Liasson | Angel Falls - Weihnachten nur mir dir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Englisch, 461 Seiten

Reihe: LYX.digital

Liasson Angel Falls - Weihnachten nur mir dir


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7363-9999-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Englisch, 461 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-9999-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Fake-Verlobter und eine Überraschung zu Weihnachten

Seitdem Kaitlyn Barnes mit ihrem besten Freund geschlafen hat, ist alles anders: Die junge Cafébesitzerin ist nämlich schwanger. Rafe, in den sie schon lange verliebt ist, reagiert geschockt auf die Nachricht. Seit er seine Freundin vor einigen Jahren verloren hat, hat er sich geschworen, nie wieder zu lieben. Doch dann glauben alle, Rafe und Kaitlyn seien miteinander verlobt. Und statt die Lüge aufzuklären, erhalten die beiden die Scharade weiter aufrecht, und kommen sich dabei näher als je zuvor ...

'Miranda Liasson hat eine wunderbare Weihnachtsgeschichte voller Hoffnung, Kummer, Liebe und einer ungeplanten Schwangerschaft erschaffen.' Goodreads

Abschlussband der ANGEL-FALLS-Serie von Bestseller-Autorin Miranda Liasson



Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com

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1


Ein wahrhaft schlechter Tag für einen Schwangerschaftstest, befand Kaitlyn Barnes, als sie an einem verschneiten Abend Ende November in ihrem Café, dem Bean, die Theke abwischte. Trotzdem hatte sie den Test gemacht, und in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich in den letzten Tagen ziemlich miserabel gefühlt hatte, war das leuchtend blaue Pluszeichen für sie auch keine Überraschung gewesen.

Sie war viel zu beschäftigt, um an eine Schwangerschaft auch nur zu denken, geschweige denn sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie um alles in der Welt es hatte passieren können.

Okay, sie wusste, wie es passiert war. Und wann. Und sie wollte sich da auch gar nichts vormachen: Nachdem sie sich beide jahrelang bemüht hatten, vor ihrer gegenseitigen Anziehung die Augen zu verschließen, war der Sex mit Rafe Langdon einfach absolut unglaublich gewesen. Aber wie um alles in der Welt war es angesichts von gleich zwei Arten von Empfängnisverhütung nur möglich gewesen, dass … nein. Sie wollte nicht weiter darüber nachgrübeln. Nicht jetzt, wo sie sich erst einmal vorrangig um ihre Familie, ihr Café und ihr Leben zu sorgen hatte.

Mary Mulligan, der letzte Gast im Bean, brachte ihre leere Tasse an die Theke, und ihre sonst so freundlichen blauen Augen blitzten verschmitzt. »Du bist eine gute Freundin von Rafe Langdon, nicht wahr, Liebes?«

»Jaja, ich kenne Rafe schon ewig.« Kaitlyn kniff die Augen zusammen, um nicht an seinen kräftigen muskulösen Körper, sein kantiges Kinn und seine wohlgeformten dunklen Brauen denken zu müssen. Sowie an andere Körperteile, an die sie jetzt wirklich nicht denken wollte.

»Ich habe ihn in letzter Zeit gar nicht mehr hier gesehen. Wie geht es ihm?«, erkundigte sich Mary.

Kaitlyn vermochte es ihr nicht zu sagen. Sie hatte seit jenem Vorkommnis, das sie mittlerweile insgeheim nur noch »den Zwischenfall« nannte, kaum mehr mit Rafe gesprochen. Jener »Zwischenfall« hatte aus einem Hochzeitsabend, mehreren Drinks, einem Gewitter und einer allzu einladenden Hütte bestanden. »Ich … ich habe ihn auch schon länger nicht mehr gesehen«, antwortete Kaitlyn mit einem Achselzucken. »Vielleicht hat er sich ja das Kaffeetrinken abgewöhnt.«

Und doch war keine einzige Minute vergangen, in der sie nicht an ihn und seinen schönen vollen Mund gedacht hatte, der stets zu einem leisen Lächeln verzogen zu sein schien.

Oh, dieses Lächeln. Das hatte Kaitlyn in solche Schwierigkeiten gebracht – Rafes Fähigkeit, mit diesem unbefangenen, selbstsicheren Grinsen jede Art von Sorge und Kummer irgendwie sogleich leichter zu machen. Sein Grinsen war unwiderstehlich – er war unwiderstehlich, vor allem für sie, deren Leben typischerweise randvoll mit Sorgen und Kummer war.

