Lippincott | Pride und Prejudice und Pittsburgh | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

Lippincott Pride und Prejudice und Pittsburgh


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96052-472-4
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

ISBN: 978-3-96052-472-4
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zwei Herzen - zwei Zeiten - eine wahre Liebe Bei Audrey Cameron läuft gerade alles schief. Nicht nur, dass ihre erste Liebe sie verlassen hat, auch ihre Traum-Uni lehnt sie ab. Als eines Tages der sonderbare Mr. Montgomery in dem kleinen Laden ihrer Eltern in Pittsburgh auftaucht und ihr seine Hilfe anbietet, wird ihr Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Plötzlich wacht sie auf einer Wiese auf, in England, im Jahre 1812! Lucy Sinclair ist nicht weniger verwundert, das seltsam gekleidete Mädchen auf dem Anwesen ihres Vaters vorzufinden. Erst recht kann sie es kaum glauben, dass Audrey zweihundert Jahre aus der Zukunft stammen soll. Die beiden ahnen nicht, dass das Schicksal sie zueinander geführt hat. Denn Lucys Herz schlägt nicht für den Mann, den ihr Vater für sie ausgewählt hat, sondern für Audrey. Eine queere Feel-Good-Romance aus der Feder der NYT-Bestsellerautorin Rachael Lippincott. Pride und Prejudice und Pittsburgh: Romantisches Young Adult-Buch mit vielen unerwarteten Twists - Herzklopfen pur: Die fesselnde Lesbian Romance nimmt Young Adult- Leser*innen ab 14 Jahren mit auf eine aufregende Zeitreise ins Jahr 1812. - Liebenswerte Protagonistinnen: Audrey und Lucy stammen aus zwei unterschiedlichen Epochen und verlieben sich unsterblich ineinander. - Herzerwärmend und unterhaltsam: Die queere Liebesgeschichte enthält wichtige Denkanstöße über die Liebe und die Suche nach dem eigenen Glück. - Geniale Kombination: Die Mischung aus gesellschaftlichen Themen und klassischen Regency-Elementen macht den Young Adult-Roman zur idealen Lektüre für Jane Austen- und Bridgerton-Fans, die das Besondere suchen. - Ein LGBT-Roman mit ganz besonderen Momenten: Mitreißend geschrieben von New York Times-Bestsellerautorin Rachael Lippincott ('Five Feet Apart').

Rachael Lippincott, Autorin von Bestsellern wie 'Five Feet Apart' und 'Pride and Prejudice and Pittsburgh', hat einen Englischabschluss und lebt mit ihrer Frau und Tochter in Pennsylvania.
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Kapitel 1


»Wenn du nicht auf der Stelle runterkommst, bist du gefeuert!«, dröhnt es laut durchs Treppenhaus. Ich verdrehe die Augen, schlüpfe in meine abgetragenen Converse und verknote die Schnürsenkel gleich doppelt.

»Na, das will ich sehen!«, rufe ich zurück und reiße die Tür auf. Am Fuß der Treppe steht mein glatzköpfiger Dad und grinst, zu seinen Füßen schwanzwedelnd unser Hund Cooper. »Viel Erfolg dabei, find erst mal jemanden, der für umsonst arbeitet.«

Während ich mit Schwung die Stufen nehme, tippt er mit hochgezogenen Augenbrauen auf seine Armbanduhr. »Eine Minute nach sechs. Du bist spät dran.«

Ich zerre mein Handy aus der hinteren Hosentasche und halte es ihm entgegen. »Punkt sechs! Deine Uhr geht falsch.«

»Na gut, dann darfst du noch einen Tag länger bleiben.« Sein angegrauter Schnurrbart zuckt, als er sich an mir vorbeischiebt, um nach der Nachtschicht endlich eine Runde zu schlafen. »Vergiss die Getränkelieferung um zwölf nicht«, ruft er noch über die Schulter.

»Geht klar.« Im Vorbeigehen tätschele ich Coopers Kopf, dann betrete ich durch die Seitentür Cameron’s Corner Shop, wo meine üblichen Samstagmorgenpflichten auf mich warten.

Beim Kaffeemachen schaue ich verträumt aus dem Fenster, betrachte die neuen Gebäude, modernen Wohnungen und hippen Restaurants auf der Penn Avenue, die seit meiner Kindheit dort entstanden sind, als mein Vater noch den Kaffee kochte und ich auf seinen Schultern saß. Die Straße hat sich, wie weite Teile von Pittsburgh, in den letzten achtzehn Jahren verändert.

