Lennox | Entflammte Herzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Lennox Entflammte Herzen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-060-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86494-060-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Männer hat Priscilla genug! Die junge Feuerwerfrau muss sich Tag für Tag in ihrem Team beweisen. Doch dann braucht sie dringend ein Date für die Hochzeit ihrer Cousine. Ein Mann muss her, damit sie nicht ganz allein auftaucht. Hilfesuchend wendet sie sich an Roark Epperson, an dem sie sich fast schon einmal die Finger verbrannt hätte. Diesmal werde ich besser aufpassen, schwört sie sich. Und was ist schon ein einziger Abend in seiner Gesellschaft - der ist schnell um! Oder lang genug, um aus einem Funken wieder ein loderndes Feuer zu machen?



Kara Lennox hat mit großem Erfolg mehr als 50 Liebesromanen für Harlequin/Silhouette und andere Verlage geschrieben. Vor ihrer Karriere als Liebesromanautorin verfasste sie freiberuflich Hunderte Zeitschriftenartikel, Broschüren, Pressemitteilungen und Werbetexte. Sogar Drehbücher hat sie geschrieben, die das Interesse von Produzenten in Hollywood, New York und Europa weckten. Wegen ihrer bahnbrechenden, sehr eigenen und ausgefallenen Themen werden Karas Bücher häufig hervorgehoben. Sie hat über Straußenfarmen, Maya Archäologie, Gehirntumore, Kindesaussetzungen, Kopfgeldjäger, Betrüger und Hexerei geschrieben. Ihre Romane wurden für zahlreiche Auszeichnungen nominiert. Gewonnen hat sie den Kritikerpreis der Romantic Times. Kara ist Mitglied der Romance Writers of America und der Romance Writers von Dallas. Sie leitet häufig Schreibworkshops und tritt als Rednerin auf Konferenzen im ganzen Land auf. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch arbeitet, genießt sie es, zu reisen oder querfeldein mit dem Rad zu fahren.
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1. KAPITEL


Die Sirene ertönte. Die frischgebackene Feuerwehrfrau Priscilla Garner lauschte. Vielleicht galt der Alarm nicht für sie.

„Damit sind wir gemeint!“, rief jemand.

Endlich ein Brand. Priscilla freute sich, eine Pause beim Zwiebelschneiden einlegen zu dürfen. Das war im Augenblick ihre Aufgabe – seit Captain Campeon den Versuch aufgegeben hatte, sie als Köchin für Feuerwache 59 einzusetzen. Denn obwohl sie sich wirklich angestrengt hatte, war das Ergebnis ihrer Bemühungen ungenießbar.

Daher durfte sie jetzt alles erledigen, was so richtig Spaß machte. Wie Zwiebeln schneiden und Kartoffeln schälen. Ansonsten war sie meistens damit beschäftigt, Böden zu wischen, Toiletten zu putzen oder Geschirr abzuwaschen. Diese lästigen Pflichten sorgten dafür, dass ihre Schichten nur so dahinschlichen.

Unter diesen Umständen hätte sie leicht auf die Idee kommen können, dass man sie mobben wollte, weil sie die einzige Frau war. Aber sie wusste, daran lag es nicht. Ihre besten Freunde Ethan und Tony wurden genauso behandelt. So lief das eben, wenn man ein Anfänger war.

Otis Granger schaltete den Herd aus. Ohne ein weiteres Wort eilten sie zusammen auf ihre Plätze und kämpften sich in die Schutzanzüge.

Weil sie neu war, bestand Priscillas Job nur darin, bei Otis zu bleiben, aufzupassen und etwas zu lernen. Otis war zwanzig Jahre älter als sie und ein Riese von Mann, mit mächtigem Bierbauch und schokoladenbrauner Hautfarbe. Anfangs hatte er sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, mit einer Frau zusammenzuarbeiten. Aber als er gemerkt hatte, dass es ihr wirklich ernst mit ihrem Job als Feuerwehrfrau war, hatte er sie akzeptiert. Inzwischen waren sie sogar Freunde.

Priscilla schwang sich auf den Sitz neben Ethan. Als sie nur noch die Klettverschlüsse ihrer Ärmel festmachen musste, fuhr das Löschfahrzeug mit heulender Sirene los. Ziel des Einsatzes war ein Müllcontainer hinter einem chinesischen Restaurant, der Feuer gefangen hatte.

