Linde | Die Inselhochzeit der Träume | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: HarperCollins eBook

Linde Die Inselhochzeit der Träume

Roman | Ein Ostsee-Roman mit Strandfeeling und Romantik auf Rügen | Inselzauber für den Urlaub und für gemütliche Stunden zu Hause
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0801-1
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Ein Ostsee-Roman mit Strandfeeling und Romantik auf Rügen | Inselzauber für den Urlaub und für gemütliche Stunden zu Hause

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: HarperCollins eBook

ISBN: 978-3-7499-0801-1
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Roman wie ein Tag am Meer

Die Hochzeitsplanerin Natalie muss nur noch einen Job erledigen, bevor sie befördert wird, doch der hat es in sich. Denn die Braut will ausgerechnet auf einem Gutshof auf Rügen heiraten. Auf die Insel wollte Natalie eigentlich nie mehr zurück. Aber für den großen Karriereschritt, der sich vielleicht nur ein einziges Mal bietet ...? Zuversichtlich nimmt sie an - und bemüht sich, standhaft zu bleiben, als sich nach jedem überwundenen Hindernis zwei neue in den Weg zu stellen scheinen. Will ihr jemand einfach das Leben schwer machen oder etwa die Trauung verhindern? Zum Glück begegnet sie alten Bekannten, die ihr helfen, damit die große Hochzeit ein Traum mit Meerblick wird. Und auch der Gärtner Lukas unterstützt sie sehr. In seiner Nähe fühlt sie sich so gut wie selten zuvor ...



Carla Linde ist definitiv ein Ostsee-Fan und verliebte sich in Rügen an einem strahlenden Sommertag. Sie kann stundenlang am Strand entlanggehen oder durch die Seebäder schlendern. Die einzigartige Landschaft, die prachtvollen Villen und die liebenswerten Menschen haben in ihr den Wunsch geweckt, eine Geschichte zu schreiben, die hier spielt.

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1


Noch 27 Tage bis zur Feier

Natalie lächelte. Sie gönnte sich einen Moment der Ruhe, lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und ließ den Blick über den wunderschön geschmückten Garten wandern. Auf den kleinen Stehtischen, verhüllt mit weißem Stoff, standen Vasen mit zartblauen und weißen Hortensien, die Lieblingsblumen der Braut. Solarlichter in Herzform standen auf dem Rasen verteilt, sie begannen in der Abenddämmerung zu leuchten.

Kaffee und Kuchen waren in einem Zelt serviert worden, das Geschirr hatte das Servicepersonal bereits abgeräumt. Die Gäste hatten sich in den Garten begeben, tranken hier die ersten Aperitifs oder bewunderten die Blumen.

Lautes Lachen aus dem Kinderbereich drang an Natalies Ohren. Die jüngsten Gäste schienen sich in dem kleinen Zelt sehr gut zu amüsieren mit den Buntstiften, Ausmalbüchern, Legos, Riesenseifenblasen, Büchern und Comics, die sie bereitgestellt hatte.

In der Luft lag der Duft der blühenden Lilien, dezent begleitet vom Geruch des frisch gemähten Grases. Obwohl es bereits September war, strich der Wind warm über ihre Haut – einfach der perfekte Tag für eine Hochzeit. Natalie stieß erleichtert die Luft aus – Septemberhochzeiten waren vom Wetter her immer ein wenig riskant. Umso schöner, dass alles geklappt hatte.

»Möchten Sie einen Aperol oder ein Glas Champagner?«, fragte eine Kellnerin. In ihrem schwarzen Rock und der weißen Bluse strahlte sie schlichte Eleganz aus. »Oder ein Kanapee?«

»Danke, nur ein Wasser bitte.« Erst wenn sie sich vom Brautpaar verabschiedet hatte und sich zu Hause entspannte, würde Natalie sich einen Piccolo zur Feier dieses hoffentlich gelungenen Festes gönnen.

