Lionera / Gammel / Meissner | Sparkling Nights | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 496 Seiten

Lionera / Gammel / Meissner Sparkling Nights

5 Romantasy Winter Stories | Magische Kurzgeschichten für eine cozy Weihnachtszeit
25001. Auflage 2025
ISBN: 978-3-522-61212-8
Verlag: Loomlight
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

5 Romantasy Winter Stories | Magische Kurzgeschichten für eine cozy Weihnachtszeit

E-Book, Deutsch, 496 Seiten

ISBN: 978-3-522-61212-8
Verlag: Loomlight
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn der erste Schnee fällt und die Nächte stiller werden, erwacht die Magie: Eine Hexe und der Teufel stellen sich einem Dämon, während eine Zeitreisende erkennt, dass wahre Liebe manchmal näher ist, als sie glaubt. Währenddessen kämpfen in den verschneiten Straßen New Yorks Zauberanwärter nicht nur um die Ehre ihrer Gilde, sondern auch um ihre Gefühle füreinander. Und wer hätte gedacht, dass eine Fae und ein Werwolf eine Nacht voller Geheimnisse teilen, während ein Vampir eine Verführung verspricht, die ewig währt? Ob in magischen Städten, verzauberten Wäldern oder glitzernden Parallelwelten - diese 5 romantischen Young Adult Fantasy Kurzgeschichten lassen Herzen höherschlagen und die Magie von Weihnachten lebendig werden. Trope-Highlights: - ?tierische Sidekicks - ?Time Travel - ??Forced Proximity - ?? Enemies to Lovers - ? Demon & Witch - ? Vampire Folgende Geschichten sind enthalten: - Kira Licht - »Winter's dark Embrace« - Asuka Lionera - »Under the Moonlight« - Magdalena Gammel - »Juniper Nights« - Regina Meissner - »Mistletoe Times« - Fam Schaper - »Midnight Magic«

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1. Kapitel


Asher


Ernsthaft. Wer dachte sich so etwas aus?

nannten es einen »vorweihnachtlichen Ball«. Ich nannte es »fünf Stunden geballte Zeitverschwendung«. Meine Erzeuger hatten sich mächtig in Schale geworfen und glitten durch die Menge, beide ein entrücktes Grinsen ins Gesicht betoniert. Mutter verteilte Küsschen rechts, Küsschen links, mein Vater klopfte Freunden und Geschäftspartnern auf die Schulter, und beide warfen mit den üblichen Floskeln um sich, an die sich nach den Feiertagen niemand mehr erinnerte. »Ja, Darling, wir müssen uns kommendes Jahr unbedingt öfter sehen.« »Nein, hast du das gehört? Ich war so schockiert!« »Das sollten wir mal bei einem Abendessen besprechen. Ich lasse meine Sekretärin einen Termin ausmachen.« Blablabla. Der pseudo-harmonische Nonsens, den alle vor Weihnachten von sich gaben, und nicht mal wir Vampire waren davor gefeit.

Ich unterdrückte ein Gähnen und war froh, einen Eckplatz gefunden zu haben, von dem aus ich das Treiben überblicken konnte, ohne dass mich jemand groß bemerkte. Seit dem Beginn meines Studiums arbeitete ich nebenher in der Unternehmensberatung meiner Familie mit und im Kopf ging ich nun all die geschäftlichen Dinge durch, die ich erledigen könnte, wenn es die Tradition nicht verlangte, dass ich mich diesem Abend voller Langeweile hingab. Das Addendum für Longwell Healthcare wollte ich ein letztes Mal checken, bevor ich es meinem Vater am Montag zur Prüfung vorlegte. Der Vertrag zwischen Sweet Tooth Inc und Modern Chems war aufgesetzt, doch die Verschwiegenheitsklausel bedurfte noch einer Überarbeitung, um sie wasserdicht zu machen. Außerdem musste ich gleich noch kurz ins Büro, um zwei Akten zu holen, weil ein Termin in Brüssel vorgezogen worden war und ich die Notizen für meinen Vater und seine Kollegen ordnen wollte.

