Liasson | Angel Falls - Und dann kamst du | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 474 Seiten

Reihe: LYX.digital

Liasson Angel Falls - Und dann kamst du


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7363-1819-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 474 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1819-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein einziger Kuss stellt ihre Welt auf den Kopf ...

Eigentlich hatte Sara Langdon mit dem Kleinstadtleben abgeschlossen, doch als ihre Großmutter erkrankt, beschließt sie, nach Angel Falls zurückzukehren und bei ihrem Vater in der Praxis einzusteigen. Als ihr erster Patient ausgerechnet Colton Walker ist, beginnt sie ihre Entscheidung anzuzweifeln - schließlich ist er schuld daran, dass ihr Ex-Verlobter bei seinem Junggesellenabschied auf Abwege geraten ist. Und doch lässt sich die intensive Anziehungskraft zwischen ihnen nicht leugnen, und es kommt zu einem atemberaubenden Kuss, der alles ändert ...

'Dieses Buch darfst du nicht verpassen. Es wird dich zum Lachen und dein Herz zum Schmelzen bringen.' MARINA ADAIR, BESTSELLER AUTORIN

Band 1 der ANGEL-FALLS-Serie von Bestseller Autorin Miranda Liasson



Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com

Liasson Angel Falls - Und dann kamst du jetzt bestellen!

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1


Dr. Serafina Langdon stand in der Notaufnahme des Gemeindekrankenhauses von Angel Falls vor der Tür zu Untersuchungsraum 3, kniff die Augen zu und bemühte sich, ein besserer Mensch zu sein. Offensichtlich versuchte eine höhere Macht ihr zu sagen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen hatte, als sie in ihre Heimatstadt Angel Falls in Ohio zurückgekehrt war. Denn der Name auf dem Blatt Papier in ihrer Hand verriet ihr, dass der Patient in dem Raum vor ihr niemand anderes als Colton Bentley Walker war.

Nicht er. Jeder, nur nicht er. Sie hatte gehofft, sich erst einmal in aller Ruhe wieder in der Stadt einleben und eine Existenz aufbauen zu können, bevor sie sich – ganz zu ihren eigenen Bedingungen – dem Mann stellen würde, der vor einem Jahr mitgeholfen hatte, ihre Verlobung null und nichtig zu machen. Und der schon seit vielen Jahren ein beständiges Ärgernis für sie war – im Grunde seit sie vierzehn gewesen war. Sie hatte gewusst, dass dieser Tag kommen würde; sie hatte nur nicht damit gerechnet, dass es gleich während ihrer ersten Schicht in der Notaufnahme so weit sein würde.

Sara holte tief Luft. Sie rief sich noch einmal ins Gedächtnis, warum sie in diese verschlafene Kleinstadt zurückgekehrt war und nach ihrem hochkarätigen Elitestudium an der Columbia University in der Arztpraxis ihres Vaters anfangen würde. Ihrer wunderbaren, über alles geliebten Großmutter war vor Kurzem die Diagnose Alzheimer gestellt worden, und Sara wollte alles in ihrer Kraft Stehende tun, um der Frau zu helfen, die ihr ganzes Leben lang ihr Fels in der Brandung gewesen war, ihre Stütze, ihre nimmermüde Fürsprecherin. Um Nonnas willen würde sie es mit den Dämonen der Vergangenheit aufnehmen können.

Sara öffnete wieder die Augen. Schob das Blatt Papier zurück in den Metallrahmen an der Wand. Nein, sie konnte es nicht. Nicht heute und vielleicht überhaupt niemals. Sie machte auf der Stelle kehrt und ging mit schnellen Schritten zurück zur Schwesternstation.

An einem Samstag um zwei Uhr nachts war die Notaufnahme genauso gleißend hell erleuchtet wie um zwölf Uhr mittags. Und genauso überfüllt. Selbst die Verwaltungsassistentin telefonierte. Sara spähte um die Ecke, auf der Suche nach dem Arzt, mit dem sie sich die Schicht teilte. Sara war Fachärztin für Allgemeinmedizin, aber in einer so kleinen Stadt wie Angel Falls arbeiteten die Allgemeinmediziner mit den Rettungsärzten zusammen, um die Notaufnahme zu unterstützen. Ihr Schichtkollege heute war Brian Graves, ein Mann aus dem Nachbarort, den sie aus ihrer Zeit als Assistenzärztin kannte. Das Einzige, wofür er berühmt war: Er war mit mehr Frauen im Bett gewesen als jeder Achtzigerjahre-Rockstar.

