E-Book, Deutsch, Band 0014, 448 Seiten
Reihe: Baccara Extra
Lennox / Banks / Anderson Baccara Extra Band 14
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-2438-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0014, 448 Seiten
Reihe: Baccara Extra
ISBN: 978-3-7337-2438-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
KÜSSE SAGEN MEHR ALS WORTE von LENNOX, KARA
Allein bei Wades Anblick verspürt Anne brennendes Verlangen. Mit aller Kraft versucht sie es zu unterdrücken. Vergeblich! Schon bald steckt sie mitten in einer leidenschaftlichen Affäre. Bis Wade etwas über sie erfährt, das alles zwischen ihnen verändert ...
EIN CHEF ZUM KÜSSEN von ANDERSON, NATALIE
Hände weg vom Chef! Lissa hat ihre Lektion gelernt - glaubt sie. Doch als der neue Boss aus New York kommt, wird sie schwach. Rory Baxter ist einfach unwiderstehlich sexy. Und ihre Nächte der Leidenschaft bleiben nicht ohne Folgen ...
HEISSE KÜSSE - STRENG NACH PROTOKOLL von BANKS, LEANNE
Eigentlich soll sie Daniel Connelly, den angehenden Fürsten von Altaria, in der strengen Hofetikette unterweisen - jetzt spielt plötzlich er den Lehrer. Und seine Lektionen zum Thema 'Küssen' sind so aufregend, dass Erin beinahe ihren ganz speziellen Auftrag vergisst...
WILD UND HEMMUNGSLOS von CLEARY, ANNA
In Sydney sucht Sophie ihren leiblichen Vater - und findet stattdessen eine leidenschaftliche Affäre. Hemmungslos genießt sie die Freuden der Liebe in den Armen des attraktiven Connor. Was sie nicht ahnt: Ihre Begegnung war kein Zufall ...
Kara Lennox hat mit großem Erfolg mehr als 50 Liebesromanen für Harlequin/Silhouette und andere Verlage geschrieben. Vor ihrer Karriere als Liebesromanautorin verfasste sie freiberuflich Hunderte Zeitschriftenartikel, Broschüren, Pressemitteilungen und Werbetexte. Sogar Drehbücher hat sie geschrieben, die das Interesse von Produzenten in Hollywood, New York und Europa weckten. Wegen ihrer bahnbrechenden, sehr eigenen und ausgefallenen Themen werden Karas Bücher häufig hervorgehoben. Sie hat über Straußenfarmen, Maya Archäologie, Gehirntumore, Kindesaussetzungen, Kopfgeldjäger, Betrüger und Hexerei geschrieben. Ihre Romane wurden für zahlreiche Auszeichnungen nominiert. Gewonnen hat sie den Kritikerpreis der Romantic Times. Kara ist Mitglied der Romance Writers of America und der Romance Writers von Dallas. Sie leitet häufig Schreibworkshops und tritt als Rednerin auf Konferenzen im ganzen Land auf. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch arbeitet, genießt sie es, zu reisen oder querfeldein mit dem Rad zu fahren.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Das Autumn Daze Festival hat sich in den letzten dreizehn Jahren kein bisschen verändert, dachte Wade Hardison, als er die Elm Street entlangschlenderte. Die normalerweise verschlafene Kleinstadt Cottonwood in Texas verwandelte sich alljährlich im Herbst kurzfristig in ein Kaleidoskop von Sinnenfreuden.
Lärmende Kinder stürmten an ihm vorbei, und ihr ausgelassenes Lachen ließ ihn nostalgisch werden. Engagierte Mütter von Schulkindern und deren Ehemänner, alles Farmer, betätigten sich erfolgreich als Marktschreier und lockten Einwohner und Touristen gleichermaßen an, um ihr Glück beim Ringe- oder Dosenwerfen zu versuchen. Im Moment war Bürgermeister Dilly das willige Opfer.
Der Duft nach Popcorn, Zuckerwatte und gegrillten Putenschenkeln hing in der Luft und erinnerte Wade daran, dass er hungrig war. Er überlegte, was er essen sollte, während die Dämmerung langsam über das Städtchen hereinbrach. Hunderte von weißen Lichtern flammten auf.
Es war schön, wieder zu Hause zu sein. Wade hatte Cottonwood als wütender Jugendlicher verlassen, im Streit mit jedem, unsicher, wo sein Platz in dieser Welt war, aber bereit, ihn zu erobern. Er hatte geschafft, was er sich vorgenommen hatte – er hatte sich eine Karriere aufgebaut in einem Bereich, von dem seine Brüder keine Ahnung hatten. Nun war er zurückgekehrt, bereit, mit seiner Familie Frieden zu schließen.