Mutter hatte mir das Versprechen abgenommen, dieses Jahr nicht wieder nach einer Stunde zu verschwinden, aber es gab noch so verdammt viel zu tun … Ich spielte mit der Zunge an der Spitze meines rechten Fangzahns herum, so wie ich es häufig tat, wenn ich nachdachte.

»Hier versteckst du dich, alter Junge.« Carson boxte mir freundschaftlich gegen die Schulter. Wir waren beide Harvard-Studenten und deshalb verzieh ich ihm, dass er sich – aus was für Gründen auch immer – für meinen Kumpel hielt. Er war einen Kopf kleiner als ich, besaß die treu blickenden Augen eines Cockerspaniels und die omnipräsent roten Flecken auf seinen Wangen schimmerten heute lila. Vermutlich, weil er der Blutbowle, die mit einem großzügigen Anteil Cognac aufgepeppt war, ausgiebig zugesprochen hatte. Wie immer war er gekleidet wie ein ältlicher Sonntagsschullehrer: ockerfarbene Tweedhose, olivgrünes Oberhemd, braune Cordweste mit Uhrenkette.

»Alles klar?«, brummte ich und sah schnell wieder weg. Ich war komplett in nachtschwarzes Armani gehüllt und meine Augen wurden durch Carsons abenteuerliche Farbzusammenstellung leicht traumatisiert.

»Prächtig, prächtig.« Carson kicherte. »Mir geht es prächtig.«

Oh, ganz vergessen. Er sprach auch wie ein ältlicher Sonntagsschullehrer.

»Bist du schon lange hier?« Ich war zwar nicht begeistert von seinem Auftauchen, aber zu gut erzogen, um ihn zu ignorieren.

Schon wieder ein Kichern. »Seit sie die Pforten geöffnet haben.«

Es juckte mich so sehr, irgendetwas wie »Wohlan, so gebe er sich weiter dem munteren Treiben hin« zu erwidern, aber ich verkniff es mir. Ich nickte also nur, da stupste er mich erneut an.

»Und du? Und hast du die Bowle probiert? Sie ist so viel besser als im letzten Jahr.«

Mir war beim Eintreffen ein Glas gereicht worden, aber ich hatte nur einmal daran genippt, als ich mit meinen Eltern angestoßen hatte. Ich mochte kein gepantschtes Blut. »Ist ganz okay«, erwiderte ich, weil ich keine Lust hatte, mit ihm über Pro und Kontra von Alkohol in Blut zu diskutieren, denn dass er ein Fan war, war unübersehbar. »Ich bin erst seit 'ner halben Stunde da, aber vermutlich haue ich gleich ab. Ist nicht so meine Party.« Und war nicht da. Normalerweise warf ich wenigstens einen kurzen Blick auf sie, bevor ich verschwand.

Carson sprach noch immer über die Bowle, als ein paar Nachzügler eintrafen. Die Menge wich zur Seite, es erklangen »Hallos« und die Ober eilten herbei, die Tabletts voller langstieliger Gläser mit … richtig, der Bowle.

Mein kaltes Herz regte sich.

Auftritt die kleine Eiskönigin.

Ich reckte mich, straffte unwillkürlich die Schultern und erschrak, als ich bemerkte, wie sehr ich plötzlich gesehen werden wollte.

Aber nur von . Wie immer, wenn ich sie ansah, erwachte etwas in mir. Etwas Dunkles, etwas Knurrendes, etwas Forderndes, das an seinen Ketten zerrte.

Sie schüttelte Hände, gab Küsschen und verteilte Umarmungen. Jeder wollte von ihr bemerkt und begrüßt werden. Der Ballsaal war groß, doch zum Glück überragte ich die meisten hier und sie spürte vermutlich, dass ich sie über die Menge hinweg anstarrte wie ein hungriger Wolf. Unsere Blicke trafen sich, verknoteten sich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie die Nase rümpfte und dann wegsah.

Ich grinste. Wäre ich ihr scheißegal, würde sie diese Show nicht abziehen – das wussten wir beide.

Ich betrachtete sie im warmen Schein der Kerzen, der einen goldenen Schimmer auf ihr helles Haar warf. Elouise Mirabelle Winterson. Angehende Linguistin, Wohltäterin, Papis kleiner Augenstern.