Sie wandte sich nur äußerst ungern an ihn, aber was war schlimmer? Einen Gefallen von jemandem zu erbitten, der sie flachlegen wollte, oder dem Menschen, dem sie die Schuld daran gab, ihre Aussichten auf ein Leben in nimmer endendem Glück vereitelt zu haben, nicht wiedergutzumachende Schmerzen leiden zu lassen?

Unwillentlich blitzte vor ihrem geistigen Auge ein Bild von ihr selbst im Hochzeitskleid ihrer Mutter auf, wie sie sich vor dem großen Spiegel in Katie O’Haras Brautmodenladen langsam um die eigene Achse drehte, während ihre Schwestern, ihre Großmutter und ihre Stiefmutter laute Ohs und Ahs ausstießen. Der Kummer über eine Zukunft, die wie eine Seifenblase zerplatzt war, krampfte ihr den Magen zusammen, wie immer, wenn er gerade am schlimmsten war. Sie wollte nicht an all die Seelenpein erinnert werden, und sie würde Colton auf keinen Fall gegenübertreten können, ohne ihn sogleich umbringen zu wollen. Gut, gut. Die Sache war also entschieden. Dann eben Brian.

Sie sah, wie er den Flur hinunter zu einem der Untersuchungsräume schlenderte, den Blick auf den Hintern einer Krankenschwester geheftet, die gerade die übliche Zwei-Uhr-morgens-Kanne Kaffee kochte.

»Würdest du vielleicht einen Patienten mit mir tauschen?«, fragte Sara.

Er beugte sich vor und nahm ihr das Tablet aus der Hand. »Ah, Polizeichef Walker.« Er blickte von dem Tablet auf. »Bist du etwa vor den Bullen auf der Flucht oder so was?«

Er kicherte über seinen eigenen Scherz und richtete seine babyblauen Augen auf sie. Viele Frauen fanden sie hypnotisierend, aber Sara war definitiv immun gegen seinen schlüpfrigen Charme.

Brian reichte ihr das Tablet, doch als sie es ihm abnehmen wollte, hielt er es fest. »Kann ich nicht machen. Tut mir leid. Auch wenn es ein einfacher Fall ist. Keine Ahnung, warum dich die Sache so beunruhigt. Ein bisschen Nähen und eine Tetanusspritze, und die Sache ist erledigt. Es sei denn, du hast Angst, dich in den Cop zu verlieben. Da wärst du mit einem heißen Doc wie mir besser beraten. Ich persönlich mag die Gefahr übrigens auch, falls es das ist, worauf du aus bist.«

Sie verdrehte die Augen. »Ich weiß selbst, dass es ein einfacher Fall ist, und ich habe keine Schwäche für ihn. Womit hast du es denn gerade zu tun?«

»Gefahr von Herzstillstand. Oder vielleicht hat der Bursche ja auch nur heftiges Sodbrennen, weil er in dem neuen mexikanischen Restaurant an der Route 44 gegessen hat. Ich hab bereits nach ihm gesehen und entsprechende Untersuchungen angeordnet, sonst würde ich ja mit dir tauschen. Das nächste Mal komme ich dir da gern entgegen.« Er ließ den Blick über sie gleiten, als trüge sie ein ihre Brüste zur Geltung bringendes Cocktailkleid statt blauer OP-Kleidung, eines weißen Kittels und eines Stethoskops, das mit einem kleinen kuscheligen Koalabären geschmückt war. Den Koala hatte sie bei ihrer Rückkehr von ihrer besten Freundin Kaitlyn als Willkommensgeschenk erhalten, damit die von Sara untersuchten Kinder nicht so viel Angst haben würden.

»Ähm, okay. Danke.« Er begaffte sie noch immer mit diesem ekelhaften Baby-ich-will-dich-Blick.

»Apropos entgegenkommen …«

»Keine Chance, Brian.« Sie riss ihm das Tablet aus der Hand. »Aber danke schön«, rief sie noch über die Schulter, während sie sich bereits in Bewegung gesetzt hatte.

