E-Book, Deutsch, Band 1573, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Lewis Wie verführt man seinen Chef?
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-536-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1573, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-536-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Er sieht mich einfach nicht!' Seit Jahren arbeitet Tessa als persönliche Assistentin von Prinz Sebastian de la Tour, organisiert, telefoniert ... und ist seit dem ersten Tag in ihren charmanten Chef verliebt. Aber so kann es nicht weitergehen! Tessa kündigt - und kann kaum glauben, dass Sebastian sie zu einer Reise in sein Heimatland überredet. Der sexy Prinz beginnt sogar, mit ihr zu flirten! Sehnsüchtig seufzt Tessa, als Sebastian sie bei Sonnenuntergang zu einem romantischen Rendezvous entführt, sie sinnlich küsst und berührt ... Doch die Affäre bleibt nicht unbemerkt!
Jennifer Lewis gehört zu den Menschen, die schon in frühester Kindheit Geschichten erfunden haben. Sie ist eine Tagträumerin und musste als Kind einigen Spott über sich ergehen lassen. Doch sie ist immer noch überzeugt davon, dass es eine konstruktive Tätigkeit ist, in die Luft zu starren und sich Wolkenschlösser auszumalen. Die Entdeckung, dass sie ihre Gedankengespinste auch auf Papier bringen konnte, beschreibt sie als Offenbarung. Es brauchte zwar ein bisschen Übung, aber nachdem sie eine Finalistin des Golden Heart Contest, einem Nachwuchspreis der Romance Writers of America, wurde, konnte sie 2006 ihr erstes Buch veröffentlichen. Seither wird sie nicht müde, neue Geschichten zu erträumen, um sie mit ihren Lesern zu teilen. Jennifer wurde in Manhattan geboren, wuchs aber in London auf und lernte Europa auf ausgedehnten Reisen in ihren Jugendjahren kennen. Zum Studium ging sie zurück in die USA, wo sie ihren Bachelor in Sprachwissenschaften an der Brown University machte. Danach ging sie nach New York und arbeitete in einem Museum für Fernsehen. Während sie Ausstellungen über Elvis Presley oder Monty Python organisierte, machte sie ihren Master-Abschluss in Kunst. Jennifer Lewis lebt auch heute noch in New York, mit ihrem Ehemann und zwei Kindern, die genauso gerne Lüftschlosser bauen wie sie.
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1. KAPITEL
„Sie können nicht gehen.“
Sebastian de la Tour, der Kronprinz von Caspia, sagte das so gebieterisch und bestimmt, dass Tessa Banks ihm für einen Moment tatsächlich glaubte.
Die kantigen, attraktiven Gesichtszüge ihres Chefs schienen stärkere Emotionen widerzuspiegeln als gewöhnlich. Er strich sich durch das schwarze Haar und stand hinter dem großen antiken Schreibtisch in seinem Büro auf.
Vor Nervosität wurde Tessa flau im Magen – und weil sie das irritierende heiße Verlangen verspürte, das er so oft in ihr weckte.
Bleib hart. Es ist dein Leben.
Sie atmete tief ein. „Ich bin seit fast fünf Jahren Ihre persönliche Assistentin. Ich weiß die Freiheiten, die Sie mir lassen, und die Verantwortung, die Sie mir übertragen, zu schätzen. Aber für mich ist es an der Zeit weiterzuziehen.“
„Weiterziehen?“ Er seufzte frustriert auf. „Das hier ist doch kein Zigeunerwagen, sondern ein Unternehmen. Ich zähle darauf, dass Sie mir helfen, das Chaos zu beseitigen, das sich vor mir aufgetan hat.“
Tessa widerstand der Versuchung, ihn darauf hinzuweisen, dass Caspia Designs womöglich tatsächlich mehr mit einem Zigeunerwagen gemein hatte als mit einer Firma. Das Sammelsurium von Luxusmarken war nicht nur schillernd bunt und extravagant, es hatte auch eine lange Tradition. Eine Kristallkugel zeigte jedoch im Vergleich vielleicht Brauchbares – und mehr als die Buchführungsunterlagen, die man nur „kreativ“ nennen konnte.
Es war allerdings offensichtlich, dass ihr Boss zu keinen Scherzen aufgelegt war.