Das einzige Problem war, dass er nicht wusste, ob seine Familie sich mit ihm versöhnen wollte. Seine Heimkehr vor zwei Tagen war nicht die des verlorenen Sohnes gewesen. Keiner hatte ein Freudenfest veranstaltet.
Zumindest ließ sein Großvater ihn auf der Ranch wohnen.
Als er die rothaarige junge Frau erblickte, die an einer Eiche lehnte und genüsslich an einem kandierten Apfel knabberte, glaubte Wade einen Moment lang, das Herz bliebe ihm stehen. Dann dachte er, es müsste sich um eine Halluzination handeln.
Obwohl er Annie seit Mai nicht gesehen hatte, hatte er nichts vergessen – weder ihr Lachen noch ihren Duft noch das Gefühl ihrer Hände in seinen. Er hatte sich mit Erinnerungen zufrieden geben müssen, denn das war alles, was ihm von dem Wochenende geblieben war – sie war danach spurlos verschwunden.
Und jetzt fand er sie hier, wo er sie am wenigsten erwartet hätte, in seiner Heimatstadt. Unverwechselbar ihre roten Haare. Ihre großen grünen Augen. Ihr sinnlicher Mund.
Aber irgendwie sah sie auch ganz anders aus. Ihre Haare zum Beispiel. Die Farbe stimmte, aber seine Annie hatte einen wilden Lockenkopf gehabt, eine tiefrote seidige Haarpracht, in der sich ein Mann verlieren konnte. Diese Frau hatte ihre Haare zu einem Knoten gebunden.
Auch die Kleidung passte nicht. Annie hatte enge Jeans getragen, ein knappes, tief ausgeschnittenes Top, eine mit Strass verzierte Weste. An den Fingern hatte sie zahlreiche Ringe getragen und dazu große, baumelnde Ohrringe. Diese Frau trug einen weiten Rollkragenpullover über ihrem Kleid, schwarze Strümpfe und Turnschuhe. Ihre Ohren zierten kleine Goldstecker.
Der auffälligste Unterschied zwischen Annie und der geheimnisvollen Frau zeigte sich jedoch im Gesicht. Die Gesichtszüge waren zwar dieselben, doch der Ausdruck war völlig anders. Annie hatte gelächelt und gelacht und war die ganze Zeit froh gelaunt gewesen. Das Gesicht dieser Frau wirkte verschlossen, ein vorsichtiger Blick lag in den Augen – und eine tiefe Traurigkeit.
„Siehst du etwas, das dir gefällt?“
Wade schreckte zusammen und hätte fast sein Getränk verschüttet, als sein älterer Bruder Jeff ihn ansprach.
„Wer ist sie?“
„Du erinnerst dich nicht an sie?“
„Dann kennst du sie also?“ Dumme Frage, Jeff kannte jeden. Er hatte Medizin studiert und war vor einigen Jahren in die Praxis seines Vaters eingestiegen, der seit Jahrzehnten der einzige Arzt im Ort war. Früher oder später kam jeder, um einen der Doktoren Hardison zu konsultieren.
„Natürlich kenne ich sie. Sie ist Milton Chatsworths Tochter.“
Milton Chatsworth, der beste Freund seines Vaters aus Collegezeiten. Wade kramte in seiner Erinnerung. Milton war nach der Pensionierung mit seiner Familie nach Cottonwood gezogen. Kurz darauf hatte Wade die Stadt verlassen, doch er erinnerte sich, ihn und seine Familie in ihrem eleganten Haus am See kennengelernt zu haben.
„Ich erinnere mich an ein mageres rothaariges Mädchen mit X-Beinen und Zahnspange.“
„Das ist sie. Lass sie in Ruhe, okay?“
„Wie heißt sie?“, fragte Wade gespannt.
„Anne. Sie hat gerade ihr Jurastudium an der Southern Methodist University beendet und wird in die Fußstapfen ihres Vaters treten.“
Wade hörte kaum, was sein Bruder sagte. Anne. Annie. Und die Universität lag in Dallas, dort, wo er Annie kennen gelernt hatte.
Er glaubte nicht an Zufälle. Es musste sich um dieselbe Frau handeln. Und er würde sie nicht ein zweites Mal gehen lassen.
„Wade? Hörst du überhaupt zu?“, fragte Jeff ungeduldig.
„Ja, sicher.“
„Sie hat im Moment eine Menge zu verarbeiten. Da braucht sie keinen zusätzlichen Stress.“
Die Bemerkung brachte Wade auf die Palme. Er drehte sich zu seinem Bruder um. „Warum nimmst du automatisch an, dass ich einer Frau Stress bereite? Vielleicht bringe ich Licht in ihr Leben.“
Jeff seufzte. „Wenn du dich nicht immer gleich angegriffen fühlen würdest, dann wüsstest du, dass ich auch für dich nur das Beste will. Ich kenne Anne Chatsworth, sie ist nicht dein Typ.“
Wade lächelte. Sein Temperament ging schnell mit ihm durch, aber genauso schnell beruhigte er sich auch wieder. Er sah seinem Bruder in die Augen. „Ich nehme an, du kennst Anne nicht so gut, wie du sie zu kennen glaubst.“
Mit diesen Worten tippte er an seinen Hut und wollte zu Anne Chatsworth hinübergehen, um sie zu begrüßen.
