E-Book, Deutsch, Band 2055, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Lindsay Sinnliche Winternacht mit dem Playboy
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-2446-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2055, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2446-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ungläubig schaut Piers auf das Bündel in den Armen seiner Assistentin Faye: Jemand hat vor seinem verschneiten Anwesen ein Baby ausgesetzt! Ganz unerwartet verspürt der Playboy-Millionär den heftigen Wunsch nach einer Familie. Gut, dass Faye sich mit Kindern auskennt! Wie ein begehrenswerter Engel kommt sie Piers plötzlich vor. In einer Winternacht finden sie vor dem Kamin zueinander - doch dann verschwindet Faye ohne ein Wort der Erklärung. Hat ihre Angst vor der Liebe sie vertrieben?
Die in Neuseeland geborene Schriftstellerin hat sich schon immer für das geschriebene Wort begeistert. Schon als Dreizehnjährige war sie eine echte Leseratte und blätterte zum ersten Mal fasziniert die Seiten eines Liebesromans um, den ihr eine ältere Nachbarin ausgeliehen hatte. Romantische Geschichten inspirierten Yvonne so sehr, dass sie bereits mit fünfzehn Jahren ihren ersten Roman verfasste - der jedoch irgendwo in der Versenkung verschwand. Das Schreiben blieb zunächst ihre Freizeitbeschäftigung. Yvonne arbeitete als Sekretärin und Vertriebsangestellte, heiratete den Mann, den sie während eines Blind Dates kennengelernt hatte, und bekam zwei Kinder. Dann begegnete sie Susan Napier, und die Karriere als Autorin begann. Yvonne tauschte sich so oft wie möglich mit befreundeten Schriftstellerinnen aus, die dieselben Träume und Hoffnungen hegten. Und sobald sie sich ernsthaft aufs Schreiben konzentrierte und ihre Romane vollendete, wurde sie prompt für mehrere ausgezeichnet! Heute ist Yvonne dort angekommen, wo sie schon immer sein wollte. Sie glaubt an die Macht der Liebe, die unser Leben stark beeinflusst, und fängt diesen Zauber in ihren mitreißenden Romanen immer wieder neu ein. Wenn Sie mehr über Yvonne Lindsay erfahren möchten, besuchen Sie die Website der Autorin: www.yvonnelindsay.com
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1. KAPITEL
„Lass das die letzte karierte Schleife sein, die ich anbringen muss“, stöhnte Faye, während sie zurücktrat und das hölzerne Geländer begutachtete, das zur Galerie der Lodge führte. Eine lange Weihnachtsgirlande – unterbrochen von großen karierten Schleifen – zog sich bis ganz nach oben.
Nicht zum ersten Mal verfluchte sie das Pech der Dekorateurin ihres Chefs, die von einer Leiter gefallen und sich dabei eine Woche, bevor Piers in seinem Ferienhaus in Wyoming erwartet wurde, die Schulter ausgerenkt hatte.
Faye hatte vorgeschlagen, das Haus für die Feiertage in diesem Jahr etwas minimalistischer zu schmücken, aber nein, Piers war halsstarrig geblieben. Er nannte es Tradition. Sie nannte es nervtötend. Jedenfalls hatte sie ihr sonniges Zuhause in Santa Monica verlassen und in ein Flugzeug steigen müssen, nur um bei ihrer Ankunft in Jackson Hole zu entdecken, dass sich das Wetter eher für Eisbären eignete als für Menschen. Und nun war sie also hier. Sechs Tage vor Weihnachten schmückte sie ein Haus für Leute, die ihre Dekoration wahrscheinlich nicht einmal zu schätzen wussten. Außer ihrem Chef natürlich. Er liebte diese Zeit des Jahres mit der Inbrunst eines Kindes – einschließlich des Schnees.
Sie hasste Weihnachten noch mehr als Schnee.
Langsam drehte sie sich um und begutachtete die Eingangshalle der Lodge. Selbst meine Mutter wäre stolz auf mich, würde sie noch leben, dachte Faye, bevor sie diesen Gedanken entschlossen beiseiteschob. Das Haus sah rundherum widerlich festlich aus. Jeder normale Mensch würde es lächerlich finden. Es gab auch keinen vernünftigen Grund traurig zu sein, weil man die Weihnachtstage allein verbrachte, wenn man die Weihnachtstage ohnehin leidenschaftlich hasste, oder?