Als sie sich dem Brand näherten, sah Priscilla schwarzen Rauch zum Oktoberhimmel aufsteigen. Dann bogen sie um die letzte Ecke. Auf den ersten Blick war klar, dass es sich nicht nur um brennenden Müll handelte. Ein Schuppen hinter einem Wohnblock stand in Flammen.

Fahrer Lieutenant Murphy „Murph“ McCrae meldete die neue Lage über Funk an die Einsatzleitstelle, während er versuchte, das Tanklöschfahrzeug durch die enge Gasse zu manövrieren. Aber der Durchgang war durch einen Müllcontainer versperrt.

„Wir müssen hintenrum“, erklärte er. „Garner, Granger, ihr geht zu Fuß. Sieht aus, als ob da erst mal ein Maschendrahtzaun wegmuss.“

Priscilla sprang vom Wagen und schnappte sich einen Bolzenschneider. So schnell das mit dem schweren Schutzanzug ging, rannte sie auf das Feuer zu. Ohne stehen zu bleiben, zog sie sich die Atemschutzmaske übers Gesicht. Das kleine Gebäude brannte lichterloh. Daneben rauchten die Bäume schon, kurz davor, in Flammen aufzugehen.

Als sie sich an die Arbeit machte, spürte sie die Hitze des Feuers auf ihrem Gesicht. Einen Augenblick später war Otis neben ihr. Mit Schutzhandschuhen hielt er das glühend heiße Metall fest, während sie den Draht durchtrennte. Schaulustige sammelten sich, bis Priscilla sie auffordern musste, einige Schritte zurückzutreten. Als sie mit dem Zaun fertig waren, bog das Löschfahrzeug in den Parkplatz dahinter ein.

Zusammen mit Otis wickelte Priscilla den Schlauch ab, während McCrae die Steuerung bediente. In kürzester Zeit stimmte der Druck, und sie waren bereit, den Brand zu bekämpfen.

Nach ein paar Minuten hatten sie die Flammen unter Kontrolle. Die brennenden Bäume waren gelöscht. Wasser und Löschschaum tränkten die verkohlte Decke und die Wände des Schuppens.

„Garner!“, brüllte Murph. „Ich will dich und Granger auf dem Dach sehen.“

Eilig befolgte sie den Befehl. Mit einem Stab bohrte sie Löcher und suchte nach Brandherden, die Ethan dann sofort von unten löschte.

Auf das Stimmengewirr um die Hütte herum achtete sie nicht, bis ein Wort ihre Aufmerksamkeit erregte: Brandstiftung.

Da hörte sie mit ihrem Stochern auf. „Ethan, hat da gerade jemand gesagt, dass es Brandstiftung war?“

„Ja. Neben einer Außenwand liegen Farbkanister und Stofffetzen. Vermutlich Vandalismus.“

Wenig später befahl Murph Priscilla, vom Dach runterzukommen.

Zurzeit wurden die Feuerwehrleute von Dallas besonders nervös, wenn Brandstiftung erwähnt wurde. Im Frühling, als Priscilla noch in der Ausbildung war, hatten drei erfahrene Feuerwehrleute bei einem Großbrand das Leben verloren. Der Brandstifter hatte damals das Dach eines brennenden Lagerhauses zum Einsturz gebracht. Die Feuerwache 59, wo die drei Männer gearbeitet hatten, hatte der Verlust besonders hart getroffen. Doch damit nicht genug. Seitdem legte der Brandstifter alle paar Wochen wieder ein Feuer.

Als ein schwarzes Auto in den Parkplatz einbog, das Priscilla nur zu gut kannte, verspannte sie sich. Captain Roark Epperson. Auf der Akademie war er ihr Dozent für Brandstiftung gewesen; mit Priscilla verband ihn aber noch eine viel persönlichere Beziehung. Doch davon wusste sonst niemand.

Seit ihre kurze, leidenschaftliche Affäre zu Ende war, gab sich Priscilla große Mühe, ihm aus dem Weg zu gehen.

Jetzt tat sie so, als ob sie vollauf damit beschäftigt war, den Schlauch zusammenzulegen. Gleichzeitig beobachtete sie aus dem Augenwinkel, wie der hochgewachsene, breitschultrige Polizist sich mit Murphy unterhielt. Dann schaute Roark zu ihr hinüber. Einen Augenblick ließ er den Blick auf ihr ruhen, während sie sich nichts anmerken ließ.

