Essen hatte Drew eine neue Leidenschaft entdeckt, Klamotten und schicke Schuhe. Außerdem liebte sie es, zu flirten, und heute Abend war Reid Singleton ihr Opfer. Die Art und Weise, wie er sie betrachtete, machte ihr klar, dass er sicher nichts dagegen hatte.
Also ging sie zielgerichtet und mit leicht schwingendem Gang auf ihn zu. Er hatte sich in eine dunkle und ruhige Ecke zurückgezogen, stellte jetzt sein Glas ab und sah ihr erwartungsvoll entgegen.
Sein Blick war so intensiv, dass sie ihm am liebsten ausgewichen wäre, aber sie zwang sich, ihm direkt in die Augen zu sehen. „Hallo.“
„Guten Abend.“ Seine Stimme war dunkel und verlockend wie schmelzende Schokolade. Obgleich er schon mehr als zehn Jahre in den USA lebte, hatte er seinen britischen Akzent nicht verloren. Er sah sie langsam von Kopf bis Fuß an, dann blieb sein Blick etwas unterhalb ihres Ausschnitts hängen. „Christina. Was für ein hübscher Name.“
Oh, Mist! Sie hatte ihr Namensschild nicht abgenommen. Aber wieso …? Sie kniff kurz die Augen zusammen und sah ihn scharf an. Er wusste doch, dass sie nicht Christina hieß, oder? Das sollte wohl ein Witz sein? Sie lachte kurz auf. „Christina, ja, richtig.“
„Ich finde diese Namensschilder eigentlich ziemlich formell“, meinte er lächelnd. „Aber in diesem Fall bin ich froh. Da muss ich Sie nicht nach Ihrem Namen fragen. Ich habe Sie beim Tanzen beobachtet.“
Was? Er hat mich nicht erkannt? Drew hatte Mühe, ihre Enttäuschung zu verbergen. War sie so leicht zu vergessen?
„Seien Sie ehrlich, Sie haben mich doch auch bemerkt“, sagte er und lachte leise.
„Wie? Was?“ Fieberhaft versuchte sie sich in die Situation zu finden. Sie hatte ihn schon ewig nicht mehr gesehen. Und natürlich sah sie jetzt vollkommen anders aus. Dennoch erstaunlich, dass Reid, immerhin der beste Freund ihres Bruders Gage, so gar keine Erinnerung an sie hatte. Aber es hatte auch seinen Reiz. Und vor allem, sie hatte eine zweite Chance.
Die erste war damals schnell an ihr vorbeigegangen. Das war vor ein paar Jahren im Sommer gewesen, da hatte sie sich aus Trotz einen pechschwarzen knappen Bikini angezogen, obwohl sie wusste, dass ihre Eltern darüber nur den Kopf schüttelten. Aber Reid, der zu Besuch kam und sie normalerweise nur als dicklichen Teenager kannte, hatte ihr einen kurzen Blick zugeworfen, der anders war als sonst, überrascht, interessiert. Aber das war’s dann auch.
Heute allerdings hatte er jede ihrer Bewegungen mit einer gespannten Aufmerksamkeit verfolgt, als er sie beim Tanzen beobachtete. Als wenn er scharf auf sie wäre.
Auch Reid lebte wie Drew und ihr Bruder Gage in Seattle. Aber sie hatte es immer verstanden, ihm aus dem Weg zu gehen. Sicher, sie hatte sich verändert, aber das Risiko, von Reid wieder nur als Gages Schwester betrachtet zu werden, wollte sie nicht eingehen. Da sie in den sozialen Medien so gut wie nicht zu finden war, war ein Zusammentreffen leicht zu vermeiden. Sie war während der letzten Schuljahre wegen ihrer unglücklichen Figur so oft gehänselt worden, dass sie sich geschworen hatte, nie wieder ein Foto von sich ins Netz zu stellen.
