Loeffelbein | Malvina Moorwood (Bd. 3) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Malvina Moorwood

Loeffelbein Malvina Moorwood (Bd. 3)

Der Schrecken von Loch Ness
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-649-64317-3
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Schrecken von Loch Ness

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: Malvina Moorwood

ISBN: 978-3-649-64317-3
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Malvina Moorwoods drittes Detektivabenteuer - eine gelungene Mischung aus Spannung, Grusel und Witz! - Es ist so weit: Cousine Aleen McMumble zieht mit ihrer Familie in Moorwood Castle ein. Allerdings entpuppen sich die McMumbles schnell als ausgesprochen hinterhältig und ziemlich gefährlich. Haben sie etwa einen Plan ausgeheckt, um sich das Schloss unter den Nagel zu reißen? Würden sie dabei über Leichen gehen? Malvina glaubt: 'Ja!' - und als der Alte Lord sich mit einer geheimnisvollen Botschaft aus dem Jenseits meldet, steht für Malvina fest: Sie muss mal wieder das Schloss retten! Damit beginnt ein Abenteuer, das alles in den Schatten stellt, was Malvina und Tom bislang erlebt haben. Denn diesmal verfolgen die beiden Detektive eine Spur, die sie bis nach Schottland zum Loch Ness führt. Und dort stoßen sie auf etwas Ungeheuerliches ...

Christian Loeffelbein hat in seiner Geburtsstadt Kiel Germanistik, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studiert und danach als Journalist gearbeitet. Heute lebt er in Hamburg und denkt sich spannende Geschichten für kleine und große Leserinnen und Leser aus.
Loeffelbein Malvina Moorwood (Bd. 3) jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1 Das Familiengesetz
Kapitel 2 "Was Unglaubliches"
Kapitel 3 In der Falle
Kapitel 4 Der Stier
Kapitel 5 Blutvergiftung
Kapitel 6 Geisterstunde
Kapitel 7 1000 Pfund Schadenersatz
Kapitel 8 IRSEIAMMARS
Kapitel 9 Die Rallye
Kapitel 10 Schnuckiputzi
Kapitel 11 Zum gehängten Mann
Kapitel 12 Der Black Forest Club
Kapitel 13 Das Mädchenklo
Kaptiel 14 Calkstone Castle
Kapitel 15 Der Höllenhund
Kapitel 16 Bilokation!
Kapitel 17 Überraschung im Keller
Kapitel 18 Kekse und Geheimagenten
Kapitel 19 Das Geheimnis von Calkstone Castle
Kapitel 20 Bei Anruf Rettung?
Kapitel 21 Die Nessie-Pfeife
Kapitel 22 Bittere Pillen
Kapitel 23 Eine wichtige Frage
Kapitel 24 Ein guter Plan


Kapitel 1


Das Familiengesetz


Es gab nichts, worauf ich mich so sehr freute wie auf meinen zwölften Geburtstag. Seit ich im Juli vor fast einem Jahr die elf roten Kerzen auf meiner Feiertagstorte ausgepustet hatte, war kein Tag vergangen, an dem ich mir nicht gewünscht hatte, endlich zwölf zu sein.

Na ja, ein Tage vielleicht schon, aber nur, weil ich an denen zu beschäftigt gewesen war. Zum Beispiel damit, unser baufälliges Schloss vor dem Verkauf zu retten. Oder damit, das Geheimnis von Opas Bastelkeller im Bunker unter dem Rosengarten zu ergründen. Oder weil mein Lieblingsonkel Frank mich abmurksen wollte. Kein Witz, das hat er wirklich versucht. Nun war er natürlich nicht mehr mein Lieblingsonkel. Stattdessen wurde er von der Polizei gesucht und das geschah ihm recht!

Warum ich es kaum abwarten konnte, endlich zwölf zu sein? Ganz einfach: weil elf Jahre kein richtiges Alter waren, darum! Mit elf Jahren war man zu groß, um klein zu sein. Und zu klein, um für voll genommen zu werden. Man durfte sich keine Geheimagentenfilme im Kino ansehen. Und keine Abenteuerfilme, jedenfalls keine richtigen. Und Gruselfilme schon gar nicht. Und man war nicht erbberechtigt, zumindest dann nicht, wenn man Malvina Moorwood hieß und im hässlichsten Schloss Englands lebte, also am schönsten Ort der Welt.

