Lindsay | Verbotenes Verlangen nach dem Milliardär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1902, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Lindsay Verbotenes Verlangen nach dem Milliardär


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-2142-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1902, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2142-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Leidenschaft auf den ersten Blick: Lichterloh brennt die schöne Alexis für Raoul Benoit. Aber sie muss von dem attraktiven Milliardär die Finger lassen, denn Raoul hat Alexis als Nanny für seine kleine Tochter eingestellt und ist ihr Boss. Jeden Tag ist sie in Raouls Nähe, teilt sein elegantes Anwesen in den Weinbergen, sieht ihn morgens sexy zerstrubbelt aus dem Schlafzimmer kommen - und verzweifelt fast! Denn heißer denn je glüht ihre Sehnsucht nach dem Mann, der sie völlig ignoriert und der nur eine zu lieben scheint: seine verstorbene Frau ...



Die in Neuseeland geborene Schriftstellerin hat sich schon immer für das geschriebene Wort begeistert. Schon als Dreizehnjährige war sie eine echte Leseratte und blätterte zum ersten Mal fasziniert die Seiten eines Liebesromans um, den ihr eine ältere Nachbarin ausgeliehen hatte. Romantische Geschichten inspirierten Yvonne so sehr, dass sie bereits mit fünfzehn Jahren ihren ersten Roman verfasste - der jedoch irgendwo in der Versenkung verschwand. Das Schreiben blieb zunächst ihre Freizeitbeschäftigung. Yvonne arbeitete als Sekretärin und Vertriebsangestellte, heiratete den Mann, den sie während eines Blind Dates kennengelernt hatte, und bekam zwei Kinder. Dann begegnete sie Susan Napier, und die Karriere als Autorin begann. Yvonne tauschte sich so oft wie möglich mit befreundeten Schriftstellerinnen aus, die dieselben Träume und Hoffnungen hegten. Und sobald sie sich ernsthaft aufs Schreiben konzentrierte und ihre Romane vollendete, wurde sie prompt für mehrere ausgezeichnet! Heute ist Yvonne dort angekommen, wo sie schon immer sein wollte. Sie glaubt an die Macht der Liebe, die unser Leben stark beeinflusst, und fängt diesen Zauber in ihren mitreißenden Romanen immer wieder neu ein. Wenn Sie mehr über Yvonne Lindsay erfahren möchten, besuchen Sie die Website der Autorin: www.yvonnelindsay.com
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1. KAPITEL

Alexis beobachtete ihn von der Tür der Kellerei aus. Das Sonnenlicht des Spätnachmittags fiel schräg durch die Fenster am Ende des Raums und brachte die kleinen Staubflocken zum Leuchten, die in der Luft tanzten. Aber Alexis bemerkte die malerische Kulisse kaum. Sie konzentrierte sich ganz auf den Mann, der hier arbeitete und ihre Anwesenheit noch nicht bemerkt hatte.

Er hatte sich verändert – und wie. Er war dünner geworden, geradezu hager, und seine früher so gepflegte Erscheinung war selbst geschnittenen Haaren, einem ausgeblichenen T-Shirt und zerrissenen Jeans gewichen. Sein Gesicht war offensichtlich schon tagelang keinem Rasierer mehr begegnet. Aber so wirkte sich Trauer nun einmal aus: Sie ließ Alltägliches unwichtig erscheinen und machte gleichgültig.

Wie konnte sie einem Mann helfen, der kein Interesse mehr daran hatte, sich selbst zu helfen?

Die Verantwortung, die sie übernommen hatte, lastete schwer auf ihren Schultern. Obwohl sie sich sonst immer bereitwillig allen Herausforderungen stellte, ertappte sie sich bei dem Gedanken, dass sie sich vielleicht zu viel aufgebürdet hatte.

Doch Alexis straffte sich und schüttelte ihre Zweifel ab. Bree hatte sich in ihrer Not an sie gewandt und ihr einen Brief geschrieben. Als ob sie gewusst hätte, was passieren würde, hatte Bree sie gebeten, sich um ihren Mann zu kümmern, falls ihr etwas zustieß, und um das Kind, das sie bald zur Welt bringen würde.

Ihre beste Freundin war gestorben, bevor Alexis ihr das Versprechen hatte geben können. Aber sie wusste, dass sie nicht ablehnen durfte. Noch nicht einmal dann, wenn sie das Versprechen nur halten konnte, indem sie ihr Herz wieder in die Schusslinie des Mannes brachte, von dem sie sich magisch angezogen fühlte, seit sie ihm zum ersten Mal begegnet war.