Nicht verändert hat sich dagegen Cameron’s Corner Shop mit dem abgewetzten Boden, durchhängenden Regalbrettern und dem rostenden Ladenschild. Unser kleines Stückchen Pittsburgh ist geblieben wie immer, auch wenn die Kundschaft gewechselt hat. Stammkunden holen sich Kaffee und Rubbellose. Freitagabends kaufen Studierende haufenweise Snacks und Softdrinks zum Mischen. Touristen fragen nach dem Weg und bitten um Empfehlungen. Und für die Schickimicki-Leute aus den überteuerten Wohnungen sind wir die letzte Rettung; wenn sie vergessen haben, Biovollmilch und Urkornbrot zu kaufen, geben sie sich nämlich auch mit fettarmer und mit Papptoast zufrieden.

Viel ist es nicht, dafür aber der ganze Stolz meines Vaters. Hier hat er sich seinen Kindheitstraum verwirklicht, in der Straße, in der er aufgewachsen ist, einen Laden zu eröffnen, nachdem in das Geschäft, in dem er früher immer einkaufte, eine Drogeriemarktkette eingezogen ist. Etwas Einfaches und Hausgemachtes und Konstantes, etwas für die Nachbarschaft, die Menschen, die immer schon hier waren und immer hier sein werden. Und dieser Traum wurde irgendwie zum Traum meiner ganzen Familie, weil er mit seiner Liebe zu dieser Ecke und der Kundschaft und den ungewöhnlichen Arbeitszeiten auch meine Mutter und mich angesteckt hat.

Außerdem lässt man sich leicht locken, wenn man gratis Chips und Limo dafür bekommt, an der Kasse zu stehen oder die Regale zu füllen. Zu einer Tüte Cheetos und einer Cherry Coke kann man einfach nicht Nein sagen. Jedenfalls nicht als Kind, bevor Ausschlafen und eigene Träume Einzug halten. Aber darüber will ich gerade nicht nachdenken.

Als der Kaffee fertig ist, verfalle ich in den öden, aber gleichmäßigen Morgenrhythmus und sitze hinter dem Tresen auf dem knarzenden Barhocker, den Dad über eine Kleinanzeige organisiert hat, mit Cooper zu meinen Füßen. Zwischendurch schmökere ich immer mal wieder in einem Liebesroman mit buntem Cover, während ich diesen und jenen begrüße, der zur Tür hereinspaziert, bekannte und unbekannte Gesichter. Gary, der Busfahrer, kommt vorbei, um seine übliche Portion Zucker-Donuts zu kaufen. Anscheinend staut sich der Verkehr wegen eines Unfalls auf der 376 bis zum Flughafen! Die coole junge Künstlerin, die ein paar Häuser weiter über Vince’s Pizza eingezogen ist, holt sich ein gelbes Päckchen American-Spirit-Zigaretten und zahlt in zerknitterten Dollarscheinen und Vierteldollarmünzen. Wieder mal will ich sie fragen, woran sie derzeit arbeitet, und wieder mal schaffe ich es nicht. Ein Typ, den ich vorher noch nie gesehen habe, stürmt herein, schnappt sich eine Packung Klopapier, knallt einen Zwanziger auf den Tresen und haut ab, bevor ich das überhaupt eintippen kann.

Und pünktlich um acht Uhr klingeln dann endlich die Türglöckchen, und mein grummeliger Lieblingskunde schlurft herein, die knochigen Finger um den Griff eines Gehstocks gekrümmt.

»Hallo, Mr. Montgomery!«, rufe ich, und er grunzt mir seinen üblichen Morgengruß entgegen, ehe er sich seine Zeitung holt.

»Na, schon was gezeichnet?«, fragt er über seine Schulter, und mir wird flau.

»Ähm …« Mein Blick fällt auf das abgenutzte, inzwischen staubbedeckte Skizzenbuch, das ich seit Jahren im Regal unter der Kasse aufbewahre. »Nein, noch nicht.«

»Will die Rhode Island School of Design nicht alle Unterlagen bis zum ersten Mai vorliegen haben?« Er wirft einen Blick auf seine analoge Armbanduhr. »Es ist schon der –«

Ich falle ihm ins Wort. »Das weiß ich, glauben Sie mir.« Seitdem ich vor einigen Monaten bei meiner Wunsch-Uni auf die Warteliste gekommen bin und man mir mitgeteilt hat, ich solle eine Mappe mit fünf »neuen und unterschiedlichen« Werken vorlegen, weil meine Kunst »vielversprechend« sei, aber »zu passiv, zu wenig selbstbewusst und ohne starke persönliche Perspektive«, ist mir das Datum täglich schmerzhaft bewusst.

Und, tja, wenn die schon vor dieser glanzvollen Rückmeldung fanden, ich hätte zu wenig Selbstbewusstsein, dann kann man sich vielleicht denken, wie es jetzt damit aussieht.