Es konnte kein Zufall sein, sondern nur ein Wink des Schicksals, dass sie dem Idol ihrer Kindheit und Jugend ausgerechnet hier in San Diego begegnen musste.
„Kann ich Ihnen was zu trinken holen?“, fragte Reid.
Tatsächlich, er erkannte sie nicht! Zumindest nicht sofort. Mal sehen, wie lange es dauerte, bis er merkte, dass die geheimnisvolle Christina niemand anderes war als Gages jüngere Schwester Drew.
„Aber gern.“ Sie lächelte ihn strahlend an. „Am liebsten etwas, was golden im Glas sprudelt.“
„Sehr passend“, sagte er mit einem Blick auf ihr golden schimmerndes Oberteil.
Er reichte ihr den Arm, und sie hängte sich ein. Sowie sie ihn berührte, fiel alle Lässigkeit von ihr ab. Ihr Herz schlug wie verrückt, und sie hatte Angst, auf ihren hohen Absätzen zu stolpern, obgleich sie den ganzen Abend keine Probleme damit gehabt hatte.
Doch sie schaffte es aufrecht bis zur Bar.
„Ein Glas Champagner und einen Scotch mit Eis“, bestellte Reid.
Schnell entzog Drew Reid ihren Arm und lehnte sich betont entspannt gegen den Tresen. Jetzt bloß die Ruhe bewahren. Sie würde ihre Rolle spielen wie eine erfahrene Schauspielerin. Schließlich war sie nicht mehr das unsichere Mädchen von damals, sie war selbstsicher und hatte ein ausgefülltes Leben. Sicher, dass Devin Briggs sie verlassen hatte, hatte sie wieder zurückgeworfen, aber jetzt hatte sie eine neue Gelegenheit, ihr Selbstbewusstsein zu beweisen. Devin würde es noch bereuen, dass er sie hatte gehen lassen. Sie schüttelte kurz den Kopf, als könne sie so die deprimierenden Gedanken an Devin vertreiben.
„Hier. Golden und sprudelnd, so wie bestellt.“ Reid reichte ihr das Glas Champagner. „Wollen wir uns setzen oder hier am Tresen bleiben?“
Er hatte sich Drew zugewandt und sah sie fragend an. Aber sie war so von seinem attraktiven Mund fasziniert, dass sie die Frage nicht mitbekommen hatte. „Wie? Was?“, stieß sie nur hervor.
„Dann setzen wir uns.“ Er wies lächelnd auf eine Couch mit zwei Sesseln, die in der nahen Ecke standen.
„Ja ja, gut …“ Bloß sitzen, bevor sie vor Verwirrung in Ohnmacht fiel.
Reid nahm sie bei der Hand und zog sie in die Ecke. Sie wusste kaum, wie ihr geschah. Nur ein Gedanke beherrschte sie. Das ist meine Hand. Reid hält meine Hand … Plötzlich fühlte sie sich wieder wie ein Teenager, war hin und weg von diesem Mann, für den sie immer schon geschwärmt hatte. Nur dass sie ihm jetzt ebenbürtig war. Auch sie war erwachsen, war erfolgreich in ihrem Beruf, hatte ein gutes Leben und war dank der Schuhe sogar zehn Zentimeter gewachsen! Es tat ihrem Ego unendlich gut, dass er an ihr interessiert war.
Das war zwar reichlich oberflächlich, aber immerhin wahr.
Er wies mit dem Kopf auf die Couch. Drew setzte sich und schlug die Beine übereinander. Sie registrierte ganz genau, wie Reid den Anblick genoss. Schnell hob sie das Champagnerglas an die Lippen, um ihr Lächeln zu verbergen. Die Bläschen kitzelten sie auf der Zunge, und sie krauste unwillkürlich die Nase.
Reid setzte sich neben sie. „Wo sind Sie denn vom Himmel gefallen, Christina …“, ein Blick auf ihr...