All das würde sich an meinem zwölften Geburtstag ändern. Ich würde mich von niemandem mehr »meine Kleine« nennen lassen, nicht einmal von Tante Frida. Ich würde zusammen mit meinem besten Freund Tom (der übrigens schon zwölf war) ganz allein nach London fahren, um dort im größten Kino der Stadt einen Agentenfilm anzugucken. Und dabei würde ich eine Portion Popcorn futtern. Und einen Becher Cola trinken. Und würde meckern. Und ich würde in der ersten Nacht meines zwölften Lebensjahrs nicht schlafen können. Aber das würde nicht an der Cola liegen und auch nicht an dem aufregenden Film. Sondern an meiner Freude daran, nun endlich ganz offiziell zur Erbengemeinschaft zu gehören, zusammen mit Opa George senior und Papa George junior und Mama und Onkel Bob und Tante Frida und meinen beiden Schwestern Amalia und Georgina und meinem Bruder Tristan.

Zugegeben, die Sache mit der Erbengemeinschaft wusste ich erst seit Kurzem – aber irgendwie hatte ich schon geahnt, dass mein Urururururururgroßvater für mich sorgen würde, sobald ich keine »meine Kleine« mehr war.

Mein Urururururururgroßvater, das war der Alte Lord, so nannte ihn jeder in der Familie. Eigentlich hieß er Lord Aldwyn Moorwood und er war der 1. Earl of Moorwood gewesen. Vielleicht waren es ein paar Urs mehr oder weniger, Rechnen war noch nie meine Hauptleidenschaft. Auf jeden Fall gab es inzwischen einen 35. Earl of Moorwood (Opa George) und der Alte Lord war im Jahr 1330 n. Chr. gestorben. Was ihn nicht daran hinderte, noch ziemlich umtriebig zu sein, und zwar als Geist. Auch wenn das außer mir (und Tante Frida) niemand glaubte – solche Art von tadelnswerter Unwissenheit waren Spiritisten wie ich (und Tante Frida) gewohnt. Dem Alten Lord war es zu verdanken, dass unser Schloss nicht an einen französischen Schloss-Sammler verscherbelt wurde und dass Onkel Frank nicht mit seinem fiesen Plan durchgekommen war, sich den Familienschatz unter den Nagel zu reißen. Er hatte dafür gesorgt, dass die Erbpacht-Urkunde wiederaufgetaucht war, in der stand, dass die Queen für alle Reparaturen an unserem Schloss bezahlen musste (statt meiner ständig mit dem Pleitegeier kämpfenden Familie). Und auch Opas Geheimdienst-Aktivitäten wären ohne den Alten Lord niemals ans Licht gekommen und es würden immer noch die wildesten Gerüchte über meine Familie im kleinen Örtchen Moorwood kursieren. Tja, und wer war bei diesen geisterhaften Aktivitäten immer mit von der Partie und inzwischen quasi so was wie die diesseitige rechte Hand des Alten Lords? Ich, Malvina Moorwood!

Okay, die Sache mit der Erbpacht hatte Tom herausgefunden, und Opas geheimen Bunker hätte ich ohne seine Hilfe auch nicht entdeckt, aber das bewies nur, dass der Alte Lord an Team-Lösungen interessiert war und dass mein bester Freund Teil der spiritistischen Pläne meines Urururururururgroßvaters war (auch wenn Tom nichts davon wissen wollte).

Normalerweise machte sich der Alte Lord durch geheimnisvolle Zeichen, noch geheimnisvollere Prophezeiungen und extrem geheimnisvolles Gongen unserer alten Küchenstanduhr bemerkbar. Sein neuester Streich, nämlich das Hervorkramen unseres Familiengesetzes, kam allerdings ohne grün glimmende Buchstaben, düstere Botschaften oder Uhrengebimmel zustande.

Und zwar so:

Seit letztem Herbst wohnten Papas Cousine Alleen, ihr Mann Alasdair und deren Sohn Oscar bei uns im Schloss. Oscar war erst sechs und spielte noch mit Gummidinosauriern und seiner Holzeisenbahn. Außerdem hüpfte er überall herum und liebte es, dort aufzutauchen, wo man nicht mit ihm rechnete. Ein schlaues, kleines Kerlchen und sehr lustig.

Also war er ziemlich lustig. Zumindest war ich dieser Meinung. Meine beiden Schwestern fanden ihn nervig und hinterlistig.

