Leroux | Das Parfüm der Dame in Schwarz | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 223 Seiten

Reihe: Krimis bei Null Papier

Leroux Das Parfüm der Dame in Schwarz


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96281-496-0
Verlag: Null Papier Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 223 Seiten

Reihe: Krimis bei Null Papier

ISBN: 978-3-96281-496-0
Verlag: Null Papier Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein weiterer Kriminalfall mit dem zwielichtigen Frédéric Larsan und dem Reporter Joseph Rouletabille. Mathilde Stangerson und Robert Darzac, nach den abenteuerlichen Erlebnissen aus 'Das Geheimnis des gelben Zimmers' nun frisch verheiratet, fahren zu ihren Freunden Edith und Arthur Rance nach Château d'Hercule. Aber der geheimnisvolle Larsan taucht wieder auf ihrem Weg auf und terrorisiert weiterhin die schöne Mathilde. Rouletabille, unterstützt vom treuen Sainclair, untersucht, wie Larsan es gelungen ist, in das Château einzudringen. Wieder ein Schloss, wieder ein geheimnisvolles Verbrechen, und wieder eine Gruppe von Menschen, von denen jeder der Täter sein könnte. Die Verfilmung von 2005 war in Frankreich ein großer Erfolg. Gaston Louis Alfred Leroux war ein französischer Journalist und Schriftsteller. Weltbekannt ist er vor allem durch seinen Roman 'Das Phantom der Oper'. Null Papier Verlag

Gaston Louis Alfred Leroux (6. Mai 1868-15. April 1927) war ein französischer Journalist und Schriftsteller. Weltbekannt ist er vor allem durch seinen Roman 'Das Phantom der Oper'
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Erstes Kapitel – Ein Anfang wie ein Ende


Am 6. April fand in Paris in der Kirche Saint Nicolas du Cardonnet die Trauung von Robert Darzac und Mathilde Stangerson in aller Stille statt. Es waren kaum zwei Jahre verflossen seit den Ereignissen, die ich in dem Buche: »Das geheimnisvolle Zimmer« erzählt habe. Um die Trauungsfeierlichkeiten geheim zu halten, hatte man eine abgelegene Kirche gewählt und nur ein paar Freunde von Robert Darzac und Professor Stangerson, auf deren Verschwiegenheit man sich verlassen konnte, eingeladen.

Als ich die Kirche betrat und die Anwesenden musterte, wunderte ich mich, dass Joseph Rouletabille noch nicht da war. Aber er musste jeden Augenblick kommen.

Inzwischen näherte ich mich den beiden Rechtsanwälten – Robert und Hesse –, die leise ihre Erinnerungen über die merkwürdigen Begebenheiten bei dem Versailler Prozess damals austauschten, die die bevorstehende Feierlichkeit in ihnen wieder wachrief. Rechtsanwalt Robert meinte, dass selbst der günstige Ausgang des Versailler Prozesses ihn noch nicht über das Schicksal von Robert Darzac und Mathilde Stangerson beruhigt habe. In Sicherheit hielt er sie erst seit der offiziell bestätigten Nachricht von dem Tode ihres furchtbaren Feindes Frédéric Larsan.

Einige Monate nach der Freisprechung Darzacs nämlich hatten die Zeitungen den Untergang der »Dordogne«, des Postdampfers der Linie Havre–New York gemeldet. Ein Dreimaster war nachts bei der Neufundlandbank im Nebel auf die »Dordogne« gestoßen und mit seinem Vorderteil in den Maschinenraum des Postdampfers gedrungen. Während der kenternde Dreimaster abgetrieben wurde, war der Postdampfer binnen zehn Minuten gesunken. Mit knapper Not hatten etwa dreißig Passagiere, deren Kabinen sich auf dem Deck befanden, in die Rettungsboote springen können. Sie wurden von einem Fischerboot aufgenommen, das in St. Jacot einlief. In den nächsten Tagen warf der Ozean Hunderte von Leichen ans Land. Unter ihnen befand sich Larsan. Die Dokumente, die man in den Kleidern des Toten fand, bewiesen einwandfrei, dass Larsan tot war.

Mathilde Stangerson war also endlich befreit von diesem abenteuerlichen Gatten, den sie als ganz junges, unerfahrenes, leichtgläubiges Mädchen unter dem Schutze der weitherzigen amerikanischen Gesetze heimlich geheiratet hatte. Dieser gefährliche Verbrecher, dessen wahrer Name Ballmeyer in den Gerichtsstatistiken eine berüchtigte Rolle spielte, und der sie unter dem Namen Jean Roussel geheiratet hatte, konnte nun nicht mehr zwischen Mathilde und den Mann treten, den sie seit vielen Jahren liebte.