Raoul unterbrach in diesem Moment seine Arbeit und schaute von dem Tisch voller Weingläser hoch, der vor ihm stand. Er ließ den Stift auf ein Klemmbrett mit handgeschriebenen Notizen fallen und sah sie direkt an. Kurz glaubte Alexis Überraschung in seinem Gesicht zu erkennen, außerdem eine Regung, die sie nicht in Worte fassen konnte. Dann zeigte er wieder eine Maske der Unnahbarkeit.

„Alexis“, sagte er und nickte knapp.

„Ich bin hergekommen, sobald ich davon erfahren habe. Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat …“ Ihr versagte die Stimme. Wie konnte sie ihm erklären, warum es fast ein Jahr gebraucht hatte, bis sie von der Geburt seiner Tochter und vom Tod seiner großen Liebe erfahren hatte?

Sie hatte den Kontakt zu seiner Frau, ihrer besten Freundin seit dem Kindergarten, abgebrochen. Es war zu schmerzlich für sie gewesen, ihr Glück mitanzusehen. Und sie hatte vergessen, Bree ihre neue E-Mail-Adresse und die Nummer ihres Arbeitshandys zu geben, weil sie es einfach nicht ertragen hatte, noch mehr über ihr perfektes Zusammenleben zu hören.

Weil sie Raoul selbst begehrt hatte …

Und weil sie es immer noch tat.

Alexis holte tief Luft und schluckte gegen einen Kloß im Hals an. „Ich war eine Weile auf Reisen, seit mein Geschäft …“ Sie brach ab, als sie seinen Gesichtsausdruck sah. Offenbar war Raoul der Erfolg, den sie mit ihrem Modelabel hatte, völlig egal. „Brees Brief ist mir nachgeschickt worden. Er muss mir das ganze letzte Jahr über rund um die Welt gefolgt sein; ich habe ihn erst im Haus meines Vaters bekommen.“

„Brees Brief?“

„In dem sie mir von ihrer Schwangerschaft berichtet hat.“

Sollte sie ihm auch sagen, dass Bree sie gebeten hatte, sich um ihn und ihr damals noch ungeborenes Kind zu kümmern? Dass sie geahnt hatte, dass das Aortenaneurysma, das sie vor ihrer Familie geheim gehalten hatte, sie bei der Geburt das Leben kosten würde? Ein Blick in Raouls Gesicht verriet ihr, dass er nichts vom Brief seiner Frau gewusst hatte.

„Also bist du wieder da.“

Endlich. Das unausgesprochene Wort hing zwischen ihnen in der Luft, Anklage und Eingeständnis zugleich.

„Meine Mutter war krank und ist kurz vor Weihnachten gestorben. Ich bin ein paar Wochen vor ihrem Tod zurückgekommen.“

„Mein Beileid.“

Die Plattitüde kam ihm automatisch über die Lippen, aber Alexis spürte, dass Raoul sich sogar noch stärker als zuvor von ihr zurückzog. Er wollte nichts davon hören – nicht solange er selbst noch in seiner eigenen Trauer gefangen war.

„Ich habe Brees Brief erst letzte Woche erhalten und sofort ihre Mutter angerufen“, fuhr Alexis fort. „Ich bin hier, um dir mit Ruby zu helfen.“

„Ihre Großmutter kümmert sich um sie.“

„Ja, aber Catherine muss operiert werden, Raoul. Sie kann den OP-Termin für ihr künstliches Kniegelenk nicht noch weiter aufschieben, erst recht nicht, weil Ruby jetzt immer bewegungsfreudiger wird.“

„Ich habe Catherine gesagt, dass sie eine Nanny einstellen soll.“

„Und soweit ich weiß, hast du jede Bewerbung, die sie dir vorgelegt hat, abgelehnt und dich geweigert, mit den Bewerberinnen zu sprechen.“

Er zuckte die Schultern. „Sie waren nicht gut genug.“

Alexis wurde langsam wütend. Catherine war außer sich vor Sorge gewesen. Sie wusste nicht mehr, was sie tun sollte. Die Arthrose in ihrem Knie verursachte ihr ständige Schmerzen und erschwerte es ihr mit jedem Tag mehr, sich um ein Kleinkind zu kümmern.

Brees Mutter musste so schnell wie möglich operiert werden, aber das hieß, dass Ruby unbedingt eine neue Betreuerin brauchte. Indem Raoul sich jedoch weigerte, die Bewerbungen auch nur zur Kenntnis zu nehmen, ignorierte er seine Verantwortung seiner Tochter, ihrer Großmutter und seiner verstorbenen Frau gegenüber.