Jedenfalls hatte sie ihren Auftrag erfüllt und konnte in die Sonne zurückfliegen, wo sie sich in ihrer herrlich klimatisierten Wohnung verstecken und ihrer üblichen Tradition hingeben konnte, die daraus bestand, sich erst alle Predator-Filme anzusehen und danach alle Alien-DVDs ihrer Sammlung.
Sie ging zur Eingangstür, wo ihre gepackte Reisetasche bereits auf sie wartete.
Die Eingangstür flog auf, und ein Schwall kalter Luft kündete das Eintreffen ihres Chefs Piers Luckman an. Sie arbeitete seit drei Jahren für ihn und hegte für ihn als Geschäftsmann den größten Respekt. Und als Mann? Etwas regte sich in ihr, etwas Verbotenes. Etwas, das jemand anders als Hinweis auf Sehnsucht und Verlangen deuten würde. Etwas, das sie unterdrückte. Nein, damit würde sie sich nicht beschäftigen.
Piers stampfte mit den Füßen auf, um den Schnee loszuwerden, trat dann ins Haus und nahm die zerschrammte Computertasche von der Schulter.
„Guten Flug gehabt?“, fragte sie. Sie wusste, dass er den Firmenjet von LA nach Jackson Hole selbst flog.
Er hatte kein Gepäck dabei, weil er in seinen überall auf der Welt verstreuten Häusern Kleidung für jede Gelegenheit aufbewahrte.
„Frohe Weihnachten!“, begrüßte Piers sie, als er sie sah, und öffnete den Reißverschluss seiner Daunenjacke.
Herr im Himmel, was er wohl darunter trug?
„Hattest du nicht vor, erst am Tag vor der Party zu kommen? Du bist vier Tage zu früh da“, kommentierte sie seine Ankunft. „Und was ist das, bei allen Heiligen?“ Sie zeigte auf den knallbunten handgestrickten Pullover, den er trug. Das Rentier schielte, sein Geweih war schief und seine Nase? Sie leuchtete grellrot.
Auf Piers’ Gesicht erschien ein atemberaubendes Grinsen.
Faye konzentrierte sich darauf, das Lächeln nicht zu erwidern. Der Mann sah einfach viel zu gut aus. Sie widerstand seinem Charme nur, weil sie sich geschworen hatte, Single und kinderlos zu bleiben. Außerdem mochte sie ihre Arbeit, und sich in ihren Chef zu verknallen, wäre wie ein Freifahrtschein zur Arbeitslosigkeit.
Und außerdem: War ihren vielen Vorgängerinnen nicht genau das passiert? Er konnte ja nichts dafür, dass seine persönlichen Assistentinnen, die eine Menge Zeit mit ihm verbrachten, ihn anziehend fanden. Er war charmant, intelligent, gut aussehend, und auch wenn er mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen war, scheute er sich nicht, hart zu arbeiten. Faye hatte ihren Chef nur ein einziges Mal aufgewühlt erlebt: vergangenen Januar, als sein Bruder bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen war. Seitdem war Piers ruhiger und nachdenklicher geworden.
In der Vergangenheit hatte Faye oft den Eindruck gehabt, Piers gehe mit anderen ein wenig nonchalant um, insbesondere was seine Freundinnen anbelangte. Doch im vergangenen Jahr war er aufmerksamer geworden, als habe Quins Tod ihn daran erinnert, wie zerbrechlich das Leben war. Mit Lydia, seiner letzten Freundin, war er sogar länger zusammen gewesen. Faye hatte sich schon gefragt, ob Piers vorhatte, daraus eine feste Beziehung zu machen, als sie den Auftrag von ihm erhielt, das übliche Trennungsgeschenk zu verschicken: ein wertvolles Schmuckstück in einer hellblauen Schachtel mit einer handgeschriebenen Karte.
Nur aus Selbstschutz fand sie ihn nicht unwiderstehlich, und in Sachen Selbstschutz war sie ziemlich gut. Man konnte nicht verletzt werden, wenn man keine romantischen Träume hegte, und ohne sie lebte es sich sehr gut.