Roark untersuchte den Haufen verbrannter Farbdosen und verkohlter Lumpen. Dann machte er ein paar Bilder mit einer Digitalkamera. Priscilla gab auf, Desinteresse zu heucheln, und schlenderte zu ihm hinüber. Sie wollte hören, was er zu sagen hatte.

„Auf jeden Fall Brandstiftung. Aber unser besonderer Liebling war es nicht“, sagte Roark. „Unser besonderer Liebling“ war Roarks Bezeichnung für den Serienbrandstifter. „Wahrscheinlich Teenager, die auf einen besonderen Kick aus waren. Wenn der Eigentümer die Versicherungssumme kassieren wollte, hätte er sich mehr Mühe gegeben, die Spuren zu vertuschen.“

Obwohl Roark schon viele Jahre in Texas lebte, hörte man immer noch deutlich, dass er ursprünglich aus Boston stammte. Ganz gegen ihren Willen weckte seine Stimme Erinnerungen in Priscilla. Außerdem fand sie seine Schlussfolgerung frustrierend. Natürlich wollte sie nicht, dass der Serienbrandstifter noch mehr Feuer legte. Aber bei jedem Brand gab es die Chance, Hinweise auf seine Identität zu finden.

Die Stimmung entspannte sich. Die Feuerwehrleute gingen wieder ihrer Arbeit nach, räumten Werkzeug und Leitern auf. Priscilla stocherte mit ihrem Stab in den Überresten des Schuppens herum.

„Hey, Pris, kommst du nächste Woche zu der Abschiedsparty?“, fragte Ethan. Der Captain der B-Schicht von Feuerwache 59 ging in den Ruhestand.

„Keine Zeit. Meine Cousine heiratet bald. Und da richtet sie so ein affiges Dinner für alle Brautjungfern im Mansion aus.“ Priscilla schlug mit ihrem Stock gegen einen Baumstumpf. Funken stoben auf. „Das soll mal jemand löschen.“

„Nicht schlecht, im Mansion.“ Otis kam mit einem Druckschlauch herüber und richtete den Wasserstrahl auf den Stumpf. „Da wollte ich schon immer mal hin. Brauchst du einen Begleiter?“

Priscilla lachte. „Das würde Ruby aber nicht gefallen.“ Ruby war die Freundin von Otis. „Außerdem führt meine Mutter eine Liste, falls ich nicht allein kommen will. Was nicht der Fall ist.“

„Aha“, ließ sich Ethan vernehmen. „Hört sich an, als ob deine Mutter dich verkuppeln will.“

„Ich versuche ja immer, ihr klarzumachen, dass ich keine Beziehung will …“ Priscilla sah Roark an. „Aber sie ist felsenfest davon überzeugt, dass ich darunter leide, allein zu sein.“

Ethan holte eine Rolle Absperrband heraus und band ein Ende an einem Zaunpfahl fest. „Würde deine Mutter Ruhe geben, wenn du einen Freund hättest?“

„Klar.“ Bis letztes Jahr hatte Priscillas Beziehung mit Cory Levine ihre Mutter überglücklich gemacht. „Aber ich habe keinen Freund, und ich will auch keinen.“

„Wie wäre es dann mit einem Scheinfreund?“, schlug Ethan vor. „Erzähl deiner Mutter einfach, dass du dich mit jemandem triffst.“

„Das zieht bei ihr leider nicht.“ Inzwischen waren die Bemühungen ihrer Mutter, sie unter die Haube zu bringen, zu einem echten Problem geworden. Sie konnte nirgends mit ihren Eltern hingehen, ohne dass Lorraine ihr einen jungen Mann vorstellte.

Wieder glitt ihr Blick zu Roark. Er hatte mehr gewollt als eine Affäre. Aber sie hatte kalte Füße bekommen. Daher hatte Priscilla die Beziehung beendet, noch bevor sie richtig angefangen hatte. Für etwas Ernstes war sie einfach noch nicht wieder bereit. Vielleicht würde sie das nie sein. Außerdem gefiel ihr das Leben im Augenblick ganz gut so, wie es war. Single zu sein. Auf keinen anderen Menschen Rücksicht nehmen zu müssen.

„Ich hätte da eine Idee“, sagte Ethan. „Du brauchst einen Mann, gegen den deine Mutter absolut nichts einwenden kann. Den stellst du deinen Eltern vor. Deutest an, dass es etwas Ernstes werden könnte. Dann gibt deine Mutter Ruhe.“

Priscilla musste zugeben, dass der Plan einen gewissen Reiz hatte. „Und wo soll ich so einen Prachtkerl...



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