Sebastian durchquerte das Büro und nahm den Stapel Unterlagen aus dem Eingangskorb. „Bitte vereinbaren Sie für morgen Vormittag einen Termin mit Reed Wellington. Ich möchte mich mit ihm wegen meiner Pläne für Caspia Designs beraten.“ Stirnrunzelnd blätterte er seine Post durch. „Und Sie müssen mir eine neue Hausdame besorgen.“
Wie bitte? Hatte er vor, ihre Kündigung einfach zu ignorieren?
Tessa war wütend und gleichzeitig der Verzweiflung nah. Sprachlos stand sie da.
Kopfschüttelnd sah ihr Boss einen Teil der Unterlagen durch. Vermutlich die Außenstände. Keine angenehme Lektüre, das wusste Tessa.
Sie wünschte, sie würde nicht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt gehen, in dem Sebastian ihre Hilfe brauchte, um die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Ihm waren die Zügel in der einst prestigeträchtigen Firma von seinem Vater, dem König, übergeben worden. Und gleich danach hatte Sebastian herausgefunden, dass das reinste Chaos herrschte.
Die Situation schien sehr ernst zu sein. Zum einen trug er einen Anzug. Normalerweise prangten auf seiner breiten Brust die Insignien einer Luxusmarke – nachdem er ein Unternehmen gerade dazu überredet hatte, in seinem geliebten Caspia eine Boutique zu eröffnen. Fendi, Prada, Gucci – falls es ein T-Shirt mit dem entsprechenden Logo gab, dann trug Sebastian es selbstverständlich und zur Feier der Neueröffnung.
Heute hatte er seine athletische Gestalt in feines graues Kammgarn gehüllt. Ich sollte erleichtert sein, überlegte Tessa, dass ich zumindest nicht Gefahr laufe, auf seine beeindruckenden Oberarmen zu starren. Im Moment war sie jedoch viel zu aufgebracht, um lange über seine Statur nachzudenken.
Wenn er derart wenig Verständnis für ihre Belange zeigte, dann würde sie es ihm mit Freuden gleichtun.
Selbstbewusst legte sie ihren Terminkalender auf den Schreibtisch. „Ich ziehe in zwei Wochen nach Kalifornien. Wenn es Ihnen lieber ist, kann ich sofort gehen.“
Sebastian fluchte leise, sah aber immer noch nicht hoch. Er blätterte in dem Bericht, den sie zusammengestellt hatte, und strich dabei mit dem Zeigefinger eine Zahlenreihe entlang.
Tessa blinzelte. Sie bemühte sich, ruhig zu bleiben. Nach all der Zeit kam sie sich lediglich wie ein Bestandteil des Büros vor – wie der Ledersessel, der Platinfüller oder der Ablagekorb. Ein einfaches, praktisches Ding ohne eigenen Willen.
„Adieu.“ Ihr zitterte die Stimme, als sie zur Tür ging. Dabei musste Tessa über einen der Kartons voller staubiger Unterlagen steigen, die sie fast den ganzen letzten Monat in Anspruch genommen hatten, einschließlich dreier Wochenenden. Ich habe wirklich genug Lebenszeit auf den Dienst an der Krone von Caspia verwendet, dachte sie.
„Wohin gehen Sie?“ Sebastians harte Worte ließen scheinbar sogar die antiken deckenhohen Fenster des Sandsteingebäudes aus dem neunzehnten Jahrhundert erbeben.
„Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten zuzuhören, dann wüssten Sie, dass ich nach Kalifornien gehe!“ So hatte sie bisher nie mit ihm gesprochen.
Sebastian legte den Bericht auf den mit Leder bezogenen Schreibtisch. „Tessa, das kann nicht Ihr Ernst sein.“ „Warum nicht?“ Sie wünschte, sie hätte nicht derart unsicher geklungen.
„Weil ich Sie brauche.“
Seine Worte klangen in ihr nach, und sie musste sich mit einer Hand am Türrahmen abstützen. Wenn er mich bloß wirklich brauchen würde, ging es Tessa durch den Sinn, und nicht bloß eine gesichtslose Assistentin, die sich so gut um alles kümmert, dass sie dadurch praktisch unsichtbar wird.
Aber er brauchte sie nicht. Er hatte Supermodels und Starlets von Hollywood bis Bollywood, die sich ihm ständig an den Hals warfen. Wer wusste das besser als sie? Schließlich stellte sie ihm die Anrufe durch.