Seine Mutter Alleen war ebenfalls sehr unterhaltsam. Ich mochte sie sofort. Na ja, also sofort nachdem ich kapiert hatte, dass sie nicht Papas heimliche Freundin war, das dachte ich nämlich zuerst. Großer Fehler, ich geb’s zu. Jetzt verstand ich mich super mit ihr. Sie mochte Moorwood Castle genauso wie ich und unterstützte mich bei der Suche nach unseren Schlossgespenstern, nach Henker Harry und der Spinnen-Lady zum Beispiel. Sie schlug sogar vor, Taucherausrüstungen zu besorgen, um im Schlossgraben nach der Weißen Wasserleiche zu forschen, aber das hatte Papa verboten. Dafür durchstöberte Tante Alleen mit mir heimlich den Dachboden und die vielen leeren Zimmer im Gartenflügel und im Haupthaus unseres Schlosses. Das war zwar auch verboten (wegen der Renovierungsarbeiten, der bröckeligen Decken, wackligen Wände und der Löcher im Boden), aber Alleen fand, dass man sich ja nicht jeden Spaß verderben lassen durfte und dass Papa auch schon früher immer etwas überängstlich gewesen war. Die beiden hatten das gleiche Internat besucht und Alleen plauderte bei unseren (so nannte sie unsere Streifzüge) die lustigsten (und peinlichsten) Geschichten über Papa aus. Außerdem konnte Alleen singen und sie gab kleine Privatkonzerte für mich. Was sie sang, klang etwas düster und schräg, aber dafür richtig schön laut. Tante Alleen war spitze! Und es war mir ein Rätsel, warum ich auch mit dieser Einschätzung allein dastand.

Nicht einmal Tante Frida, mit der ich sonst so gut wie immer einer Meinung war, teilte meine Begeisterung. Sie meinte, dass Alleen Grenzen überschreiten würde, nur weil sie einmal in Tante Fridas Erdbeer-Rhabarber-Kompott gerührt und ein paar Löffelchen Zucker hineingetan hatte. Onkel Bob meinte, dass Alleen mit ihrem Gesang (ihrem , so nannte er das) die Pferde verschrecken würde. Angeblich hätten sich auch schon einige der Reitschüler beschwert. Meine Schwestern meinten, dass Alleen in ihrem Kleiderschrank herumgewühlt hätte (Verfolgungswahn?). Tristan meinte, dass Alleen nicht alle Tassen im Schrank hätte (musste er gerade sagen). Opa meinte, dass Alleen im Raum mit seiner antiken Gewehrsammlung herumgeschnüffelt hätte (na und? Das hatte ich auch schon ein paarmal gemacht). Und Papa, der Alleen früher immer sehr gemocht hatte, war sauer wegen des Tauchabenteuers (das ja gar nicht stattgefunden hatte, geht’s noch?). Mama meinte nichts, aber das musste sie auch nicht. Mama beherrschte die Kunst, mit Blicken zu sprechen. Und ihre Blicke verrieten eine gewisse Bereitschaft, Tante Alleen die Weisheitszähne ohne Betäubung zu ziehen (Mama war Zahnärztin und hatte eine kleine Praxis im Ort). Ich fand, dass das kein besonders gutes Licht auf die angeblich so berühmte Gastfreundschaft meiner Familie warf.

Einigkeit herrschte allerdings in Bezug auf Alleens Mann, Alasdair McMumble. Der war ein wenig schräg drauf. Ständig hatte er irgendwelche Wehwehchen, stieß sich das Knie am Treppengeländer, vertrat sich den Fuß auf der Küchenschwelle oder verschluckte sich an dem Whisky (oder was auch immer in der flachen silbernen Flasche war, die er stets in der Innentasche seines zerknitterten schwarzen Sakkos stecken hatte). Großes Theater: Ich ersticke! Holt Eis für meinen Knöchel!! Das gibt einen Bluterguss!!! Daran kann man sterben!!!!

Zum Glück verließ Onkel Alasdair infolge der ständigen Missgeschicke sein Zimmer nur selten. Und das war dann doch eigentlich schon wieder ganz okay, oder?

Aber ich wollte ja von dem Familiengesetz erzählen. Davon gab es zwei Exemplare. Eins lag als Abschrift seit achtzehnhundertnochwas im Notariat in London. Diese Abschrift war nicht ganz vollständig. Die komplette Version war in dickes Leder gebunden und seit neunzehnhundertnochwas...


Christian Loeffelbein hat in seiner Geburtsstadt Kiel Germanistik, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studiert und danach als Journalist gearbeitet. Heute lebt er in Hamburg und denkt sich spannende Geschichten für kleine und große Leserinnen und Leser aus.



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