Doch sie war fort.
„Würdest du das schreckliche Ding bitte wegwerfen?“, sagte Deborah Chatsworth zu ihrer Tochter, als sie die Livestock Lane entlangschlenderten, wo die zukünftigen Farmer Amerikas und Kinder aus dem 4-H-Club ihre wertvollen Tiere ausstellten, in der Hoffnung, ein blaues Band für ihre Trophäensammlung zu gewinnen. „Du musst doch nicht ständig daran knabbern wie ein Hund an seinem Knochen.“
Anne Chatsworth blieb stehen und blickte auf ihren halb gegessenen Apfel, dann auf ihre Mutter. „Es ist ein kandierter Apfel. Man knabbert daran herum.“
„Nun, es sieht nicht sehr würdevoll aus.“
„Wir sind auf einer Kirmes, auf der die Leute mit Fett eingeschmierten Schweinen hinterherjagen und der Bürgermeister sich vollständig bekleidet in ein Wasserbecken tauchen lässt. Hier macht sich keiner Gedanken um würdevolles Verhalten.“
„Leider.“
Deborah hatte keinen Spaß daran, dem Herbstfest beizuwohnen, doch Annes Vater hatte darauf bestanden, dass sie alle gingen.
„Ich beabsichtige, im nächsten Jahr für das Stadtparlament zu kandidieren“, hatte Milton Chatsworth erklärt, als weder seine Tochter noch seine Frau Lust zeigten, sich durch die Touristenmassen zu drängen. „Was würde es für einen Eindruck machen, wenn ich an dem größten Ereignis des Jahres nicht teilnähme?“
„Komm schon, Mom, wir tun ihm den Gefallen“, hatte Anne gesagt, und Deborah hatte schließlich zugestimmt.
Anne war froh, dass sie gegangen war. Das Haus zu verlassen, war ihr in den letzten Wochen sehr schwer gefallen. Sie erkannte die Zeichen einer Depression und wusste, dass Ausgehen und Ablenkung die beste Medizin für sie waren.
Auf dem Rummelplatz angekommen, ließ sie sich von der Atmosphäre mitreißen und erinnerte sich an die Festivals ihrer Kindheit, als sie mit einer Bande anderer Kinder, zu der sie unbedingt gehören wollte, mitgelaufen war, sich mit Zuckerwatte voll gestopft hatte, Achterbahn gefahren war und den Bands gelauscht hatte, die auf den Bühnen mehr schlecht als recht spielten.
Das Leben war damals einfacher gewesen, und wenigstens ein paar Stunden lang hatte sie es jetzt geschafft, sich an diese weniger komplizierte Zeit zu erinnern. Tatsächlich hatte sie heute das erste Mal seit fast einem Monat das Gefühl, dass sie in der Lage sein könnte, ihr Leben weiterzuleben, statt mechanisch zu handeln und um ihrer Eltern willen vorzugeben, sie sei okay.
„Was meinst du, wo wir deinen Vater finden können?“, fragte Deborah ihre Tochter.
Anne warf das Kerngehäuse ihres kandierten Apfels fort und blieb kurz stehen, um ein helles Shetlandpony zu streicheln. „Vielleicht beim Melonenkernweitspucken?“
Deborah blickte Anne finster an.
„Okay, jetzt im Ernst. Ich glaube, er ist gebeten worden, irgendwo als Preisrichter zu fungieren – Kuchen oder Gurken, irgendetwas in der Art.“
Deborah machte ein wütendes Gesicht. „Die Essenstände sind auf der anderen Seite des Platzes. Ich möchte gern nach Hause gehen, du nicht auch? Du siehst blass aus.“
„Mir geht es gut, ich bin nur ein wenig müde.“
„Dann bleib hier. Ich suche jetzt deinen Vater.“ Deborah stöckelte in ihren Pumps davon. Sie war immer noch schlank und hielt sich trotz ihrer fünfundsechzig Jahre sehr aufrecht. Anne lächelte und schüttelte den Kopf. Nur ihre Mutter kam auf die Idee, in hochhackigen Schuhen auf eine Kirmes zu gehen.
Zart strich Anne über die samtene Schnauze des Ponys.
„Ich habe überall nach dir gesucht.“
Diese Stimme.
Anne zuckte zusammen, schnappte nach Luft und drehte sich...