„Tessa.“ Er ging zu ihr und umrundete dabei geschickt einen aufgeklappten Karton. „Sie wissen doch, dass ich ohne Sie verloren wäre.“
Sein intensiver Blick schlug sie in seinen Bann. Wenn sie ihm in die großen dunklen Augen sah, war sie bereit, fast alles für ihn zu tun.
Er sagt das nur, damit du ihn nicht im Stich lässt.
Trotzdem … Tessa hob das Kinn. „Ich werde in einem Monat dreißig.“ Sie zögerte. Ihr Privatleben ging ihn im Grunde nichts an.
„Was hat das denn damit zu tun?“
Typisch. Warum sollte es ihn auch im Entferntesten interessieren, dass sie sich einen Ehemann wünschte, Kinder, ein ganz normales Leben?
Das brauchte sie aber nicht zu erwähnen. Es war besser, mit einem letzten Rest Würde zu gehen. „Es ist Zeit für einen Wechsel.“
„Tessa.“ Die Arme vor der Brust verschränkt, sah er sie an. „Falls Sie mit Ihrer Position in irgendeiner Weise unzufrieden sind, hätten Sie sofort zu mir kommen sollen. Liegt es an Ihrem Titel? Ihrem Gehalt? Das können wir jetzt gleich ändern.“
„Nein, es ist nichts dergleichen.“
Sie zögerte erneut, weil sie eines auf keinen Fall preisgeben wollte: Er war einer der Gründe, aus denen sie gehen musste. Denn Sebastian de la Tour, den die New Yorker Klatsch-presse „Prinz von Manhattan“ getauft hatte, erinnerte sie andauernd an alles, was ihr im Leben fehlte.
Besonders, weil er kaum wusste, dass sie existierte.
„Ich habe das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Mein Leben rinnt mir durch die Finger …“ Fiel ihr noch etwas ein, was weniger wie ein abgedroschenes Klischee klang?
„Und Kalifornien ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?“
„Ich weiß, dass es das nicht ist, aber ich muss mich unbedingt neu orientieren.“ Sein eindringlicher Blick ließ sie zurückweichen, und sie ging auf die andere Seite des Büros hinüber. Ihr Herz klopfte heftig.
„Was ist das für ein Job, den Sie angeboten bekommen haben?“
„Ich habe noch keinen Job in Aussicht. Aber ich bin sicher, dass ich einen finde, wenn ich erst einmal vor Ort bin.“
„Warum dann Kalifornien? Sie laufen doch wohl nicht einem Mann hinterher, oder?“
Tessa stand wie erstarrt da. Ihr krampfte sich der Magen zusammen. „Es gibt da jemanden, ja.“
Sebastian zögerte. Er wurde von einem seltsamen Gefühl erfasst. „Ich wusste nicht, dass Sie einen Freund haben.“
„Na ja.“ Tessa blinzelte. „Sie sind mein Chef.“
„Aber wir sind auch befreundet, oder nicht? Sie hätten mir sagen können, dass Sie sich verliebt haben und drauf und dran sind, wegzuziehen und mich zu verlassen.“
„Sie waren die letzten drei Monate in Caspia. Ich habe Sie überhaupt nicht zu Gesicht bekommen.“
Das stimmte.
„Und es ist ja nicht so, dass er mich gebeten hätte, ihn zu heiraten. Also gab es nicht viel zu sagen.“ Sie strich sich mit einer Hand durchs Haar. Langes goldblondes Haar … das ganz zerzaust wirkte, als wäre sie schon den ganzen Tag mit der Hand hindurchgefahren.
Unerwartet mischte sich heftiges Verlangen in seine Verärgerung. „Er hat Sie also gebeten, seinetwegen einmal quer über den Kontinent zu ziehen. Aber er hat Ihnen nicht einmal einen Antrag gemacht?“
Tessa errötete. „Nein. Ganz so ist es nicht.“
„Wer ist dieser Mann?“
„Er heißt Patrick Ramsay. Er ist Anwalt.“ Sie nahm einen Briefbeschwerer vom Schreibtisch und hielt ihn in den schmalen Händen, um ihn zu betrachten. „Wir sind seit ein paar Monaten befreundet. Er tritt in eine Kanzlei in L.A. ein; und vorgestern hat er mich gefragt, ob ich mit ihm nach Kalifornien ziehen möchte.“
„Und Sie haben Ja gesagt?“ Sebastian war fassungslos und entrüstet zugleich.
„Ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nachdenken muss. Tja, und inzwischen habe ich das.“ Sie blieb stehen, ohne ihn anzusehen. „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es genau...