Ich greife nach dem Skizzenbuch und blättere durch die älteren Seiten. Gesichter und Hände und Körper flimmern vor meinen Augen, alle gehören zu Kundinnen und Kunden, die über unsere Schwelle getreten waren. Irgendwie kommt es mir schon gar nicht mehr wie meine Kunst vor, ich habe das alles vor so langer Zeit gemacht, dass ich nicht einmal mehr sicher bin, ob ich noch weiß, wie es sich angefühlt hat, den Bleistift aufs Papier zu setzen und zuzuschauen, wie eine gerunzelte Stirn oder zerzaustes Haar oder knorrige Finger darauf erscheinen.

Unter meinem Blick weichen die gefüllten Seiten halb fertigen Skizzen und leeren Flächen und dann …

Nichts. Eine leere Seite nach der anderen. Das elende, überwältigende, hilflose Gefühl durchströmt mich, während ich dabei zusehe, wie meine Inspiration, meine Leidenschaft, meine Aufregung vertrocknet und vollständig verschwindet.

Ich blättere zu einer der letzten markierten Seiten und halte inne, als ich eine winzige hingekritzelte Zeichnung aus dem letzten Sommer finde, deren Stil sich von der aller anderen unterscheidet, ein als Cartoon gezeichneter Cooper mit einer Denkblase, in der »Ich liebe dich!« geschrieben steht.

Ich schneide eine Grimasse und klappe das Buch zu.

Wie soll ich denn bitte zeichnen, wenn ich mir mein Skizzenbuch noch nicht einmal kann, ohne an ihn zu denken?

Als wir uns vor drei Jahren bei einem Sommerprogramm der Rhode Island School of Design kennenlernten, zu dem unsere Highschool die besten Kunstschaffenden aus den neunten und zehnten Klassen geschickt hatte, kam es mir vor, als wäre es das Beste, was mir je hätte passieren können. Ich wollte erst gar nicht aus Pittsburgh weg, aber als sich unsere Wege kreuzten und ich entdeckte, wie viele Möglichkeiten es anderswo gab, jenseits dieses durchgesessenen Barhockers, war ich froh, dass ich es gewagt hatte. Erst war er derjenige, der mich kritisieren durfte, dann derjenige, der mir spätabends und leicht überdreht beim Zeichnen Gesellschaft leistete, und von jener ersten lauen Sommernacht an, als wir nach einem ganzen Tag im Studio unter dem dunkler werdenden Himmel im Gras lagen, fühlte ich mich . Er war ein Jahr älter als ich, aber er … na, er kapierte halt, wie ich tickte. Verstand, wie viel mir die Kunst bedeutete. Wie sehr sie Teil von mir war.

Zumindest glaubte ich, er würde mich verstehen.

Danach unternahmen wir alles gemeinsam. Eigentlich sollten wir auch zusammen an die RISD gehen, dorthin, wo alles angefangen hatte.

Aber dann hat er im letzten Frühling eine Absage bekommen und die Sache mit der Kunst ganz aufgegeben und mich gedrängt, das Gleiche zu tun. Ich sollte das Ganze nicht mehr so ernst nehmen und mich auf etwas Praktischeres konzentrieren, als ob er es von vorneherein nie gewollt hätte. Ben, Hannah und Claire saßen zustimmend nickend am Esstisch, als hätten sie mich nicht noch in der Woche davor angebettelt, ich sollte sie zeichnen. Vielleicht, weil sie zuerst mit ihm befreundet gewesen waren. Oder weil sie geahnt haben, dass wir uns nach dem Abschluss auseinanderleben und ich übrig bleiben würde. Und genau das passierte dann auch, aber ich dachte immer noch, Charlie und ich würden es schaffen. Dass er mich wieder sehen würde, auch wenn er diesen Teil von sich nicht mehr sehen wollte.

Die Trennung erwischte mich also völlig unerwartet, als er kurz vor Halloween endlich von der Penn State nach Hause kam. Auch wenn ich sie rückblickend hätte kommen sehen müssen.

Er behauptete, die Entfernung wäre zu groß. Tief in mir drinnen wusste ich, dass er damit nicht die Meilen meinte.

Als ich meinen Mut zusammennahm und mich bewarb, nachdem er mich abserviert hatte, fühlte sich das deshalb an, wie … Na, wie eine Chance, ihm zu zeigen, dass er falschlag. Klar war ich am Boden zerstört, aber wenn ich aufgenommen werden...


Lippincott, Rachael
Rachael Lippincott, Autorin von Bestsellern wie „Five Feet Apart“ und „Pride and Prejudice and Pittsburgh“, hat einen Englischabschluss und lebt mit ihrer Frau und Tochter in Pennsylvania.

Rachael Lippincott, Autorin von Bestsellern wie "Five Feet Apart" und "Pride and Prejudice and Pittsburgh", hat einen Englischabschluss und lebt mit ihrer Frau und Tochter in Pennsylvania.



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