Leonard | Süße Küsse - gefährliche Wahrheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 152025, 144 Seiten

Reihe: Julia

Leonard Süße Küsse - gefährliche Wahrheit


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3497-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 152025, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-3497-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Umweltschutz bedeutet Liam Montgomery alles. Jetzt ist er zurück auf Black Oak und will die Familiendestillerie in einen nachhaltigen Betrieb umwandeln - sehr zum Missfallen seiner Geschwister! Sie gewähren ihm einen Monat, um gemeinsam mit der engagierten Ava seine Vision zu verwirklichen. Ava, die seine Leidenschaft für eine bessere Welt teilt, begleitet ihn auf Geschäftsreisen - und stiehlt ihm überraschend mit einem heißen Kuss sein Herz. Doch dann erfährt Liam, dass sie die Tochter seines größten Rivalen ist ...



K. C. Leonard - ein Name, der mehr verbirgt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Hinter dem Pseudonym steckt ein erfolgreiches Autorenduo, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichten zu erzählen, die nicht nur berühren, sondern tief unter die Haut gehen. Romances voller intensiver und fesselnder Momente, die sich der Liebe in all ihren Nuancen widmen - von der behutsamen Annäherung, die sich leise ins Herz schleicht, bis hin zur stürmischen Leidenschaft, die alles mit sich reißt.

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1. KAPITEL


Mit einem sanften Ruck setzte das Flugzeug auf der Landebahn des San Antonio International Airport auf. Im nächsten Moment spürte Liam, wie die Maschine so stark abbremste, dass er in seinen Gurt gepresst wurde. Er atmete tief durch und zwang sich, die Finger, einen nach dem anderen, von den Armlehnen seines Sitzes zu lösen.

Er hasste es, zu fliegen – und zwar nicht nur aus ökologischen Gründen, auch wenn er sich der Ironie darin durchaus bewusst war. Liam Montgomery, Naturschützer und Umweltaktivist, gezwungen, mit einem der umweltschädlichsten Verkehrsmittel überhaupt zu reisen. Aber ihm war keine Alternative geblieben. Seine Schwester Charlotte hatte seine umgehende Rückkehr nach Texas dafür zur Bedingung gemacht, dass sie mit dem Familienunternehmen, das Liam eigentlich geglaubt hatte, für immer hinter sich gelassen zu haben, sein jüngstes Projekt im Amazonasregenwald unterstützen würde.

Und so saß er jetzt hier im Flieger, atmete wiederaufbereitete Luft und schaute durch das schmale Fenster neben sich auf ein Ödland aus Beton und Asphalt, wo sich früher endlose Prärie, Eichen- und Mesquitewälder erstreckt hatten. Allein der Anblick ließ Zorn in ihm hochkochen – auf die Rücksichtslosigkeit der Menschen, die in ihrer Geldgier und ihrem grenzenlosen Egoismus alles zerstörten, was ihnen im Weg stand.

Zehn Minuten später, als die Maschine ihre endgültige Parkposition eingenommen hatte, trat Liam über eine kurze Gangway auf die Fluggasttreppe in den gleißenden Sonnenschein von San Antonio.

Es roch nach heißem Asphalt, Kerosin und der trockenen Hitze von Texas – einer Mischung aus Staub und verbrannter Erde. Ein Shuttlebus brachte ihn und die anderen Passagiere zum Flughafenterminal. Als sie eintraten, ließ Liam die stark klimatisierte Luft im Inneren des Gebäudes beinahe frösteln. Er runzelte missbilligend die Stirn. Was für eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen – und wozu? Nur, damit sich die Geschäftsreisenden und Touristen nicht der Sommerhitze von San Antonio ausgesetzt sahen.