Sie blinzelte und stellte fest, dass Mrs Mulligan sie anstarrte. »Entschuldigen Sie, Mary«, meinte Kaitlyn. »Was haben Sie gerade gesagt?« Sie durfte ihre Gedanken nicht einfach so umherschweifen lassen.

»Ich habe gesagt, ich hoffe, dass du bald nach Hause gehen kannst, Liebes. Du siehst abgespannt aus.«

Kaitlyn machte eine wegwerfende Handbewegung. »Ich bin nur ein wenig müde.« Und ihr war übel. Und sie gab regelmäßig ihr Mittagessen wieder von sich. Und ihr Frühstück. »Wollen Sie vielleicht noch eine Tasse Tee?«, fragte Kaitlyn. »Es macht mir keine Umstände.«

»Ach nein, danke. Ich weiß, dass du gleich schließt. Ich kann nur einfach nicht fassen, dass Rafe für den Wohlfahrtskalender der Ersthelfer für nächstes Jahr posiert hat. Mr Dezember – Chief Walker hat als Werbung für den Kalender ein Poster von ihm drucken und den meisten Ladeninhabern auf der Hauptstraße zukommen lassen. Irgendjemand hat sogar eines dieser Poster am Fuß der Engelsskulptur aufgehängt. Alle Frauen im Kosmetiksalon reden darüber. Findest du nicht auch, dass er zum Niederknien ist?« Mary unterstrich ihre Bemerkung mit einem vielsagenden Blick.

Erstens war Colton Walker, der örtliche Polizeichef, Rafes bester Freund und hatte Feuerwehrmann Rafe eigens dazu angestachelt, für diesen Kalender zu posieren, wohl wissend, dass Rafes Bild für Dutzende zusätzlich verkaufter Exemplare sorgen würde. Zweitens hatte Colton ihr selbst kein Exemplar von Mr Dezember vorbeigebracht – nicht dass sie eins gewollt hätte, aber sie hatte sich doch nach dem Grund dafür gefragt, schließlich befand sich ihr Café mitten auf der Hauptgeschäftsstraße. Und drittens war Rafe in der Tat absolut zum Niederknien, aber sie wusste nur zu gut, dass er keine ernste Beziehung eingehen wollte. Also spielte es eigentlich sowieso keine Rolle, was sie fand oder nicht fand.

Sie strich sich sachte über den Bauch, der inzwischen ein klein wenig voller war als gewöhnlich, aber immer noch hinreichend flach, um niemanden Verdacht schöpfen zu lassen. Eine neue Welle der Übelkeit überkam sie, doch sie umklammerte die Theke und holte tief Luft, um das flaue Gefühl zu unterdrücken. Ob es ihr gefiel oder nicht, sie würde noch für sehr lange Zeit an Rafe Langdon denken müssen.

»Er wird mit Sicherheit jede Menge Kalender für das Kinderkrankenhaus verkaufen«, fuhr Mary fort und klatschte in die Hände. »Eine echte Inspiration für die Weihnachtstage.«

Ja, Weihnachten. Auch jetzt tanzten draußen vor den großen zur Straße hinausgehenden Fenstern Schneeflocken im orangefarbenen Licht der Straßenlaternen. Ein chaotisches Gewirbel, das Kaitlyns emotionalen Zustand widerzuspiegeln schien. Gemeindearbeiter von Angel Falls hatten je eine große Zuckerstange ins Licht jeder Laterne gehängt, sodass die Hauptstraße einen zugleich fröhlichen wie festlichen Charakter angenommen hatte, und Kaitlyn selbst hatte vielfarbige Lichterketten um sämtliche Fenster des Cafés geschlungen. Sie liebte Weihnachten. Für sie war es die schönste Zeit des Jahres. Nicht jedoch in diesem Jahr. Nicht in diesem Moment. Ihr war alles andere als festlich zumute.