»Bitte kommt alle ins Haus«, erklang die Stimme der Mutter des Bräutigams. »Es wird Zeit für den Eröffnungstanz.«

Es dauerte ein wenig, bis alle Gäste sich in dem großen Saal versammelt hatten. Natalie schloss sich ihnen an und beobachtete das Geschehen zunächst vom Eingangsbereich aus. Später würde hier das Abendessen, ein opulentes Sieben-Gänge-Menü, serviert werden, aber da würde Natalie bereits zu Hause sein, um sich ein Schaumbad zu gönnen. Sie wollte den Eröffnungstanz abwarten und sich dann in einem passenden Moment von Sina und Finn verabschieden.

Als sie den großen Saal betrat, lächelte sie. Der Raum sah wirklich märchenhaft aus mit den vielen Lichterketten, die wie Sterne an den Wänden glitzerten, und den auf den Tischen verteilten Blumengestecken in Weiß und Blau, so wie Sina es gewünscht hatte.

Am Rand des honigfarbenen Parketts blieb sie stehen und beobachtete, wie das Brautpaar Hand in Hand in die Mitte des Saals ging. Das war ihr Lieblingsmoment auf einer Hochzeit. Sina, in einem schneeweißen Kleid aus fließender Seide und Spitze, strahlte vor Glück. Finn, in seinem dunkelblauen Anzug, lächelte sie liebevoll an, bevor er sie in seine Arme zog. Die ersten Klänge eines Wiener Walzers erklangen, und die Gäste begannen im Takt zu klatschen.

Während Natalie zuschaute, wie Sina und Finn über das Parkett schwebten, erinnerte sie sich an die vielen Stunden der Planung, die endlosen Listen und an die emotionalen Vorbereitungsgespräche. Es war eine Zeit des Lachens und manchmal auch der Tränen gewesen, aber es hatte sich gelohnt.

Finn blickte tief in die Augen seiner Braut, seine Hand ruhte auf ihrem Rücken, während sie versunken tanzten. Die letzten Töne des Walzers verklangen in dem festlich geschmückten Saal, als das Brautpaar im perfekten Timing eine elegante Drehung vollführte und eng umschlungen stehen blieb, um in einem langen Kuss zu versinken.

Die Gäste brachen in begeisterten Beifall aus. Natalie sah, wie der Vater der Braut sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Seine Frau, eng an ihn geschmiegt, strahlte voller Glück. »Die beiden sind füreinander geschaffen«, sagte sie, und ihr Blick suchte den von Natalie. Sie nickte ihr anerkennend zu.

Bevor Natalie etwas erwidern konnte, forderte Sina ihren Vater auf und Finn seine Mutter, so wie es die Tradition vorsah. Nun spielte der DJ , ein Wunsch der Mutter des Bräutigams.

Natalie und etliche Gäste wiegten sich im Takt des -Songs. Nachdem Finn mit seiner Schwiegermutter und Sina mit ihrem Schwiegervater getanzt hatte, rief der DJ: »Und nun ist die Tanzfläche für alle geöffnet. Wir beginnen mit von Rosenstolz.«

Anscheinend ein perfekter Song, denn die Gäste stürmten aufs Parkett, was Natalie als Erfolg für die Playlist verbuchte. Leise summte sie die Melodie mit, als jemand ihre Schulter berührte. Sie wandte sich um.

»Natalie, ich bin für heute fertig«, sagte der Videograf, der zum Service von gehörte. Seine Aufgabe war es, die Feier von der Trauungszeremonie bis zum Eröffnungstanz zu begleiten. »Das Video schicke ich gleich an Kathleen raus. Das wollte sie so.«

»Danke.« Natalie strich sich eine dunkelblonde Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus dem perfekt gestylten Knoten gelöst hatte, und seufzte. »Hoffentlich wird sie zufrieden sein.«

»Bestimmt. Das war – und ist – eine gelungene Party.« Er lächelte ihr aufmunternd zu. »Jetzt übernimmt der Bruder der Braut die Filmerei.«

»Einen schönen Feierabend.« Natalie sah ihm nach und unterdrückte ein Gähnen. Wie nach jeder Hochzeit, die sie geplant und umgesetzt hatte, fühlte sie sich gleichzeitig glücklich und erschöpft.

In diesem Moment verließen ein paar Gäste die Tanzfläche, um sich etwas zu trinken zu holen. Finn, der seinen Arm um Sinas Taille gelegt hatte, blickte sich suchend um. Als er Natalie entdeckte, flüsterte er etwas in Sinas Ohr. Gemeinsam kamen die beiden auf sie zu.