Er ignorierte das aufgeregte Schnattern der anderen Passagiere und machte sich mit ausgreifenden Schritten auf den Weg zur Gepäckausgabe. Wie immer reiste er mit wenig Gepäck. Er hatte schon früh gelernt, Praktikabilität über Komfort zu stellen. In den Regionen der Welt, in denen er sich aufhielt, war das oft auch kaum anders möglich. Wenn es elektrischen Strom gab, dann wurde er in der Regel über Generatoren erzeugt, die wiederum Abgase erzeugten, die er und seine Mitstreiter möglichst vermeiden wollten. Zum Duschen verwendeten sie gesammeltes Regenwasser, das nach einer gründlichen Filterung auch getrunken wurde. Kommunikation mit der Außenwelt war nur über Satellitentelefone möglich, die aber im dichten Dschungel nicht funktionierten, sodass ihr Einsatz auf Orte beschränkt war, an denen freie Sicht zum Himmel herrschte, wie an Flussufern, auf Lichtungen und auf Hügelkuppen ohne starken Baumbewuchs.

In dem großen, dunkelgrünen Treckingrucksack, der jetzt über das Laufband auf ihn zufuhr, befand sich nahezu sein gesamtes Hab und Gut. Er hatte es nur widerstrebend als Gepäck aufgegeben, aber die Dame beim Einchecken in Belém hatte ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es zu groß war, um als Handgepäck in der Kabine mitbefördert zu werden.

Er schlang sich die Tragegurte über die Schultern und ging dann auf die großen automatischen Milchglastüren zu, die zur Arrival-Lounge des Flughafens führte. Dort sollte ein Fahrer auf ihn warten, der ihn zur Black Oak Ranch bringen würde – dem Ort, an dem er aufgewachsen war und an den er eigentlich nie wieder hatte zurückkehren wollen. Aber die Umstände hatten ihm, wie so oft, einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Stünde das Projekt ohne die finanzielle Unterstützung durch Black Oak nicht auf der Kippe, er hätte sich niemals dazu bereit erklärt, auch nur einen einzigen weiteren Tag in seinem Elternhaus zu verbringen. Seit dem Anruf vor zwei Wochen, bei dem Matthew Caultner, ihr bisheriger Hauptsponsor, verkündet hatte, dass er sich aus dem Projekt zurückziehen wollte, hatte er mit wachsender Verzweiflung versucht, einen Ersatz aufzutun. Aber der Grund, aus dem Caultner sie im Stich gelassen hatte, schreckte auch die meisten anderen potenziellen Sponsoren ab. Ein Grund, der in Liams Augen mehr als lächerlich war.

„Du hast dich verändert“, hatte Caultner ihm am Telefon gesagt. „Als ich angefangen habe, euch zu unterstützen, war ich besonders angetan von eurem Enthusiasmus, eurer Begeisterung für die Sache. Und ehe du etwas sagst: Ja, ich weiß, dass das immer noch so ist. Ihr brennt mehr denn je für eure Projekte, aber … Liam, du schießt einfach immer weiter übers Ziel hinaus. Friedliche Proteste und Aktionen sind eine Sache. Aber ihr kettet euch an die Fahrzeuge der Holzfäller und lasst euch auf direkte Auseinandersetzungen ein.“

„Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“, erwiderte Liam. „Wir können keine Veränderungen bewirken, wenn wir nicht bereit sind, dafür auch etwas zu tun. Du findest, wir gehen zu weit? Ich persönlich bin der Meinung, wir gehen noch lange nicht weit genug. Wir müssen unbequem sein, den Menschen den Spiegel vorhalten, sonst wird sich nie etwas ändern.“

Doch Caultner blieb hart. „Tut mir wirklich leid, Liam. Ich habe lange dabei zugesehen, wie deine Aktionen immer extremer geworden sind. Aber ich kann das jetzt einfach nicht mehr unterstützen.“

Liam war zunächst sprachlos. Caultner hatte immer ihre Leidenschaft geteilt, warum also jetzt dieser plötzliche Rückzug?

Er versuchte, seine Wut zu zügeln, konnte aber nicht lange an sich halten: „Also, weil wir jetzt entschlossener und kompromissloser für den Schutz des Regenwaldes eintreten, sollen wir plötzlich nicht mehr unterstützenswert sein? Wir haben es mit Menschen zu tun, die den Planeten systematisch zerstören!“

„Ich verstehe, dass du frustriert bist“, entgegnete Caultner. „Aber ich glaube einfach, dass du dich verrennst. Es gibt andere Wege, Liam.“

Doch für Liam gab es keinen anderen Weg. Nicht mehr. Er hatte das Gespräch beendet, enttäuscht und entschlossen, neue Mittel und Wege zu finden, um ihr Projekt am Leben zu erhalten. Und das hatte ihn schließlich hierher zurückgebracht, an einen Ort, den er nie wieder hatte betreten wollen.