»Wie geht es deiner Nichte, Liebes?«, fragte Mary weiter. »Ich habe gehört, sie wäre irgendwie in Schwierigkeiten?«

Ach ja, Hazel. Nikki, Kaitlyns ältere Schwester, hatte ihre siebzehnjährige Tochter nach Angel Falls geschickt, damit sie dort Familie um sich hatte und von all den schlechten Einflüssen wegkam, denen sie an ihrer riesigen Highschool in Los Angeles ausgesetzt gewesen war. Selbstredend war Hazel alles andere als begeistert davon, nach Angel Falls abgeschoben worden zu sein, um hier die Schule weit weg von daheim abzuschließen. Kaitlyn wusste, dass Hazel nur abwartete, bis sie endlich achtzehn wurde und Angel Falls und ihrer ganzen Familie den Rücken kehren konnte.

»Sie … lebt sich allmählich ein. Danke der Nachfrage, Mary«, antwortete Kaitlyn. Hazel hatte gravierende Probleme damit, sich an das Leben in Angel Falls anzupassen, aber Kaitlyn hatte schon vor langer Zeit gelernt, dass es am besten war, die Gerüchteküche ihrer kleinen Stadt, in der jeder jeden kannte, möglichst nicht zu befeuern, ganz gleich, wie besorgt und freundlich ihre Gäste auch sein mochten.

Plötzlich ertönte die Türglocke des Cafés und Schneeflockengewirbel kam herein – und mit ihm der Polizeichef höchstpersönlich, Hazels knochigen Ellbogen im festen Griff seiner Hand. Mit ihrer schlanken Gestalt, ihren großen braunen Augen und dem zarten geschwungenen Mund erinnerte Hazel Kaitlyn immer noch an eine Elfe, an ein liebliches, zerbrechliches Geschöpf. Nur dass es inzwischen schwierig geworden war, auch nur zwei Wörter aus ihr herauszukriegen, und in puncto Persönlichkeit ähnelte sie nicht einmal mehr ansatzweise dem kleinen Mädchen, das früher so gerne den Sommer hier verbracht hatte. Als Kaitlyn Coltons besorgten Blick bemerkte, machte sie sich auf das Schlimmste gefasst und stellte Marys Teetasse mit einem dumpfen Geräusch auf die Theke.

»Colton. Hazel. Alles in Ordnung?« Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab und kam eilig um die Theke herum.

»Danke für den Tee, Liebes«, sagte Mary und warf Kaitlyn eine schnelle Kusshand zu. Nach einem Winken in Coltons Richtung und einem Augenzwinkern für Hazel zeigte sich Mary klug genug, das Café zu verlassen.

Kaitlyn trat neben ihre Nichte und umfasste sie an den Oberarmen, eine Geste, die Hazel zwang, sie anzusehen. Sie begegnete Kaitlyns Blick, in ihren Augen der übliche einstudierte Ausdruck stoischer Gleichgültigkeit. Doch für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Kaitlyn auch Angst darin zu erkennen, bevor Hazels Miene wieder teilnahmslos wurde.

Colton bedachte Kaitlyn mit einem mitfühlenden Blick. Er hatte es sich praktisch zum zweiten Beruf gemacht, der irregeleiteten Jugend ihres Städtchens zu helfen, und so wusste Kaitlyn, dass das, was immer Hazel angestellt hatte, für ihn gravierend genug gewesen sein musste, um sie auf diese Weise selbst noch zur Ladenschlusszeit herzuschleppen.

»Könntest du bitte deiner Tante sagen, was passiert ist?«, forderte Colton Hazel auf. Es klang eher wie ein Befehl als eine Frage.

Hazel verschränkte die Arme vor der Brust und warf Colton einen grimmigen Blick zu. »Warum sagen Sie es ihr nicht? Sie haben schließlich auch darauf bestanden, mich hierherzubringen.«

Kaitlyn stemmte sich gegen eine weitere Übelkeitswelle und gab sich alle Mühe, ihr Unwohlsein zu unterdrücken. Oh je, bitte, bitte, betete sie. Keine Drogen. Alles, nur keine Drogen.

»Okay, na schön«, sagte Colton mit einem geduldigen Seufzer. »Unsere Hazel hat beschlossen, sich eine Zeitschrift aus der Apotheke zu...


Liasson, Miranda
Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com

Miranda Liasson ist eine Bestseller-Autorin mit Humor und Herz. Sie schreibt romantische und einfühlsame Liebesgeschichten und lebt mit ihrem Ehemann in Ohio. Weitere Informationen unter: mirandaliasson.com



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