Ach, scheiß drauf. Wenn sie mit dem geilen Brian fertigwurde, würde sie auch mit »Ihm, dessen Name nicht genannt werden darf« fertigwerden. Und so klopfte sie an die Tür zu dem Untersuchungsraum und trat ein.

Und dort lag er, auf einer fahrbaren Krankentrage, und sah sich ein spätnächtliches Fußballspiel zweier spanischer Mannschaften an. Colton. Er hatte sich behaglich ausgestreckt, einen Ellbogen als Stütze hinterm Kopf verschränkt und sah zu dem an der Wand befestigten Fernseher hinauf. Der Krankenhauskittel war ihm vom Arm gerutscht und entblößte dessen sehnige, sonnengebräunte Pracht vor versammelter Welt.

All die männlichen Muskeln hatten sie vorübergehend von seinem Problem abgelenkt, doch jetzt konnte sie es deutlich erkennen. Sein linker Arm war gestreckt und ließ die schartigen Ränder einer blutigen Wunde erkennen, die sich um seinen Bizeps zog.

Um seinen sehr muskulösen Bizeps. Er war ein durchtrainierter Mann, schlank, aber muskelbepackt. Natürlich nahm sie davon nur auf professionelle ärztliche Weise Notiz, um sich ein Bild von ihrem Patienten zu machen.

Er wäre durchaus hübsch gewesen, wäre da nicht die Tatsache, dass er das größte Arschloch der Welt war. Dass er groß und stark war und breite Schultern hatte, spielte nur insofern eine Rolle, als man mit ihm an seiner Seite in einer dunklen Gasse völlig sicher wäre. Sein Haar war früher eher lang und dick gewesen, aber jetzt hatte er einen kompromisslosen Kurzhaarschnitt. Seine Augen – kühle, geradezu verheerend blaue Augen mit allzu langen Wimpern – lösten sich nun vom Fernseher und wandten sich Sara zu. Sie erwischte den Moment des beginnenden Wiedererkennens, und hey, schimmerte da etwa Angst in ihnen auf?

Sie hoffte es von Herzen. Schließlich würde sie es sein, die hier die Nadel führte. Das hier war ihr Revier. Und Sara hatte nicht vor, ihn das vergessen zu lassen, nicht eine einzige Sekunde lang.

Er musterte sie mit seiner typisch gelangweilten, distanzierten Art, als wäre sie seiner Beachtung nicht würdig. Ehe sie es hätte verhindern können, war ihre Hand an ihrer Brille, nachdem sie sich plötzlich daran erinnert hatte, sie sich für die heutige Nachtschicht aufgesetzt zu haben. Sie konnte sich gerade noch daran hindern, sie zurechtzurücken, und rief sich ins Bewusstsein, dass die Highschool Ewigkeiten her war, dass sie nicht mehr das ungeschickte schlaksige Mädchen mit dem flammend roten Kraushaar war, das er damals immer unbarmherzig Sara Jane the Brain genannt hatte. Worauf dann viele weitere Jahre gefolgt waren, in denen er sie weitestgehend ignoriert und gnädig toleriert hatte – was alles nur umso peinlicher gemacht hatte, da er der beste Freund ihres Ex-Verlobten Tagg war.

Tagg arbeitete inzwischen eine Autostunde entfernt als Neurologe an der Cleveland Clinic, während sie nun wieder daheim in Angel Falls war und mühsam versuchte, sich ein Leben aufzubauen, das nichts mehr mit demjenigen gemein hatte, das sie noch vor einem Jahr angestrebt hatte. Positiv betrachtet rief ihr das Zusammensein mit ihrer Familie ins Gedächtnis, wie sehr sie sie alle doch vermisst hatte. Obwohl es sie zugleich immer noch schmerzte, dass ihr Dad offensichtlich alles andere als begeistert darüber war, sie als Partnerin in seiner Praxis zu haben.

Sara hatte bereits den Mund geöffnet, um eine, wie sie hoffte, professionelle Begrüßung herauszubringen, als jemand hinter ihr die Tür aufdrückte. Brian streckte den Kopf in den Raum.

»He, Colt, schön, dich zu...


Liasson, Miranda
Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com

Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com



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