Die automatischen Milchglastüren schoben sich zur Seite, und Liam trat in die helle, ebenfalls klimatisierte Ankunfts-Lounge. Er blinzelte gegen das grelle Licht und suchte die Menge nach einem Fahrer oder einem Schild mit seinem Namen ab. Doch statt eines Chauffeurs erblickte er zu seiner Überraschung seinen Bruder Ethan, der geradewegs auf ihn zukam.

Ethan, etwas kleiner als Liam, aber muskulöser gebaut, trug ein breites Lächeln auf dem Gesicht, als er ihn erreichte. „Bruderherz!“, rief er aus und zog ihn in eine feste Umarmung.

Liam spürte die kräftigen Hände seines Bruders auf seinen Schultern, fühlte den Druck seiner Arme und war für einen Moment wie erstarrt. Diese Art von Nähe war ihm fremd geworden. Zu lange war er in den entlegenen Ecken der Welt unterwegs gewesen, um sich an körperliche Zuneigung zu erinnern.

Aber dann, ganz langsam, entspannte er sich. Ein unerwartetes Gefühl der Vertrautheit durchströmte ihn, und er erwiderte die Umarmung. „Ethan“, murmelte er, überrascht von der Intensität der Emotionen, die ihn überkamen. Für einen Moment vergaß er den Grund seiner Rückkehr und die Spannungen der letzten Monate. Es war einfach nur gut, seinen Bruder zu sehen, jemanden, der ihn verstand, auch wenn sie oft unterschiedlicher Meinung waren.

Ethan löste die Umarmung und trat einen Schritt zurück, musterte ihn mit einem amüsierten Blick. „Du siehst aus wie ein wild gewordener Yeti“, sagte er schmunzelnd. „Sag, wann hast du dich das letzte Mal rasiert?“

Liam grinste schief. „Vielleicht, als du das letzte Mal ein Buch gelesen hast.“

Ethan lachte laut auf. „Touché. Komm, ich bringe dich zur Ranch. Charlotte kann es kaum erwarten, dich zu sehen.“

Liam nickte, obwohl ein Teil von ihm widerstrebte. Doch Ethan legte ihm einen Arm um die Schultern und führte ihn Richtung Ausgang. Während sie durch die Halle gingen, verspürte Liam einen seltsamen Frieden, den er lange nicht mehr empfunden hatte. Vielleicht war nicht alles schlecht daran, dass er gezwungen gewesen war, herzukommen. Natürlich wusste er, dass es nicht so leicht werden würde. Aber jetzt, in diesem Moment, fühlte es sich an, als wäre er wieder zu Hause – zumindest ein bisschen.

Die Black Oak Ranch breitete sich in all ihrer rustikalen Pracht vor Liam aus, als Ethan den Wagen über den langgestreckten Auffahrtsweg zum Haupthaus fuhr. Die imposante Architektur des weißen Gebäudes mit den schiefergrauen Dächern hob sich klar gegen den Abendhimmel ab, dessen warmes Gold langsam in die kühleren Töne des Dämmerungsblau überging.

Auf den staubigen Weiden, die das Haus umgaben, grasten Pferde. Eines davon, tiefschwarz mit einer Blässe auf der Stirn, kam auf das Gatter, das den Weg von der Weide abtrennte, zugelaufen, und Liam atmete scharf ein. „Ist das …“

„Shadow“, entgegnete Ethan mit einem warmen Lächeln. „Charlie hat dafür gesorgt, dass er seinen wohlverdienten Lebensabend auf der Ranch verbringen kann. Ebenso wie deine Stute Ginger im Übrigen auch.“

Liam verschlug es für einen Moment die Sprache. Ginger...



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