Raoul musterte sie prüfend. Was um alles in der Welt geht nur in seinem Kopf vor, fragte sich Alexis. „Was ist mit mir?“, sagte sie laut. „Bin ich gut genug?“

„Nein“, antwortete er mit Nachdruck. „Absolut nicht.“

Die unverblümte Ablehnung kränkte sie. „Warum? Du weißt, dass ich qualifiziert bin. Ich habe Erfahrung damit, mich um Kleinkinder zu kümmern.“

„Du bist doch jetzt Schneiderin, oder? Das ist wohl kaum das, was das Kind braucht.“

Was Beleidigungen betrifft, ist er ja wirklich gut in Form, dachte Alexis. Schneiderin? Sie fertigte zwar einige ihrer Designerstücke noch selbst an, hatte die Produktion aber inzwischen überwiegend ausgelagert.

Ihre Eltern waren zuerst dagegen gewesen, als sie mit ihrem künstlerischen Talent Karriere machen wollte. Nach ihrem Schulabschluss hatte sie darum eine Ausbildung als Nanny absolviert und ein ganzes Jahr lang intensive fachliche Schulungen und Praktika durchlaufen. Aber als vor drei Jahren ihr letzter Arbeitsvertrag als Nanny ausgelaufen war, hatte sie erkannt, dass es Zeit wurde, ihren Traum zu verwirklichen. Heute wurde ihr Modelabel in edlen Boutiquen im ganzen Land und in trendigen Läden überall auf der Welt verkauft. Aber das war Raoul offensichtlich gleichgültig.

„Ich lasse mich im Geschäft vertreten“, sagte sie und dankte im Stillen ihrer Halbschwester Tamsyn, die in die Bresche gesprungen war. „Catherine hat mich schon engagiert, Raoul.“

„Dann feuere ich dich hiermit wieder.“

Alexis seufzte. Brees Mutter hatte prophezeit, dass er schwierig sein würde. Sie hatte nicht übertrieben. „Findest du nicht, dass sich lieber jemand um Ruby kümmern sollte, der ihre Familie kennt, und nicht eine völlig Fremde?“

„Das ist mir nicht wichtig.“

Seine Worte trafen sie ins Mark, aber sie wusste, dass er log: In Wirklichkeit war es ihm viel zu wichtig.

„Catherine ist schon dabei, Rubys Sachen zu packen und sie herzubringen. Sie meint, dass es besser ist, wenn sie sich gleich hier eingewöhnt, als wenn ich sie erst morgen früh hole.“

Raoul wurde sichtlich blass. „Verdammt, ich habe Nein gesagt! Nein zu dir als ihrer Nanny und eindeutig Nein dazu, dass auch nur eine von euch hier wohnt.“

„Catherines Operation ist für morgen Nachmittag angesetzt. Ruby kann nicht länger bei ihr bleiben. Sie muss nach Hause, hierher, zu dir.“

Raoul fuhr sich mit zitternden Fingern durchs Haar – es war kürzer, als sie es bei ihm je gesehen hatte. Er ließ die Hand wieder sinken, und sie sah, wie er sich sammelte, indem er die Fäuste ballte, als würde seine Beherrschung am seidenen Faden hängen.

„Halt sie einfach nur von mir fern“, zischte er.

Alexis blinzelte schockiert. Catherine hatte schon gesagt, dass sich Raoul kaum um seine neun Monate alte Tochter kümmerte, wenn man davon absah, dass er finanziell für sie aufkam. Trotz der Vorwarnung konnte Alexis es einfach nicht fassen.

Ruby war als Wunschkind zweier wunderbarer Menschen geboren worden, die einander geliebt hatten und denen die ganze Welt offen gestanden hatte, als sie vor knapp zweieinhalb Jahren geheiratet hatten. Alexis war selbst auf der Hochzeit gewesen. Sie hatte mit eigenen Augen gesehen, wie sehr Bree und Raoul einander vergöttert hatten. Sie hatte sich geschämt, wie eifersüchtig sie darauf gewesen war.

Dass Raoul Ruby nun völlig ignorierte, war einfach nur traurig. Gab er ihr die Schuld am Tod ihrer Mutter? Oder konnte er es einfach nicht ertragen, daran erinnert zu werden, dass er seine große Liebe verloren hatte?

Alexis zwang sich, zur Antwort auf seine Forderung zu nicken. Dann wandte sie sich ab, um den ungepflasterten Weg von der Kellerei zum Haus hinaufzugehen, einem riesigen Anwesen mit zahllosen Zimmern, das sich über die ganze Hügelkuppe erstreckte. Catherine...



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