»Du wolltest nicht etwa gehen, ohne dich zu verabschieden?« Sina griff nach Natalies Händen. »Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar wir dir sind. Diese Feier ist einfach magisch.«

»Es war mir wirklich eine Freude und Ehre, diesen besonderen Tag mit euch zu gestalten«, antwortete Natalie. »Ich wünsche euch alles Glück der Welt.«

»Du hast uns unvergessliche Erinnerungen geschenkt«, sagte Finn, seine tiefe Stimme rau vor Aufregung. »Jede Kleinigkeit, jedes Detail war perfekt. Danke, danke.«

»Sehr gern.« Das Lob freute Natalie sehr. »Der Videograf schneidet die Aufnahmen, und wenn ihr aus den Flitterwochen zurück seid, bekommt ihr den Film.«

»Wir freuen uns.« Sina lächelte, Tränen glitzerten in ihren Augen. »Wir bleiben in Kontakt, nicht wahr?«

»Auf jeden Fall.« Natalie umarmte erst die Braut und dann den Bräutigam. »Genießt eure Feier und habt die weltbesten Flitterwochen.«

Bevor das Paar noch etwas sagen konnte, kamen Freunde und zogen sie zurück auf die Tanzfläche, denn es lief Finns absoluter Lieblingssong, wie Natalie wusste. Sie sah ihnen nach, seufzte glücklich auf, verabschiedete sich von den Eltern von Braut und Bräutigam und verließ das Fest.

Auf dem Weg zum Auto rückte sie eine der Solarlampen, die den Garten beleuchteten, gerade. Nachdem sie im Wagen Platz genommen hatte, schaltete sie das Radio an, ihren Lieblingssender, der Rock-Oldies spielte, und fuhr in guter Stimmung nach Hause. Die ganze Fahrt lang trommelte sie den Takt der Songs auf dem Lenkrad und sang laut und falsch mit.

Der Tag endete perfekt, denn sie fand auf Anhieb einen Parkplatz vor dem Mehrfamilienhaus im Jungfernstieg, in dem ihre kleine Zweizimmerwohnung lag. Natalie liebte ihr Viertel, die Paulsstadt in Schwerin, aber hier einen Parkplatz zu finden, besonders abends, das stellte stets eine Herausforderung dar.

Nachdem sie in ihrer Wohnung im zweiten Stock angekommen war, schleuderte sie die High Heels von ihren Füßen, tappte barfuß in die Küche, wo sie den Piccolo aus dem Kühlschrank holte und sich ein schlichtes Käsebrot dazu machte. Beides trug sie ins Wohnzimmer und nahm sich dort ein Sektglas aus dem Schrank. Sie goss sich ein und ließ sich erschöpft auf das Sofa fallen. Es war alt, aber bequem, und sie liebte es, sich dort mit einer Decke einzukuscheln, um zu lesen oder eine Serie zu schauen.

»Auf eine erfolgreiche Hochzeit«, prostete sie sich zu und trank einen Schluck Sekt. Inzwischen konnte sie nicht einmal mehr sagen, wie viele Hochzeiten sie schon geplant hatte in den acht Jahren, die sie nun bereits bei arbeitete. Und trotzdem war jede Feier für sie etwas Besonderes, jedes Hochzeitspaar verdiente ihre volle Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Natalie schloss die Lider, um den Tag vor ihrem inneren Auge Revue passieren zu lassen: die weiße Kutsche, gezogen von zwei weißen Pferden, in der Sina und Finn vor der Kirche vorgefahren waren, die romantischen Ehegelübde, der innige Kuss, die fröhliche Kaffeetafel und der wundervolle Walzer … Was sich für manch einen kitschig anhören mochte, war der Realität gewordene Traum des Paars. Und sie hatte es geschafft, ihn wahr zu machen.

Als sie nach dem Käsebrot greifen wollte, klingelte ihr Smartphone. Der Klingelton verriet ihr, wer ihr den wohlverdienten Feierabend raubte: ihre Chefin. Und das konnte nur eins bedeuten: Kathleen war nicht zufrieden. Wieder einmal.

Einen Moment lang dachte Natalie daran, das Gespräch einfach nicht anzunehmen,...



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