In meinem bereits genannten Buch habe ich alle Einzelheiten dieses Prozesses erzählt. Er war wohl einer der eigenartigsten in der Geschichte des Schwurgerichtes, und er hätte den tragischsten Ausgang für die Familie nehmen können ohne das Eingreifen von Joseph Rouletabille. Dieser kleine achtzehnjährige Journalist war der einzige, der hinter dem berühmten Beamten der Sicherheitspolizei, Frédéric Larsan, die Züge von Ballmeyer entdeckte.

Der plötzliche Tod dieses Elenden schien nun aber all den traurigen Ereignissen ein Ende gemacht zu haben, und er hatte auch die schnelle Gesundung von Mathilde Stangerson zur Folge, deren Geisteszustand durch die Schrecken schwer erschüttert gewesen war.

»Sehen Sie, lieber Freund«, sagte Rechtsanwalt Robert zu seinem Kollegen Hesse, dessen Blicke unruhig in der Kirche umherschweiften, »sehen Sie, man muss immer optimistisch sein. Alles wird wieder gut – selbst das Unglück von Fräulein Stangerson. Aber warum sehen Sie sich denn die ganze Zeit so um? Wen suchen Sie? Erwarten Sie jemanden?«

»Ja«, erwiderte Hesse, »ja. Ich erwarte Frédéric Larsan!«

Robert musste trotz der Würde des Ortes lachen. Aber mir war durchaus nicht zum Lachen zumute, denn ich konnte Hesses Gefühl nur allzu gut nachempfinden. Allerdings war ich weit davon entfernt, all das Schreckliche vorauszusehen, das uns bedrohte, aber wenn ich mich in die damalige Situation zurückversetze, da ich noch nichts von all dem wusste, was ich seither erlebt habe, so ist mir noch dieses eigenartige Gefühl gegenwärtig, das mich damals bei der Erwähnung Larsans ergriff.

»Nun, nun, Sainclair«, flüsterte Robert mir zu, der jedenfalls eine unwillkürliche Bewegung von mir aufgefangen hatte. »Sie sehen doch, dass Hesse Spaß macht.«

»Wer weiß«, sagte ich.

Und wie vorher Hesse, spähte auch ich jetzt aufmerksam umher. Larsan wurde, als er sich noch Ballmeyer nannte, so oft totgesagt – wer weiß, ob er nicht als Larsan noch einmal aufersteht?

»Ah, da ist Rouletabille«, sagte Robert, »ich wette, dass er sich nicht solche Gedanken macht wie Sie.«

»Aber er sieht sehr bleich aus«, bemerkte Hesse.

Der junge Journalist näherte sich uns. Zerstreut drückte er uns die Hand.

»Guten Tag, Sainclair! Guten Tag, meine Herren! Ich komme doch nicht zu spät?«

Mir schien, als ob seine Stimme zitterte. Er verließ uns sofort, und ich sah, wie er in einem Betstuhl niederkniete. Er hielt sein Gesicht, das in der Tat außerordentlich bleich war, in den Händen verborgen und schien zu beten. Dann sah ich, wie er sich wieder erhob und sich in den Schatten eines Pfeilers zurückzog. Ich folgte ihm nicht, denn ich bemerkte, dass er allein sein wollte.

In diesem Augenblick betrat Mathilde Stangerson am Arm ihres Vaters die Kirche. Robert Darzac schritt hinter ihr. Wie verändert sie waren! Das Drama von Glandier hatte sie mit allzu schmerzhaftem Griff gepackt. Wessen ich mich genau entsinne, das ist der seltsame Ausdruck, den ihre Augen annahmen, als sie den nicht zwischen uns sah, den sie suchte. Sie schien erst ihre Ruhe und Selbstbeherrschung wiederzufinden, als sie endlich Rouletabille hinter einem Pfeiler entdeckte. Sie lächelte ihm zu, dann auch uns.

»Sie hat immer noch diesen irrsinnigen Blick!«

Ich wandte mich rasch um. Wer hatte diese abscheulichen Worte gesagt? Es war Brignolles, ein weitläufiger Verwandter Darzacs, ein unsympathischer Bursche, der durch die Fürsprache Robert Darzacs die Stelle seines Assistenten in dem Laboratorium der Sorbonne erhalten hatte.

Außer ihm kannten wir keine Verwandten von Robert...



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