„Das hier?“, fragte er und strich sich mit der Hand über die breite Brust. Sie wusste genau, was sich unter dem Pullover befand, seit sie mit Piers an der Côte d’Azur gearbeitet hatte, wo er Badeshorts statt der Bürokleidung getragen hatte: ein festes Sixpack. „Den hat Tante Florence mir zu Weihnachten geschenkt. Ich habe eine ganze Sammlung davon. Gefällt er dir?“
„Er ist grässlich“, antwortete sie offen. „Jetzt, wo du da bist, kann ich fahren. Gibt es noch etwas, worum ich mich in LA kümmern soll?“
Piers sah seine Assistentin an. Jemandem wie Faye Darby war er zuvor nicht begegnet. Und genau deshalb hatte er sie gern in seiner Nähe. Sie faszinierte ihn, und in seiner Welt gab es nur wenige, die das schafften. Außerdem war sie unglaublich kompetent, was ihm größte Hochachtung einflößte. Wahrscheinlich war es grausam von ihm gewesen, sie das Haus für ihn dekorieren zu lassen, vor allem, weil er wusste, dass sie die Feiertage hasste. Aber jemand musste es machen, und offen gesagt, traute er niemand anderem zu, es für ihn zu erledigen.
Jetzt stand sie da und wartete auf eine Antwort.
„Im Moment fällt mir nichts ein. Hast du Lydia das Dankeschön-Geschenk geschickt?“
Noch etwas, worum er sich selbst hätte kümmern sollen. Aber warum sollte man es nicht delegieren, wenn man jemand hatte, der so unglaublich fähig war? Außerdem überließ man es besser einem Experten, wenn man sich aus einer Affäre retten wollte, die kompliziert zu werden begann. Und Faye hatte weiß Gott reichlich Erfahrung darin, seine Freundinnen zu verabschieden.
Zu seiner Freude verdrehte Faye die Augen. Ah, sie war so leicht zu ärgern, immer so ernsthaft! Und das brachte ihn stets dazu, sich noch mehr anzustrengen, ihr eine spontane Reaktion zu entlocken.
„Natürlich“, erwiderte Faye eisig. „Sie hat es übrigens zurückgeschickt. Möchtest du wissen, was sie geschrieben hat?“
Piers hatte keine Zweifel, dass seine verflossene Geliebte nicht besonders erfreut darüber gewesen war, mit Diamanten abgefunden zu werden, und dass sie Armband und die passenden Ohrringe mit deutlichen Worten zurückgeschickt hatte. Lydia hatte ein Faible dafür, Leuten in knappen Worten zu sagen, was sie von ihnen hielt, und er hätte darauf gewettet, dass sie ihm mitgeteilt hatte, wohin er sich besagten Schmuck stecken könne.
Er war auch davon überzeugt, dass Faye Lydias Standpunkt teilte. Die beiden Frauen waren gut miteinander ausgekommen. Vielleicht sogar ein bisschen zu gut.
„Nein, ist schon okay. Ich glaube, ich weiß es“, antwortete er und verzog das Gesicht.
„Sie wird nicht aufgeben“, fuhr Faye fort, als hätte er nichts gesagt. „Sie schreibt, sie verstehe, dass du kalte Füße bekommst, wenn man deine Bindungsunfähigkeit und die Tatsache, wie viel ihr euch gegenseitig bedeutet, bedenkt.“
„Meine was?“
„Sie schreibt außerdem, dass du ihr den Schmuck persönlich geben könntest, und schlägt ein Abendessen im neuen Jahr in ihrem Lieblingsrestaurant vor. Ich habe es in deinen Kalender eingetragen.“
Piers stöhnte. „Okay, ich sage es ihr persönlich.“
„Gut. Wenn es sonst nichts gibt, mache ich mich auf den Weg.“
Sie war offenbar ganz scharf darauf, loszufahren. Er hatte ihr gesagt, sie könne gern an seiner jährlichen Party teilnehmen, aber Faye hatte ihn angesehen, als würde sie lieber mit Glassplittern gurgeln.
„Nein, sonst nichts. Fahr vorsichtig! Der vorhergesagte Schneesturm scheint früher zu kommen. Draußen ist es ziemlich krass. Willst du wirklich fahren?“
„Klar!“, sagte sie mit absolutem Selbstvertrauen.
Ihm schien es, als gebe sie sich eher draufgängerisch als selbstsicher. Er durchschaute Faye inzwischen ziemlich gut und fragte sich, ob sie es wusste.
„Die Autovermietung hat mir sogar Schneeketten angeboten. Ich habe sie heute Morgen angebracht.“
„Du weißt, wie man mit Schneeketten umgeht?“, fragte er verblüfft. Natürlich wusste sie, wie man Schneeketten aufzog. Sie konnte einfach alles, oder?
„Du brauchst dir meinetwegen keine Sorgen zu machen.“
Überhaupt schien sie zu denken, dass sich niemand Sorgen um sie machen müsse. Dabei war er sich sicher, dass er der einzige Mensch...