Das Kleid, das sie trug, war elegant, geschmackvoll, ganz Understatement. Es stand ihr hervorragend. Und dennoch explodierten Bilder in meinem Kopf, wie sie wohl aussah, wenn sie nichts als Mondlicht auf der Haut trug.

Entschieden riss ich mich von ihrem Anblick los. Wo wohl ihr Angetrauter steckte? Er ließ sie an so einem Abend garantiert nicht allein auftauchen. Was für ein Skandal. Keuch! Nochmals sah ich mich um. Das war nicht wirklich sein zweiter Vorname. Er lautete Arthur? Alistaire? Egal. Ich hatte ihm den Spitznamen verpasst, weil er so viel Rückgrat besaß wie ein wirbelloses Kriechtier – nämlich gar keins.

»Da ist Elouise.« Carsons Stimme war eine Oktave höher gewandert. »Begrüßen wir sie.«

»Ich gehe jetzt.« Schon wieder glitt mein Blick zu ihr.

»Wie bitte?« Enttäuschung schwang in Carsons Stimme mit. »Na, wenn du meinst. Aber dann komm wenigstens mit, wenn ich kurz mit ihr spreche. Wir sollten ihr zeigen, dass wir uns freuen, dass sie wieder an gesellschaftlichen Terminen teilnimmt. Es ist sicherlich nicht einfach für sie nach dem Drama mit Lucas hier aufzutauchen.«

Mein Blick schnellte zu Carson. »Was?«

Er wirkte irritiert. »Die geplatzte Verlobung? Klingelt es da bei dir?«

Carson schnaufte. »Wo lebst du? Unter einem Stein?«

»Hey …«, knurrte ich. Ich gab nichts auf den aktuellen Tratsch der Vampir High Society, auch wenn ich dank meiner Familie unfreiwillig selbst ein Teil davon war.

»Puh. Hast du eine Laune. Gut, dann bekommst du die Kurzfassung.« Carson riss seine Spaniel-Augen auf, um seiner Erzählung mehr Dramatik zu verleihen. »Im Januar hat Lucas die Verlobung gelöst. Er hat sich einer spirituellen Gemeinschaft angeschlossen, die auf Bali lebt. Er ist jetzt hauptberuflich Perlentaucher und mit einer Schamanin liiert.«

Ich musste Carson so entgeistert angesehen haben, dass die Betroffenheit in seinem Blick noch mal zunahm. »Unglaublich, oder?«

Ich nickte. In meinem Kopf ratterten alle Zahnräder. Pappenheimer Bellum hatte das Feld geräumt. Das war interessant. Die Wut, die in mir aufbrandete, überraschte mich. Er hatte ihr wehgetan. Ich wollte wehtun. Wie lange dauerte wohl ein Flug nach Bali?

Carson seufzte. »Dann los. Sprechen wir mit ihr. Nur ein paar Minuten, gib dir einen Ruck. Es wäre nett.«

»Ich bin nicht nett.«

Carson wollte etwas erwidern, dann winkte er ab und ließ mich stehen, um die mittlerweile in der Menge abgetauchte Elouise zu suchen.

Ich machte meine Mutter sehr glücklich. Es war bereits kurz vor Mitternacht und ich hatte die Veranstaltung immer noch nicht verlassen. Drei ganze Stunden waren vergangen. Mutter hatte mir schon viermal über die Menge hinweg zugewunken, mein Vater mir anerkennend zugenickt. Es war herzig, dass es Mutter so viel bedeutete, ohne sie wäre ich schon längst auf dem Weg ins Büro. Im Moment war Elouise mal wieder in der Menge verschwunden. Sie hatte sich unterhalten, an der Bowle genippt, getanzt, gelacht … und betont nicht mehr in meine Richtung geblickt.

»Da steckt ja unsere Partygranate.« Gelächter bekannter Stimmen erklang.

»Erwischt.« Ich grinste. Jackson, Fleur, Ju-Lin, Greta, Santal, Brenson, Alexander und Elouise. Wir kannten uns alle schon seit unserer Kindheit. Sommer auf Martha's Vineyard, Winter in...



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